Schneckenjäger im Garten

Laufenten halten: Was ist zu beachten?

Laufenten stellen für viele Gartenbesitzer eine willkommene Lösung zur Schneckenbekämpfung dar. Doch bei der Haltung sind viele Faktoren zu beachten. Hier erfahren Sie, auf was es dabei ankommt - und wie Sie ein winterfestes Entenhaus bauen.

 
Laufenten © S.H.exclusiv - stock.adobe.com
Seit Nacktschnecken zur Plage werden, sind Laufenten extrem gefragt. Denn die Haustiere rücken den Plagegeistern effizient zu Leibe.

Laufenten im Garten zu halten, bietet viele Vorteile, vor allem bei der Schneckenbekämpfung. Schneckenkorn, Schneckenzäune und mühselige Sammelaktionen in gebückter Haltung gehören damit der Vergangenheit an. Wer selbst Laufenten halten möchte, sollte sich jedoch eingehend über die optimalen Haltungsbedingungen informieren. Wie aufwendig ist es eigentlich, Laufenten im eigenen Garten zu halten? Und unter welchen Bedingungen fühlen sich die Tiere wohl?
 

Laufenten brauchen viel Platz im Garten

Laufenten stellen hohe Ansprüche an ihre Umgebung. Der Garten darf nicht zu klein sein, mindestens 500 Quadratmeter sind ideal. Außerdem sollte er zumindest in Teilen naturnah angelegt sein und eine Wasserstelle haben. Entenhaltung ist zwar auch auf kleinerem Raum möglich, doch dann wird der Garten schnell zum Tiergehege, in dem kein Platz mehr für Rasen und Blumenbeete ist.
 

Naturnaher Garten für Laufenten

Enten knabbern zwar überwiegend an Gras und Klee, nur gelegentlich auch an Salat oder Früchten, doch mit den Schnäbeln stochern sie in der Erde nach Schnecken und Schneckeneiern und mit ihren breiten Schwimmfüßen zertreten sie die Rasengräser. Einem gepflegten Ziergarten tut das nicht gut. In einem solchen Garten kann auch der Schmutz stören, den sie unvermeidlich hinterlassen. In einem naturnah angelegten Garten dagegen sollte dies kein Problem sein, weil hier die Hinterlassenschaften mit jedem Regen weggespült werden.
 

Laufenten niemals alleine halten

Laufenten sind gesellige Tiere und brauchen mindestens einen Partner, um sich wohlzufühlen. Am einfachsten ist es, Enten paarweise zu halten oder zwei Enten und einen Erpel zu nehmen. Sind die Gruppen größer, sollte es auf jeden Fall mehr Enten als Erpel geben. Wenn sich die Mengenverhältnisse zwischen den Geschlechtern verschieben, können problemlos fremde Tiere dazukommen. Diese werden schnell in die Gruppe integriert.

So anhänglich die Tiere untereinander sind, so scheu bleiben sie Menschen gegenüber. Laufenten sind nun einmal Wildtiere und werden – von Ausnahmen abgesehen – nicht handzahm. Sie entwickeln zwar eine gewisse Bindung zu „ihrem“ Menschen, doch sie akzeptieren auch mal eine Ersatzperson, die zum Beispiel während des Urlaubs für die täglichen Arbeiten in den Garten kommt.

Passend dazu: Einen ausführlichen Steckbrief über Laufenten finden Sie auf unserem Partnerportal herz-fuer-tiere.de.
 

Die richtige Pflege von Laufenten

Es gibt eine Reihe von Pflichten, die täglich zu erfüllen sind:

  • Morgens die Tiere aus dem Stall in den Garten lassen und abends wieder hineinbringen (Gefahr durch Füchse und Marder)
  • Einmal am Tag füttern und frisches Wasser bereitstellen
  • Alle paar Tage muss die Einstreu im Stall ausgetauscht werden
  • Wasser im Teichbecken bei Bedarf austauschen, weil es schnell verschmutzt und dann als Trinkwasser ungeeignet ist

 

Laufenten halten: Ohne Wasser geht es nicht

Laufenten sind Wasservögel, auch wenn sie sich die meiste Zeit an Land aufhalten. Sie lieben es zu schwimmen, zu tauchen und im Wasser zu spielen. Wer Laufenten halten will, braucht einen Teich, in dem die Tiere trinken, ihr Gefieder reinigen, schwimmen und gründeln können. Wasserpflanzen haben da kaum eine Chance. Wer Wert auf sie legt, muss zumindest Teilbereiche einzäunen. Ideal ist ein Wassergarten mit Bachlauf und einem großen und einem kleinen, als Filter und Regenerationszone dienenden Teich.

