DIY als Mieter: Das ist erlaubt

Mieter können in der Wohnung frei schalten und walten, so lange sie sämtliche Änderungen problem- und rückstandslos wieder rückgängig machen können, keine bleibenden Schäden entstehen und die Nachbarn durch die Arbeit nicht erheblich gestört werden. Populäre Beispiele, die Sie in Angriff nehmen dürfen, finden Sie hier.

 
Das Ersetzen einer Badewanne geht nicht ohne Weiteres. © Danebrock
Das Ersetzen einer Badewanne geht nicht ohne Weiteres.

 

Das ist erlaubt: 

Achtung: Nur, dass Sie es selber machen dürfen, heißt nicht, dass Sie vorher nicht die mit dem Vermieter sprechen sollten. Generell gilt: Ein Vorabgespräch kann nie schaden. Wer weiß, vielleicht hat er sogar den einen oder anderen guten Tipp auf Lager.

Satellitenschüssel installierenSatellitenschüssel
Für die Installation einer Satellitenschüssel an der Hausfassade brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters. Stellen Sie die Schlüssel stattdessen unauffällig auf den eigenen Balkon, ist die Zustimmung des Vermieters nicht notwendig. Alternativ-Tipp: TV per Internet.

Streichen
Bei der Wahl der Farbe für Ihre Wände haben Sie volle Freiheit. Aber: Der Mietvertrag kann vorsehen, dass sich die Wohnung bei Auszug in einem farblich neutralen Zustand befindet. In diesem Fall müssten Sie die bunte Farbe überstreichen – am besten mit weißer Farbe.

Löcher bohrenLöcher bohren
Sie dürfen ohne Zustimmung Löcher bohren, beispielsweise um Regale an der Wand zu befestigen. Beim Auszug kann der Vermieter allerdings verlangen, dass Sie die Löcher fachgerecht verschließen, etwa mit Moltofill (Dübel sollten Sie vorher entfernen, ggf. hilft ein Korkenzieher).

Boden verlegen

Auf alt kommt neu: Wollen Sie auf einen Bodenbelag einen weiteren legen, können Sie das tun. Aber Vorsicht: Der Vermieter kann beim Auszug auf die rückstandslose Entfernung des neuen Belags inklusive der Klebespuren bestehen. Am besten also vorher Rücksprache halten.

Küche einbauen

Sie dürfen eine neue Küche einbauen oder eine vorhandene austauschen. Die vorhandene Küche müssten Sie aufbewahren und nach dem Auszug wieder einbauen. Zudem hätten Sie keinen Anspruch darauf, dass der Vermieter die neue Küche übernimmt. Ein klärendes Gespräch hilft.

Zwischendecke

Der Einbau einer aus Nut- und Federbrettern oder Gipskartonplatten bestehenden Zwischendecke, etwa im Flur, oder eines Hochbodens in einem Giebel, ist ohne Zustimmung des Vermieters erlaubt. Aber auch hier gilt: Beim Auszug kann der Vermieter auf Demontage bestehen.
 
  

 

Holzarbeiten

Sie möchten Ihre Wohnung gemütlicher gestalten? Holzregale, -vertäfelungen und -verkleidungen dürfen Sie anbringen, sofern die Feuersicherheit des Gebäudes dadurch nicht verschlechtert wird. Auch hier kann der Vermieter einen Rückbau verlagen.

Einbauschrank

Ist die Wohnung eng und verwinkelt, dürfen Sie ohne Zustimmung des Vermieters einen oder mehrere Einbauschränke anfertigen und einbauen. Allerdings dürfen Sie nicht davon ausgehen, dass die der Ver- oder Nachmieter bei Auszug übernimmt.
 
 
 
  
 

Waschmaschine

Kein Platz in der Küche oder gar kein Anschluss vorhanden? Auf einen Waschmaschinenanschluss haben Sie als Mieter keinen rechtlichen Anspruch. Laut Berliner Mietverein steht Ihnen aber zu, auf eigene Kosten einen legen zu lassen – aus Haftungsgründen vom Experten.

