Deckenbalken geben einem Raum mehr Profil

Deckenbalken geben einem Raum mehr Profil

In alten Häusern sind die Balken an der Zimmerdecke Teile der tragenden Konstruktion. In modernen Gebäuden sind sie ein Stück Nostalgie.

 
Die Deckenbalken machen den Raum gemütlicher und lassen die Wand in neuem Glanz erstrahlen. © Chris Lambertsen
Die Deckenbalken machen den Raum gemütlicher und lassen die Wand in neuem Glanz erstrahlen.

Selbstverständlich schätzen wir die Trittschalldämmung einer soliden Betondecke, wir schätzen es auch, dass der Boden eben ist und nicht knarrt oder dass in der Decke jeder Dübel hält, auch wenn eine schwere Last daran hängt.

Aber den Beton soll man nicht sehen, und wenn ein Raum besonders behaglich sein soll, dann greift man eben doch zu Holz. Eine besonders nostalgisch wirkende Form sind Zierbalken, die in einem modernen Bau natürlich keinerlei Funktion haben – außer der, dass sie zusammen mit Profilbrettern an der Decke oder auch an der Wand einem Raum Atmosphäre und den Charakter eines Landhauses geben sollen.

Dabei handelt es sich um keine massiven Balken, sondern um hohle „Rinnen“, die um einiges leichter und demzufolge auch viel einfacher zu handhaben sind. Auch wenn dazu ein Helfer nötig ist.

Vier Hände sind besser als zwei

Nur den Bruchteil des Gewichts eines massiven Balkens wiegen diese Zierbalken, aber man hat dennoch die Last dreier Bretter in der Hand. Und deshalb ist es schon wichtig, dass eine zweite Person bei der Arbeit hilft.

Die Balken sind wie Hohlrinnen aus drei massiven Fichten- oder Kiefernbrettern zusammengesetzt. Man kauft sie unbehandelt und lasiert sie vor dem Einbau im gewünschten Farbton (ein Holzschutzanstrich ist natürlich nicht nötig).

Als Montagehilfe für die Balken und die Profilbretter in den Gefachten zwischen den Balken werden auf der offenen Seite 16 mm dicke Tischlerplattenstreifen befestigt, die etwa 10 cm breiter als die Balken sind. Diese Streifen werden vorher dunkel gestrichen, so dass sich später eine markante Schattenfuge zwischen Balken und Deckenverkleidung ergibt.

Die Balken werden in den Abständen, die eine gleichmäßige Unterteilung der Decke ergeben, an die Decke geschraubt. Dann können die Felder zwischen den Balken mit den Profilbrettern gefüllt werden. Befestigt werden die Bretter mit den üblichen Krallen, die in die Nuten greifen und in die schmalen Plattenstreifen neben den Balken genagelt werden.

Eine gute Hilfe beim gleichmäßigen Befestigen der Profilbretter, die exakt abgelängt sein müssen, stellen kurze Brettabschnitte dar, die man mit Schraubzwingen an den Flanken der Balken festklemmt und die nun dafür sorgen, dass die Schattenfuge schön gleichmäßig ausfällt.

Dabei muss man darauf achten, dass die Bretter genau rechtwinklig zu den Balken befestigt werden, sonst wird der Rand eine Zackenleiste.

Balken und Bretter an der Wand

Die halbhohe Täfelung wird genauso wie die Deckenverkleidung konstruiert und montiert. Auch hier werden also an die Balken Streifen von (zuvor dunkel gestrichener) Tischlerplatte geschraubt, die als Montagehilfen für die Balken wie die Profilbretter dienen.

Im Unterschied zu den Deckenbalken werden hier keine Konsolen verwendet, und den oberen Abschluss der Vertäfelung bildet ein Tellerbord. Für dieses Bord werden in ein Brett eine oder zwei Rinnen gefräst, damit die Teller sicheren Halt haben.

Hier ist wie bei der Deckenvertäfelung darauf zu achten, dass die für jedes Feld einzeln eingesetzten Profilbretter waagerecht und umverkantet montiert werden und dass die Fugen auf gleicher Höhe sind.

Profilbretter mit Dekopins annageln

In den Baumärkten gibt es kleine Nägel in verschiedenen Farben, darunter auch welche in holzähnlichen Farben. Mit diesen Lins kann man die Deckenbretter direkt durch die Oberfläche nageln und auf die üblichen Klammern verzichten.

Wenn man die Nägel gut im Holz versenkt und eventuell noch mit farblich passendem Holzkitt abdeckt, ist die Befestigung so gut wie unsichtbar.

 

©Chris Lambertsen

Winkelgerecht müssen die Balken abgelängt werden, denn die Konsolen verdecken später nur eine der drei Schnittkanten. In die Säge muss ein Spanreissschutz eingesetzt werden.

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Eine Montagehilfe für die Balken und die Profilbretter sind Tischlerplattenstreifen, die breiter als die Balken sind und durch die die Befestigungsschrauben führen.

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Die Konsolen werden vor der Montage der Balken fest mit diesen verleimt – und sie müssen natürlich so befestigt sein, dass sie nachher exakt an den Wänden anliegen.

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Dekowachs oder Lasur gibt dem Holz einen intensiveren Farbton. Nach Auftrocknen des Wachses kann man mit einem Schleifkissen nachpolieren und so für Glanz sorgen.

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Abstandhalter aus Brettabschnitten zeigen an, wo die Balken befestigt werden müssen. Wegen der Schattenfugen sind gleichmäßige Abstände zwischen den Balken unerlässlich.

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Per Durchsteckmontage werden die Balken durch die Randstreifen mit Dübeln und Schrauben an der Decke montiert. Der Helfer kontrolliert die richtige Position der Balken.

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Brettstücke an den Balkenflanken sorgen da­für, dass die Schattenfuge bei allen Brettern gleich breit ausfällt. Auf rechtwinkligen Einbau der Bretter muss man selbst achten.

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Der erste Balken wird mit etwas Abstand zur Fensterwand montiert; dahinter bekommt man Platz für die Gardinenschiene, die so gut versteckt ist.

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Genau senkrecht unter den Deckenbalken werden die Balken der Wandverkleidung angebracht. Mit Hilfe einer Wasserwaage wird der Stand angezeichnet.

©Chris Lambertsen 

Der Magnetnagler ist eine gute Hilfe, wenn man die Nägel in die Befestigungskrallen einschlägt. Dennoch ist darauf zu achten, dass man das Holz nicht beschädigt.

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Abstandhalter, die an die Balken geklemmt werden, zeigen an, dass die Schattenfugen zwischen Brettern und Balken gleich breit (wie an der Decke) ausfallen.

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Für den oberen Abschluss sind unter Umständen die letzten Bretter abzusägen, so dass sie mit den Balken abschließen. Darauf schraubt man dann ein Brett mit Tellerhalterrinnen.

TEXT:Walter Diem; FOTO: Chris Lambertsen
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