Stationäre Sägen im Vergleich

Kappsägen im Test

Um Latten, Leisten und Paneele zu sägen, sind Kappsägen bei vielen Bauvorhaben nützlich. Wir unterziehen fünf Kapp- und Zugsägen einem Praxistest – dabei sind sowohl Modelle für den Einstieg als auch das professionelle Werken.

 
Kapp und Zugsägen im Test © Christian Bordes
Fünf Kapp- und Zugsägen haben wir getestet

Sie gehören in jeder Schreinerei zur Grundausstattung, doch bei Selbermachern sind Kapp-und-Gehrungs-Sägen eher selten im Bestand zu finden. Dabei sind sie die Meister des sauberen Winkelschnitts und müssen kaum mehr kosten als eine gute Bohrmaschine. Kombiniert mit einer Zugfunktion nehmen es diese Sägen mit jeder Art Brettern, Bohlen und Kanthölzern auf.

In unserem Kappsägen-Test haben wir fünf verschiedene Geräte unter die Lupe genommen. Interessant sind neben dem Preis und der gebotenen Ausstattung die Arbeitsergebnisse beim Sägen, das Handling der Maschinen sowie Kriterien wie Ergonomie und Verarbeitungsqualität der Geräte, inklusive ihrer Anbauteile.
 

Kappsägen im Test: Diese Geräte haben wir getestet

Ein Testfeld mit fünf unterschiedlichen Kappsägen: Einsteigermodelle treffen auf Sägen, die eher der Profiklasse zuzurechnen sind – für den Heimwerker mit hohen Ansprüchen. Ein unfairer Vergleich? Nein, denn besonders Letztere zeigen, was in dieser Gerätekategorie möglich ist, ob und für wen sich der höhere Preis auszahlt. Denn: Die günstigeren Kappsägen haben aufgeholt. Zugsägevorrichtungen und Ausstattung mit optischer Schneidhilfe per Laser, sowie vielfältig verstellbaren Sägeteller und -köpfe können sich sehen – und vergleichen lassen.
 

1. Bosch PCM 8 S

Die PCM 8 S von Bosch ist die kompakteste Kapp- und Zugsäge im Testfeld und kleinste in der Reihe der grünen Bosch-Produkte. Die Leistung beträgt laut Hersteller 1.200 W, ausgestattet ist die Säge mit einem Blatt mit 216 mm Durchmesser. Auffälligstes Zubehör: Tischverlängerungen sowie vier an den Sägetisch ansteckbare oder frei auf der Werkbank (oder Fußboden) positionierbare Werkstückauflager.

Technische Daten:

  • Leistungsaufnahme: 1.200 W
  • Sägeblattdurchmesser: 216 mm
  • Schnittleistung 0°: 65 x 220 mm
  • Schnittleistung 45°: 65 x 150 mm
  • Abmessungen B x H x T: 690 x 300 x 600 mm
  • Gehrungswinkel: 48° links / 48° rechts
  • Neigungswinkel (Sägekopf): 45° links
  • Hinterschnitt: ja (Sägetisch)
  • Geschwindigkeit regelbar: nein
  • Kabellänge: 2,5 m
  • Gewicht circa: 11 kg
  • mitgeliefertes Zubehör: Staubsack, Sägeblatt, Tischverbreiterungen (Quader, frei positionierbar), Materialklemme
  • optionales Zubehör: Untergestell PTA 2400, circa 120 Euro
  • UVP / Straßenpreis circa: 299 Euro / 230 Euro
  • Besonderheiten: Laserstrahl links oder rechts zuschaltbar, Tiefenanschlag mit Schnellverstellung (zum Sägen von Nuten), universelle Sägetischverlängerung
  • Das fiel noch auf: geringes Gewicht, für stationären und mobilen Einsatz geeignet, Schnitthöhe und -tiefe gering

Positiv:

  • leichte Säge mit geringen Abmessungen, gut für den mobilen Einsatz
  • ​Bedienbarkeit gut, anständige Mechanik, solide gefertigt
  • Motor läuft weich an

Negativ:

  • Gradteilung Sägeteller und -kopf etwas ungenau, Sägekopf schwenkt nur in eine Richtung
  • Spannzwinge schwach
  • Gelegentliche Nachjustage am Laser notwendig

Fazit:

Kompakt, leicht und ausreichend Leistung – die PCM 8 S ist ein überlegenswertes Angebot, wenn es nicht auf die allerletzte Präzision ankommt. Das Sägen von Weich- und Harthölzern gelingt problemlos, saubere Schnittflächen inklusive. Klug sind die Kunststoffquader zur Erweiterung des Sägetisches. Wer häufig unterwegs ist, bekommt hier eine leichte und kompakte Säge. Testnote: Gut.
 

