Spachteltechnik: Mit "Stucco lustro" Wände gestalten
Wandgestaltung: "Stucco lustro"

Mit der Spachteltechnik Wände gestalten

Die klassische Wandgestaltung mit Spachteltechnik hat eine alte Tradition. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit unterschiedlichen Verfahren Ihre Wände effektvoll zum Glänzen bringen.

 
Glatte, glänzende Wände gespachtelt © Selbermachen
Glatte, glänzende Wände gespachtelt

Wer schon einmal in Venedig oder Rom einen Palazzo besichtigt hat, kennt die glatt gespachtelten Wände, auf denen sich schöne Lichtreflexe widerspiegeln. Diese Art der Wandgestaltung nennt sich "Stucco lustro", was so viel heißt wie glänzender Putz. Die Technik basiert auf Löschkalk und Marmormehl, wobei die Spachtelmassen dabei in mehreren feinen Schichten mit einem rostfreien Spachtel druckvoll aufgetragen werden. Mit speziellem Wachs oder Seife wird die Oberfläche poliert.

Spachteln mit "Stucco lustro": Was steckt hinter der Technik?

Bei diesem Verfahren leistet der Maler ganze Arbeit und die hat ihren Preis. Mit 140 bis 200 Euro pro Quadratmeter müssen Sie rechnen. Wenn Sie diese Ausgaben scheuen, können Sie sich mit Ausdauer und Geschick selbst an die Arbeit machen. Zum klassischen "Stucco lustro"-Verfahren werden auch Kurse angeboten. Um glatte Wandoberflächen zum Glänzen zu bringen, gibt es mehrere Wege. Je nachdem, wie aufwendig Ihr kreativer Frühjahrsputz sein soll, stellen wir drei Alternativen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zum Nachmachen vor.

Auf die richtige Spachtelmasse kommt es an

© SelbermachenFür den Selbermacher bietet sich eine Technik mit fertigen Spachtelmassen auf Dispersions- oder Acrylbasis an. Wer glänzende Wände im Schnellverfahren bevorzugt, kann auch Vliestapeten streichen. Wenn Ihnen die echte Freskoarbeit – das "Stucco lustro" – eine Nummer zu groß ist, können Sie den Charme eines venezianischen Palazzo trotzdem einfangen. Die fertig angebotenen Spachtelmassen, die meist aus einem Grund- und einen Effektspachtel bestehen, lassen sich wesentlich einfacher verarbeiten.

Spachteltechnik: Der richtige Untergrund

© SelbermachenUm ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen, und damit die Wandspachteltechnik ihren vollen Glanz sowie die Tiefenwirkung entwickeln kann, unbedingt auf einen sauberen und glatten Untergrund achten. Dieser sollte auch mit einem einheitlichen Farbton beschichtet sein, damit es nicht zu unerwünschten Helligkeitsunterschieden kommt. Verwenden Sie auch die rostfreien Spezialspachtel. Diese haben abgerundete Kanten, sind flexibel und können die Oberfläche der Wand nicht beschädigen.

Spachteltechnik: Vorbereitung

© SelbermachenVoraussetzung für ein gutes Ergebnis ist die Vorbereitung des Untergrundes. Strukturierte Tapeten wie Raufaser müssen restlos entfernt werden. Dazu den alten Wandbelag mit Sprühflasche oder Schwamm anfeuchten, weichen lassen und mit einem Tapetenkratzer abziehen.

© SelbermachenIst der Untergrund aufgetrocknet, müssen alle losen und sandigen Bestandteile auf der Wand abgefegt werden. Sollte die Oberfläche trotzdem noch zu porös sein, muss sie mit einem Tiefgrund behandelt werden. Am besten geht der Auftrag mit einer kurzflorigen Lammfellrolle.

Spachteltechnik im Detail

  1. Grundspachtel auftragen© Christian Bordes

    Grundspachtel auftragen

    Der Grundspachtel wird in Flecken mit dem Spezialspachtel auf die glatte und ebene Wand aufgetragen. Die Spachtelmasse immer direkt abziehen, damit eine ebene Fläche entsteht. Trocknen lassen.
  2. Lücken ausspachteln© Christian Bordes

    Lücken ausspachteln

    Jetzt sind die Zwischenräume dran. Den Grundspachtel wieder fleckenweise auftragen und die Lücken schließen.
  3. Spachtelmasse anschleifen© Christian Bordes

    Spachtelmasse anschleifen

    Ist die Spachtelmasse getrocknet, wird sie leicht angeschliffen (180er-Körnung). Den Schleifstaub mit einer Bürste entfernen.
  4. Flecken auftragen© Christian Bordes

    Flecken auftragen

    Dann wird, wiederum in gleich großen Flecken, der Effektspachtel aufgetragen und die Spachtelmasse direkt abgezogen.
  5. Lücken füllen© Christian Bordes

    Lücken füllen

    Nach dem Trocknen den Effektspachtel, wie in Schritt 2 beschrieben, auftragen, bis auch hier alle Lücken gefüllt sind.
  6. Fläche abreiben© Christian Bordes

    Fläche abreiben

    Zum Schluss die getrocknete Fläche mit dem Spachtel abreiben, bis sie glänzt. Den Spachtel flach halten, um den Putz nicht zu beschädigen.
Artikel aus selber machen Ausgabe 03/2012. Jetzt abonnieren!
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