Mini-Garten auf dem Balkon

Balkonpflanzen: Welche eignen sich, welche sind verboten?

Vor allem in den warmen Sommermonaten nutzen viele den Balkon als Urlaubsalternative. Doch was die Bepflanzung angeht, gibt es ein paar Regeln zu beachten. Hier erfahren Sie, welche Pflanzen sich für Ihren Balkon eignen und welche verboten sind.

 
Balkonpflanzen © ankenevermann - stock.adobe.com
Welche Pflanzen eignen sich für meinen Balkon?

Menschen in der Stadt wissen ihren Balkon und ihre Terrasse zu schätzen, denn er bietet einen Rückzugsort von der Hektik. Dazu gehören für viele auch ansprechende Pflanzen, die den Balkon in eine grüne Insel verwandeln. Welche Pflanzen eignen sich dafür? Und welche sind sogar verboten?
 

Garten auf dem Balkon: Diese Pflanzen eignen sich

Sind die letzten kalten Nächte der Eisheiligen vorbei (16. Mai), kann nach Lust und Laune gepflanzt werden. Denn jetzt nehmen frostempfindliche Beet- und Balkonpflanzen keinen Schaden mehr. Hängende Arten wie Surfinia-Petunien eignen sich mit ihren vielen Blüten besonders gut für Balkonkästen oder Ampeln.

Ein möglichst sonniger, windgeschützter Platz ist wichtig, damit Ihr Minigarten auf Balkon und Terrasse optimal gedeiht. Aber auch, wer einen schattigen Balkon hat, muss auf Blüten nicht verzichten. Wichtig ist hier die passende Pflanzenauswahl.

An einem sonnigen Standort sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Hier eignen sich bunte Geranien und Petunien, hängende Verbenen, gelbe und orangefarbene Gazanien, weiße Zwergmargeriten oder der Duftsteinrich (Alyssum). Wer es ausgefallener mag, greift zu blauen Gänseblümchen (Brachyscome multifida), der blauen Fächerblume (Scaevola), Portulakröschen, robusten Strohblumen oder der afrikanischen Kapblume (Osteospermum). Im Halbschatten oder Schatten gedeihen Fleißige Lieschen, die hängende Schneeflockenblume (Bacopa), Begonien, hängende oder stehende Fuchsien oder Zier- und Buntnesseln.

Wichtigste Voraussetzung für einen guten Start ist frische, nährstoffreiche Erde. Man füllt die Kästen deshalb jedes Jahr neu. Für Balkonpflanzen sollte der Nährstoffgehalt der Erde hoch sein und der pH-Wert mit 6,5 bis 7,0 im leicht sauren Bereich liegen. Außerdem sollte das Substrat möglichst locker sein, damit sich die Wurzelzone nicht verdichtet und Wasser sowie Nährstoffe mühelos zu den Wurzeln gelangen.

Zum Weiterlesen: Hier finden Sie drei DIY-Ideen für kleine Balkone und Terrassen.
 

Pflanzen auf dem Balkon: Auf den Standort kommt es an

Damit die Pflanzen gedeihen und viele Blüten entwickeln, ist der Standort beziehungsweise die Ausrichtung des Balkons oder der Terrasse nach Norden, Osten, Süden oder Westen entscheidend.

  • Nordbalkon: Weil hier kaum die Sonne scheint, wachsen am besten Pflanzen, die sich im Schatten sehr wohl fühlen und ohnehin kein direktes Sonnenlicht vertragen.
  • Ostbalkon: Diese Balkone bekommen nur morgens Sonne ab. Deshalb sind auch hier Pflanzen zu wählen, die ein schattiges Plätzchen dem direkten Sonnenlicht vorziehen.
  • Südbalkon: Hier ist es immer sehr hell und gerade im Hochsommer kann es dort ziemlich heiß werden. Balkon- und Kübelpflanzen müssen also viel direkte Sonne und Hitze aushalten können, sonst ist die Blütenpracht im Nu dahin. Außerdem brauchen die Pflanzen in den Sommermonaten sehr viel Wasser. Hilfreich ist deshalb ein Bewässerungssystem speziell für Blumenkästen - beispielsweise von Gardena.
  • Westbalkon: Hier verweilt die Sonne vom Nachmittag bis zum Sonnenuntergang, sodass man die angenehme Abendsonne zum Feierabend genießen kann. Auch für viele Balkonpflanzen und Kräuter ist der Mix aus Sonne und Schatten der ideale Lebensraum.

