Achtung, Verwechslungsgefahr!

Giftige Pflanzen im Garten

Unter den Pflanzen, die in vielen Gärten wachsen oder auch in freier Natur vorkommen, können sich einige giftige Exemplare befinden. Um welche es sich dabei handelt und wie Sie im Notfall reagieren, erfahren Sie in unserer großen Übersicht.

 
Giftige Pflanzen © Floydine - stock.adobe.com
Das Maiglöckchen gehört zu den bekanntesten Giftpflanzen.

Ob beim Pflanzenkauf, beim Spaziergang oder bei der Gartenpflege: Giftige von harmlosen Pflanzen zu unterscheiden, ist nicht leicht. Die wohlschmeckenden Blätter des Bärlauchs sehen beispielsweise fast so aus wie die von Maiglöckchen. Doch eine Verwechslung kann tödlich sein, denn letztere sind in allen Teilen hochgiftig. So wie viele Garten- und Wildpflanzen, die gewollt oder ungewollt im Garten wachsen. Um welche Giftpflanzen es sich dabei handelt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wenn es sich um Pflanzen dreht, geht studieren eindeutig über probieren. Viele weit verbreitete Gartenpflanzen sind giftig. Aber auch unter den Wildpflanzen, die sich von selbst im Garten ansiedeln, enthalten viele Gifte oder allergieauslösende Substanzen. Besonders wichtig ist die Pflanzenkenntnis für Eltern mit kleinen Kindern, die dabei sind, die Welt zu entdecken und dabei erst einmal alles Probieren.
 

Giftpflanzen: Was tun im Notfall?

Wenn giftige Pflanzen in den Körper gelangen, ist schnelles Handeln wichtig. Diese Punkte sollten Sie dabei unbedingt befolgen:

  1. Ursache bestimmen: Finden Sie heraus, von welcher Pflanze etwas verschluckt oder gegessen wurde, um welche Teile der Pflanze es sich handelt und um welche Menge.
  2. Symptome notieren: Versuchen Sie, die körperlichen Reaktionen genau zu beschreiben.
  3. Hilfe holen: Wenn Sie eine Vergiftung befürchten, wenden Sie sich an die Giftnotrufzentralen, oder verständigen Sie den Rettungsdienst über 112.
  4. Keine Hausmittel anwenden: Vermeintlich schnelle Hilfe kann oft mehr Schaden anrichten als die eigentliche Vergiftung.

 

Giftpflanzen im Garten und auf Wiesen

Welche giftige Pflanzen im eigenen Garten oder beim Spaziergang lauern und was die spezfischen Eigenschaften sind, lesen Sie hier.

  • Kornrade (Agrostemma githago): Wiesen- und Wildblumenmischungen enthalten oft die Saat der Kornrade. Die einjährige Pflanze blüht im Juni und Juli.
  • Maiglöckchen (Convallaria majalis): Der Duft des Maiglöckchens ist süß, Berührung kann aber zu Haut- und Augenreizungen führen. Die Blätter haben, anders als die des Bärlauchs, keinen Stiel.
  • Herkuleskraut (Heracleum): Herkuleskraut (oder Riesen-Bärenklau) verursacht bei Berührung schmerzhafte Quaddeln, oft auch schwer heilende Verbrennungserscheinungen auf der Haut. Beim Bekämpfen Schutzkleidung tragen, auch das Gesicht schützen!
  • Stechapfel (Datura stramonium): Stechapfel wächst an Mauern, auf Schuttflächen oder an Wegrändern. Blätter und Blüten ähneln denen der Engelstrompete, die Frucht ist zunächst grün, später braun.
  • Herbstzeitlose (Colchicum autumnale): Die Blüten der Herbstzeitlosen erscheinen im Herbst, die Blätter im Frühjahr und die eiförmigen Samenkapseln im Sommer. Im Gegensatz zum Bärlauch haben die Blätter keinen Stiel.
  • Gefleckter Schierling (Conium maculatum): Gefleckter Schierling ist vielen anderen wilden Doldenblütlern ähnlich, doch gut am gefleckten Stängel zu erkennen.
  • Hundspetersilie (Aethusa cynapium): Die Blätter der Hundspetersilie sehen fast so aus wie Petersilie, riechen jedoch beim Zerreiben unangenehm und haben eine stark glänzende Unterseite.
  • Aronstab (Arum maculatum): Der Aronstab riecht unangenehm, die Beeren sind jedoch süß, und die Blätter schmecken nach Sauerampfer – sehr gefährlich für Kinder!
  • Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara): Wie winzige Tomaten sehen die Früchte des Bittersüßen Nachtschattens aus. Blüten und Beeren erscheinen zwischen Juni und September.
  • Eisenhut (Aconitum napellus): Der Eisenhut ist eine der gefährlichsten Gartenpflanzen. Sein starkes Gift kann auch über unverletzte Haut oder die Schleimhäute aufgenommen werden.
  • Weißer Germer (Veratrum album): Der Weiße Germer wächst auf vielen Wiesen. Kennzeichen sind die breiten, glatten Blätter, die wechselständig am bis zu 150 cm langen Stängel stehen, und der lange, grünweiße Blütenstand.
  • Fingerhut (Digitalis purpurea): Blühender Fingerhut ist aufgrund der auffälligen rosa Blütenkelche leicht zu erkennen. Im Jahr zuvor erscheint jedoch nur eine Blattrosette.
  • Beifußblättriges Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia): Als „Ambrosia“ ist das Beifußblättrige Traubenkraut bekannter. Es versamt sich extrem leicht und kann starke allergische Reaktionen auslösen. Beim Bekämpfen Schutzkleidung tragen!
  • Tollkirsche (Atropa belladonna): Die Beeren der Tollkirsche sind besonders gefährlich, weil sie so verlockend aussehen wie dunkle Kirschen und süß schmecken.
  • Bilsenkraut (Hyoscyamus niger): Bilsenkraut wächst auf Schuttplätzen und an Wegrändern. Die Samen können mit denen von Mohn verwechselt werden.
  • Lupine (Lupinus polyphyllus): Lupinen tragen Hülsen mit giftigen Samen, die aussehen wie Bohnen.

