Praktisch und unsichtbar

Regalborde selber bauen

Regalborde sind oft platzschaffend, stets praktisch und manchmal auch schick. Aber unsichtbar? Nun, ganz haben wir es auch nicht geschafft, aber man muss wohl schon zweimal hinschauen, um unsere selbstgebauten Borde zu entdecken.

 
Unsichtbare Regalborde © Christian Bordes
Unsichtbare Regalborde

Freischwebende Bücher gibt es wohl nur bei Harry Potter - oder bei selber machen. Zumindest haben wir alles daran gesetzt, um diese Illusion perfekt zu machen. Als Oberflächenmaterial haben wir dabei echtes Buchleinen verwendet und dieses auf eine Art Buchkörper aus Holzleisten und Graupappe kaschiert.

Leinen aus dem Buchbinderbedarf sowie 3 mm dicke Pappe als Trägermaterial verhelfen den Buchborden zu einem absolut echten Aussehen. Praktische Hilfen: Rollcutter und Falzbein. Der Effekt ist so verblüffend echt wie einfach hergestellt, wenn man einige einfache Buchbinderregeln beherzigt. Und das alles ganz ohne Zaubertricks!
 

Bücherborde für die Wand selber bauen

So einfach auch die Buchattrappe konstruiert ist, so genau ist auf die Verarbeitung des Buchleinens zu achten. Es wird nämlich das Leinen mit Leim eingestrichen und die Pappe auf das Leinen gelegt. Nicht umgekehrt! Und ist erst einmal die Pappe aufgelegt, lässt sich auch kaum noch etwas verrücken. Alles muss beim ersten Auflegen stimmen! Wenn Sie das alles beherzigen, werden Sie bestimmt viel Freude an den Borden haben, die mit gut 4 Euro je Stück nicht teuer sind.

Übrigens: Man benötigt keinen speziellen Buchbinderleim zum Auftragen des Buchleinens. Nehmen Sie einfach Holzleim und verdünnen Sie diesen mit etwa 10 % Wasser.
 

  1. Rohgerüst Rohgerüst © Christian Bordes

    Rohgerüst

    Das Rohgerüst der Buchborde besteht aus einer einfachen Holzkonstruktion aus 1 x 4 cm dicken Leisten und 4 x 4 cm dicken Vierkanthölzern. Dabei erhalten die Leisten jeweils eine konkave und eine konvexe Rundung an den Stirnseiten, um den Effekt der Buchform zu verstärken. Die Vierkanthölzer bekommen Löcher, durch die das Bord später festgeschraubt wird.
  2. Bauteile verleimenBauteile verleimen© Christian Bordes

    Bauteile verleimen

    Die Bauteile werden mittels kleiner Schraubzwingen stumpf mit etwas Leim zusammengefügt.
  3. Schattenfuge streichenSchattenfuge streichen© Christian Bordes

    Schattenfuge streichen

    Nun wie gezeigt die sichtbaren Seiten hellgrau und die durch die Halbrundung entstandene „Schattenfuge“ dunkelgrau streichen. Da man sehr wenig von der Farbe Grau benötigt, mischt man sich die richtigen Grautöne in kleiner Menge am besten selbst an.
  4. Bucheinband dreiteiligBucheinband dreiteilig© Christian Bordes

    Bucheinband dreiteilig

    Der Bucheinband besteht aus drei Teilen. Zwei Deckel aus 3 mm dicker Graupappe und ein Rücken aus Wellpappe (gelb). Diese Teile werden zunächst mit kleinen Buchleinenresten (rot) und etwas Leim zusammengeklebt. Nun das Buchleinen zuschneiden, ringsherum etwa 2 cm überstehen lassen, die Ecken auf 45 Grad abschneiden und dann alles mit verdünntem Holzleim aufkleben.
  5. Deckel verklebenDeckel verkleben© Christian Bordes

    Deckel verkleben

    Mit Doppelklebeband die erste Seite des Deckels mit dem Holzgestell zusammenfügen.
  6. Bücherbord befestigenBücherbord befestigen© Christian Bordes

    Bücherbord befestigen

    Das Bord mit Schrauben und Dübeln befestigen.
  7. Buchdeckel festklebenBuchdeckel festkleben© Christian Bordes

    Buchdeckel festkleben

    Restliches Doppelklebeband enfernen und Buchdeckel festdrücken.

 

Tipp:

Einband mit Sprühlack© Christian BordesHaben Sie noch alte Romane, die Sie sowieso entsorgen wollten? Nutzen Sie doch diese Bucheinbände für die Borde! Einfach den Einband mit Sprühlack lackieren und wie in Foto 5 verwenden.

Zeichnung: Tillman Straszburger, Bilder: Christian Bordes

Artikel aus selber machen Ausgabe 02/2013. Jetzt abonnieren!
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