 

Pflanzen für den Schattenbalkon

Sie besitzen einen Balkon in Nordlage? Kein Problem. Sie können Ihren Balkon genauso schön und blütenreich gestalten wie bei einer südexponierten Lage. Das Geheimnis liegt in der Auswahl der Pflanzen. Es gibt eine ganze Reihe, die sich nur im Schatten oder Halbschatten wohlfühlen.

Neben Grünpflanzen wie Efeu, Farn und Funkie und Schattengräsern wie Segge und Japangras gibt es auch Blütenpflanzen: Ganz bekannt sind Fuchsien, Fleißige Lieschen und Eis- und Knollenbegonien. Alle Arten gibt es in vielen verschiedenen Blütenfarben und -formen.

Eine weitere bekannte Pflanze für den Schattenbalkon ist die beliebte Hortensie. Sie braucht allerdings mehr Wasser als die meisten anderen Schattenpflanzen.

Unser Geheimtipp: Eine wunderschöne Blattzeichnung hat die Buntnessel. Es gibt die Pflanzen in allen Rot- und Grüntönen. Buntnesseln lassen sich ähnlich wie Schneeflockenblume, Weihrauch und Taubnessel gut als Füllpflanze einsetzen.
 

Balkonpflanzen für die Sonnenseite

Hat man das Glück, einen Süd- oder Südwestbalkon zu besitzen, bedeutet das im Sommer oft mehrmals täglich Gießen. Auch wenn die Pflanzenauswahl viel größer ist als bei einem Schattenbalkon, gibt es einige Pflanzen, die besonders robust und hitzeresistent sind. Dazu gehören die bekannten Geranien und Petunien. Außerdem sind alle Mittelmeerpflanzen wie Lavendel, Ziersalbei, Oleander und Bougainvillea im Kübel perfekt für den heißen Standort.

Neben diesen Blütenpflanzen gibt es mediterrane Kräuter wie Oregano, Thymian, Salbei oder Rosmarin, die an die Hitze angepasst sind und – neben ihrem praktischen Nutzen – eine gute Ergänzung für die Sommerblumen darstellen.

Absolut Hitzeresistent sind Pflanzenarten wie Kakteen und Sukkulenten. Sie können Wasser in ihren dicken Blättern oder Blattorganen speichern. Bekannte Sukkulenten sind Fetthenne, Mauerpfeffer oder auch Dach- und Hauswurzarten.

Foto: ankenevermann - stock.adobe.com
 

Auf was ist bei Balkonkästen zu achten?

Achten Sie bei Balkonkästen auf eine konische Form, die sich nach unten verjüngt. Dann lassen sich die Gefäße über Winter besser stapeln. Abflusslöcher sind wichtig und Abmessungen von mindestens 20 bis 25 cm Höhe und Breite, damit sich die Wurzeln ein wenig ausbreiten können.

Zeitgemäß sind Gefäße mit doppeltem Boden, also mit einem Wasservorrat, damit sich die Pflanzen über mehrere Tage selbst versorgen können. In Variationen bieten mehrere Firmen solche Systeme an.

Im Prinzip kann jedes Gefäß zum Bepflanzen genutzt werden. Wichtig ist jedoch ein freier Wasserabzug, damit die Pflanzen nach einem Dauerregen nicht absaufen und so die Wurzeln verfaulen. Bohren Sie daher vor dem Bepflanzen ein etwa daumengroßes Loch in den Boden des Gefäßes und bedecken es anschließend mit einer Tonscherbe. Sie verhindert, dass Erde oder Pflanzenwurzeln den Abzug verstopfen.

