Welches Gerät lohnt sich?

Laubsauger und -bläser im Test

In diesem Praxistest gehen wir Laubsaugern und –bläsern auf den Grund. Selber Machen zeigt, wie gut Akku-Laubsauger und Akku-Laubbläser wirklich sind.
 

 
Laubsauger im Test © Selbermachen
Laubsauger im Test

Die Laubsauger und -bläser haben kein leichtes Leben in den Medien. Und in der Nachbarschaft. Dabei sind es eigentlich ihre professionellen Brüder, die ihr Image so nachhaltig verdorben haben: Rückengetragene Laubbläser mit Zweitaktmotoren. Mit diesem leistungsstarken Laubgebläse bringen Hausmeister und Angestellte der Stadtreinigung im Herbst ganze Stadtviertel um den (Mittags-)Schlaf.

Die Geräte sind laut, stinken wegen des mitverbrannten Öls und hinterlassen auf Wegen und in Beeten eine ökologische Wüste. Aber gilt das auch für die strombetriebenen Geräte für Hobbygärtner? Das Ergebnis unseres Tests ist leider nicht so eindeutig positiv, wie man sich das gewünscht hätte.

Denn extrem laut sind auch die akkubetriebenen Laubgebläse. Die Experten unseres Prüfinstiuts PZT in Wilhelmshaven mussten Spitzenwerte von über 100 dBA zu Protokoll nehmen. Das bedeutet, dass die Laubsauger durch die Bank etwa doppelt so laut sind wie ein Rasenmäher mit 94 dBa maximal sein darf. Und auch die sind schon alles andere als leise.

Gehör- und Staubschutz sind also Pflicht beim Einsatz von Laubsaugern und -bläsern. Und falls Sie jetzt über den "Staubschutz" gestolpert sind – beim Einsatz als Blasgerät pusten Sie mit 30 bis 100 km/h (!) auf den Boden. Da bleibt bei Allergikern kein Auge trocken. Einen zusätzlichen Nachteil beim Black+Decker GW 3000: Die Entlüftungsschlitze im Fangsack leiten Luft und Staub in Richtung Anwender.

Laubsauger mit Häckselfunktion

Alle fünf Geräte aus dem Laubsauger-Test verfügen auch über eine Häckselfunktion. Deren Wirkung ist aber nicht mit der eines Gartenhäckslers zu vergleichen. Vereinfacht dargestellt, schicken die Geräte das Laub auf dem Weg in den Fangsack durch das Lüfterrad, das für eine Zerkleinerung sorgt. Befriedigend funktioniert diese aber nur dann, wenn das Laub wirklich trocken und brüchig ist. Aggregatzustände, die im Herbst in Nordeuropa nur selten anzutreffen sind. Das Aufsaugen und Zerkleinern des Schnittguts einer auf den Stock gesetzten Hecke sollten Sie mit diesen Geräten jedenfalls nicht angehen.

Die Leistungsaufnahme der Elektromotoren im Test variierte stark. Die Bandbreite reichte von 930 bis 1730 Watt; Werte, die aber nicht automatisch mit schlechten oder guten Ergebnissen einhergingen. Es ist hier wie bei Staubsaugern – die Leistungsangaben sind kein Kriterium für Qualität.

Gleiches gilt für die Preise: Im Laubsauger- und Laubbläser-Test sind zwar die teureren Testmuster tendenziell besser, das billigste Gerä (Atika) landet aber nicht auf dem letzten Platz. Immerhin gab es beim Sicherheits-Check der Akku-Laubbläser und -sauger keine Beanstandungen.

Vor dem Kauf eines Laubsaugers sollten Sie sich in jedem Fall auch über seine Reichweite und die Einsatzbedingungen vor Ort Klarheit verschaffen: Das Füllen eines Fangsacks dauert selten länger als fünf Minuten. Wenn Ihre "Laubernte" in Kubikmetern gemessen werden muss, sind Sie mit diesen Geräten nicht gut beraten.

