Ran an die Bar

Barhocker selber bauen

Unser Barhocker schafft ein lockeres Ambiente beim Feierabendbier. Mit einem zusätzlichen Fach unter der Sitzfläche schafft der schlanke Designerstuhl auch noch etwas Stauraum, etwa für Magazine. Hier erfahren Sie, wie Sie den Barhocker selber bauen.

 
Barhocker selber bauen © Sebastian Lechler
Auf selbst gebauten Barhockern schmeckt das Feierabendbier

Für entspannte Feierabende mit Freunden haben wir einen Barhocker konstruiert. Massiv, platzsparend und schlicht sollte er sein, geradlinig und ohne viel Schnickschnack. Entstanden ist eine stabile Sitzgelegenheit aus Eichenleimholz, die sich sogar in kleinen Räumen richtig gut macht.

Unter der Sitzfläche sorgt ein Einlegeboden für etwas Stauraum. Durch gefräste Handgriffe in den verlängerten Seitenteilen lässt sich der Hocker zudem einfach transportieren.

Alle Bestandteile der Sitzfläche haben wir mit Domino-Dübeln sauber verleimt. Diese Verbindungen sind besonders stabil und eignen sich daher ausgezeichnet für stark beanspruchte Möbel.

Am Ende haben wir den Hocker mit Hartwachs behandelt. So können nicht einmal verschüttetes Bier oder Cocktails dem Barhocker etwas anhaben. Außerdem kommt so der warme und etwas dunklere Farbton des Holzes zustande.

Wer gerne etwas weicher sitzt, für den gibt es ein Sitzkissen direkt aus dem Baumarkt. Ganz nach dem Motto „Weniger ist mehr“ haben wir weißen Pyramiden-Schaumstoff als Polsterung verwendet.
 

Barhocker selber bauen: Material und Werkzeug

Material

  • Einlegeboden 30 x 26 cm (Eiche Leimholz)
  • Sitzfläche 30 x 26 cm (Eiche Leimholz)
  • 2x Seitenflächen 26 x 30 cm (Eiche Leimholz)
  • 4x Leisten 2 x 70 cm (Eiche)
  • 4x Leisten 2 x 26 cm (Eiche)
  • 8 Schrauben
  • Leim
  • Hartwachs
  • Tuch zum Auftragen des Wachses

Werkzeug: Zollstock, Winkel, Multifunktionstisch, Handkreissäge, Oberfräse, Domino-Dübelfräse, Winkelschleifer, Akkuschrauber, Bohrer mit Senkkopf
Aufwand: 24 Stunden
Kosten: ca. 60 Euro pro Hocker
 

Barhocker selber bauen: Maße im Überblick

Unser Barhocker besteht aus einer Sitzfläche und einer Zwischenablage. Zwei verlängerte Seitenteile verleihen der Konstruktion Stabilität und schließen nahtlos mit der Sitzfläche ab. Vier Querstreben halten die Stuhlbeine unten zusammen. Die Sitzfläche von 30 x 30 cm nimmt kaum Platz in Anspruch.

Auf den versetzt platzierten Querstreben können große und kleine Personen ihre Füße bequem abstellen. Dabei befinden sich jeweils zwei gegenüberliegende Vierkanthölzer auf einer Höhe. Dominodübel und Leim verbinden die Sitzfläche, Seitenteile und Zwischenablage mit den Hockerbeinen. Zum Vergrößern der Skizze hier klicken.
 

1. Barhocker selber bauen: Holz sägen und fräsen

Neben der Handkreissäge kommt bei der Holzbearbeitung auch eine Domino-Dübelfräse zum Einsatz. Gegenüber anderen Verbindungen ist die Domino-Variante besonders stabil.

  1. Maße exakt übernehmen© Lechler

    Maße exakt übernehmen

    Damit der Hocker nicht wackelt, ist exaktes Arbeiten gefragt. Die Zeichnung enthält alle wichtigen Maße.
  2. Vierkanthölzer zusägen© Lechler

    Vierkanthölzer zusägen

    Vierkanthölzer auf Maß ablängen. Auf dem Multifunktionstisch lassen sich die Bauteile leicht fixieren und zuschneiden.
  3. Holzleisten sortieren© Lechler

    Holzleisten sortieren

    Sortieren Sie die Holzleisten nach Farbton. Achtung: Hier sind die Leisten für vier Barhocker zu sehen.
  4. Seitenteile befestigen© Lechler

    Seitenteile befestigen

    Die Seitenteile jeweils mit Zwingen am Tisch befestigen und waagerecht ausrichten.
  5. Handgriffe ausfräsen© Lechler

    Handgriffe ausfräsen

    Fräsen Sie den Einlass für die Handgriffe mit der Oberfräse heraus. Halten Sie dabei zur oberen Kante den angegebenen Abstand ein.
  6. Markierungen setzen© Lechler

    Markierungen setzen

    Setzen Sie die Markierungen an den Hockerbeinen dort, wo die Fräse später angesetzt werden soll.
  7. Löcher für Dominodübel© Lechler

    Löcher für Dominodübel

    Fräsen Sie jeweils zwei Löcher in eine Seite der Vierkanthölzer. Hier werden später die Dominodübel eingesetzt.
  8. Löcher in Seitenteile fräsen© Lechler

    Löcher in Seitenteile fräsen

    Im Anschluss Löcher auf gleicher Höhe jeweils links und rechts als Gegenstück in den Rand der Seitenteile fräsen.

 

2. Barhocker selber bauen: Leimen und schrauben

Domino-Dübel verbinden Seitenteile und Hockerbeine. Zum Verschrauben der Querstreben bohren Sie die Löcher mit Senkkopf vor.

  1. Leim angeben© Lechler

    Leim angeben

    Füllen Sie die Dübellöcher mit Leim, dann die Dominodübel hineinstecken und entlang der Kante Leim angeben.
  2. Domino-Dübel© Lechler

    Domino-Dübel

    Domino-Dübel von Festool, 5 x 30 mm
  3. Querstreben verschrauben© Lechler

    Querstreben verschrauben

    Um die Querstreben sauber zu verschrauben, verwenden Sie zum Bohren der Löcher einen Bohrer mit Senkkopf.
  4. Bauteile verzwingen© Lechler

    Bauteile verzwingen

    Die verleimten Bauteile gegeneinander verzwingen. Unter Spannung härtet der Leim besser aus.
  5. Zwischenschliff© Lechler

    Zwischenschliff

    Ein Zwischenschliff mit 120er-Körnung schafft eine ebenmäßige und glatte Holzoberfläche.
  6. Markierungen für Ablagefläche© Lechler

    Markierungen für Ablagefläche

    Beidseitig die Markierungen für die Ablagefläche 14 cm unter dem oberen Ende des Holzbrettes einzeichnen.
  7. Fräsungen an der Sitzfläche© Lechler

    Fräsungen an der Sitzfläche

    Bereiten Sie die Fräsungen an der Sitzfläche vor. Achten Sie darauf, dass die Bauteile nicht verrutschen.
  8. Löcher für Ablage fräsen© Lechler

    Löcher für Ablage fräsen

    Hier werden die Löcher für die Ablage gefräst. Im Hintergrund kann man die Fräsungen für die Sitzfläche erkennen.
  9. Löcher für Dübel fräsen© Lechler

    Löcher für Dübel fräsen

    Fräsen Sie zu beiden Seiten der Zwischenablage jeweils links und rechts Löcher für die Dübel.
  10. Holzleim in Einfräsungen geben© Lechler

    Holzleim in Einfräsungen geben

    Holzleim (hier: Ponal) in alle Einfräsungen von Sitzfläche und Zwischenablage geben.
  11. Bauteile zusammenklopfen© Lechler

    Bauteile zusammenklopfen

    Nehmen Sie zum Verbinden der Bauteile ein Klopfholz und einen Gummihammer zur Hilfe.
  12. Sitzfläche befestigen© Lechler

    Sitzfläche befestigen

    Anschließend Leim in das Gegenstück einbringen und am Boden und der Sitzfläche befestigen.
  13. Löcher für Querstreben© Lechler

    Löcher für Querstreben

    Den Leim nach Angabe des Herstellers vollständig trocknen lassen und die Zwingen lösen. Jetzt können Sie Löcher für die Querstreben bohren.
  14. Position der Bohrlöcher anzeichnen© Lechler

    Position der Bohrlöcher anzeichnen

    Zeichnen Sie an den Stuhlbeinen jeweils die Position der Bohrlöcher für die Querstreben an. Die gegenüberliegenden Querbalken befinden sich dabei jeweils auf gleicher Höhe.
  15. Leim in Bohrlöcher geben© Lechler

    Leim in Bohrlöcher geben

    Für eine stabile Verbindung geben Sie vor dem Verschrauben etwas Leim in die Bohrlöcher.
  16. Kanten brechen© Lechler

    Kanten brechen

    Mit einem Schleifer die scharfen Kanten an den Seiten der Sitzfläche brechen.
  17. Holzschutz© Lechler

    Holzschutz

    Schützen Sie das Holz mit Hartwachs.
  18. Polster© Lechler

    Polster

    Noppen- und Pyramidenschaumstoff als kreative und günstige Alternative zu genähten Sitzkissen. Fertig!

Tipp: Noppen- und Pyramidenschaumstoff eignet sich nicht nur als Polsterfüllung oder Dämmmaterial, sondern können ohne weiteres Bearbeiten als Sitzkissen verwendet werden. Dazu wählen SIe eine Schaumstoffplatte nach Ihrem Geschmack und schneiden Sie auf die Maße der Sitzoberfläche zu. Das Sitzkissen können Sie entweder einfach obenauf legen oder aber mit einem doppelseitigen Klebeband auf dem Barhocker befestigen.

Nach 24 Stunden Arbeitszeit sind die Barhocker sitzbereit. Prost!