Platzsparende Sitzmöglichkeit

Praktische Hockerbank selbst gebaut

Wohin mit all den Gästen? Wir haben die Lösung: eine platzsparende Hockerbank. Mit einer abnehmbaren Sitzfläche ist sie schnell gebaut, verstaut und die Hocker werden einfach in einer Ecke gestapelt.

 
Hockerbank © Jan Schönmuth
2-in-1: Aus zwei Hockern wird im Nu eine Bank für bis zu vier Personen

Wer gerne viel Besuch einlädt, aber keine Lust auf eine große Sitzecke hat, für den kommt unsere Hockerbank gerade richtig. Egal ob Familienfeier, spontaner Besuch oder wenn zu wenig Platz im Zimmer ist: Die Sitzfläche der Bank ist schnell verstaut und die beiden Hocker lassen sich in einer Ecke platzsparend übereinander stapeln.

Die Bank ist aber nicht nur überaus praktisch, um schnell zusätzliche Sitzgelegenheiten zu schaffen. Auch optisch hat unser neues Lieblingsstück einiges zu bieten. Für die Hocker haben wir aus drei Schichten Leimholz abgerundete Beine gefertigt. Selbermacher können sich dafür an der Band-, Stich und Kreissäge austoben sowie an unterschiedlichen Schleiftechniken probieren.

Bei der Hockerbank ist exaktes und umsichtiges Arbeiten gefragt – perfekt für einen langen Tag in der Werkstatt. Wer nur schnell eine Last-Minute- Lösung für die nächste Party sucht, kauft sich ähnliche Hocker und beginnt direkt mit dem Bau der Sitzfläche.
 

Hockerbank selber bauen: Material und Werkzeug

Material:

  • 1x Multiplex Birke 21 x 400 x 1.500 mm
  • 2x Multiplex Birke 21 x 400 x 400 mm
  • 3x Multiplex Birke 18 x 700 x 1.200 mm
  • 16x Rampa Einschraubmuffe M8 x 15
  • 16x Flachkopf-Möbelschraube Inbus M8 x 45
  • 16x Unterlegscheibe M8
  • Holzöl (hier „Top Oil“ von Osmo)
  • Poliertuch

Werkzeuge:

Akkuschrauber, Bandsäge, Bleistift, Bits, Bohrer, Exzenterschleifer, Forstnerbohrer, Handkreissäge, Karton, Kreisschneider, Leim, Schere, Schleifklotz, Schleifwalze, Spindelschleifmaschine, Vorstecher, Winkel, Zirkel, Zollstock

Kosten: ca. 160 Euro
Aufwand: 24 Stunden
 

Skizze der Hockerbank

Die Hockerbank besteht aus zwei Hockern mit einem Brett als Sitzfläche, das lose auf die Hocker gelegt wird. Der Durchmesser der Aussparungen ist minimal größer als der Umfang der Hocker.

1. Hockerbeine vorbereiten

Für die Hockerbeine haben wir drei Leimholzplatten miteinander verklebt. Das sorgt für hohe Stabilität und eine markante Optik.

  1. Schablone für die Hockerbeine© Jan Schönmuth

    Schablone für die Hockerbeine

    Ein Highlight der Bank sind die abgerundeten Hockerbeine. Dafür fertigen Sie zuerst eine Schablone aus Pappe an. Für eine gleichmäßige Form Zirkel und Lineal verwenden.
  2. Beine anzeichnen© Jan Schönmuth

    Beine anzeichnen

    Nach dem Ausschneiden zeichnen Sie acht Beine auf einer 18 Millimeter starken Muliplexplatte an. Die Hockerbeine so ausrichten, dass noch genug Platz zum Aussägen bleibt.
  3. Leicht anschleifen© Jan Schönmuth

    Leicht anschleifen

    Für einen guten Haftuntergrund, die Platte mit einem Schleifklotz leicht anschleifen und gut abstauben.
  4. Leim verteilen© Jan Schönmuth

    Leim verteilen

    Um die Holzplatten miteinander zu verkleben, den Holzleim zuerst großzügig auf der Platte verteilen.
  5. Leim mit Pappe verteilen© Jan Schönmuth

