Dachausbau

Dachflächenfenster einbauen: Es werde Licht!

Dachflächenfenster einbauen ist die Königsdisziplin im Dachausbau. Noch dazu, wenn es ein so großes Modell ist, wie in unserem Fall. Da ist sogar fachkundige Unterstützung angesagt – ganz ohne geht es nicht.

 
Dachfenster einbauen © Bordes
Ein modernisierter Dachraum kann sich sehen lassen!

Haben Sie zu kleine Dachfenster? Dann ist unsere Maxi-Lösung genau das Richtige für Sie. Aber Achtung: Die für den Dachraum so wichtige Lichtgestaltung durch den Einbau von Dachflächenfenster können Sie zwar genauestens planen, durchführen sollte es aber zumindest in Teilen der Profi – also Dachdecker oder Zimmerer.

Natürlich dürfen Sie in Ihrem Dachgeschoss machen, was Sie wollen, allerdings übernimmt der Hersteller der Dachfenster, in unserem Fall „Cabrio“ von Velux, nur dann die komplette Gewährleistung, wenn das Fenster nachgewiesenermaßen von einem geschulten Profi aus dem Fach eingebaut wurde.

Das „Cabrio“ ist mit seinen Maßen 94 x 225 cm ein wahres Einfallsstor für das Tageslicht, und allein seine Anwesenheit verändert einen Dachraum total. Übrigens: Der Einbau eines Dachflächenfensters, egal welcher Größe, braucht keine Genehmigung.

Beim „Cabrio“ ist der Einbau ganz besonders knifflig, weil die Fensterlösung aus zwei getrennt bedienbaren Fenstereinheiten – einem größeren und einem kleineren – besteht, die zu einem ansehnlichen Mini-Balkon ausgeklappt werden können. Also – lassen Sie sich beim Fenstereinbau vom Profi helfen. Den Rest, ob Vor- oder Nacharbeiten, können Sie dann wieder getrost selber machen.
 

Dachfenster: Was ist beim Einbau zu beachten?

Es lauern aber ein paar Tücken: Eine Gipsbauplatte wiegt zwischen 10 und 12,5 kg pro Quadratmeter, je nach Dachflächengröße kommen schon mal ein paar Tonnen zusammen. Grundsätzlich sollten Sie Ihren Dachraum vor den Arbeiten also mit einem Statiker untersuchen, der den Zustand und die Dimensionierung der Dachhölzer in Augenschein nimmt. Wenn dieser grünes Licht gibt, können Sie loslegen. Einen Helfer werden Sie mindestens brauchen – Sie wissen schon, die Platten sind schwer.

Hinweis: Dämmwolle aus den 70er-Jahren zu entfernen ist wahrlich kein Spaß, vor allem weil sie oft mit allerlei Alufolien oder sonstigen Bahnen kaschiert ist. Aber da müssen Sie durch! Natürlich nur mit Atemmaske gegen Faserstäube. Die gute Nachricht: Die modernen Mineralfaser matten und -rollen für den Einbau jucken erheblich weniger. Alte Dämmmatten sollten Sie für den Abtransport in spezielle Fasersäcke packen.
 

Dachfenster einbauen: Holz oder Kunststoff?

Für die Bauart des Dachflächenfensters gilt das Gleiche wie für andere Fenster: Holz ist schön, aber pflegeaufwendig, es muss in regelmäßigen Abständen abgeschliffen und neu mit einem Schutzanstrich versehen werden. Besonders die Außenseite braucht am besten jährliche Pflege.

Je nach gewünschter Größe der Fensterfläche lässt sich der von der Energiesparverordnung geforderte U-Wert von 0,24 W/m2K für die Gesamtdachfläche nur mit gedämmten Fenstermodellen erreichen. Dreifachverglasung und der vertiefte Einbau sind dazu nötig.

Für eine Förderung von der KfW-Bank, beispielsweise für eine energetische Komplettsanierung Ihres Hauses, sollte das Fenster einen U-Wert von 1,0 W/m2K nicht überschreiten. Außerdem sind die feuchteempfindlichen Holzrahmen für ein Badezimmer nicht unbedingt die erste Wahl.

Kunststoff wiederum ist nahezu unkaputtbar und heutzutage auch in täuschend echter Holzoptik erhältlich. PVC-Fensterrahmen sind wasserfest und pflegefrei, abgesehen von gelegentlichem Säubern mit einem feuchten Lappen. Beide Fensterarten gibt es natürlich auch in unterschiedlich stark gedämmten Ausführungen, und hier sollten Sie nicht sparen.
 

Dachflächenfenster: Austausch leicht gemacht

Dachflächenfenster, die vor 1991 eingebaut wurden, lassen sich noch gut austauschen. Zudem können Sie dadurch Ihre Wärmedämmung, Ihren Sonnenschutz und Ihre Lichtausbeute enorm verbessern. Hersteller wie Velux bieten Komplettlösungen an, die auch für Fenster anderer Hersteller passend sind.

An der Innenseite des Flügels finden Sie das Typenschild Ihres alten Dachfensters. Darauf können Sie erkennen, welches Fenster Sie nachbestellen können bzw. online auf der Herstellerseite herausfinden, was sich als Ersatz eignet.

 

1. Dachfenster einbauen: Die Vorbereitungen

Los geht’s: Im ersten Schritt wird die Dachöffnung vergrößert. Dazu rücken Sie der Dachhaut mit der Kettensäge zu Leibe. 

Ein Experte übernimmt die wichtigsten Schritte des Fenstereinbaus. Besonders wenn es an die Arbeiten an der Dachkonstruktion geht. Die helfende Hand des Selbermachers ist zur Unterstützung gefragt.

  1. Innenfutter entfernenInnenfutter entfernen© Bordes

    Innenfutter entfernen

    Das Innenfutter des alten Fensters entfernen Sie. Genauso die Fensterbank, die nicht mehr den heutigen Einbauregeln entspricht.
  2. Öffnung ausschneidenÖffnung ausschneiden© Bordes

    Öffnung ausschneiden

    Die mindestens 94 cm breite Öffnung plus 5 cm für den Abdeckrahmen des „Cabrio” werden mit der Kettensäge herausgeschnitten.
  3. Konterlattung herausschneidenKonterlattung herausschneiden© Bordes

    Konterlattung herausschneiden

    Die alte Konterlattung (hier Bretter) muss ebenfalls herausgeschnitten werden, damit man an den Fensterrahmen herankommt.
  4. Lattung und Dämmung entfernenLattung und Dämmung entfernen© Bordes

    Lattung und Dämmung entfernen

    Nachdem die Lattung und Dämmung entfernt sind, ist auch die gesamte Rahmenlänge (252 cm) bereit für den nächsten Schritt.
  5. Rahmen entfernenRahmen entfernen© Bordes

    Rahmen entfernen

    Der alte Rahmen lässt sich leichter heraus - nehmen, wenn er eingeschnitten wird. Das geht erst, nachdem der Fensterflügel draußen ist.
  6. Bleischürze und Dachziegel entfernenBleischürze und Dachziegel entfernen© Bordes

    Bleischürze und Dachziegel entfernen

    Entfernen Sie anschließend die Bleischürze und die Dachziegel. Die Ziegel nicht wegwerfen, einige brauchen Sie später noch.
  7. Fensterflügel herausnehmenFensterflügel herausnehmen© Bordes

    Fensterflügel herausnehmen

    Ist der äußere Eindeckrahmen komplett entfernt, lässt sich der Fensterflügel im Ganzen herausnehmen.
  8. Länge messen und zuschneidenLänge messen und zuschneiden© Bordes

    Länge messen und zuschneiden

    Die Länge von außen messen und zu schneiden. Damit später das Innenfutter gerade sitzt, muss die Öffnung 20 cm länger sein als der Rahmen.
  9. Öffnung im DachÖffnung im Dach© Bordes

    Öffnung im Dach

    Nachdem die alten Wechsel mit der Kettensäge entfernt sind, ist die Öffnung nun durchgängig und bereit für das neue Fenster.

 

2. Dachfenster einbauen: Einsetzen des neuen Fensters

In die durchgängige Öffnung wird nun das neue Fenster eingepasst. Dabei helfen neue Sparren und Wechsel. Bis zum ausklappbaren Mini-Balkon ist es jetzt nicht mehr weit.

  1. Sparren und Wechsel einsetzenSparren und Wechsel einsetzen© Bordes

    Sparren und Wechsel einsetzen

    Neue Sparren und Wechsel werden in den Ausschnitt eingefügt. Schrauben und verzinkte Stahlwinkel fixieren die Verbindungen
  2. Dachlatten verlängernDachlatten verlängern© Bordes

    Dachlatten verlängern

    Die fehlenden Dachlatten werden bis zum neuen Sparren angestückelt und per Säbel- oder Kettensäge auf genaue Länge gekürzt.
  3. FensterrahmenFensterrahmen© Bordes

    Fensterrahmen

    Nach dem ersten Außenrahmen folgen der untere und dann der obere Fensterrahmen. Bretter halten den geteilten Rahmen im Winkel.
  4. Alte Dachziegel zuschneidenAlte Dachziegel zuschneiden© Bordes

    Alte Dachziegel zuschneiden

    Einige der vorher entnommenen und aufbewahrten alten Dachziegel schneiden Sie mit dem Trennschleifer auf das neue passende Maß zu.
  5. Dachfläche eindeckenDachfläche eindecken© Bordes

    Dachfläche eindecken

    Die Dachfläche lässt sich mit den zugeschnittenen Ziegeln wieder lückenlos bis an das neue Fenster heran eindecken.
  6. Oberer FensterflügelOberer Fensterflügel© Bordes

    Oberer Fensterflügel

    Der obere Fensterflügel wird als letztes Element eingesetzt. Die Schienen der Brüstung werden je nach Dachwinkel etwas eingekürzt.
  7. SicherungsstifteSicherungsstifte© Bordes

    Sicherungsstifte

    Die Sicherungsstifte des Fensters rasten ein, wenn der Flügel richtig sitzt. Schon sind die Außenarbeiten des Einbaus geschafft.

