Gartenmöbel-Klassiker

Gartenbank im englischen Stil

Die englische Gartenbank gilt als der Klassiker unter den Gartenbänken, ist aber in der Regel sehr teuer. Wir bieten Ihnen die Anleitung für eine preiswertere, aber beileibe keine billige „Bank of England“.
 

 
Englische Gartenbank selber bauen © Chris Lambertsen
Ein Möbelklassiker – die englische Gartenbank passt in jeden Garten und bleibt lange schön

Massiv, schwer und schnörkellos – die englische Gartenbank ist ein Möbelstück für die Ewigkeit und passt in jeden Garten. Aus massivem Teakholz geht das gute Stück allerdings schon mächtig ins Geld. Günstiger, aber ebenso stabil ist die selbst gebaute Variante. Denn aus Sipo-Mahagoni ist die Gartenbank edel und widerstandsfähig wie das englische Original aus Teak.

ACHTUNG: Bei der Anleitung für unsere englische Gartenbank in der Print-Ausgabe 04/19 (Seite 74-79) wurde die Materialliste falsch abgedruckt. Hier erhalten Sie die korrekten Angaben! Sie möchten den detaillierten Bauplan gerne ausdruclen? Dann geht's hier zum Bauplan in der selber machen - App!
 

Englische Gartenbank selber bauen: Robust und preiswert

Sipoholz ist bei gleicher Qualität etwas günstiger als Teak. Können hochwertige englische Bänke aus Teak schon einmal zwischen 1.000 und 2.000 Euro kosten, kommen Sie hier mit etwa 380 Euro Materialkosten aus. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass die realistische Lebenserwartung von Möbeln aus Sipoholz mindestens bei 30 Jahren liegt.

Gut zu wissen: Passendes Sipoholz bekommen Sie in Form ungehobelter Bohlen. Fragen Sie deshalb bei der nächstgelegenen Schreinerei um Hilfe. Eine Alternative sind offene Werkstätten, die gegen Nutzungsgebühr Profigeräte wie etwa Hobelmaschinen zur Verfügung stellen. Werkstatthelfer zeigen ihnen auch, wie Sie die Geräte richtig steuern und helfen, wenn Sie Fragen haben.

Die Gartenbank ist für alle Selbermacher, die Freude am klassischen Möbelbau haben oder sich erstmals daran versuchen wollen. Wichtig ist hier die Liebe zum Detail, wenn es etwa darum geht, Beine und Armlehnen in Form zu bringen.
 

Das richtige Holz für Gartenmöbel

Der Einsatz von Tropenhölzern ist umstritten. Für den Bau von Gartenmöbeln gibt es allerdings kaum Hölzer, die es mit Sipo, Teak und Co. aufnehmen können. Weder Sonne noch Frost und Feuchtigkeit können diesen Holzarten etwas anhaben. Arten wie Sipoholz sind mäßig hart und leicht zu bearbeiten – perfekte Voraussetzungen für den Möbelbau.

Sipo-Mahagoniholz ist hart, astfrei und schwindarm. Letzteres bedeutet, dass das Holz weniger arbeitet. Selbst nach langer Zeit im Freien bleibt das Holz formstabil. Unter diesen Voraussetzungen ist das Material gut zu verarbeiten.

Hölzer wie Sapelé und Sipo werden oft unter der Bezeichnung Mahagoni gehandelt. Denn ihre rot- bis violettbraune Färbung erinnert an das teure und seltene echte Mahagoni. Vergleichbare Eigenschaften wie Tropenholz haben ein paar wenige heimische Hölzer, etwa Eiche, Lärche und Douglasie. Sie sind auch witterungsbeständig und teilweise resistent gegen Pilze und andere Schädlinge. Theoretisch braucht es weder Lasur, noch muss es lackiert werden.