Je kleiner der Teich, desto schneller verschmutzt das Wasser. Ein Gewässer von 2 mal 3 m Fläche und maximal 75 cm Tiefe muss einmal im Monat abgepumpt und gereinigt werden. Ein größerer Teich kommt auch den Laufenten entgegen.
 

Laufenten richtig überwintern

Laufenten vertragen Kälte gut und streifen auch bei Eis und Schnee wie gewohnt durch den Garten. Am Schlafplatz haben sie es jedoch gern etwas wärmer, und deshalb ist es sinnvoll, den Stall von innen zu dämmen. Außerdem muss er trocken sein, denn Laufenten sind empfindlich gegen Schimmel, der sich in feuchter Einstreu leicht entwickeln kann. Es hat sich bewährt, im Winter zunächst eine Schicht Holzspäne auf dem Boden zu verteilen, die Feuchtigkeit aufnehmen kann. Erst dann wird darüber mit Stroh eingestreut.

Auch im Winter gehen die Tiere zum Schwimmen in den Teich. Das bedeutet bei strengen Frost, dass der zugefrorene Teich regelmäßig aufgehackt werden muss. Ein Loch von zwei bis drei Quadratmetern reicht aus, damit die Enten schwimmen, trinken und sich reinigen können.
 

Was tun, wenn Laufenten krank sind?

Erwachsene Enten werden zwar nur selten krank, doch wenn sie keine Lust mehr haben zu fressen, sich von der Gruppe absondern oder sonst Verhaltensauffälligkeiten zeigen, muss der Tierarzt kommen. Besonders bei Jungtieren kann es vorkommen, dass Schnecken im Hals stecken bleiben. Es hilft in so einem Fall, ihnen den Hals zu massieren, um die Verstopfung zu beseitigen.

Besser ist jedoch Vorbeugung: Man sollte niemals selbst Schnecken sammeln und den Laufenten einen ganzen Haufen davon vorlegen, von dem sie dann zu viel auf einmal fressen. Und es muss immer genügend frisches Wasser zum Trinken bereitstehen.
 

Winterfestes Entenhaus bauen: So gehen Sie vor


Zeichnung: Jalag/Gebhardt. Zum Vergrößern hier klicken.

Laufenten sind zwar Wildtiere und halten sich die meiste Zeit im Freien auf, doch für die Nacht brauchen sie einen Schlafplatz, der wind- und regendicht ist, vor allem aber Schutz gegen Marder und Füchse bietet. Für ein Entenpaar reicht eine Grundfläche von 60 mal 120 cm aus, doch es ist besser, den Tieren etwas mehr Platz zu geben. So haben sie auch an Tagen, an denen sie lieber drinnen bleiben, ein bisschen Auslauf.

Ein ideales Entnehaus hat eine Grundfläche von 100 mal 120 cm, eine verschließbare Tür und ein zum Schutz gegen Marder vergittertes Fenster. Das Dach besteht aus Spanplatten und ist mit Dachpappe abgedeckt. Es ist abnehmbar, damit die Streu bequem ausgetauscht werden kann.

Die Traufhöhe von 60 cm ist auf die Größe der Tiere abgestimmt – stehend sind Laufenten etwa 55 cm groß. Am besten bauen Sie das Haus als Holzständerkonstruktion mit Wänden aus 18 mm dicken Nut-und-Feder-Brettern. Als Boden eignen sich Schaltafeln (wasserdicht verleimte Sperrholzplatten). Möbelgriffe an den Giebeln machen das Entenhaus mobil.

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