Akku-Fensterreiniger im Vergleich

Fenstersauger-Test 2019: Welcher putzt am besten?

Im Frühjahr ist es an der Zeit, die Fenster gründlich zu reinigen. Akku-Fenstersauger versprechen dabei einfaches und sauberes Arbeiten. Wir haben fünf Geräte getestet!

 
Fenstersauger Test 2019 © Thomas Armonat
Welche Fenstersauger lohnen sich? Wir haben fünf Geräte getestet

Fenstersauger erleichtern das Fensterputzen, indem sie das Schmutzwasser von der Scheibe abziehen (wie beim manuellen Arbeiten), dann aber durch einen Luftstrom komplett einsaugen. Es entfällt das Abwischen der herunterfließenden Schmutztropfen.

Könnern wird ein Fenstersauger keinen großen Mehrwert bieten, da das Vorreinigen der Scheiben trotzdem notwendig ist. Weniger Geübten ermöglicht das aber sauberere Arbeitsergebnisse bei weniger Frustpotenzial. Wir haben fünf verschiedene Fenstersauger getestet und erklären, auf was es beim Kauf ankommt.
 

Diese Fenstersauger haben wir getestet:

Für den Fenstersauger-Test haben wir fünf Geräte ausgewählt:

Die detaillierten Testergebnisse der jeweiligen Fenstersauger finden Sie weiter unten.
 

Fenstersauger im Test: Auf was ist beim Kauf zu achten?

Vor dem Kauf eines Fenstersaugers ist zu bedenken: Wie breit sind die schmalsten Flächen, die ich reinigen möchte? Bis auf den Kobold VG 100 bieten nämlich alle Hersteller schmale Saugköpfe an, die sich etwa für Sprossenfenster eignen. Wer aber ohnehin nur Flächen ab 30 cm Breite reinigt, für den ist das unerheblich.

Prinzipiell klappt das streifenfreie, rückstandslose Reinigen mit den Fenstersaugern gut. Je nach Übung bleibt aber auch hier mal ein Randstreifen, der manuell nachgewischt werden muss. Je nach Größe des Fenstersaugers ergeben sich außerdem Problemzonen am Rand der Fensterfläche, die nicht erreicht werden.

Viele Hersteller bieten optionales Zubehör wie Griffverlängerungen für den Fenstersauger und das Textilpad an. Müssen Sie also an höhere Flächen ran, achten Sie auf solches Zubehör. Die Gummilippen sind bei Verschleiß bei allen Fenstersaugern austauschbar.
 

Wie funktioniert ein Fenstersauger?

Die Funktionsweise ist bei allen Fenstersaugern gleich: Ein Elektromotor erzeugt einen Luftstrom. Dieser saugt das Schmutzwasser, das sich an der Abziehlippe aus Naturkautschuk oder Silikon sammelt, in den Fenstersauger. Dort wird es in einem Tank gesammelt. Der große Vorteil des Fenstersaugers: Das Schmutzwasser tropft nicht herunter. Das spart Arbeit und ergibt ein sauberes Ergebnis.

Und so funktioniert's: Zunächst die Fensterscheibe aus etwa 20 bis 30 cm Entfernung einsprühen, die Reinigungsflüssigkeit mit einem Textilpad verteilen und eingetrockneten Schmutz entfernen. Im zweiten Schritt wird der Sauger mit den Lippen im 45°-Winkel an die Scheibe gesetzt, über die Scheibe gezogen und dabei das Schmutzwasser abgesaugt. Im Idealfall hinterlassen die Gummilippen eine streifenfreie Oberfläche.

Heikel wird es beim Reinigen immer dann, wenn der Fenstersauger an den Boden, an Fensterbänke oder seitliche Wände stößt. Dann wird die gleichmäßige Gleitbewegung über das Glas unterbrochen. Den Fenstersauger muss man mit etwas Übung wegdrehen, ohne dass die Lippen die Scheibe verlassen.

Tipp: eine Bahn quer zu dieser Kante saugen, um Schlieren zu entfernen.

Der größte Vorteil beim Arbeiten mit den Fenstersaugern ist, dass das Schmutzwasser rückstandslos von der Glasoberfläche gesaugt wird. Die Fenstersauger sind so konstruiert, dass das Arbeiten auch vertikal oder über Kopf möglich ist, ohne dass Schmutzwasser ausläuft.

