Heizen mit Holz

Brennholz selber sägen: Das müssen Sie beachten

Holz wärmt dreimal, weiß der Volksmund: Einmal beim Schlagen, einmal beim Sägen und schließlich als behagliches Feuer im Kamin. Was Sie beachten müssen, um legal und sicher Ihr eigenes Brennholz zu sägen, verraten wir hier.

 
Brennholz sägen © alas_spb - stock.adobe.com
Brennholz sägen: Nur mit der richtigen Ausrüstung!

Keinesfalls sollten Sie auf gut Glück in den Wald gehen, um Brennholz zu sägen oder gar Bäume zu fällen. Tun Sie es trotzdem, machen Sie sich des Diebstahls schuldig.
 
Wenden Sie sich stattdessen an den Förster vor Ort, der Ihnen sagen kann, wo Sie ihr eigenes Brennholz sägen dürfen. Auch über Onlineportale der Staatsforste sowie die bekannten Anzeigenportale finden Sie jedoch eine Vielzahl an Angeboten und Waldstücken, wo das Brennholz sägen erlaubt ist.

Brennholz sägen: Das ist zu beachten

Gehen Sie beim Brennholz sägen mit Vorsicht und gesundem Menschenverstand vor. Darüber hinaus sollten Sie Folgendes beachten:

  1. Nicht ohne Führerschein: Ein Motorsägenführerschein ist die Voraussetzung dafür, legal in einem öffentlichen Wald Holz schlagen oder sägen zu dürfen. Motorsägenkurse werden von den örtlichen Forstämtern angeboten und dauern zwei Tage, die Teilnahme kostet je nach Region zwischen 100 und 200 Euro. Auch wenn Sie sich mit einem Privatbesitzer geeinigt haben, sollten Sie nicht ohne Motorsägenführerschein in den Wald gehen.
  2. Papiere nicht vergessen: Neben dem Motorsägenführerschein brauchen Sie einen Holzsammelschein, der Sie berechtigt, in einem öffentlichen Waldstück Bäume zu fällen und zu sägen. Den Holzsammelschein können Sie bei Ihrem Landkreis beantragen. Dabei legen Sie auch fest, wie viel Holz Sie schlagen beziehungsweise sägen dürfen. Der Raummeter Holz kostet zwischen 10 und 30 Euro. Wenn Sie einen Baum fällen wollen, müssen Sie dies separat beantragen.
  3. Vorsicht walten lassen: Beim Brennholz schlagen kommen jedes Jahr Menschen zu Tode. Seien Sie deshalb besonders vorsichtig: Verzichten Sie darauf, bei starkem Wind Brennholz zu sägen. Gehen Sie nie allein, sondern am besten zusammen mit erfahrenen Holzsammlern in den Wald. Und lassen Sie Kinder und Hunde zu Hause.
  4. Sicherheit geht vor: Schnittschutzhosen, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe und eine geeignete Jacke sind genauso unerlässlich wie ein geeigneter Helm mit Gesichtsschutz sowie ein Gehörschutz. Beim Brennholz sägen wird es laut, Steine und Späne fliegen umher und die Motorsäge kann abrutschen. Die richtige Arbeitskleidung sorgt für Sicherheit.
  5. Auf das richtige Werkzeug kommt es an: Wählen Sie eine geeignete Motorsäge von einem renommierten Hersteller wie Stihl oder Husqvarna. Auch andere Hersteller wie Echo oder Dolmar sind bei den Anwendern beliebt. Treffen Sie Ihre Auswahl sorgfältig und achten Sie auf Details und Störfaktoren: Brennholz selber sägen ist eine anstrengende, langwierige Arbeit, die durch die richtige Säge idealerweise erleichtert wird.
  6. Bewerten lassen durch den Förster: Das im Staatswald geschlagene Holz wird am Rand des Fahrwegs im Wald gestapelt, wo es vom Förster begutachtet wird. Diese bewertet Menge und Qualität und legt einen Preis fest.
  7. Schnell nach Hause: Nicht jeder hält sich wie Sie an die Regeln und besonders gestapeltes Holz wird oft gestohlen. Bringen Sie also das Holz schnell nach Hause, damit Sie sich die ganze Mühe nicht umsonst gemacht haben.
  8. Warten: Keinesfalls frisch gesägtes Brennholz verbrennen, sondern in Scheiten aufsetzen und ruhen lassen. Holz, das ab Oktober verheizt werden soll, muss spätestens im vorherigen Februar geschlagen werden.Die Restfeuchtigkeit muss vor dem Heizen unter 20 Prozent liegen. Zu feuchtes Holz qualmt stark und kann so zur Bildung von gefährlichem Glanzruß führen, der Schornsteinbrände verursachen kann. Übrigens: Wie Sie einen Kaminofen selber bauen, zeigen wir hier.
  9. Der richtige Zeitpunkt: Sägen Sie Brennholz am besten zwischen November und Februar. Dann enthält das Holz besonders wenig Wasser. Zudem ist die Holzernte in diesem Zeitraum besonders schonend zu Wald und Bäumen.

Haben Sie an alles gedacht? Dann steht dem gemütlichen Kaminabend nichts mehr im Wege. Und in dem Wissen, dass man das Brennholz selbst gesägt hat, wärmt das Feuer besonders schön.
Und für den Sommer: Wie Sie eine Feuerstelle im Garten selbner bauen, verraten wir hier.

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