    Leim mit Pappe verteilen

    Mit einem Stück Pappe verteilen Sie den Leim gleichmäßig über die ganze Platte. So entsteht eine feste Verbindung.
  6. Platten verkleben© Jan Schönmuth

    Platten verkleben

    Jetzt verkleben Sie die zweite Platte bündig mit der ersten. Die letzten drei Schritte mit der dritten Platte wiederholen.
  7. Platten verzwingen und verschrauben© Jan Schönmuth

    Platten verzwingen und verschrauben

    Für optimalen Anpressdruck die Platten verzwingen und in den Schablonenzwischenräumen miteinander verschrauben.

 

2. Hockerbeine ausschneiden und schleifen

Jetzt ist die Stichsäge an der Reihe – entlang der Markierungen schneidet man die Hockerbeine exakt zu. Im Anschluss übernehmen Bandsäge und Spindelschleifer die Feinarbeit.

  1. Schrauben und Zwingen entfernen© Jan Schönmuth

    Schrauben und Zwingen entfernen

    Nachdem der Holzleim vollständig getrocknet ist, werden Zwingen und Schrauben wieder entfernt.
  2. Einstichlöcher bohren© Jan Schönmuth

    Einstichlöcher bohren

    Bevor Sie die Hockerbeine mit der Stichsäge ausschneiden, bohren Sie Einstichlöcher für das Sägeblatt.
  3. Beine mit der Stichsäge aussägen© Jan Schönmuth

    Beine mit der Stichsäge aussägen

    Die Säge können Sie jetzt problemlos am Loch ansetzen, um die Hockerbeine entlang der Markierung auszusägen.
  4. Erst Rohzuschnitt, dann Feinschnitt© Jan Schönmuth

    Erst Rohzuschnitt, dann Feinschnitt

    Fertig ist der Rohzuschnitt der Hockerbeine. Jetzt kümmern Sie sich um den Feinschnitt.
  5. Bandsäge mit Anschlag© Jan Schönmuth

    Bandsäge mit Anschlag

    Für den Feinschnitt mit der Bandsäge braucht es einen Anschlag. So erhält man eine exakte Schnittlinie.
  6. Zuschnitt des inneren Winkels© Jan Schönmuth

    Zuschnitt des inneren Winkels

    Das flexible Sägeblatt der Bandsäge erleichtert den Zuschnitt des inneren runden Winkels.
  7. Winkelaußenseite zusägen© Jan Schönmuth

    Winkelaußenseite zusägen

    Mit Geschick und vorsichtiger Führung des Werkstücks schafft man eine schöne Rundung, auch an der Winkelaußenseite.
  8. Hockerbeine angleichen© Jan Schönmuth

    Hockerbeine angleichen

    Weisen die Hockerbeine untereinander kleine Unterschiede auf, lassen sich diese einfach beseitigen.
  9. Auf gleicher Höhe fixieren© Jan Schönmuth

    Auf gleicher Höhe fixieren

    Dazu bringen Sie die Beine mit einem Winkel auf gleiche Höhe, um sie dann mit einer Zwinge zu fixieren.
  10. Unebenheiten begradigen© Jan Schönmuth

    Unebenheiten begradigen

    Mit dem Rotationsschleifer glätten Sie sämtliche Unebenheiten.
  11. Schritt für Schritt abschleifen© Jan Schönmuth

    Schritt für Schritt abschleifen

    Für eine einheitliche Rundung der Hockerbeine hilft es, sich Schritt für Schritt vorzuarbeiten.
  12. Gleichmäßiger Druck © Jan Schönmuth

    Gleichmäßiger Druck

    Um eine glatte Oberfläche zu erhalten, ist es wichtig, das Werkstück mit gleichmäßigem Druck zu schleifen.
  13. Auf gleiche Länge achten© Jan Schönmuth

    Auf gleiche Länge achten

    Besonders die Länge der Beine muss exakt übereinstimmen. Dazu die Sägelinie mit einer Schiene markieren.
  14. Beine ablängen© Jan Schönmuth