Eichenholz zum Beispiel lässt sich ähnlich gut verarbeiten wie Sipo, hat allerdings mehr Gewicht. Ein Wermutstropfen: Mit der Zeit vergraut die Oberfläche beider Hölzer. Wer das Holz allerdings mit Öl behandelt, verlangsamt den Alterungsprozess.
 

Gartenbank selber bauen: Das brauchen Sie dazu

Die englische Gartenbank verlangt schon einige handwerkliche Kniffe und ist eher für Fortgeschrittene geeignet. Planen Sie genug Zeit für den Bau des Möbelklassikers ein – mit Trocknungszeit brauchen Sie für das Projekt etwa 32 Stunden. Die Materialkosten können variieren, liegen aber etwa zwischen 300 und 400 Euro. Als günstige Alternative zu Sipo können Sie die Bank auch aus anderem Holz bauen und mit einer wetterfesten Lasur schützen.

Material

  • 4x Sipo-Leiste 1.670 x 60 x 30 mm
  • 1x Sipo-Leiste 1.498 x 60 x 30 mm
  • 13x Sipo-Leiste 320 x 70 x 20 mm
  • 3x Sipo-Brett 1.500 x 120 x 30 mm
  • 2x Sipo-Leiste 340 x 60 x 30 mm
  • 2x Sipo-Block 1.200 x 150 mm (Beine)
  • 2x Sipo-Block 500 x 100 mm (Armlehnen)
  • 2x Sipo-Block 350 x 100 mm
  • Holzdübel
  • PU-Leim
  • Holzöl oder -lack
  • Schrauben

Werkzeug

  • Akkubohrschrauber
  • Bandsäge
  • Bandschleifer
  • Bohrständer
  • Hammer
  • Holzbohrer
  • Oberfräse
  • Pinsel
  • Reißschiene
  • Schleifklotz
  • Schleifpapier
  • 40er oder 60er Körnung
  • Schraubzwingen
  • Streichmaß
  • Tischkreissäge
  • Zollstock

 

Gartenbank im englischen Stil: Skizze mit Maßen

Die englische Gartenbank bietet mit ihrer 1,50 m breiten Sitzfläche ausreichend Platz für drei bis vier Personen. Charakteristisch ist die Massivbauweise mit den abgerundeten Armlehnen sowie der schrägen Rückenlehne. Durch die nach innen gewölbte Sitzfläche wird die Gartenbank extra komfortabel. Zum Vergrößern der Skizze hier klicken.

Wichtig: Die Holzmaße entsprechen den Dimensionen nach dem Hobeln. Durch das Bündigschleifen an verleimten Bauteilen können weitere Millimeter abgehen.

 

Zum Zuschneiden der einzelnen Bauteile bietet sich eine Schablone an. Dazu die Rastervorlagen entweder in zwei Schritten hochkopieren (400 und 250 %) oder direkt auf die Aufrissplatte übertragen (Rastermaß: 5 x 5 cm). Zum Vergrößern und Runterladen hier klicken.


 

Englische Gartenbank: Anleitung

Wer Sipo-Mahagoni kauft, erhält in der Regel ungeschliffene Bohlen. Alle Bauteile werden deshalb zuerst herausgeschnitten und nach Bedarf in Form gehobelt. Damit das gelingt, benötigen Sie für die geschwungenen Module eine 1:1-Schablone.

Der Rest ist nicht weiter schwer: das Holz grob schleifen, Dübellöcher setzen, feinschleifen und verleimen. Die Kanten erst nach dem Verleimen sauber mit der Oberfräse abrunden. Vorsicht: Bricht die Oberfräse aus, kann es an den Stößen zu ungewollten Schattenfugen kommen.

Alle Stöße der schweren Sipo-Einzelteile werden mit starken Holzdübeln (10 und 16 mm) verleimt. Wichtig: Dübel aus Eichen-, Kiefern- oder Mahagoniholz verwenden.

