Schränke für Dachschrägen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Dachschrägen richtig nutzen

Schränke für Dachschrägen

Oft sind es die Schrägen, die die Nutzungsmöglichkeiten eines ausgebauten Dachbodens einschränken - Das muss nicht sein: Bestimmt haben wir auch für Sie die perfekte Lösung dabei.

 
Dachschräge für Regal und Kleiderschrank genutzt © Chris Lambertsen
Dachschräge für Regal und Kleiderschrank genutzt

© SelbermachenSo wird die Dachschräge voll ausgenutzt: Ein abgetrennter Raum, wie etwa dieser begehbare Schrank, bietet sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten auf eingeschränktem Raum.

Dachschrägenräume sind keine vollwertigen Zimmer“, das hört man immer wieder. „Stimmt nicht!“, sagen wir. Denn auch mit dem Handicap Dachschräge kann man einen Raum optimal nutzen. Schon bei der Planung werden dabei die Weichen für die spätere Nutzung gestellt: Eine sinnvolle Überlegung ist es beispielsweise, nicht allein den Bereich des Drempels (Kniestock) mit festen Einbauten zu nutzen, sondern so weit wie möglich in Richtung First zu planen.

© SelbermachenBesonders hilfreich bei unseren Versuchen war der Einsatz von fertigen Raumteilern (Knauf- Bauprodukte). Das sind etwa 7,5 cm dicke und 250 x 60 cm große Gipsbauplatten in Sandwichbauweise, mit denen eigentlich ganze Zimmer geteilt werden sollen: Außen je eine Gipskartonplatte, in der Mitte eine Füllung aus Pappkartonwaben. Absolut stabil, leicht zu verarbeiten und für eine einzelne Person ohne Schwierigkeiten zu bewegen. Und das Schöne ist: Um zu einem wirklich guten Ergebnis zu gelangen, braucht man nur wenig Geschick und Werkzeug. Völlig ausreichend sind eine Stichsäge, eine Bohrmaschine und eventuell ein Surformhobel, um die Kanten der Gipskartonplatten zu glätten.

© SelbermachenDie Bauplatte von Knauf: Sie ist stabil im Aufbau, vielseitig in der Verwendung und auf Grund ihres geringen Gewichts auch von einer Person allein leicht zu verarbeiten – wie geschaffen für unser Projekt.

Eine einzelne Platte ist für etwa 37 Euro im Baumarkt erhältlich und bietet für ihr Geld einen guten Gegenwert. Also, worauf warten Sie noch? Rücken Sie Ihren Schrägen zu Leibe! Übrigens: Falls der Drempel in Ihrem Haus zu niedrig sein sollte – auch hierfür lässt sich die Bauplatte hervorragend einsetzen.

Ein Aufbau – vier ganz verschiedene Entwürfe

Regal und Kleiderschrank

© Selbermachen© SelbermachenSo lassen sich auf kleinem Raum ein begehbarer Kleiderschrank, ein Wohnregal mit Unterbringung für das Fernsehgerät und ausreichend Platz für Bücher sowie ein Arbeitsplatz unterbringen. Die Abmessungen der folgenden Entwürfe entnehmen Sie aus der Zeichnung.

Archiv und Arbeitsplatz

© Selbermachen© SelbermachenGut versteckt, quasi in der Abseite, steckt der Arbeitsplatz mit einem Tastaturauszug unter dem Tisch. Drucker und Computer-Tower stehen im vorderen Dachschrägenregal und sind durch eine Bohrung in der Rückwand mit dem Bildschirm und der Tastatur verbunden.

Kinderhaus und Spielplatz

© Selbermachen© SelbermachenBauen Sie niedriger, und schaffen Sie für Ihre Kinder ein „Eigenheim“. Bei einer Türhöhe von 160 cm können Sie immer noch leicht nach dem Rechten sehen. Innen ist genügend Platz für Tisch und Stühle, eine Kinderküche sowie eine Puppenstube.

Stauraum und Galerie

© Selbermachen© SelbermachenHier lassen sich jede Menge Wäsche- und Handtücherstapel unterbringen. Dabei sind die Türen mit aufschraubbaren Topfbändern und Gipskartondübeln sicher und einfach in den Bauplatten verschraubt. Ein Raffrollo versperrt den direkten Blick in die „Kleiderkammer“.

Einen vorgezogenen Drempel in die Dachschräge stellen

  1. Höhe Drempel festlegen© Chris Lambertsen

    Höhe Drempel festlegen

    Legen Sie die Höhe des gewünschten Drempels fest (hier 1 m) und zeichnen Sie mit der Wasserwaage einen Bleistiftriss an die Giebelwand.
  2. Waagerechter Verlauf des Drempels markieren© Chris Lambertsen

    Waagerechter Verlauf des Drempels markieren

    Von diesem Riss aus markieren Sie ebenfalls mit der Wasserwaage den waagerechten Verlauf des Drempels über die gesamte Dachfläche.
  3. Ausloten© Chris Lambertsen

    Ausloten

    Da zur Befestigung der Bauplatten eine auf dem Boden befestigte Dachlatte vonnöten ist (siehe auch Bild 5), wird mit einem Lot oder, falls nicht zur Hand, mit der Wasserwaage von eben dieser waagerechten Markierung aus die genaue Befestigungslinie festgelegt
  4. Dachlatte verschrauben© Chris Lambertsen

