Welche Hausmittel helfen wirklich?

Schnecken im Garten bekämpfen

Nacktschnecken können zur echten Plage für Hobbygärtner werden. Sie fressen sich zu Hunderten durch die Beete und machen jungen und alten Pflänzchen den Garaus. Was man dagegen tun kann, erfahren Sie hier.

 
Schnecken vertreiben © Simone - stock.adobe.com
Schnecken sind ungeliebte Gäste im Garten - aber mit den richtigen Tipps wird man sie wieder los

Kaum dreht man sich um, schon sind wieder neue Kohorten von Schnecken unterwegs, um im Beet ihre Schleimspuren zu hinterlassen – so jedenfalls kommt es vielen Gartenbesitzern vor. Bis zu 50 Prozent ihres Körpergewichts können Schnecken an einem Tag verputzen, und natürlich tun sie das auch. Egal ob köstliche Jungpflanzen oder frische Keimlinge, die Lieblinge des Hobbygärtners sind auch die Lieblinge seiner Feinde.

Besonders nach einem feuchten Frühling und Frühsommer treten Schnecken unglaublich zahlreich auf. Da hilft nur, sich angemessen zu wehren. Hier erfahren Sie, welche Mittel Sie gegen Schnecken einsetzen können. 

Neben der verbreiteten einheimischen Großen Wegschnecke und der dunklen Gartenwegschnecke ist es vor allem ein Einwanderer, der Gartenbesitzern Kopfzerbrechen bereitet: Die Spanische Wegschnecke. In Süddeutschland hat sie die heimische Große Wegschnecke schon fast verdrängt.

Zwar ist sie der Großen Wegschnecke äußerlich sehr ähnlich, sie schmeckt jedoch bitter und wird deshalb von natürlichen Feinden wie Amseln, Drosseln, Mäusen oder Maulwürfen weitgehend verschmäht. Nur Igel nehmen es mit der spanischen Invasion auf, doch davon gibt es bekanntlich auch nicht mehr so viele, wie nötig wären.
 

Schnecken bekämpfen: Vorbeugen hilft

Wer Schnecken das Leben schwer machen möchte, sollte zunächst beim Boden anfangen. Ein humoser, feinkrümeliger Unterboden ist nicht nur fruchtbar, er bietet auch wenige Risse und Spalten, in die sich die Schnecken verkriechen können. Pflanzenschutzexperten empfehlen auch, den Boden in trockenen Zeiten zu hacken, damit sich die Feuchtigkeit verflüchtigt, die Schnecken benötigen. Gewässert werden sollte am frühen Morgen.

Da es Hauptaufgabe der Nacktschnecken ist, pflanzliche und tierische Abfälle zu vertilgen, sollten Gartenbesitzer auf das Kompostieren von Flächen verzichten. Auch der Komposthaufen – hier liegt meist eine wichtige Quelle für die Schneckenplage – sollte weit weg von schützenswerten Beeten stehen.

Von der Anlage des Gartens her können Rasenflächen ein gutes Hindernis sein, wenn das Gras kurz gehalten und das Mähgut abtransportiert wird. Beeteinrahmungen aus aromatischen Kräutern stellen hingegen kein Hindernis dar, schon gar nicht bei hoher Feuchtigkeit.

Ist die Schneckenplage erst einmal ausgebrochen, hilft eigentlich nur noch das regelmäßige Aufsammeln. Lockmittel wie die berühmte Bierfalle, Kartoffelschalen oder Katzenfutter sind mit Vorsicht zu genießen, da sie auch die Schnecken aus der Nachbarschaft anziehen.

Am frühen Morgen und in der Dämmerung ist die Schneckenjagd besonders ergiebig. Am besten an feuchten und dunklen Stellen suchen. Die gefangenen Schnecken sollten mindestens 20 Meter weit entfernt vom Garten ausgesetzt werden.
 

Hausmittel gegen Schnecken: Welche funktionieren?

Was haben Generationen von Schneckenfeinden schon alles ersonnen, um der schleimigen Plage Herr zu werden! Die meisten Hausmittel haben allerdings einen Haken: Bierfallen sind effektiv, locken aber auch ganze Schneckenkommandos aus den Gärten der Nachbarn auf die eigene Scholle.

