Neue Ideen für alte Fliesen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Bad renovieren

Neue Ideen für alte Fliesen

Mit Lackfolie, OSB-Platte oder Metalleffekten können Sie alte Fliesen kaschieren damit das alte Bad in neuem Glanz erscheint. Wir zeigen Ihnen wie!

 
Holzwand © Selbermachen
Holzwand

Metalleffektplatte© SelbermachenAuch die Raufasertapete über dem Waschtisch im Bad ist vor Abnutzungs- und Alterungserscheinungen nicht gefeit, und auch für dieses optische Morgen-Grauen haben wir natürlich ein paar gute Lösungen jenseits des Fliesenklebens parat. Gemessen an der Wassermenge, die beim Duschen die Wände runter läuft, ist der Begriff „Spritzwasserbereich“ für den Waschtisch nicht wirklich treffend, dennoch gelten hier die gleichen Regeln bezüglich der Abdichtung der eingesetzten Elemente wie über der Badewanne. Die von uns verwendeten Platten und Folien sind deswegen entweder von selber wasserfest oder wir machten sie dazu. Einfachste und schnellste Lösung bei der Befestigung dieser Elemente an der Wand ist das Kleben und/oder Verschrauben.

Aber gerade die Mieter unter Ihnen stellen diese Arten spätestens dann vor Probleme, wenn sie ausziehen und das Bad im Originalzustand hinterlassen müssen. Unser erster Vorschlag lautet deshalb: Hängen Sie die fertig montierten und behandelten Platten am besten an zwei Haken auf. Diese Haken müssen Sie natürlich durch den Fliesenschild hindurch in der Wand verdübeln, wozu Sie klugerweise die Fliesenfugen nutzen sollten. Die Einhack- Möglichkeiten auf der Plattenrückseite können Sie durch geschicktes Anbringen der sowieso nötigen Randleisten aus Alu oder Holz quasi völlig frei wählen.

Bambusplatte anbringen

  1. WaschbeckenWaschbecken© Selbermachen

    Waschbecken

    Die Muttern, die das Waschbecken auf den Stockschrauben halten, nur so weit lösen, dass sich das Becken 3 cm vorziehen lässt. Die Flexschläuche können montiert bleiben, den Haupthahn sollten Sie zudrehen.
  2. Alu-U-ProfilAlu-U-Profil© Selbermachen

    Alu-U-Profil

    Die Alu-U-Profile kleben Sie an den Rändern so, dass sie auf der Rückseite einen 3 bis 4 mm breiten Spalt bilden. Mit kleinen Keilen sichern.
  3. Platte anbringenPlatte anbringen© Selbermachen

    Platte anbringen

    Sind die Haken in der Wand verdübelt (Abstand maximal 120 cm), hängen Sie die Platte ein. Stockschraubenmuttern wieder anziehen.

Das Waschbecken abnehmen oder nicht?

Um den Montageaufwand so gering wie möglich zu halten, sollten Sie sich vorher die Form und Größe der Spritzplatte genau überlegen. Davon hängt es nämlich ab, ob Sie das Waschbecken komplett demontieren müssen oder nicht. Je größer die Platte, desto mehr Durchlässe und Aussparungen müssen Sie vorsehen und desto größer ist das Risiko, dass es irgendwo nicht passt. Unser Tipp deshalb: Gehen Sie mit der Platte lieber in die Breite als in die Höhe.

Die Holzflächen links und rechts bieten Ihnen nämlich auch noch jede Menge Gelegenheit, die Halter, Haken und Borde optisch mit einzubinden. Doch Vorsicht: Eine 10 mm starke Spanplatte kann ein daran hängendes schweres Glasbord nicht alleine halten, Letzteres würde nach unten abknicken. Unsere Erfahrung ist, dass Sie für alle schweren Anhängsel an der Spritzplatte die Befestigungsschrauben in der darunter liegenden Wand verdübeln müssen, damit’s hält. Die schmalen Platten bieten außerdem einen weiteren Vorteil: Sie können den obligatorischen Spiegel ganz einfach darüber an der Wand montieren und müssen keine Plattenstärke ausgleichen.

Lackfolie

Lackfolie© SelbermachenLackfolie auf Spanplatte aufziehen© Selbermachen

Eine Folie über dem Waschtisch bietet Farbe und Spritzschutz zugleich, und das zum günstigsten Preis. Als Trägerplatte holen Sie sich eine weiß beschichtete Spanplatte in 10 oder 16 mm Stärke aus dem Baumarkt, wo Sie im Übrigen auch die Folie bekommen. Ränder bekleben© SelbermachenVor dem Aufziehen der Folie auf die Platte benetzen Sie die Plattenoberfläche mit spülmittelversetztem Wasser, um Blasenbildung zu verhindern. Das Wasser drücken Sie dann per Rakel heraus. Die Ränder bekleben Sie mit Aluwinkeln. Vor dem Ausschneiden der Anschlusslöcher die beklebte Platte ein bis zwei Tage liegen lassen.

Metalleffektplatte

Metalleffektplatte kleben© SelbermachenDie Metalleffektplatten aus Polystyrol ahmen gestanzte, gewellte und gebürstete Bleche nach. Die 3 mm starken und per Cutter schneidbaren Platten aus dem Baumarkt haben eine Klebeschicht auf der Rückseite, mit der sie sich ohne weitere Vorbereitung für den Rest ihres Lebens auf Fliesen, Putz und Tapeten fixieren lassen. Das Wasser aus dem Hahn vertragen sie ohne weiteres, nur heißer Wasserdampf wie über Kochherden kann den Kleber anlösen. Apropos lösen: Per Heißluftpistole kriegen Sie die Platten wieder runter. Preis: 30 bis 40 Euro pro Platte.

Gutta Werke, Tel. (07 81) 6 09-0

Rückseite verschrauben© SelbermachenDie grobe Oberflächenstruktur einer OSB-Verlegeplatte schreit geradezu nach einer farblichen Behandlung. In diesem Fall spachtelt man die Platte mit einem blauen Acryllack und lässt sie trocknen. Dann wird die Platte einmal gründlich mit 100er-Schleifpapier durchgeschliffen. Die Folge: In den Ritzen, Fugen und Vertiefungen bleibt es blau, während die Oberfläche wieder OSB-braun wird. Anschließend schützt man das Ganze mit Klarlack gegen Feuchtigkeit. Auf der Rückseite wird ein Holzrahmen mit Keilen verschraubt. Die Gegenkeile verdübelt man an der Wand.

Fliesen entfernen

  1. Fliesen abschlagenFliesen abschlagen© Selbermachen

    Fliesen abschlagen

    Halten Sie nicht viel von Kaschieren, Täuschen und Verstecken? Dann kommt für Sie als Ultima Ratio nur die radikale Methode in Frage: Die Fliesen müssen komplett runter. Stellen Sie sich schon mal auf Lärm, Staub und Muskelkater ein. Mit einem Hammer und einem breiten Meißel schlagen Sie die Fliesen ab. Sind die im Dickbettverfahren geklebt (10 bis 15 mm Mörtelschichtdicke), müssen Sie den Meißel so dicht wie möglich hinter der Fliese ansetzen, um später nicht die Wand ganz neu verputzen zu müssen.
  2. AbstaubenAbstauben© Selbermachen

    Abstauben

    Sind die Fliesen runter, kehren Sie die Fläche einmal gründlich mit dem Besen ab. Ist der Untergrund in sich noch sehr fest, behandeln Sie ihn vor allen weiteren Arbeitsgängen ein- bis zweimal satt mit einem Tiefgrund. Der reguliert das Saugverhalten der Fläche und bindet den feinen Staub. Sandet der Untergrund stark oder ist leicht bröckelig, verwenden Sie einen Haftgrund.
  3. VerputzenVerputzen© Selbermachen

    Verputzen

    Die Fläche wird nun neu verputzt. Wir empfehlen dafür einen Kalk-Zementputz im Verhältnis 1:3. Der Kalk wirkt gegen Schimmel, der Zement macht den Putz wasserfest. Darauf können Sie entweder fliesen, spachteln, streichen oder kleben.
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