Und vergessen Sie bitte nicht, dass es sich hier um schnurgebundene Geräte handelt: Das Arbeiten gleicht dem Einsatz eines Staubsaugers oder einer Heckenschere. Was bleibt, ist also ein ambivalentes Gesamturteil im Laubsauger Test: Nur wenige Gärten sind gute Einsatzorte für diese Geräte. Das Laubharken bleibt uns als Herbstsport erhalten.

Laubsauger im Test

  1. Laubsauger von Stihl© Selbermachen

    Laubsauger von Stihl

    Preis: etwa 154 Euro. Positiv: Sehr schnell beim Saugen und Blasen von Laub. Hoher Volumenstrom beim Saugen. Hoher Wirkungsgrad (Energieeffizienz). Sehr einfache Erstinbetriebnahme. Angenehmes Arbeiten, leichtgängiges und handliches Gerät. Geringe Staubentwicklung. Negativ: Sehr laut. Arretierung des Schalthebels nur bei maximaler Leistung. Umbau vom Bläser zum Sauger etwas umständlich. Gesamturteil: Gut
  2. Laubsauger von Black & Decker© Selbermachen

    Laubsauger von Black & Decker

    Preis: etwa 109,95 Euro Positiv: Gute Saugleistung. Hoher Volumenstrom beim Saugen. Bläser mit sehr hoher Luftgeschwindigkeit, sehr schnelles Zusammenblasen von Laub. Angenehme Arbeitshaltung. Sehr einfache Fangsackentleerung (kein Reißverschluss). Einfacher Umbau von Bläser zu Sauger. Negativ: Sehr laut. Durch Luftaustritt am Fangsack wird leicht noch liegendes Laub staubig aufgewirbelt. Gesamturteil: Befriedigend
  3. Laubsauger von Toro© Selbermachen

    Laubsauger von Toro

    Preis: etwa 199 Euro. Positiv: Bläst Laub sehr schnell zusammen, beim Saugen relativ schnell. Fangsack relativ einfach zu befestigen, abzunehmen und zu entleeren. Komfortable, stufenlose Leistungsregulierung. Wenig Staubentwicklung. Turbinenrad aus Metall, dadurch beständiger. Negativ: Sehr laut. Saugt sich leicht am Boden fest. Eingeschränkte Bewegungsfreiheit des Oberkörpers beim Arbeiten. Umbau vom Bläser zum Sauger etwas umständlich. Kein Hinweise zum Tragen eines Gehörschutzes. Gesamturteil: Befriedigend
  4. Laubsauger von Atika© Selbermachen

    Laubsauger von Atika

    Preis: etwa 39,95 Euro Positiv: Leichtestes Gerät im Test. Hoher Wirkungsgrad (Energieeffizienz). Sehr einfaches Umrüsten vom Bläser zum Sauger durch Hebelumlegen. Geringe Staubentwicklung. Negativ: Sehr laut. Aufwendiges Abnehmen des Fangsacks auf Grund mehrfacher Befestigung. Dauerbetätigung des Ein-/Ausschalters während des Betriebs erforderlich. Fangsack stört beim Laufen. Kleine Saugrohröffnung verstopft leicht. Bei sich füllendem Fangsack zieht der Sauger stark nach unten. Gesamturteil: Befriedigend
  5. Laubsauger von Güde© Selbermachen

    Laubsauger von Güde

    Preis etwa 49,95 Euro. Positiv: Kein Umbau notwendig von Bläser auf Sauger. Geringe Staubentwicklung. Komfortable, stufenlose Leistungsregulierung. Negativ: Sehr laut. Sehr kurzer, unbequemer Gurt. Langsam beim Laubsaugen. Geringe Luftgeschwindigkeit beim Blasen. Niedriger Wirkungsgrad (Energieeffizienz) beim Blasen und Saugen. Fangsack stört beim Laufen. Bei sich füllendem Fangsack zieht der Sauger stark nach unten. Gesamturteil: Befriedigend

Laubsauger-Test in Garten und Labor

So haben wir getestet: Am Anfang des Laubsauger-Tests tat sich eine unerwartete Hürde auf: Die Ingenieure von PZT standen vor der Aufgabe, mitten im Hochsommer große Mengen Blätter gleicher Bäume zu beschaffen. Hilfe fand sich aber zum Glück bald im Stadtpark und beim Grünflächenamt. 

