Da kommt was ins Rollen

Bank zum schieben

Die Redaktion von selber machen hat sich ihre eigenen Gedanken zum Thema Hybrid-Antrieb gemacht. Heraus kam eine Kreuzung aus Schubkarre und Bank, die Entspannen und sanftes Gleiten durch die Natur vereint…

 
Schubkarren-Bank selber bauen © Chris Lambertsen
Hier kommt was ins Rollen

Die Zeiten, in denen die Männer ihren Angebeteten mit dicken Autos und Kavalierstarts an den Ampeln imponieren konnten, sind wirklich vorbei. Gefragt sind heute eher die ökologischen Fortbewegungsmittel, die nicht nur von der Liebe des Besitzers zur Natur, sondern auch von seiner Fantasie, Individualität und dem vollen körperlichen Einsatz für seine Liebste künden. Da sind wir mit unserer Schubkarrenbank nun wirklich auf der Höhe der Zeit.

Unsere Erfahrungen bei den Fotoaufnahmen mit der Bank im Hamburger Stadtpark haben gezeigt: Auch wenn die Bank „nur“ herumsteht und ihrer eigentlichen Aufgabe harrt, sorgt sie für strahlende Gesichter und weitreichendes Aufsehen. Dabei sind die eigentlichen Sonderausstattungen unseres Vehikels gar nicht so spektakulär. Ein Holzrad von 50 cm Durchmesser aus dem Internet und die beiden extralangen Tragholme sind die einzigen Details, die unsere Schubkarrenbank von einer herkömmlichen Bank unterscheiden.

Schubkarren-Bank bauen: Material und Bauplan

Wie bei Gartenmöbeln aller Art üblich, greifen wir auf die unverwüstliche Lärche als Bauholz zurück. Das hat allerdings einen Haken: Für die langen Beine und die beiden Tragholme sind größere Dimensionen nötig, als es sie im Programm des Lärche-Konstruktionsholzes gab. Also kam zusätzlich das Douglasienholz ins Spiel, denn das ist im Bohlenmaß von 4 x 20 cm zu haben, was für unsere Zwecke ausreichte.

Zwischen Douglasie und Lärche besteht ein leichter Farbunterschied, der sich aber entweder durch die Bewitterung oder durch eine Farbbehandlung nahezu auflöst. Den Rest der Bank konstruierten wir so, dass wir mit den gegebenen Dimensionen im Lärcheprogramm auskamen, ohne nennenswert nachschneiden oder -hobeln zu müssen.

Apropos schneiden und hobeln: Die Längenzuschnitte müssen Sie selbst vornehmen, in einigen Fällen wie bei den Lehnensprossen fast als Serienfertigung. Eine gute Kappsäge ist hier also vonnöten, damit nicht unterschiedliche Längen später das Verleimen erschweren.

Das Fahrwerk besteht aus einem Holzrad, einem 30-mm-Rundstab aus Kiefernholz und zwei 35-mm-Alurohrabschnitten, die das Rad in der Mitte der Achse halten. Die Bank kommt völlig ohne Beschläge aus. Die Holzverbindungen übernehmen Leim und Dübel. Weil Sie viele Löcher bohren müssen, sollten Sie mit Anschlag oder Schablone arbeiten.

Hier gibt's die Skizze zum Download. Höhe und Tiefe der Sitzfläche sowie Höhe und Neigung der Rückenlehne liegen durch Erfahrungswerte und Normungen fest. Die Breite ist mit etwa 120 cm so bemessen, dass zwei Erwachsene Platz finden. Das Rad steht bei abgestellter Bank etwa 2 cm in der Luft. Die langen Beine schneiden Sie aus einem Stück Douglasienholz heraus. Längen Sie dazu zwei Stücke von je 86 cm ab und übertragen Sie die Maße auf eine Schablone. Geschnitten wird mit Handkreis- und Stichsäge.

Schubkarren-Bank bauen: Anleitung

  1. Hölzer zusägenHölzer zusägen© Chris Lambertsen

    Hölzer zusägen

    Am besten lassen sich die Hölzer auf einer Kapp-und- Gehrungs-Säge auf Länge schneiden. Für die Lehnensprossen Anschlag bauen.
  2. Armlehnen zuschneidenArmlehnen zuschneiden© Chris Lambertsen

    Armlehnen zuschneiden

    Die waagerechten Armlehnen müssen am hinteren Ende auf 10 Grad schräg geschnitten werden – auf der Kapp-und-Gehrungs-Säge.
  3. Schablone übertragenSchablone übertragen© Chris Lambertsen

    Schablone übertragen

    Nach unserer kleinen Schnittzeichnung oben links schneiden Sie sich eine Schablone für die beiden langen Beine. Die Schablone stellt sicher, dass beide Beine absolut gleich werden – vermessen ausgeschlossen.
  4. Beine herausschneidenBeine herausschneiden© Chris Lambertsen

    Beine herausschneiden

    Mit der Handkreissäge schneiden Sie die Bohlen bis möglichst nahe an den Knick heran ein, den Rest erledigen Sie mit der Stichsäge und einem breiten Sägeblatt.
  5. Kreis einzeichnenKreis einzeichnen© Chris Lambertsen

    Kreis einzeichnen

    Auf die beiden Tragholme zeichnen Sie per Zirkel einen Kreis mit 10 cm Radius (beziehungsweise halbe Bohlenbreite).
  6. AusklinkenAusklinken© Selbermachen