    Beine ablängen

    Legen Sie jetzt eine breite Schiene an der Markierung an. Dann mit einer Kreissäge an der Schiene entlang sägen.
  15. Innenwinkel schleifen© Jan Schönmuth

    Innenwinkel schleifen

    Mit dem Rundschleifer bearbeiten Sie den Innenwinkel, bis eine ebene Rundung entsteht. Wählen Sie dafür einen geeigneten Durchmesser für den Winkel
  16. Kanten brechen© Jan Schönmuth

    Kanten brechen

    Brechen Sie die scharfen Kanten der Hockerbeine mit einem Schleifklotz und feinkörnigem Schleifpapier.

 

3. Hocker zuschneiden und montieren

Kreisrunde Sitzflächen sind kein Hexenwerk – vor allem, wenn man einen Kreisschneider verwendet. Der praktische Helfer führt die Säge kreisförmig um die Mitte herum.

  1. Sitzfläche anzeichnen© Jan Schönmuth

    Sitzfläche anzeichnen

    Die Sitzfläche der Hocker entsteht auf einer 400 x 400 Millimeter großen Leimholzplatte. Mithilfe von Zollstock und Stift den Mittelpunkt der Platte markieren. Im Anschluss zeichnen Sie noch den gewünschten Durchmesser an.
  2. Einstichloch bohren© Jan Schönmuth

    Einstichloch bohren

    Mit einem Bohrer schaffen Sie außerhalb des Durchmessers auf Höhe der Markierung ein Einstichloch für die Säge.
  3. Loch in der Mitte© Jan Schönmuth

    Loch in der Mitte

    Am Mittelpunkt der Sitzfläche ein halbtiefes Loch anbohren. Hier befestigen Sie den Kreisschneider.
  4. Kreisschneider ansetzen© Jan Schönmuth

    Kreisschneider ansetzen

    Den Kreisschneider ansetzen. Die Stichsäge am anderen Ende im gewünschten Durchmesser befestigen.
  5. Kreis aussägen© Jan Schönmuth

    Kreis aussägen

    Mit der Stichsäge und einem Kreisschneider wird vom Einstichloch aus die Sitzfläche einfach ausgesägt.
  6. Platzierung Einstichloch© Jan Schönmuth

    Platzierung Einstichloch

    Hier wird deutlich, warum das Loch an der Markierung, aber außerhalb des Kreises platziert ist.
  7. Linien für Hockerbeine anzeichnen© Jan Schönmuth

    Linien für Hockerbeine anzeichnen

    Um die Hockerbeine zu platzieren, zeichnen Sie mit einem Winkel rechtwinklige Durchmesserlinien an.
  8. Raster zur Markierung© Jan Schönmuth

    Raster zur Markierung

    Anhand der Linien entsteht ein Raster, an dem man die Beine im nächsten Schritt exakt ausrichtet.
  9. Ankörnen und Bohren© Selbermachen

    Ankörnen und Bohren

    Das Bein am Raster anlegen, im Abstand von 10 cm zweimal ankörnen, um dann bis zur Platte durchzubohren.
  10. Löcher für Muffen setzen© Jan Schönmuth

    Löcher für Muffen setzen

    An den Markierungen werden mit einem Holzbohrer Löcher für die Muffen gesetzt.
  11. Einschraubmuffen© Jan Schönmuth

    Einschraubmuffen

    Einschraubmuffen sorgen für stabile sowie für leicht lösbare Verbindungen. Im Möbelbau schaffen sie unsichtbare Verbindungen zwischen einzelnen bauteilen. Verglichen mit Schrauben, sind einschraubmuffen kurz und dick. außen haben die Muffen ein für Holz geeignetes Gewinde, das innere Gewinde ist auf gängige Schraubendurchmesser abgestimmt. Muffen kommen bei Stirnholz und Plattenwerkstoffen zum einsatz. Um die Schraubmuffen ins Holz eindrehen zu können, ist es wichtig, Löcher vorzubohren.
  12. Durchmesser der Einschraubmuffen beachten© Jan Schönmuth

