Kampf dem Fugenschmutz | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Fugen

Kampf dem Fugenschmutz

Irgendwann sieht jede Fliesenfuge in Bad und Küche schmutzig aus. Ablagerungen und Feuchtigkeit führen dazu und lassen auch Schimmel wachsen. Wir sagen, wie man die Fugen wie neu aussehen lässt.

 
Fliesenfugen freilegen © Chris Lambertsen
Fliesenfugen freilegen

Am Anfang strahlt jede Fuge in reinster Farbe. Doch schon nach wenigen Monaten wird eine helle Fuge grau und zunehmend unansehnlich. Das liegt an Ablagerungen von Putzmitteln, Shampoo sowie Bade- oder Duschzusätzen. Das ist kein Drama, lassen sich diese doch mit speziellen Fugenreinigern recht einfach beseitigen.

© SelbermachenAufwendiger wird es, wenn sich bereits Stock- oder sogar Schimmelflecken zeigen. Das bedeutet immer: Die alte Fugenmasse muss entfernt werden. Das geht beim häufig nur oberflächlichen Befall und bei überschaubarem Aufwand mit einer Fugenraspel. Ist die Fliesenfuge bereits sehr stark verschmutzt oder ohne Halt und bröckelt heraus, dann lohnt die Anschaffung einer kleinen Fugenfräse (zum Beispiel von Dremel, rund 50 Euro plus 20 Euro für den Fräsvorsatz).

Damit lassen sich auch tiefe Fugen leicht vom alten Zement befreien. Vorteil: Die Fuge ist, nachdem sie wieder gefüllt ist, wirklich neu. Es gibt aber noch eine gute Möglichkeit, die Fliesenfugen wieder auf Vordermann zu bringen. Mit „Fugen-Frisch- Produkten“. Hier wird ein Fugenzement dünnschichtig auf die vorgereinigte Fuge aufgetragen (zum Beispiel von Ceresit, Fotos rechts, oder Knauf). Diese Produkte gibt es in den gängigen Fugenfarben und eignen sich mit ihrer hohen Deckkraft auch zum Umfärben von Fliesenfugen.

Wenn es darum geht, nur kleine Fliesenschilde wieder attraktiv zu machen, so kann man mit einem Fugen- Filzstift die Fugen übermalen. Die Haltbarkeit ist aber sicher nicht so hoch wie die der anderen Methoden (zum Beispiel von Edding). Alle Möglichkeiten funktionieren aber nur bei glasierten Fliesen mit geschlossener Oberfläche wirklich gut.

Tiefenwirkung

© SelbermachenWer sich dazu entschlossen hat, die Fliesenfugen komplett freizulegen, ganz gleich ob mit Spezialfräse oder -raspel, muss konventionell neu verfugen. Das ist selbst für diejenigen hürdenlos machbar, die noch nie verfugt haben. Rühren Sie die Fugenmasse nach Herstellerangabe an. Machen Sie das in einem kleinen Gefäß, zum Beispiel einem Gipsbecher, da die Verarbeitungszeit bei einigen Massen (zum Beispiel Turboflexfuge von Knauf) recht kurz ist und Ungeübte anfangs etwas mehr Zeit brauchen. © SelbermachenDie Fugenmasse mit einer Gummirakel tief in die Fugen einarbeiten. Dabei am besten diagonal über die Fugen wischen. Noch etwas einfacher und von Anwendungsprofis empfohlen ist das Einarbeiten mit einem „Moosgummibrett“. Auch hiermit wird die Masse diagonal oder kreisend tief in die Fugen eingeschlämmt. Sobald ein Abschnitt fertig ist, wird überstehende Fugenmasse mit einem feuchten (nicht nassen) Schwamm und mit sehr wenig Druck diagonal abgewischt. Ist die Masse fest, darf es etwas feuchter sein und die restliche, überschüssige Masse wird abgewischt. Am nächsten Tag die Wand mit einem weichen Lappen polieren.

Für leichte Fälle

© SelbermachenSolange die Fugen nur etwas grau und schmutzig aussehen, handelt es sich meist um Seifen- und Fettablagerungen. Mit einem speziellen Fugenreiniger lassen sie sich nach dem Einarbeiten mit einer harten Bürste oder einem Schwamm und einer kurzen Einwirkzeit mit Wasser abspülen. Sind jetzt noch Verschmutzungen zu sehen, könnte es Schimmel sein!

Fugen-Make-Up

© SelbermachenEinfacher und zugleich besser geht es kaum: Ein Fugenauffrischer ist eine gebrauchsfertige Fugenmasse, die mit einem Schwamm oder direkt aus der Tube auf die gereinigte Wandfuge aufgetragen wird. Mit einem Spülschwamm werden nach dem Antrocknen überstehende Reste entfernt – das ist alles.

Fugenretusche

© SelbermachenEigentlich ist es die schnelle Notlösung und für ganze Duschbereiche viel zu aufwendig. Aber die schnelle, schöne Einzelfuge gerät perfekt mit dem deckenden Fugenfilzstift.

Artikel aus selber machen Ausgabe 04/2012. Jetzt abonnieren!
Tags: 
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren