Gipsspachtel-Masse | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Wände renovieren

Gipsspachtel-Masse

Wer beim Renovieren die alten Tapeten runterreißt, stößt oft auf Haarrisse, alte Dübellöcher und rauen Putz. Mit Gipsspachtelmassen sind die Wände aber schnell wieder schön.

 
Glättkelle © Selbermachen
Glättkelle

Der Trend ist klar: Alte Tapeten werden heute immer häufiger durch gestrichene Wände ersetzt. Das ist schick und lässt enorm viele Möglichkeiten, um den eigenen Geschmack zu verwirklichen. Voraussetzung dafür sind aber perfekte Wände – glatte Oberfläche, keine Risse und keine Löcher. Die Realität sieht aber anders aus! Besonders in älteren Häusern, wo die Räume schon viele verschiedene Einrichtungen und unzählige Renovierungen hinter sich haben, kommen unter der Tapete die Narben der Zeit zum Vorschein.

Mehr oder weniger perfekt zugespachtelte Dübellöcher und feine Haarrisse, die sich in der Putzschicht gebildet haben. Sie sind leicht zu beheben. Komplizierter sind Risse, die tiefer gehen und die der Hauseigentümer dann von einer Fachfirma beheben lassen muss. Sie zu ignorieren, wäre schlecht fürs Haus und für die künftige Wandgestaltung. Sollte noch Bewegung im Riss sein – es geht hier um Zehntelmillimeter – würde er sich immer wieder zeigen. Feine Putzrisse und Löcher lassen sich aber mit Reparatur- und Flächenspachtel schließen oder überdecken. Bei größeren Rissen ist es ratsam, diese mit Hammer und Meißel etwas breiter zu machen und einen Vliesstreifen als Rissüberbrückung mit einzuspachteln.

Empfehlenswert sind spezielle Spachtelmassen für den jeweiligen Zweck, da sie, anders als normaler Gips, länger verarbeitbar sind und nicht schon nach ein paar Minuten hart werden. Das ist besonders beim Glätten großer Flächen hilfreich. Bevor aber tapeziert oder gestrichen wird, sollten die gegipsten Wände einmal mit Tiefen- oder Tapeziergrund abgesperrt werden. Gips ist so saugfähig, dass Farbe oder Kleister schon kurz nach dem Auftragen (zum Beispiel bei Vliestapeten) trocken ist. Das würde zu Flecken oder losen Tapeten führen. Wer aber richtig vorarbeitet, hat nachher das schönste Ergebnis.

Putz glätten

  1. Risse im Putz© Selbermachen

    Risse im Putz

    1 Feine Risse im Putz entstehen beim Trocknen und durch Materialspannungen – nicht schlimm, aber für eine gestrichene Wand nicht akzeptabel.
  2. Flächenspachtel© Selbermachen

    Flächenspachtel

    2 Mit einer Glättkelle wird ein Flächenspachtel auf Gipsbasis auf den rauen Wandputz aufgezogen. Dabei reicht schon eine Schichtdicke von 3 bis 4 mm. Hochstehende Kellenansätze lassen sich später leicht wegschleifen.

Löcher stopfen

  1. Dübel in der Wand© Selbermachen

    Dübel in der Wand

    1 Wo bisher ein Regal hing, ist jetzt noch ein Dübel mit Tapetenresten in der Wand.
  2. Dübel entfernen© Selbermachen

    Dübel entfernen

    2 Zuerst muss der Dübel raus: Dicke Holzschraube eindrehen, bis sie eben hält, und dann mit einer Zange herausziehen.
  3. Spachtelmasse© Selbermachen

    Spachtelmasse

    3 Am besten mit gebrauchsfertigem Reparaturspachtel aus der Tube das Loch möglichst vollständig füllen.
  4. Glatt ziehen© Selbermachen

    Glatt ziehen

    4 Zum Schluss die Oberfläche mit dem Spachtel einfach glatt abziehen.

Steckdose

  1. Masse anrühren© Selbermachen

    Masse anrühren

    1 Flächenspachtelmasse gibt es meist als Pulver. Beim Anrühren stets das Pulver ins Wasser einstreuen und einsumpfen lassen – sonst klumpt es.
  2. Spachtelmasse© Selbermachen

    Spachtelmasse

    2 Das eingeweichte Pulver zu einer glatten, geschmeidigen Masse verrühren.
  3. Steckdose einsetzen© Selbermachen

    Steckdose einsetzen

    3 Das Loch etwas vergrößern und säubern und dann die Dose mit etwas Gips wieder einsetzen und fixieren.
  4. Loch schließen© Selbermachen

    Loch schließen

    4 Nun kann das Loch um die Dose vollständig gefüllt und die Gipsmasse flächenbündig geglättet werden.

SELBER MACHEN 11/2009

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