Wichtig: Beim Aufstellen von Kästen und Kübeln muss der Mieter sicherstellen, dass die Gefäße bei Unwetter nicht herunterfallen. Andernfalls haftet der Mieter für entstehende Personen- oder Sachschäden und muss im schlimmsten Fall Schadenersatzzahlungen leisten. Am besten gleich die Blumenkästen sicher an der Innenseite des Balkongeländers aufhängen!
 

Wasser und Nährstoffe für Balkonpflanzen

Der Balkonbesitzer kann es sich bei der Wasserversorgung seiner Pflanzen etwas leichter machen: Neben einer automatischen Bewässerungsanlage gibt es auch wasserspeichernde Vliesmatten, die vor der Bepflanzung in die Töpfe oder Kästen gelegt werden. Darüber wird dann ganz normal die Blumenerde gefüllt. Auch Kästen mit eingebautem Wasserreservoir gibt es längst im Handel. Für einen heißen Sonnenbalkon lohnen sich diese Anschaffungen wirklich.

Neben erhöhtem Wasserbedarf ist auf dem Sonnenbalkon auch die Nährstoffzufuhr zu beachten: Ohne Dünger laugen die üppigen Blütenpflanzen bald aus. Hier kann man entweder wöchentlich einen Flüssigdünger in das Gießwasser geben, oder man nutzt die Langzeitdünger in Form von Stäbchen oder Trockengranulat, das einfach unter das Substrat gemischt wird.
 

So gehen Sie beim Bepflanzen vor

Platzieren Sie beim Bepflanzen zunächst die Leitpflanzen wie zum Beispiel Geranien oder Petunien, anschließend das Beiwerk wie Zwergmargeriten oder Männertreu. Die Ballen werden dabei locker eingesetzt und angedrückt, fehlende Erde kommt hinzu. Füllen Sie nur so weit auf, dass nach dem Andrücken ein Gießrand von 2 bis 3 cm entsteht. Erst zum Schluss, wenn der Kasten schon in den Halterungen hängt oder der Kübel an seinem endgültigen Standort steht, wird kräftig und durchdringend gegossen.

Auch später dürfen die blühenden Farbenbringer weder welken noch unter übermäßiger Nässe leiden. Geben Sie Ihren Balkonblumen gleich beim Pflanzen eine strukturstabile Erde, die sich nicht sofort verdichtet. Markenerden sind frei von Unkraut und ausreichend locker. Die meisten enthalten Langzeitdünger, der bis Ende Juni genügend Nährstoffe bereithält.
 

Vorsicht: Diese Pflanzen sind auf dem Balkon verboten

Laut Gesetzgeber haben Mieter grundsätzlich das Recht, ihren Balkon oder ihre Terrasse nach Belieben zu bepflanzen. Allerdings sollte man besser auf stark wuchernde und rankende Pflanzen verzichten, weil sie sich über den Balkon hinaus ausbreiten und mit der Zeit das Mauerwerk und andere Bauteile des Hauses beschädigen können. In solchen Fällen kann der Vermieter einen Rückschnitt der Gewächse und die Übernahme von Reparaturkosten durch den Mieter verlangen.

Auch wenn die Bepflanzung auf dem Balkon aufgrund ihres Umfangs das Erscheinungsbild der Fassade so sehr verändert, dass er einer baulichen Veränderung gleichkommt, sind die Pflanzen nicht mehr vom üblichen Mietgebrauch gedeckt. Auch aus diesem Grund sollte auf Rankpflanzen verzichtet werden, die sich auch jenseits des eigenen Balkons ausbreiten.

Wie der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland zudem mitteilte, gibt es bei Balkonpflanzen noch weitere Einschränkungen, die jedoch immer vom Einzelfall abhängig sind. Vor Gericht landete beispielsweise der kuriose Fall, bei dem ein Ahornbaum auf einem Balkon gepflanzt wurde. Das Landgericht München entschied, dass der Baum auf dem Balkon nichts zu suchen habe.

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