2. Festool KS 60 E-Set

Ein Heimwerker- oder doch eher ein Profi-Tool? Die kleinste Kappsäge von Festool ist auch für ambitionierte Do-it-Yourselfer eine Option. Die Leistungsaufnahme ist mit 1.200 W angegeben, der Sägeblattdurchmesser beträgt 216 mm. Das uns zur Verfügung gestellte Set hat gegenüber der Standardversion KS 60 E einige Extras wie eine Schmiege und Arbeitslicht am Sägeblatt.

Technische Daten:

  • Leistungsaufnahme: 1.200 W
  • Sägeblattdurchmesser: 216 mm
  • Schnittleistung 0°: 60 x 305 mm
  • Schnittleistung 45°: 60 x 215 mm
  • Abmessungen B x H x T: 661 x 430 x 475 mm
  • Gehrungswinkel: 60° links / 60° rechts
  • Neigungswinkel (Sägekopf): 47° links / 46° rechts
  • Hinterschnitt: ja (Sägetisch und -kopf)
  • Geschwindigkeit regelbar: ja
  • Kabellänge: 3,7 m
  • Gewicht circa: 18 kg
  • mitgeliefertes Zubehör: integrierte Tischverbreiterungen, Materialklemme, Sägeblatt, Schmiege
  • optionales Zubehör: Untergestell UG-KS 60, circa 430 Euro
  • UVP / Straßenpreis circa: 905 Euro / 650 Euro
  • Besonderheiten: Kabelaufwicklung, Winkelschmiege, Schnitttiefenbegrenzung, LED-Schlaglicht für Schnittlinie (Anzeige auch auf der Stirnkante) beidseitige Gehrungsschnitte bis 60°
  • Das fiel noch auf: hochwertig verarbeitet, feinmechanisch exzellent, kluges Bedienkonzept

Positiv:

  • fertigungstechnisch und ergonomisch herausragend
  • exzellente Einstellmöglichkeiten
  • perfekt maßhaltige, gradgenaue und saubere Sägeschnitte
  • Drehzahlregelung (fürs Sägen von Kunststoffen und NE-Metallen)
  • Position des Antriebs ermöglicht gute Sicht auf das Sägeblatt
  • Sehr gute, zuschaltbare Beleuchtung des Arbeitsbereichs

Negativ:

  • sehr hoher Preis

Fazit:

In allen Parametern ist die Festool-Kappsäge ein Gewinner, ein feinmechanisches Prachtstück mit allem, was Präzisionsliebhaber glücklich macht. Aber: Auch wenn es sich um die kleinste Festool handelt, würde ein größeres Sägeblatt den Käufer noch glücklicher machen. Bei 60 mm Schnitthöhe ist so leider schon Schluss. Wermutstropfen: Mit über 600 Euro ist die überragende Festool kein Schnäppchen. Testnote: Sehr gut.
 

3. Makita LS1018L

Eine imposante Erscheinung – die Kappsäge Makita LS1018L hat ein Sägeblatt mit einem Durchmesser von 260 mm und spart nicht an Material: Aluminium, Kunststoff und Stahl summieren sich zu einem Gesamtgewicht von etwa 20 kg. Allein der mächtige Sägetisch dürfte schon einen erheblichen Anteil dazu beitragen. Die Leistung der Kappsäge gibt der Hersteller mit 1.430 W an.

Technische Daten:

  • Leistungsaufnahme: 1.430 W
  • Sägeblattdurchmesser: 260 mm
  • Schnittleistung 0°: 91 x 310 mm
  • Schnittleistung 45°: 91 x 220 mm
  • Abmessungen B x H x T: 825 x 536 x 633 mm
  • Gehrungswinkel: 47° links / 60° rechts
  • Neigungswinkel (Sägekopf): 45°links / 45° rechts
  • Hinterschnitt: ja (Sägetisch und -kopf)
  • Geschwindigkeit regelbar: nein
  • Kabellänge: 2 m
  • Gewicht circa: 20 kg
  • mitgeliefertes Zubehör: Staubsack, Sägeblatt, Einstelldreieck, integrierte Tischverbreiterungen, Materialklemme, Steckschlüssel
  • optionales Zubehör: Untergestell DEAWST06, circa 150 Euro
  • UVP / Straßenpreis circa: 575 Euro / 365 Euro
  • Besonderheiten: hochwertig verarbeitet, Kabelaufwicklung, integrierte Tischverbreiterungen, Laseranzeige für Schnittkante
  • Das fiel noch auf: hochwertig verarbeitet, feinmechanisch exzellent, Betrieb des Lasers mit Batterien, starker Antrieb