PU-(Polyurethan-)Leim stabilisiert die Konstruktion. Der Leim ist so stark, dass Sie die Dübellöcher und jeweils eine der beiden Klebeflächen nur mit einer kleinen Menge Klebstoff benetzen sollten. Ansonsten müssen Sie eine Menge herausquellenden Leims abwischen oder nachträglich entfernen.

  1. Schablonen vorbereitenSchablonen vorbereiten© Chris Lambertsen

    Schablonen vorbereiten

    Alle Schablonen auf eine Sperrholzplatte übertragen. Maße bei Bedarf anpassen.
  2. Konturen übertragenKonturen übertragen© Chris Lambertsen

    Konturen übertragen

    Schablonen auf die gehobelten Sipo- Rohlinge auflegen und übertragen. Zeichnen Sie die Konturen deutlich nach.
  3. Rohlinge aussägenRohlinge aussägen© Chris Lambertsen

    Rohlinge aussägen

    Die geschwungenen Rohlinge sägen Sie mit der Bandsäge oder Stichsäge aus.
  4. Flächen schleifenFlächen schleifen© Chris Lambertsen

    Flächen schleifen

    Die Bauteile mit 40er oder 60er Schleifpapier bearbeiten. Bei hohlen Flächen kommt der Bandschleifer zum Einsatz.
  5. Dübellöcher markierenDübellöcher markieren© Chris Lambertsen

    Dübellöcher markieren

    Mit dem Streichmaß markieren Sie die Dübellöcher jeweils auf den Stirnflächen der tragenden Längsholme.
  6. Bohrpunkte übertragenBohrpunkte übertragen© Chris Lambertsen

    Bohrpunkte übertragen

    Bohrpunkte auf die Beine übertragen. Damit die Löcher im rechten Winkel verlaufen, einen Bohrständer verwenden.
  7. Tragleisten der LehneTragleisten der Lehne© Chris Lambertsen

    Tragleisten der Lehne

    Stellen Sie das Streichmaß auf halbe Holzbreite ein. Riss ziehen und Holmbreiten sowie Dübellöcher markieren.
  8. Kanten abrundenKanten abrunden© Chris Lambertsen

    Kanten abrunden

    Die Kanten der Lehnenbretter mithilfe der Oberfräse abrunden, bevor Sie diese mit den Tragleisten verleimen.
  9. Dübel einsteckenDübel einstecken© Chris Lambertsen

    Dübel einstecken

    Geben Sie wenig PU-Leim in die Löcher, stecken Sie die Dübel in eine Tragleiste und dann die Bretter auf die Dübel.
  10. Teile verzwingenTeile verzwingen© Chris Lambertsen

    Teile verzwingen

    Für eine rundum stabile Verbindung verzwingen Sie die Bauteile und lassen den Leim nach Herstellerangaben trocknen. Bretter als Zulagen verwenden!
  11. Seitenteile verspannenSeitenteile verspannen© Chris Lambertsen

    Seitenteile verspannen

    Zum Schluss verspannen Sie Seitenteile, Lehne und Längsholm entweder mit 2-m-Knechten oder mit jeweils zwei gekoppelten 1-m-Knechten. Die Presspunkte liegen an den Dübelverbindungen.
  12. Bohrpunkte markieren und vorbohrenBohrpunkte markieren und vorbohren© Chris Lambertsen

    Bohrpunkte markieren und vorbohren

    Markieren Sie die Bohrpunkte in den Auflageholmen mit Nägeln und bohren Sie die Löcher vor.
  13. Sitzbretter verschraubenSitzbretter verschrauben© Chris Lambertsen

    Sitzbretter verschrauben

    Leimreste mit dem Stechbeitel abstechen. Im Anschluss alle Sitzbretter auf beiden Seiten verschrauben.
  14. Fertig!Fertig!© Chris Lambertsen

    Fertig!

    Mit der selbst gebauten englischen Gartenbank zieht ein Möbelklassiker in den Garten ein, an dem Sie lange Freude haben!

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