    Ausklinken

    Die hinteren Enden der Armlehnen klinken Sie mit einer Feinsäge aus, um sie später an die Rückenlehne anschließen zu können.
  7. Dübellöcher markierenDübellöcher markieren© Chris Lambertsen

    Dübellöcher markieren

    Auf der Unterseite der Armlehnen markieren Sie die Dübellöcher für die Lehnensprossen. Achtung: Die verlaufen versetzt zur Lehnenmittelachse.
  8. Dübellöcher bohrenDübellöcher bohren© Chris Lambertsen

    Dübellöcher bohren

    Gebohrt wird mit 10 mm Durchmesser und absolut rechtwinklig
  9. Teile der RückenlehneTeile der Rückenlehne© Chris Lambertsen

    Teile der Rückenlehne

    Legen Sie alle Teile der Rückenlehne einmal trocken aus, um die Passgenauigkeit zu überprüfen. Sie sollten sich zwei Bretter unter die Sprossen legen, damit das Einführen in die Dübel leichter wird.
  10. Rückenlehne verleimenRückenlehne verleimen© Chris Lambertsen

    Rückenlehne verleimen

    Achtung beim Verleimen: Stecken Sie zunächst den unteren Querholm, die Sprossen und die beiden langen Beine zusammen, bevor Sie den oberen Querholm einschieben.
  11. ZulageholzZulageholz© Chris Lambertsen

    Zulageholz

    Wichtig: Verwenden Sie beim Pressen Zulagehölzer, um Eindrücke im Lärchenholz zu vermeiden. Mit den vielen 10-mm-Dübeln und dem Holzleim ist die Stabilität sicher, zusätzliche Schrauben brauchen Sie nicht.
  12. Tragholme zusägenTragholme zusägen© Chris Lambertsen

    Tragholme zusägen

    Die beiden Tragholme müssen Sie am anderen Ende noch zu Griffen formen. Fertigen Sie auch eine kleine Schablone und schneiden Sie den Schwung mit der Stichsäge aus…
  13. Kanten abrundenKanten abrunden© Chris Lambertsen

    Kanten abrunden

    …und runden Sie die Kanten großzügig ab, entweder mit der Oberfräse oder mit 80er Schleifpapier.
  14. Tragholme verleimenTragholme verleimen© Chris Lambertsen

    Tragholme verleimen

    Beide Tragholme verleimen Sie mit zwei Zwischenleisten. Auch hier sind die Verbindungen gedübelt und geleimt, wobei zwei Dübel pro Stoß nötig sind – so können sich die Zwischenleisten nämlich nicht verdrehen. Jetzt ist der Augenblick, an dem Sie diesen „Fahrwerksrahmen“ noch bequem verschleifen können.
  15. Rahmen und LehneRahmen und Lehne© Chris Lambertsen

    Rahmen und Lehne

    Tragrahmen und Rückenlehne werden zusammengeführt. Legen Sie den Rahmen dazu auf zwei Böcke. Die langen Beine werden von hinten, die kurzen Beine werden von vorne am Tragrahmen verleimt, jeweils mit zwei Dübeln pro Stoß.
  16. Bauteile verbindenBauteile verbinden© Chris Lambertsen

    Bauteile verbinden

    Die Verbindungsstöße zwischen Tragrahmen und Beinen müssen auf der gesamten Fläche Kontakt haben, damit später das Gewicht nicht nur auf den Dübeln lastet. Klopfen Sie die Bauteile gut zusammen, bevor Sie die Zwingen setzen.
  17. Armlehnen einleimenArmlehnen einleimen© Chris Lambertsen

    Armlehnen einleimen

    Noch während die Bank in den Knechten ist, können Sie die Sprossen der Armlehnen einleimen und in die Dübellöcher einführen.
  18. Holzdübel einbohrenHolzdübel einbohren© Chris Lambertsen

    Holzdübel einbohren

    Den Holzdübel zwischen den Armlehnen und dem langen Bein müssen Sie von außen einbohren.
  19. Rad einfügenRad einfügen© Chris Lambertsen

    Rad einfügen

    Schieben Sie die Achse durch das erste Loch, eine Aluminiumhülse, die Radnabe, die zweite Hülse und durch das zweite Loch.
  20. Sitzbretter verleimenSitzbretter verleimen© Chris Lambertsen

    Sitzbretter verleimen

    Die Sitzbretter verleimen Sie auf den Zwischenleisten.

Die wirkliche Herausforderung beim Bank-Bau ist weniger das Arbeiten am Holz als vielmehr das Zusammenfügen der Bauteile. Wenn Sie die komplette Rückenlehne mit insgesamt 13 Sprossen verleimen wollen, brauchen Sie Zeit, mindestens vier 80er Knechte und einen Zwei-Meter-Knecht, um den nötigen Druck aufzubauen.

Wir empfehlen zusätzlich mindestens einen Helfer, der beim Leimangeben (32 Dübel nebst Löchern!), beim Halten der Zulagen und beim Ausrichten der Zwingen zur Hand geht. Ist der Leim erst angegeben, muss es nämlich schnell gehen. Unser Tipp: Wischen Sie ausquellenden Leim sofort feucht ab. Wenn Sie ihn erst später per Beitel abstechen, nimmt diese Stelle keine Farbe und kein Öl mehr an.

Auf selbermachen.de finden Sie weitere Artikel und Anleitungen zum Thema Gartenmöbel.

Fotos: 
Chris Lambertsen, Zeichnung: Tillman Straszburger
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