    Dachlatte verschrauben

    Nun kann eine Dachlatte, die längs im Winkel der Dachneigung schräggeschnitten wurde, in die Dachschräge geschraubt werden. Um diesen Winkel zu ermitteln, benutzt man einfach eine Tischlerschmiege, die in der Ecke von Decke und Dachschräge angelegt wird.
  5. Bodenleiste verschrauben© Chris Lambertsen

    Bodenleiste verschrauben

    Die Bodenleiste wird an der Markierung mit Dübeln und Schrauben befestigt.
  6. Bauplatte zuschneiden© Chris Lambertsen

    Bauplatte zuschneiden

    Nun kann die Bauplatte entsprechend der Dachneigung schräg zugeschnitten werden. Hierzu benötigen Sie ein langes Stichsägeblatt.
  7. Bauplatte druchsägen© Chris Lambertsen

    Bauplatte druchsägen

    Ist keines zur Hand, so sägen Sie zuerst mit der Elektrosäge nur die erste Gipsschicht und den Pappkern durch und die zweite Schicht anschließend mit der Handsäge.
  8. Pappkern entfernen© Chris Lambertsen

    Pappkern entfernen

    Der Pappkern muss nun in dem Bereich, in dem er an die Dachlatte geschraubt wird, entfernt werden. Das gelingt am besten mit einem Stück Holz und einem Hammer, mit denen man einfach den Pappkern runterklopft.
  9. Schnittkanten begradigen© Chris Lambertsen

    Schnittkanten begradigen

    Unsaubere Schnittkanten werden mit dem Surformhobel begradigt.
  10. Bauplatte auf untere Latte stellen© Chris Lambertsen

    Bauplatte auf untere Latte stellen

    Nun wird die Bauplatte auf die untere Latte gestellt, dann gegen die obere gelehnt.
  11. Bauplatte verschrauben© Chris Lambertsen

    Bauplatte verschrauben

    Die Bauplatte mit Gipskartonschrauben – eventuell mittels Bithalter mit Tiefenstopp – an der oberen Dachlatte befestigen.
  12. Kanten entstauben© Chris Lambertsen

    Kanten entstauben

    Staubige Kanten mit einem Malerpinsel und etwas Wasser entstauben.
  13. Eckstöße verfugen© Chris Lambertsen

    Eckstöße verfugen

    Die Eckenstöße mit Acryl verfugen.
  14. Plattenstöße verspachteln© Chris Lambertsen

    Plattenstöße verspachteln

    Zum Schluss werden alle Plattenstöße mit Gipskartonspachtel verspachtelt.

So entsteht ein begehbarer Kleiderschrank

  1. Dachneigungswinkel abnehmen© Chris Lambertsen

    Dachneigungswinkel abnehmen

    Nehmen Sie zunächst mit einer Schmiege den Dachneigungswinkel ab und fertigen Sie ausgehend von diesem Winkel eine Pappschablone, mit der Sie die Schräge auf jede der Raumteilerplatten übertragen können.
  2. Bauplatten zuschneiden© Chris Lambertsen

    Bauplatten zuschneiden

    Zuschnitt der Bauplatten mit der Stichsäge. Müssen Längsschnitte ausgeführt werden, spannen Sie sich am besten als Anschlagleiste eine gerade Latte auf die Bauplatte.
  3. Befestigungslatte anbringen© Chris Lambertsen

    Befestigungslatte anbringen

    Ein Restabschnitt der Bauplatte erleichtert das Anbringen der ersten Befestigungslatten, denn damit erhalten Sie den genauen Abstand zur Wand.
  4. Bauplatte auf Dachlatte aufschieben© Chris Lambertsen

    Bauplatte auf Dachlatte aufschieben

    Die Bauplatte wird auf diese Dachlatten aufgeschoben und anschließend mit Gipskartonschrauben fixiert.
  5. Rückwandplatte befestigen© Chris Lambertsen

    Rückwandplatte befestigen

    Die Rückwandplatte des Schrankkorpus wird seitlich ausgespart und oben angeschrägt, so dass sie mittels Holzlatten befestigt werden kann.
  6. Raumteilerplatte aufschieben© Chris Lambertsen

    Raumteilerplatte aufschieben

    Zum Befestigen der langen, rechten Seitenwand werden an Boden und Decke Dachlatten angeschraubt, die fertig zugeschnittenen Raumteilerplatten von vorne draufgeschoben.
  7. Hölzer einschlagen© Chris Lambertsen

    Hölzer einschlagen

    Die Verbindung zweier Platten untereinander wird durch Holzabschnitte hergestellt.
  8. Bauplatten aneinanderschieben© Chris Lambertsen

    Bauplatten aneinanderschieben

    Hölzer in den Pappkern einschlagen, Bauplatten aneinander schieben und alles mit Schrauben fixieren.
  9. Abdeckung aufsetzen© Chris Lambertsen

    Abdeckung aufsetzen

    Die Abdeckung des Pappkerns besteht aus farbig lackierten MDF-Platten-Streifen.
  10. Regalleisten aufschieben© Chris Lambertsen

    Regalleisten aufschieben

    Die Regalböden in U-Form werden auf 1 cm dicke Lagerleisten aufgeschoben.

 

Artikel aus selber machen Ausgabe 02/2010. Jetzt abonnieren!
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