Positiv:

  • Sägetisch und Aufnahme des Sägekopfs feinmechanisch top
  • maßhaltige, gradgenaue und saubere Sägeschnitte
  • präzise Skalierung
  • großes Sägeblatt, Schnittleistung bis maximal 91 x 310 mm

Negativ:

  • Betrieb der Laser-Einstellhilfe mit Batterien
  • Erweiterung des Sägetisches (Stahlbügel) sollte funktionaler und wertiger sein

Fazit:

Die mächtigste Kappsäge hält, was sie verspricht. Führung und Einstellbasis des Sägekopfs sowie Sägetisch sind passgenau gefertigt, mit präziser Skalierung und satt einrastenden Fixpunkten. So gelingen präzise Schnitte in Holz und Holzwerkstoffen. Die Schubstangen laufen ruckelfrei, nur die Verlängerung des Sägetisches passt nicht zur ansonst sehr hochwertigen Erscheinung. Testnote: Sehr gut.
 

4. Metabo KGS 216M

Die Kapp- und Zugsäge Metabo KGS 216M ist eine kompakte Vertreterin der großen Metabo-Familie. Die Säge ist mit einem Universal-Sägeblatt mit 216 mm Durchmesser ausgestattet, die Leistung gibt Metabo mit 1.500 W an. Mit stattlichen 14 kg kann sie gerade noch ohne größere Probleme über die Baustelle oder zum Auto getragen werden.

Technische Daten:

  • Leistungsaufnahme: 1.500 W
  • Sägeblattdurchmesser: 216 mm
  • Schnittleistung 0°: 65 x 305 mm
  • Schnittleistung 45°: 65 x 205 mm
  • Abmessungen B x H x T: 760 x 340 x 475 mm
  • Gehrungswinkel: 47° links / 47° rechts
  • Neigungswinkel (Sägekopf): 47° links / 2° rechts
  • Hinterschnitt: ja (Sägetisch und -kopf)
  • Geschwindigkeit regelbar: nein
  • Kabellänge: 2 m
  • Gewicht circa: 14 kg
  • mitgeliefertes Zubehör: Staubsack, Sägeblatt, integrierte Tischverbreiterungen, Materialklemme, Werkzeug für Sägeblattwechsel
  • optionales Zubehör: Maschinentisch UMS, circa 90 Euro, und KSU 40 (Trolley-Funktion), circa 190 Euro
  • UVP / Straßenpreis circa: 299 Euro / 180 Euro
  • Besonderheiten: integriertes Arbeitslicht, Anzeige Schnittlinie auch auf Stirnkante, integrierte Tischverbreiterungen, Kabelaufwicklung
  • Das fiel noch auf: Betriebsgeräusch hoch, harter Anlauf des Motors

Positiv:

  • präzise Anzeige des Schnittverlaufs, auch an der Stirnkante
  • gutes, zuschaltbares Arbeitslicht
  • Spannklemme mit Schnellverstellung fixierbar

Negativ:

  • Lauf der Schubstangen etwas rau
  • Sägetisch etwas schwergängig
  • harter Anlauf des Antriebs
  • Schnittflächen mit Sägespuren

Fazit:

Die kleinste Kappsäge von Metabo präsentiert sich als wertiges Elektrowerkzeug ohne Allüren: Das Bedienkonzept durchdacht, alle Hebel und Schalter gut erreichbar, die präzise Laseranzeige projiziert den Schnittverlauf auch auf die Stirnkante. Schubstangen und Sägetisch dürften leichtgängiger sein. Die allerletzte Präzision beim Sägeschnitt fehlt, aber das ist verschmerzbar. Testnote: Gut.
 

5. Scheppach HM100LXU

Das Sägeblatt der HM100LXU misst 254 mm, dabei ist die Kappsäge von Scheppach aber etwas kompakter als die Makita – ein Pluspunkt für die Säge. Die Ausstattung: optische Schnitthilfe per Laser, ein Universal-Sägeblatt, Tischverbreiterungen, Staubsack und Materialklemme. Die Leistungsaufnahme gibt Scheppach mit 2.000 W an, das Gewicht liegt bei 16 kg.