Dafür sind die Tanks mit etwa 100 ml Fassungsvermögen relativ klein und müssen immer mal wieder geleert werden. Bei den meisten Fenstersaugern ist leicht zu erkennen, wenn der Maximalstand erreicht ist.
 

Wie lange hält der Akku eines Fenstersaugers?

Die Akkulaufzeit eines Fenstersaugers liegt zwischen 30 und 35 Minuten. Im Fall des von uns getesteten AEG WX7-90 bei 90 Minuten. Eine halbe Stunde Betriebszeit reicht, um durchschnittlich 35 Fenster zu reinigen. In vielen Fällen wird das genügen, ohne den Akku nachladen zu müssen.

Trotzdem ist es gut, wenn an einer mehrstufigen Anzeige ablesbar ist, wie es um dessen Ladezustand bestellt ist. Bei dem getesteten Fenstersauger von Leifheit gibt es nur eine einstufige Betriebsanzeige ohne Hinweis zum aktuellen Ladestand.
 

1. Fenstersauger im Test: AEG WX7-90 B2B

Der AEG WX7-90 punktet vor allem mit seiner sehr langen Akkulaufzeit, der guten Verarbeitung und dem leisen Arbeitsgeräusch. Das Arbeitsergebnis und die Handhabung sind tadellos. Einzig die hakelige Verbindung des Saugaufsatzes fällt auf. Insgesamt hinterlässt der Fenstersauger von AEG einen sehr guten Eindruck. Angenehm ist, dass man beim AEG-Modell den Tank abnehmen und durch eine große Öffnung entleeren kann.

Technische Daten:

  • Breite Saugaufsätze: 290 mm / 170 mm
  • Akkutyp / -spannung: Li-Ion / 3,6 Volt
  • Akku wechselbar: nein
  • Lade- / Laufzeit: 180 min / 90 min
  • Akkuanzeige: dreistufi ge LEDs
  • Inhalt Sprühflasche: 250 ml
  • Schmutzwassertank: 110 ml
  • Gewicht: 650 g
  • Preis: um 80 Euro
  • Informationenwww.aeg.de

Positiv: sehr gute Ergebnisse, saubere und streifenfreie Oberfläche, mit 90 Minuten die mit Abstand längste Akkulaufzeit im Testfeld, leises Motorgeräusch, optionale Griffverlängerung für Gerät / Einwischer (Set ca. 40 Euro), hochwertige Verarbeitung

Negativ: hakelige Verbindung der Saugaufsätze


 

2. Fenstersauger im Test: Bosch GlassVac

Bosch brachte seinen ersten Fenstersauger erst 2018 auf den Markt. Herausgekommen ist mit dem GlassVac ein durchdachtes, kompaktes Gerät – ideal für engere Einsatzbereiche. Dazu passen der schmalste Saugkopf und ein schmaler Textil-Einwascher zur Vorreinigung enger Stellen. Hilfreich: Die Düse der Sprühflasche ist einstellbar. Sehr gut!


 

Technische Daten:

  • Breite Saugaufsätze: 266 mm / 133 mm
  • Akkutyp / -spannung: Li-Ion / 3,6 Volt
  • Akku wechselbar: nein
  • Lade- / Laufzeit: 130 min / 30 min
  • Akkuanzeige: zweistufig (rot / grün)
  • Inhalt Sprühflasche: 300 ml
  • Schmutzwassertank: 100 ml
  • Gewicht: 700 g
  • Preis: um 60 Euro
  • Informationenwww.bosch-do-it.de

Positiv: sehr gute Ergebnisse, kompaktes Gerät, gut in der Handhabung, schmalste Saugdüse im Testfeld und schmales Textilpad, gutes Verhältnis von Ladezeit zu Laufzeit des Akkus, hochwertige Verarbeitung, Sprüher der Flasche verstellbar

Negativ: keine optionale Griffverlängerung


 

3. Fenstersauger im Test: Kärcher WV 5 Premium

Als einziger Fenstersauger verfügt der WV 5 Premium von Kärcher über einen wechselbaren Akku und einen verstellbaren Randabstandshalter. Mit dem AEG ist er das leiseste Gerät. Umfangreiches Zubehör für den Fenstersauger von Kärcher ist erhältlich. Die Arbeitsergebnisse sind sehr gut.