Neben dem Praxistest der Laubsauger und Laubgebläse, der von der Redaktion und drei Ingenieuren durchgeführt wurde, ging es dann um reproduzierbare Messergebnisse: Im eigenen Akkustiklabor unseres Prüfinstitus wurde zunächst die (beeindruckende!) Lärmentwicklung der Probanden festgehalten, im angeschlossenen Messlabor ihre Technik bis ins Detail durchleuchtet.

Von großer Wichtigkeit für das Arbeitsergebnis sind dabei die Luftgeschwindigkeit und der Volumenstrom der Laubbläser. Die Geschwindigkeit der bewegten Luft wurde bei maximaler Leistung mit einem Anemometer gewessen. Blasfunktion: Abstand Rohr zu Messgerät 60 cm; Saugfunktion: Messgerät direkt am Rohr. Der Volumenstrom ergab sich dann aus der Luftgeschwindigkeit und der Fläche der Saugrohröffnung.

Beim Sicherheits-Check der Laubgebläse wurde unter anderem ermittelt, ob Kieselsteine aufgesaugt werden und zum Turbinenrad gelangen können. Dadurch könnte die Maschine nachhaltig beschädigt werden. Ein eingesaugter Stein wird vorallem dann zum Sicherheitsrisiko wenn er zum Schrotschuss wird. Glücklicherweise meisterten alle Testgeräte diese Prüfung mit Bravour.

Wann lohnt sich ein Laubgebläse?

Kaum eine Gartenarbeit ist so unbeliebt, wie das Harken des Laubs im Herbst. Viele Gartenbesitzer wären deswegen nur zu gern bereit, sich hier von einer Maschine die Arbeit abnehmen zu lassen. Das können elektrische Laubsauger nach unseren Erfahrungen aber nur im begrenzten Umfang leisten. Wer einen Garten von deutlich mehr als 500 qm Größe hat, größere Laubbaumbestände oder gar eine lange Buchenhecke sein Eigen nennt, wird mit diesen Geräten nicht glücklich werden.

Auch ist der Zeitgewinn bei großen Flächen gegenüber Harke und Besen nicht mehr groß. Hier raten wir von einem Kauf ab. Wer allerdings einen überschaubaren Garten hat und die Freiheit hat, das Laub aufnehmen zu können wenn es gerade trocken ist, ist mit Geräten von Stihl, Black & Decker und Toro gut beraten.

Für sie wie auch für Atika und Güde gilt aber grundsätzlich: Testen Sie das Gerät ausgiebig, möglichst im Gelände. Übrigens: Kettensägen-Bildhauer lieben diese Geräte. Auch bei Holzarbeiten wie Bäume fällen und Entasten sind Laubbläser und Laubsauger willkommene Helfer. Das aufgesammelte Laub kann später für den Kompost weiter verwendet werden.

Darauf sollten Sie beim Selbsttest von Laubgebläsen achten

  • Ergonomie des Gerätes: Liegt der Laubsauger- oder Bläser leicht in der Hand?
  • Fangsack: Ist er so platziert dass er Ihnen nicht im Weg ist? – um das festzustellen, sollten Sie den Laubbläser auch mit gefülltem Fangsack testen
  • Strom-Versorgung: Reicht die Akkuleistung für Ihr Einsatzgebiet?
  • Zubehör: Benötigen Sie beispielsweise einen Ersatzakku oder einen Rückengurt für den Laubbläser?
  • Lautstärke: Haben Sie ein weitläufiges Grundstück oder müssen Sie auf Ihre Nachbarn achten?

Jeden Herbst versinkt der Garten auf ein Neues in einer Flut von Blättern. Wie geht man damit um und wohin mit all dem Laub. Das und mehr erfahren Sie hier: Rechen oder kompostieren - alles rund ums Thema Laub im Garten.

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