Grundwissen für Heimwerker

Möbelbeschläge einlassen

Mit einfachen Mitteln kann man Scharniere, Bänder und Schlösser sauber in Holzteile einlassen. Sorgfältiges Arbeiten ist dabei wichtig.

 
Beschläge einlassen © Selbermachen
Neben der technischen Funktion bieten moderne Beschläge auch etwas für das Auge.

Beim Bau von anspruchsvollen Möbeln, die nicht nur einen hohen Gebrauchswert haben, sondern auch ein Schmuckstück für die Wohnung werden sollen, werden Beschläge meistens eingelassen. Das geschieht einmal aus ästhetischen Gründen, zum anderen aber fordert es auch die Technik.

Sitzen sie nicht stramm und sauber in ihren Aussparungen, kommt es zu funktionellen Problemen. Sind sie nicht tief genug eingelassen, bleibt zwischen Korpus und Tür zu viel Luft, genau bemessene Bauteile passen nicht, und außerdem stört ein zu breiter Türspalt das Gesamtbild. Ist die Aussparung der Scharnierlappen zu tief aus dem Holz herausgearbeitet, federn Tür oder Klappe zurück, und es besteht die Gefahr, dass die Befestigungsschrauben aus dem Material ausreißen.

In beiden Fällen sind Korrekturen möglich, aber mit viel Nacharbeit verbunden. Bei zu geringer Tiefe der Aussparungen werden die Beschlä­ge wieder demontiert, und Holz wird in entsprechender Stärke abgetragen. Wie mit einem Hobel schält man das Holz in dünnen Spänen ab.
 

Beschläge richtig einlassen

Zuerst werden die Positionen der Beschläge genau festgelegt. Dann wird angezeichnet. Dabei wird der Beschlag selbst als Schablone benutzt. Länge und Breite der Aussparung werden durch kurze Bleistiftmarkierungen gekennzeichnet. Mit Hilfe eines Anschlagwinkels dann die Markierungen als deutliche Bleistiftstriche verlängern.

Die Breite eines Beschlages und auch die Materialdicke, also die Tiefe der Aussparung, können mit einem Streichmaß angezeichnet werden. Dabei mehrmals und möglichst tief anreißen. Danach wird das auszuhebende Holz quer zur Faser in kurzen Abständen durchtrennt.

Wenn Holzdicke und Scharnierbreite identisch sind – die Bandrolle sollte zur Hälfte durchstehen – kann mit einer Feinsäge durchgesägt werden. Ist das Holz dicker als die halbe Scharnierbreite, wird nur bis zum Breitenriss gesägt und mit dem Stecheisen nachgestochen.

Dann das Holz vorsichtig mit dem Stecheisen herausarbeiten. Bei aushängbaren Bändern liegt der schmalere Teil der Lappen in der Fläche, hier kommt dann nur das Stecheisen zum Einsatz. Zum Schluss wird der Stechbeitel zum Nachsäubern in Faserrichtung angesetzt. So lässt sich ein Aufplatzen des Holzes in Spaltrichtung vermeiden.

Wichtig: Bei allen Arbeiten mit dem Stechbeitel sind behutsames Vorgehen und ein absolut scharfes Werkzeug Voraussetzung. Zur Sicherheit sollte die Schneide des Werkzeuges vorher frisch abgezogen werden.

Für die Befestigungsschrauben werden die Löcher markiert und in halber Schraubenstärke vorgebohrt. Besser eindrehen lassen sich die Schrauben, wenn das Gewinde vorher mit Wachs eingestrichen wird. Es sieht besser aus, wenn die Schrauben ausgerichtet werden. Das bedeutet, daß die Schraubenschlitze in eine Richtung zeigen. Stangenscharniere (Klavierband) werden eingefälzt.
 

Scharniere richtig anbringen

Scharniere sorgen dafür, dass sich Türen und Klappen an Möbeln reibungslos öffnen und schließen lassen. Die preiswerteste Möglichkeit stellen Klavierbänder (Stangenscharniere) dar, die über die ganze Länge verschraubt werden müssen. Für eine häufige Demontage sind sie daher ungeeignet. Bei einfach zu montierenden Möbeln wie den Schränken von Einbauküchen werden häufig Topfbandscharniere eingesetzt, die in das meist vorgebohrte Lochraster passen.

Man kann die entsprechenden Löcher für diese Scharniere aber auch selbst in eine Tür oder Klappe einlassen. Das geht am einfachsten mit einem Forstnerbohrer. Damit genau senkrecht zum Werkstück gearbeitet werden kann, sollte die Bohrmaschine dazu in einen Bohrständer eingespannt werden.
 

Defekte Möbelbeschläge sind schnell repariert

Kein Problem: Ausgerissene Schraubenlöcher aufbohren und mit eingeleimten Holzdübeln, Querholzdübeln oder Holzscheiben ausbessern. Kleine Löcher lassen sich mit Streichhölzern oder Zahnstochern ausfüllen. Mit Leim einstreichen und bündig abschneiden. Unterteile für Topfbandscharniere gibt es auch mit seitlich angeordneten Schraublöchern, die besseren Halt bieten.

Sitzt die Tür schief, lässt sich das Scharnier tiefer setzen oder mit einem Furnierstreifen erhöhen. Stangenscharniere kann man umdrehen. Dann befinden sich die Löcher an anderen Positionen. Wenn die Tür hängt oder klemmt:Topfbandscharniere lassen sich mit den Jus- tierschrauben einstellen.
 

Beschläge einlassen: Verschiedene Möglichkeiten

Neben der technischen Funktion bieten moderne Beschläge auch etwas für das Auge.

Ist das Holz breiter als der Scharnierlappen, wird angerissen und bis zum Riss eingesägt. Dann das Holz abstechen.


Bei sehr schmalen Lappen kann man nicht einsägen. Anreißen, das Holz mit dem Stecheisen durchtrennen und ausräumen.


Zum Einlassen von Topfbändern ist nur eine Bohrung (35 oder 26 mm Ø) nötig. Entsprechende Bohrer gibt es zu kaufen.


Bei furnierten Möbelbauplatten schneiden die scharfen Kanten eines Forstnerbohrers exakt saubere Kanten ohne Ausriss.


Stangenscharniere werden mit Hilfe eines Fräsers eingelassen. Das geht am besten vor dem Zusammenbau des Möbels.


Sitz und Länge des Scharniers werden durch kurze Bleistiftstriche markiert und mit Hilfe eines Winkels genau aufgezeichnet.


Die Einlasstiefe mit dem Streichmaß am Material abgreifen und durch mehrmaliges Anreißen auf das Holz übertragen.


Mit einer Feinsäge wird das Holz in kurzen Abständen genau bis zur Tiefe der angerissenen Markierung eingesägt.


Nach dem Abtragen des eingesägten Materials wird die Aussparung mit einem möglichst breiten Stecheisen geglättet.


Unebenheiten werden sichtbar, wenn man den Winkel mit dem Bleistift schwärzt und mehrfach über das Material schiebt.


Zum Vorbohren und randbündigen Anschrauben des Scharniers kann man mit Zwingen eine Anschlagbrett fixieren.


Zum Anzeichnen des zweiten Scharnierlappens das Scharnier provisorisch montieren und die Position übertragen.

Mehr zum Thema