Türschloss

Sie dürfen das Schloss Ihrer Wohnungstür gegen ein anderes austauschen, auch wenn im Mietvertrag etwas anderes steht. Beim Austausch sollten Sie Beschädigungen an der Tür vermeiden und darauf achten, dass es das neue mindestens genauso sicher wie das alte Schloss ist.

Elektrogeräte

Egal ob Induktionsherd, stromsparende Geschirrspülmaschine oder Kühlschrank. Ihr Vermieter darf den Einbau von Elektrogeräten nicht untersagen. Wichtig auch hier: Alte Geräte aufbewahren und darauf achten, dass manche nur der Fachmann anschließen darf.

Sonnenschutz

Wenn Sie sich auf dem Balkon vor Sonne schützen und eine Markise anbringen wollen, darf der Vermieter das nicht verbieten. Allerdings sollten Sie die Optik mit ihm absprechen und sich bereit erklären, sie beim Auszug wieder zu entfernen.

Neuer Look fürs Bad

Bei kleinen Veränderungen im Badezimmer benötigen Sie keine Erlaubnis. Dazu zählt: Austausch von Duschvorhang und -kopf, Handtuchhalter, Toilettensitz, oder die Befestigung von Lampen. Badrenovierung und neue Fliesen müssen genehmigt werden.

Balkonien

Balkone gehören zur vermieteten Wohnung. Dadurch genießen Sie das Recht, hier Blumenkästen anzubringen, genauso wie Topfpflanzen aufzustellen. Wichtig aber: Sie müssen dafür sorgen, dass dadurch selbst bei starkem Wind niemand in Gefahr gerät.

Hochbett

Sie wollen Ihren Kindern mehr Platz im Kinderzimmer und Spaß beim Einschlafen bieten? Ein Hochbett ist dafür ideal. Sie dürfen es ohne Zustimmung des Vermieters aufbauen und auch sicher an der Wand montieren.
  
 
 

Das ist nicht erlaubt:

Geht es um die Substanz der Wohnung, also um bauliche Veränderungen, dürfen Sie diese nur mit Zustimmung des Eigentümers durchführen. Er kann dabei sein Einverständnis von der Verpflichtung abhängig machen, dass Sie die Wohnung wieder in den Ist-Zustand zurückversetzen. Dafür kann er sogar eine zusätzliche Kaution einfordern.

Wichtig: Halten Sie sowohl die Einwilligung als auch weitere Vereinbarungen, etwa den Rückbau betreffend, schriftlich fest, so haben Sie für den Fall der Fälle etwas in der Hand. Gut zu wissen: Sind Sie auf bauliche Veränderungen angewiesen, etwa wegen einer Behinderung, haben Sie einen Anspruch auf Zustimmung durch den Vermieter.

Moderne Fließen

Ohne Einverständnis des Vermieters laufen Sie Gefahr, dass Sie hochwertige Fliesen anbringen, der Vermieter beim Auszug aber die Übergabe im ursprünglichen Zustand fordert. Sprechen Sie die Neudekoration von Küche oder Bad deshalb vorher unbedingt ab.

Neuer Teppich

Einen vom Vermieter verlegten Teppichboden dürfen Sie nicht ohne Genehmigung des Vermieters entfernen, beispielsweise um einen darunterliegenden Holzboden aufzuarbeiten, neuen Teppichboden oder andere Bodenbeläge, wie Laminat, Parkett oder Vinyl zu verlegen.

Fenstertausch

Für einen optimalen Schallschutz oder eine bessere Dämmung neue Fenster einbauen? Eine gute Idee, aber nie ohne Absprache. Andernfalls drohen Ihnen hohe Kosten, die Sie bei Beendigung des Mietverhältnisses nicht vom Vermieter erstattet bekommen.