 

Giftige Bäume und Sträucher

Auch unter den Bäumen und Sträuchern gibt es einige Exemplare, die giftig sind. Die Versuchung, von deren Blättern oder Blüten zu kosten, ist zwar gering, umso verführerischer und damit gefährlicher sind jedoch die Beeren oder Samen.
 

  • Pfaffenhütchen (Euonymus europaea): Ein häufiger Strauch, alle Bestandteile enthalten Giftstoffe.
  • Blasenstrauch (Colutea arborescens): Der Gewöhnliche Blasenstrauch trägt von Mai bis August gelbe Blüten, aus denen sich blasige, silbrige Samenhülsen entwickeln.
  • Liguster (Ligustrum vulgare): Ungeschnittene Ligusterpflanzen blühen im Frühsommer und tragen später glänzend schwarze Beeren.
  • Seidelbast (Daphne mezereum): Seidelbast blüht hübsch und trägt glänzend rote Beeren, giftig wie die ganze Pflanze.
  • Eibe (Taxus baccata): Die roten Scheinfrüchte, in denen die Samen sitzen, sind das einzige ungiftige an Eiben.
  • Goldregen (Laburnum anagyroides): Goldregen ist eine gefährliche Schönheit mit harten, bohnenähnlichen Samen, die im Sommer zu Boden fallen.
  • Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus): Verlockend saftig sehen die Früchte des Schneeballs aus, genauso giftig sind sie.

 

Giftige Kübelpflanzen

Zur Ferienstimmung auf Balkon und Terrasse gehören Duft und Blütenpracht von Kübelpflanzen dazu. Bei einigen ist jedoch größte Vorsicht geboten, vor allem, wenn es kleine Kinder in der Familie gibt.

  • Wandelröschen (Lantana camara): Wandelröschen haben bezaubernde Blüten, aus denen sich glänzende schwarze Beeren entwickeln, die wie die ganze Pflanze giftig sind.
  • Engelstrompete (Datura suaveolens): Engelstrompeten sind wegen ihrer imposanten, fast betäubend duftenden Blüten beliebt. Wie der eng verwandte, bei uns wild vorkommende Stechapfel ist die gesamte Pflanze stark giftig.
  • Oleander (Nerium oleander): Die Blüten von Oleander duften angenehm, doch die Blätter sind ledrig und der Geschmack zum Glück bitter. Die ganze Pflanze ist giftig.

 

Giftige Kletterpflanzen

Beeren und Samenkörner sind auch bei Kletterpflanzen die gefährlichsten Teile, weil sie verlockend aussehen. Aber auch andere Bestandteile können Giftstoffe enthalten.

  • Feuerbohne( Phaseolus coccineus): Wie alle Bohnen enthalten die Hülsen und Samen der Feuerbohne Gifte, die erst durch Kochen unschädlich werden.
  • Zaunrübe (Bryonia dioica): Zaunrüben wachsen wild in Hecken oder an Zäunen. Der Pflanzensaft verursacht Hautreizungen, und die Beeren sind wie die ganze Pflanze stark giftig.
  • Kletter-Spindelstrauch (Euonymus fortunei): Der Kletter-Spindelstrauch wird wegen der immergrünen Blätter und der lange haftenden glänzend-roten Beeren gepflanzt. Doch Vorsicht: Die Beeren sind giftig.
  • Prunkwinde (Ipomoea atropurpurea): Bei Prunkwinden sind die Samen giftig. Wenn Abgeblühtes immer entfernt wird, ist die Gefahr gebannt.
  • Blauregen (Wisteria sinensis): Auch beim Blauregen geht die größte Gefahr von den Samen aus, auch wenn Wurzeln, Holz und Rinde ebenso giftig sind.

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