Heimischen Vögeln richtig helfen

Nistkästen: An diesen Fehler denken viele nicht

Nicht nur im Frühling, sondern auch schon im Herbst und im Winter sind Vögel auf Brutplatzsuche und freuen sich darüber hinaus über einen Unterschlupf sowie Schutz vor der Kälte. Es ist also gerade die perfekte Zeit dafür, einen Nistkasten anzubringen! Damit der für die Vögel auch sicher ist und sie sich wohlfühlen, muss man jedoch einige Dinge beachten. Wir erklären, was!
 

 
Ein Vogel an seinem Nistkasten © NorthwestWildImages-stock.adobe.com
Mit dem richtigen Nistkasten fühlen sich Vögel ganzjährig in Ihrem Garten wohl

Beim Bauen, Kaufen und Anbringen von Nistkästen können sich schnell Fehler einschleichen, an die man zunächst vielleicht gar nicht denkt. Für die Vögel können aber auch kleine Fehler schon fatale Folgen haben. Die folgenden Tipps machen Ihren Nistkasten zu einem sicheren und angenehmen Unterschlupf.

Tipps und Tricks für den perfekten Nistkasten

Als Material für Nistkästen sind Holz oder Holzbeton am besten geeignet, wohingegen Kunststoff eher unpassend ist. Empfohlen wird Nadelholz, also von zum Beispiel von Fichte, Tanne oder Kiefer.

Um das Einflugloch herum kann ein Blech angebracht werden. Das verhindert, dass Spechte oder Eichhörnchen die Öffnung vergrößern und in den Nistkasten gelangen. Am Boden des Kastens sollten sich darüber hinaus zwei bis vier kleine Löcher mit einem Durchmesser von etwa 5mm befinden. Sie sorgen dafür, dass der Nistkasten ausreichend durchlüftet wird und trocken bleibt.

Wichitg: Achten Sie beim Bauen oder Kaufen darauf, auf eine Sitzstange vor dem Einflugloch zu verzichten! Sie ist kontraproduktiv, denn sie hilft nicht den Vögeln dabei, besser in den Kasten zu gelangen, sondern ihren Fressfeinden wie Mardern oder Katzen!

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Verschiedene Vögel – verschiedene Nistkästen!

Wie der Nistkasten konkret aussehen soll, hängt vor allem mit der Vogelart zusammen, die den Kasten bezieht. Am besten ist es deshalb, wenn Sie zuerst beobachten, welche Vögel sich bei Ihnen im Garten aufhalten, bevor sie einen Nistkasten bauen oder kaufen. Wichtig ist, dass die Einflugöffnung zu der jeweiligen Vogelart passt.

Kleine Meisen wie die Blau- oder Tannenmeise brauchen nur eine Öffnung mit einem Durchmesser von etwa 28 mm, während Kohlmeisen ein 32 mm großes Loch benötigen. Die Öffnung für den Star muss hingegen schon 45mm groß sein. Vögel wie die Amsel oder das Rotkehlchen freuen sich außerdem besonders über halboffene Nistkästen: Bei ihnen ist die Vorderseite nur zur Hälfte geschlossen.

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Wohin mit dem Nistkasten?

Wenn der Nistkasten fertig ist, kann es auch schon mit dem Aufhängen weiter gehen! Auch dabei gibt es so einiges zu beachten, das oft vergessen wird.

Folgende Aspekte spielen bei der Montage von Nistkästen eine wichtige Rolle:

  • Schutz vor dem Wetter: Sowohl ein Platz in der prallen Sonne als auch im totalen Schatten ist für Nistkästen ungeeignet. Optimal ist ein halbschattiges Plätzchen. Damit es nicht in den Nistkasten hineinregnet, sollte er leicht nach unten geneigt angebracht werden. Was viele nicht wissen: Der Nistkasten sollte am besten so angebracht werden, dass die Einflugsöffnung nach Osten zeigt. Ihn in Richtung Süden aufzuhängen ist ein großer Fehler, denn wenn sich der Kasten innen zu stark aufheizt, kann das für die Brut sehr gefährlich werden!
  • Vorsicht, Räuber! Der Nistkasten sollte an einem ruhigen Ort hängen, an den Fressfeinde wie Katzen nur schwer herankommen und nicht einfach hochklettern können. Außerdem sollte der Nistkasten hoch genug hängen, wobei auch das je nach Vogelart unterschiedlich ist. Bei Staren reicht eine Höhe von 1,5 Metern schon aus, während bei Spatzen eine Mindesthöhe von drei Metern erforderlich ist.

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  • Fester Halt: Am besten eignet sich für das Anbringen eines Nistkastens ein einzelner Baumstamm oder ein freistehender Mast. Einige Vogelarten freuen sich aber auch über Nistkästen an Gebäuden. Wichtig ist, dass der Kasten stabil befestigt ist und nicht im Wind schaukelt.
  • Baumschonende Befestigung: Für die Befestigung an Baumstämmen eignen sich Aluminiumnägel am besten. Sie können den Kasten außerdem mit einem Draht festmachen, den sie um den Baumstamm spannen. Ein Tipp, um den Baum zu schützen: Ummanteln Sie den Draht mit einem Gummischlauch!

Mit diesen Tipps fühlen sich Vögel in Ihrem Nistkasten rundum wohl und nutzen in gerne als Winterquartier und Brutstätte. Wer einen Nistkasten selbst bauen möchste, findet hier verschiedene Anleitungen zu spezifischen Vogelarten.

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