    Durchmesser der Einschraubmuffen beachten

    Zuerst Löcher für die Einschraubmuffen vorbohren. Wählen Sie den Durchmesser genauso groß wie den der Muffe.
  13. Einschraubmuffen einsetzen© Jan Schönmuth

    Einschraubmuffen einsetzen

    Im Anschluss die Einschraubmuffen mit Innensechskant und Akkuschraubendreher in das vorgebohrte Loch setzen.
  14. Hockerbeine vorbohren© Jan Schönmuth

    Hockerbeine vorbohren

    Die Löcher für die Inbusschrauben bohren Sie durch die Positionierungslöcher der Hockerbeine.
  15. Beine mit Sitzfläche verschrauben© Jan Schönmuth

    Beine mit Sitzfläche verschrauben

    Mit Unterlegscheiben und Inbusschrauben werden die Beine mit der Sitzfläche verbunden. Anschließend fixieren Sie die Schrauben mit einem Inbusschlüssel.
  16. Der fertige Hocker© Jan Schönmuth

    Der fertige Hocker

    So sieht der Hocker nun aus. Später folgt noch die entsprechende Oberflächenbehandlung.

 

4. Sitzfläche zuschneiden

Damit Hocker und Bankaufsatz später eine plane Sitzfläche ergeben, schneidet man für die Hocker zwei kreisrunde Löcher aus der Bank heraus. Wichtig: Nun innerhalb des Durchmessers mit dem Forstnerbohrer ein Loch für die Säge bohren.

  1. Ausschnitt markieren© Jan Schönmuth

    Ausschnitt markieren

    Für die Ausschnitte der Bank setzen Sie das Hockerbrett an den Enden der Platte an und markieren den Rand des Brettes.
  2. Durchmesser ermitteln© Jan Schönmuth

    Durchmesser ermitteln

    Durch das markierte Quadrat über die Eckpunkte den Mittelpunkt anreißen und den Durchmesser ermitteln.
  3. Loch für Säge bohren© Jan Schönmuth

    Loch für Säge bohren

    Innerhalb des Durchmessers mit dem Forstnerbohrer ein Loch für die Säge bohren.
  4. Mit Kreisschneider aussägen© Jan Schönmuth

    Mit Kreisschneider aussägen

    Sägen Sie den Ausschnitt mit Kreisschneider und Stichsäge aus. Damit der Ausschnitt während des Sägens nicht wegbricht, fixieren Sie ihn mit einer Zwinge.
  5. Oberfläche abschleifen© Jan Schönmuth

    Oberfläche abschleifen

    Die Oberfläche der Bank mit einem Rotationsschleifer glätten. Schleifen Sie dabei unbedingt mit der Faser. Andernfalls können während dieses Arbeitsschrittes Kratzer entstehen, die sich später nur schwer entfernen lassen.
  6. Kanten brechen© Jan Schönmuth

    Kanten brechen

    Die scharfen Kanten der beiden Ausschnitte der Sitzfläche mit einem Schleifklotz brechen.
  7. Die Hockerbank© Jan Schönmuth

    Die Hockerbank

    Fast fertig! Nun fehlt nur noch ein Schutz für die Holzoberfläche.

 

5. Hockerbank richtig schützen

Egal ob zum Abendessen oder bei der Hausparty: Mit wasserabweisendem Holzöl behandelt, ist die Hockerbank auch gegen Rotwein, Ketchup und Mayo gewappnet. Mit einem Holzöl bleibt die Oberfläche atmungsaktiv.

  1. Öl auftragen© Jan Schönmuth

    Öl auftragen

    Das Öl mit einem Poliertuch auftragen und verreiben.
  2. Beide Hocker behandeln© Jan Schönmuth

    Beide Hocker behandeln

    Holzöl schützt vor Hausstaub und Gebrauchsspuren.
  3. Fertig ist die Hockerbank!© Jan Schönmuth

    Fertig ist die Hockerbank!

    Jetzt heißt es erst einmal Probesitzen auf dem neuen Lieblingsplatz.
Mehr zum Thema