Technische Daten:

  • Leistungsaufnahme: 2.000 W
  • Sägeblattdurchmesser: 254 mm
  • Schnittleistung 0°: 78 x 330 mm
  • Schnittleistung 45°: 78 x 240 mm
  • Abmessungen B x H x T: 800 x 535 x 575 mm
  • Gehrungswinkel: 47° links / 47° rechts
  • Neigungswinkel (Sägekopf): 45° links
  • Hinterschnitt: ja (Sägetisch)
  • Geschwindigkeit regelbar: nein
  • Kabellänge: 1,5 m
  • Gewicht circa: 16 kg
  • mitgeliefertes Zubehör: Staubsack, Sägeblatt, integrierte Tischverbreiterungen, Materialklemme
  • optionales Zubehör: Untergestell UMF1600, circa 100 Euro
  • UVP / Straßenpreis circa: 199 Euro / 135 Euro
  • Besonderheiten: Laseranzeige für Schnittlinie, Mechanik des Sägeblattschutzes erschwert das Absenken des Sägekopfs
  • Das fiel noch auf: Verarbeitung und Bedienung problematisch (Sägekopf, Sägetisch), Betrieb des Lasers mit Batterien

Positiv:

  • günstigste Kapp- und Zugsäge im Testfeld
  • großes Sägeblatt mit 254 mm Durchmesser

Negativ:

  • Sägeschnitte ungenau, Schnittflächen unsauber
  • harter Anlauf des Motors mit Rückschlag im Bediengriff
  • Skala des Sägetellers schwer lesbar, Rastung zu ungenau
  • großer Widerstand beim Senken des Sägekopfs

Fazit:

Die günstigste Kappsäge ist das Schlusslicht des Felds – es mangelt an Präzision und der enorme Widerstand beim Senken des Sägekopfes verunsichert beim Arbeiten mit der Kappsäge. Der harte Anlauf des Antriebs führt zu einem Rückschlag, der sich als Nickbewegung im Handgriff zeigt. Die Rastpunkte am Sägetisch sind „schwammig“, die Sägeschnitte ungenau. Testnote: Ausreichend.
 

Kappsägen im Test: Das ist uns aufgefallen

Bei jedem großen Test ist der erste Schritt in die Praxis die Funktionsprüfung der Werkzeuge und die Suche nach den Besonderheiten – den guten wie den weniger guten. Diese Punkte sind uns bei unserem Kappsägen-Test aufgefallen:

  • Die Koffer des Festool-Systems (Systainer, optional) sind in gleicher Höhe wie der Sägetisch und dienen als Auflager
  • ​Die Auflageklötze aus Kunststoff lassen sich bei Bosch miteinander und mit dem Sägetisch verbinden sowie frei positionieren
  • Bei Makita und Scheppach wird die Anzeige der Schnittlinie durch Batterien gespeist – keine überzeugende Idee
  • Der Schalter für die Anzeige der Schnittlinie sollte am Bediengriff, nicht hinter dem Sägeblatt platziert sein, wie bei Scheppach
  • Die kleine Standfläche der kompakten Bosch wird durch einen einsteckbaren Stahlbügel vergrößert und sorgt für mehr Sicherheit
  • Bei Festool und Metabo wird die Sägelinie oben und sogar an der Front abgebildet, was eine Hilfe bei Schrägschnitten ist
  • Mit der Schmiege kann man bei der Kappsäge von Festool einen Winkel abnehmen und als Einstellhilfe beim Leistenschnitt nutzen

 

Kappsägen kaufen: Auf was kommt es an?

Welche Kappsäge in die heimische Werkstatt wandert und wie viel Geld man dafür anlegt, entscheiden neben dem Preis die Einsatzhäufigkeit und der Zweck, für den man die Kappsäge braucht. Hier haben wir die Kriterien zusammengefasst, die Ihnen die Kaufentscheidung bei Kappsägen erleichtern.