Feines Streumaterial wie Sägemehl, Steinmehl oder Branntkalk mögen die Tiere mit ihrer empfindlichen Sohle nicht, doch diese Barrieren halten nur bis zum nächsten Regen. Bei dauerhaft nassem Wetter – wenn Schnecken besonders gern unterwegs sind – haben sie gar keine Wirkung.

Der Geruch von Duftpflanzen wie Lavendel oder Thymian beziehungsweise von Jauchen aus Farnkraut wird zur Abschreckung gepriesen. Leider halten die Schnecken sich oft genug nicht daran. Was tun?

Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau haben ergeben, dass nur eine Mischung verschiedener Bekämpfungsmethoden Erfolg verspricht: Absammeln, Schneckenzaun und der gezielte, fachgerechte Einsatz von Schneckenkorn.
 

Schneckenköder richtig einsetzen

Wer auf Schneckenjagd geht, hilft am besten mit einem Lockstoff nach. Ein in der Schweiz entwickeltes Rezept mischt Weizenkleie mit einem kleinen Anteil eingeweichtem Trockenfutter für Katzen. Mit einem Meter Abstand mehrfach im Beet auslegen.

Wollte man die Schnecken auf frischer Tat ertappen, müsste man nachts auf die Pirsch gehen. Leichter tut man sich, wenn man geeignete Verstecke anbietet. Alte Holzbretter, Rhabarberblätter und welker Salat auf das Beet gelegt, nehmen die Schnecken gerne an – um sich am nächsten Morgen mit dem Gärtner konfrontiert zu sehen.

Zur Entsorgung überbrüht man sie am besten mit kochendem Wasser. Manche zerschneiden die Tiere auch mit der Gartenschere. Hauptsache, die Reste wandern in die Mülltonne: Das Aas zieht Artgenossen aus der Umgebung an.
 

Was bringen Schneckenzäune?

Schneckenzäune sind ein wirksamer Schutz, wenn kein Blatt als Brücke über den Rand hinaus- oder hineinragt. Allerdings müssen auch die Schnecken, die sich innerhalb des Zauns befinden, konsequent abgesammelt werden. Schneckenzäune eignen sich vor allem für Gemüsebeete. Im Fachhandel gibt es verschiedene Ausführungen.
 

Bierfalle gegen Schnecken?

Das Glas der Bierfalle, ein weithin bekanntes Lockmittel für Schnecken, sollte etwas aus dem Boden herausragen, um Käfer zu schonen. Am besten nur in einem abgegrenzten Beet einsetzen, damit nicht alle Schnecken der Nachbarschaft angelockt werden.
 

Vorsicht bei Schneckenkorn

Der Pflanzenschutzdienst Ingolstadt empfiehlt zwei Schneckenkornwirkstoffe für den Hausgarten: Eisen-III-Phosphat und Metaldehyd. Bei letzterem schleimen die Tiere aus. Der ungiftige Wirkstoff von nicht gefressenem Granulat wird bei Feuchte innerhalb von wenigen Tagen über Acetaldehyd zu Wasser und Kohlendioxyd abgebaut. Versuche der Biologischen Bundesanstalt haben ergeben, dass Schneckenkorn auf Metaldehydbasis Igel nicht gefährden.

Wer dies sicher ausschließen möchte, ist besser mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat bedient, der als einziger auch für den Bio-Anbau zugelassen ist. Diese Verbindung kommt auch natürlich im Boden vor. Für beide Wirkstoffe gilt, dass Schneckenkorn unbedingt nach den Packungshinweisen der Hersteller angewendet werden sollte. Nur so kann es sein Potenzial richtig und umweltgerecht entfalten. Dabei beginnt man mit dem Ausstreuen bereits zeitig im Frühjahr, um die ersten Schnecken schon vor der Eiablage zu erwischen.

Die kleinen Körner des Schneckengiftes werden im Beet ausgestreut. Auch wenn chemische Mittel besonders wirkungsvoll sind, empfehlen sich für Privatgärten schonende Gifte wie „Ferramol“ von Neudorff, die auch für andere Tiere oder kleine Kinder keine Gefahr darstellen.

Lesen Sie hier weiter: Der Igel ist ein natürlicher Fressfeind der Schnecken. Erfahren Sie hier, wie man ein Igelhaus für ihn baut!
 

Mehr zum Thema