Technische Daten:

  • Breite Saugaufsätze: 280 mm / 170 mm
  • Akkutyp / -spannung: Li-Ion / 3,6 Volt
  • Akku wechselbar: ja
  • Lade- / Laufzeit: 185 min / 35 min
  • Akkuanzeige: dreistufige LEDs
  • Inhalt Sprühflasche: 200 ml
  • Schmutzwassertank: 100 ml
  • Gewicht: 700 g
  • Preis: um 60 Euro
  • Informationenwww.kaercher.com

Positiv: sehr gute Ergebnisse, streifenfrei einstellbarer Abstandhalter zum Fensterrahmen, unterbrechungsfreies Arbeiten möglich durch Wechselakku, leises Motorgeräusch, optionale Griffverlängerung für Gerät und Textilpad (Set ca. 45 Euro), optionale Ladestation mit Zusatzakku (circa 50 Euro)

Negativ: keine Auffälligkeiten


 

4. Fenstersauger im Test: Leifheit Dry&Clean

Der Fenstersauger Dry&Clean von Leifheit liefert ähnlich gute Arbeitsergebnisse wie seine Mitbewerber. Leider wirkt sich die unsolide Verarbeitung nachteilig aus. Das Gerät schlingert in der Aufnahme der Griffverlängerung. Mit einstufiger Akkuanzeige und fehlender schmaler Saugdüse führt das nur zu einem befriedigenden Testergebnis.

Technische Daten:

  • Breite Saugaufsätze: 280 mm / (170 optional)
  • Akkutyp / -spannung: Li-Ion / 3,6 Volt
  • Akku wechselbar: Nein
  • Lade- / Laufzeit: 180 min / 35 min
  • Akkuanzeige: einstufige LED
  • Inhalt Sprühflasche: nicht enthalten
  • Schmutzwassertank: 100 ml
  • Gewicht: 700 g
  • Preis: um 55 Euro
  • Informationenwww.leifheit.de

Positiv: gutes Ergebnis beim Absaugen, saubere Oberfläche, mitgelieferte Griffverlängerung, optionale Teleskop-Griffverlängerung erhältlich für etwa 12 Euro

Negativ: Verlängerungsstange passt nicht exakt in die Aufnahme, Material nicht hochwertig, nur einstufige Akkuanzeige, schmaler Saugaufsatz (170 mm) nur optional für etwa 15 Euro


 

5. Fenstersauger im Test: Vorwerk Kobold VG 100

Durch nur einen Arbeitsgang erspart der Kobold VG 100 von Vorwerk Zeit. Eingetrocknetes muss teils noch einmal behandelt werden. Das Gerät ist durchdacht und wertig – dabei trotzdem etwas zu teuer. In eine Tankkammer kommt die Reinigungsflüssigkeit, in der anderen sammelt sich das abgesaugte Schmutzwasser. Mit einer sehr langen Ladezeit und fehlender Eignung für Flächen schmaler als 29 cm lautet das Testurteil insgesamt: gut.


 

Technische Daten:

  • Breite Saugaufsätze: 290 mm
  • Akkutyp / -spannung: Li-Ion / 7,2 Volt
  • Akku wechselbar: nein
  • Lade- / Laufzeit: 360 min / 30 min
  • Akkuanzeige: dreistufige LEDs
  • Inhalt Sprühflasche: 100 ml
  • Schmutzwassertank: gut 100 ml
  • Gewicht: 1.000 g
  • Preis: um 250 Euro
  • Informationenkobold.vorwerk.de

Positiv: Reinigung und Absaugung in einem Arbeitsdurchgang, Schnelles Arbeiten, Einfache und saubere Handhabung durch Tankkassette im Gerät, Optionale Teleskop-Griffverlängerung erhältlich (circa 60 Euro)

Negativ: minimale Arbeitsbreite 29 cm, lange Ladezeit mit 6 Stunden, Preis-Leistungsverhältnis

Tags: