Paneele aus Ahorn – musterhaft verlegt

Paneele aus Ahorn – musterhaft verlegt

Einen Raum ringsum mit Paneelen zu verkleiden ist nicht jedermanns Sache ­– und ziemlich teuer. Eine Wand mit Holz zu verkleiden reicht bisweilen auch.

 
Die Paneele aus Ahorn geben dem Raum einen gemütlichen und klassischen Touch. © Selbermachen
Die Paneele aus Ahorn geben dem Raum einen gemütlichen und klassischen Touch.

Weniger ist manchmal mehr. Das kann auch der beherzigen, der sich für seinen Wohnraum holzverkleidete Wände wünscht. Man kann alle vier Wände verkleiden, man kann sich auf zwei Wände beschränken: Es ist aber keineswegs eine ärmliche Lösung, nur eine Wand mit Holz zu verkleiden.

Das liegt zum einen an dem verwendeten Holz. Es sind Paneele aus Ahorn mit einer kirschbaumfarbenen Lasur. Zum anderen wird die Wirkung der Holzverkleidung durch das markante Fischgrätenmuster erreicht, das die Wand lebendiger erscheinen lässt als das übliche Bild von waagerecht oder senkrecht angeordneten Brettern oder Paneelen.

Für diese Art der Verlegung sollte man nur Paneele oder Bretter aus einer Holzart auswählen, die ein relativ ruhiges Furnierbild zeigt (wie das bei anspruchsvolleren Qualitäten geboten wird). Lebhafter gemasertes Holz (oder Paneele mit Dekorschicht) würden das Fischgrätenmuster beeinträchtigen, weil sie das interessante Auf und Ab der Fugen nicht so zur Geltung kommen lassen, wie das bei dem hier gewählten Material der Fall ist.

Eine Vorausskizze hilft viel

Wie eine Wandvertäfelung mit senkrecht oder waagerecht verlaufenden Brettern oder Paneelen wirkt, kann sich jeder vorstellen. Ein Fischgrätenmuster ist eine andere Sache.

Wer ein solches Muster plant, tut gut daran, sich vorher mit einer möglichst großen und maßstabsgetreuen Zeichnung der Wand eine Vorstellung davon zu verschaffen, wie dieses Muster mit schmäleren Paneelen – und entsprechend mehr Fugen – oder mit breiteren Paneelen ­– und weniger Fugen – wirkt.

Denn Paneele gibt es in Breiten von 12,5 bis 33,5 cm. Je breiter die Paneele gewählt werden, desto weniger auf und ab verlaufende Linien gliedern die Wand; desto ruhiger wird selbst dieses Zickzackmuster wirken.

Die breiten Paneele bieten einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Es sind weniger Einzelteile zuzurichten, und deshalb kommt man mit dieser Arbeit auch etwas schneller voran. Es bleibt dennoch genug zu tun, denn es sind immer noch eine Menge Paneele zu sägen.

Und weil die Sägeschnitte mit äußerster Präzision gesetzt werden müssen, vergeht doch noch einige Zeit, bis das letzte Paneel montiert werden kann. Eine gute Hilfe ist ein Fräs- und Sägetisch, auf dem die Handkreissäge genau geführt werden kann.

Dies gilt übrigens nicht nur für die Paneele: Auch die Federn müssen winklig beschnitten werden. In der Säge sollte ein feinzahniges hartmetallbestücktes Wechselzahnblatt eingesetzt werden, damit die Schnitte sauber ausfallen und das Furnier (oder bei einfacheren Paneelen: die Papierschicht) nicht ausreißt. Denn dann würde zuviel (bei edlem Furnier: teuer bezahlter) Verschnitt anfallen.

Geduld und Umsicht sind nötig

Der handwerkliche Aufwand ist nicht zu unterschätzen, denn am Ende soll sich das Fischgrätenmuster mit akkurat verlaufenden senkrechten Fugen zwischen den Zickzacklinien darstellen – und das wird nur erreicht, wenn die einzelnen Paneele auf den Millimeter genau abgelängt werden (für den genauen Winkelschnitt bei allen Teilen sorgt die exakt eingestellte Führung der Säge auf dem Sägetisch).

Die hier verwendeten Paneele sind 258 cm lang. Sie wurden an beiden Enden im Winkel von 45° beschnitten und dann noch genau in der Mitte mit einem 45°-Schnitt geteilt. Pro Paneel fallen deshalb zunächst nur zwei Dreiecke mit einem Schenkelmaß von 25 cm als Verschnitt an.

Etwas mehr Verschnitt gibt es dann aber doch, wenn die Teile für Fuß- und Kopfende jedes Segments einzupassen und abzulängen sind.

Die ganze Wandverkleidung kann gegen Decke und Nachbarwände durch Schattenfugen abgesetzt werden. In dem hier gezeigten Fall wurde an die Nachbarwände dicht angeschlossen; am Fuß wie am Deckenanschluss sind Leisten angebracht, die sich an den anderen drei Wänden fortsetzen.

Zumindest die auffällige Deckenleiste stellt so eine Verbindung zwischen der Holzwand und der übrigen Wandbekleidung her.

Wie erwähnt, gibt es diese Paneele in Längen von 2,58 m. Das reicht, um eine normal hohe Wand auch mit senkrecht angeordneter Vertäfelung zu versehen – für die der Arbeitsaufwand deutlich niedriger ist.

Freilich ist das Ergebnis eher „klassisch“ zu nennen und nicht so aufregend und raumbeherrschend wie das hier gezeigte Fischgrätenmuster.

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„Ahorn Sherry“ nennt der Hersteller diese 25 cm breiten, lasierten Paneele, die hier im Fischgrätmuster verlegt sind.

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Die Unterkonstruktion besteht aus 30 cm breiten Spanplattenstreifen, die unter den vorgesehenen senkrechten Fugen zwischen den Paneelen an die Wand geschraubt werden.

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Ein Fräs- und Sägetisch ist unentbehrlich, damit die Schnitte absolut winkelgenau gemacht werden können. Die Säge ist mit einem feinzahnigen Sägeblatt bestückt.

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Die Krallen werden entweder mit Nägeln befestigt (dabei immer einen Nagler verwenden) oder – was einfacher und schneller geht – mit dem Tacker arbeiten.

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An der Mittellinie einer Spanplatte der Unterkonstruktion wird das erste Paneel ausgerichtet. Dabei sind Aluwinkel samt Wasserwaage unentbehrliche Hilfsmittel.

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Der Aluwinkel wird angeheftet, damit die einzelnen Paneele genau eingepasst werden können und dabei nicht wegrutschen (das kann trotz der Krallen passieren).

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Die Passstücke am Fuß- und Kopfende jedes Segments müssen präzise eingemessen werden. Hierfür die Stücke von einem ungeteilten Paneel absägen.

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Im zweiten Segment wird das erste Paneel mit Hilfe des Aluwinkels als Abstandhalter eingepasst. Jetzt zeigt sich, ob die Winkel an den Schnittkanten genau 45° ausmachen.

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So akkurat müssen sich die senkrechten „Nähte“ zwischen den einzelnen Segmenten des Fischgrätmusters darstellen. Dazu müssen aber auch die schrägen Fugen parallel sein.

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Die Fußleisten einiger Paneelsysteme werden auf Klammern gesteckt, die an der Wand befestigt sind. Hinter den Leisten können Kabel versteckt werden.

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In vielen Holzarten werden diese Paneele angeboten, so dass sehr unterschiedliche Farbstimmungen und -Kombinationen in einem Raum realisiert werden können.

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Die „klassische“ Art, Paneele zu montieren, ist die senkrechte Anordnung. Sie ist natürlich um einiges leichter zu realisieren als die Verlegung im Fischgrätenmuster.

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Ein ruhiges Furnierbild der verwendeten Holzart lässt ein Fischgrätmuster nicht aufdringlich wirken. Man kann davor auch gut Möbel mit ausdrucksvollem Design aufstellen.

TEXT:Walter Diem; FOTO: Selbermachen Media
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