 

3. Dachfenster einbauen: Innenverkleidung

Die Innenverkleidung in Eigenregie zu erstellen, ist nicht so schwer wie Sie vielleicht denken. Der nächste Schritt ist jedoch – wie das gesamte Projekt – etwas für fortgeschrittene Selbermacher. Das Innenfutter der Dachfenster wird in der Regel aus den gleichen Gipsplatten hergestellt wie der Rest der Beplankung. Einige Hersteller bieten auch passende Innenfutter für ihre Fenster an, die Sie noch an Ihre Gegebenheiten anpassen müssen.

So auch in unserem Beispiel: Das „Cabrio“-Dachfenster von Velux enthält vorgefertigte Elemente, die sich in ein paar Arbeitsschritten an unsere Dachneigung anpassen lassen. Die Anleitung des Herstellers ist dabei aber dennoch sehr hilfreich, denn die Arbeit ist etwas trickreich.

Hinweis: Ein Pendel auf der Dachschrägenschablone vom Hersteller zeigt Ihnen den Winkel an, in dem Sie die Seitenteile der beiden Innenfutter abschneiden müssen. Die Winkel sind in unterschiedliche Bereiche (1–4) eingeteilt, das erleichtert das Maßnehmen und den Zuschnitt.

  1. PendelPendel© Bordes

    Pendel

    Das Pendel gibt den Winkel vor.
  2. Schablone zuschneidenSchablone zuschneiden© Bordes

    Schablone zuschneiden

    Mit der Schere schneiden Sie die Schablone entlang der Perforation an der Stelle ab, die Sie mit dem Pendel vorher bestimmt haben.
  3. RahmenklammernRahmenklammern© Bordes

    Rahmenklammern

    Die Rahmenklammern in die Nut des Rahmens schrauben. Für unser Fenster benötigen wir vier pro Seite. Die genaue Position ist markiert.
  4. Seitenteile zuschneidenSeitenteile zuschneiden© Bordes

    Seitenteile zuschneiden

    Die Seitenteile auf der Rückseite mit dem mit der Schablone gemessenen Winkelbereich anzeichnen und vorsichtig mit der Stichsäge zuschneiden.

 

4. Dachfenster einbauen: Innenrahmen zusammensetzen

Genaues Arbeiten ist beim Zusammenbau der Innenverkleidung gefragt. Beim Sägen und Verschrauben außerdem mit ein wenig Fingerspitzengefühl herangehen, das Material ist sehr dünn und sollte nicht verkratzen.

  1. Klammer-VerbindungenKlammer-Verbindungen© Bordes

    Klammer-Verbindungen

    Die Gegenstücke zu den bereits eingesetzten Klammern schlagen Sie mit dem Hammer in die markierten Stellen der beiden Seitenteile.
  2. InnenfutterInnenfutter© Bordes

    Innenfutter

    Das längere Innenfutter des „Cabrio“ setzen Sie aus den rechtwinklig auf die passende Länge zugeschnittenen Seitenteilen zusammen.
  3. Winkelschnitt prüfenWinkelschnitt prüfen© Bordes

    Winkelschnitt prüfen

    Den Winkelschnitt und die Lage der Halteklammern überprüfen Sie, indem Sie Ihr Seitenteil in die Nut des Fensters schieben.
  4. Kopf- und FußteilKopf- und Fußteil© Bordes

    Kopf- und Fußteil

    Kopf- und Fußteil schneiden Sie erst nach dem Zusammenbau der insgesamt sechs Rahmenteile auf die erforderliche Tiefe ab.
  5. BlendrahmenBlendrahmen© Bordes

    Blendrahmen

    Den Blendrahmen setzen Sie zum Schluss einfach aus einzelnen Elementen auf und fixieren diese mit Hilfe kleiner Winkel an den Seitenteilen.
  6. Innenfutter einrastenInnenfutter einrasten© Selbermachen

    Innenfutter einrasten

    Nach einem hörbaren Einrasten sitzt das Innenfutter richtig. Bis die Position genau stimmt, sind eine ruhige Hand und etwas Geduld gefragt.

 

Wichtig: Dachfenster müssen luftdicht sein

Gerade in Fensterlaibungen von Dachflächenfenstern entstehen häufig Wärmebrücken, und der Schimmel ist früher oder später zur Stelle. Grund dafür ist oft ein mangelhafter nicht luftdichter Anschluss der Dampfbremsfolie an die Dachfenster. Zum Fenster passende Dampfbremsschürzen bieten Ihnen die Möglichkeit, den Anschluss selbst zu machen, allerdings ist hier Sorgfalt gefragt. Das gilt besonders für den Umgang mit dem Cutter.

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