  • Leistung: Mindestens 1.000 W sollten es sein. Doch die Leistungsaufnahme alleine sagt nicht viel über die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Säge aus. Entscheidend ist auch die Qualität aller beweglichen Teile, vom Antrieb bis zu den Lagern.
  • Schnittbreite und Schnitthöhe: Zwei der wichtigsten Kriterien bei einem Sägenkauf. Wer Gartenpavillon und Dachausbau bewältigen möchte, sollte die Säge wählen, die dazu passt: eine maximale Schnitthöhe von 60 mm kann dann schnell zu wenig sein.
  • Sägeblatt: Die Güte eines Sägeschnitts hängt stark von der Qualität des Sägeblatts ab. Alle Sägen haben als Erstausstattung ein Universal-Sägeblatt, das vielen Aufgaben gewachsen ist. Fürs Sägen furnierter Oberflächen ist ein Feinzahn-Sägeblatt eine kluge Anschaffung.
  • Arbeitslicht und Schnitthilfe: Schnitthilfe, LED, Laser oder Arbeitslicht erleichtern den passgenauen Zuschnitt. Die Ein-/Aus-Schalter sollten problemlos erreichbar sein, bestenfalls in unmittelbarer Nähe der anderen Bedienelemente.
  • Anschlag und Spannklemme: Die Anschlagschiene muss perfekt ge- und verarbeitet sein, denn hier werden Latte und Leiste beim Kappschnitt angelegt. Eine Spannklemme sichert das Werkstück gegen das Verrutschen beim Arbeiten.
  • Sicherheitsschalter: Die Säge startet, wenn Taster und eine mechanische Entriegelung zusammen betätigt werden. Bei manchen Geräten sind es sogar drei Bedienelemente, die aktiviert sein wollen – das klappt erstaunlich gut. Beim Loslassen des Tasters wird das Blatt gebremst.
  • Auflager für Schnittgut: Je nach Beschaffenheit flattern auch bei kurze Leisten und Paneele beim Sägen die Enden. Ein Sägetisch mit ausziehbaren Seitenteilen hilft etwas, bei längeren Werkstücken sind Stative nötig.
  • Verstellbarer Sägetisch: Winkelschnitte in der Horizontalen erreicht man durch Drehen des Sägetisches nach links oder rechts. Das sollte leicht und präzise geschehen, der mittels Skala eingestellte Wert korrekt sein. Mit einer Einstellung von mehr als 45 Grad sind Hinterschnitte möglich.
  • Neigbarer Sägekopf: Mit der Neigung gelingen Schrägschnitte aus der Vertikalen. Einfache Modelle lassen sich in eine Richtung schwenken, komfortablere zu beiden Seiten – eine Arbeitserleichterung. Die Verstellung sollte einfach sein, der auf der Skala eingestellte Wert stimmen.
  • Zugfunktion: Indem Sägekopf und Sägeblatt auf den Führungsschienen gleiten, erweitert sich der zu sägende Bereich beträchtlich. So werden Kappschnitte an breiteren Leisten und Paneelen möglich, die eine reine Kappsäge nicht leistet.
  • Spindelarretierung: Gegen ungewolltes Drehen des Sägeblatts beim Ein- oder Ausbau sichert eine mechanische Sperre das Blatt. Nach dem Loslassen der Betätigungstaste dreht das Blatt wieder ungehindert.
  • Absaugstutzen: Es gibt ihn mit Anschluss für ein passives oder aktives System (Staubfangsack oder Werkstattsauger). Ein Staubfangsack kann nur eine Behelfslösung sein, eine Anbindung mittels Adapter an den Werkststattsauger ist unbedingt angeraten.
  • Kabelaufwicklung: Es ist leider kein Standard, dass man das Netzkabel an dem Gerät aufwickeln kann. Beim Transport oder Lagern im Schrank stört ein umherfliegendes Kabel. Bei Sägen ohne Vorrichtung helfen eventuell Kabel-Clips aus dem Baumarkt.
  • Geschwindigkeitsregler: Der Standard bei vielen Geräten ist der Lauf auf Fest- und/oder Maximaldrehzahl. Materialien wie Acryl und andere Kunststoffe lassen sich mit reduzierter Drehgeschwindigkeit besser bzw. überhaupt erst trennen. Eine Regelung der Drehzahl beim Sägen ist hilfreich.
  • Haltegriffe: Einige Sägenhersteller verweisen darauf, dass ihre Systeme auch für den mobilen Einsatz geeignet seien. Gut platzierte Griffe (etwa bei Metabo und Festool) erleichtern den Transport, aber angesichts der Gewichte und der Abmessungen gerät das Tragen der Maschinen eher zu einem Kraft- und Geschicklichkeitstraining.
  • Preis: Wer nur gelegentlich mal ein paar Bretter rechtwinklig abschneiden will, der kommt mit einer preisgünstigen Säge gut zurecht. Sinnvoll ist es, noch ein besseres Sägeblatt zu kaufen, um auch in beschichtetem Material ausrissfreie Schnitte zu machen. Für durchschnittliche Selbermacher lohnt die Anschaffung einer „Mittelklasse- Säge“, denn hier garantieren Verarbeitung und Grundausstattung lange Zeit Spaß am Arbeiten mit dem Werkzeug.

Quellen: Angaben der Hersteller, Recherchen der Redaktion; Straßenpreise ermittelt bei verschiedenen Anbietern im ersten Halbjahr 2018 (als Straßenpreise werden die abweichend von den Preisempfehlungen der Hersteller die im Handel verlangten Preise bezeichnet). Alle in diesem Test gezeigten Sägen wurden uns von den Herstellern für die Dauer der Produktion zur Verfügung gestellt.

Bilder: Christian Bordes

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