Elektro-Arbeiten

Nicht nur aus Sicherheitsgründen sollten Sie die Finger von der Elektrik lassen. Es ist auch nicht erlaubt. Die Niederspannungsanschlussverordnung verlangt die Durchführung vom Elektriker. Wenn Sie einen Schaden verursachen, müssen Sie damit rechnen, dass die Versicherung nicht zahlt.

Badrenovierung

Wenn Ihnen im Bad die Keramik nicht gefällt, und Sie einen Tausch ins Auge fassen, müssen Sie mit dem Vermieter sprechen. Das Ersetzen einer Badewanne oder Duschkabine stellt einen erheblichen Eingriff in die Wohnsubstanz dar und muss genehmigt werden.

Holzboden sanieren

Abschleifen und Versiegeln alter Parkettfußböden oder das Verlegen eines neuen Parketts tangiert die Bausubstanz und ist genehmigungspflichtig. Wer sich etwa eine Schleifmaschine ausleiht und selbst abschleift, haftet für Beschädigungen am Parkett.

Neue Heizung

Wenn Sie bei Thermostaten auf „smarte“ Modelle umsteigen, kann dagegen niemand etwas sagen. Möchten Sie aber etwa eine moderne Gas-Etagenheizung einbauen, darf der Vermieter diese Modernisierung zwar nicht verweigern, muss aber mit einbezogen werden.
 
 

Laminatboden

Sie dürfen zwar einen Laminatboden verlegen. Aber: Wenn dadurch die Lärmbelästigung Ihrer Nachbarn steigt, und sie sich beschweren, haben Sie schlechte Karten. Deshalb am besten mit allen Parteien absprechen und für bestmöglichen Trittschallschutz sorgen.

Garten anlegen

Bevor Sie alles umgraben: Fragen! Sträucher, Büsche oder Bäume entfernen oder zusätzliche Bäume oder Hecken pflanzen, ist nur mit Zustimmung des Vermieters erlaubt. Blumen- und Gemüsebeete dürfen Sie hingegen ohne Absprache einfach anlegen.

Innendämmung

Eine Innendämmung kann dabei helfen, die Heizkosten zu senken. Falsch ausgeführt, kann sie aber mehr Schaden als Nutzen anrichten. Deshalb sollten Sie auch als geübter Heimwerker zuerst einen Energieberater befragen, bevor sie eine Innenwand selbst dämmen.

Türen kürzen

Ein Kürzen der Türen, etwa wegen des etwas höheren Bodenbelags, ist nur in Abstimmung mit dem Vermieter erlaubt. Ohne Absprache können Sie aber neue einbauen. Die alten müssen Sie so aufbewahren, dass Sie sie bei Mietvertragsende wieder unverzogen einhängen können.

Katzenklappe

Nicht ohne Zustimmung des Vermieters können Sie eine Katzenklappe einlassen. Klar: Auch das ist ein Eingriff in die Bausubstanz. Achtung: Es wurde sogar schon Mietern gekündigt, weil sie sich trotz Abmahnung schlicht weigerten, den Einlass für Stubentiger zu entfernen.

Steckdosen

Selbst der vermeintlich einfache Tausch von Steckdosen und Lichtschaltern oder das Anschließen einer Lampe ist Sache des Elektrikers. Sollten in einem Raum keine Steckdosen sein oder nur defekte, ist das Vermietersache. Brauchen Sie mehr Dosen, halten Sie Rücksprache!

Wände einziehen

Mithilfe einer Trockenbauwand lassen sich in Mietwohnungen unkompliziert Wände einziehen, etwa zum Teilen eines Zimmers. Holen Sie sich vorher die Zustimmung des Vermieters. Denn die neue Wand kann die Lüftung beeinflussen und so Schimmel begünstigen.

Wanddurchbruch

Sie möchten einen Wanddurchbruch vornehmen, um beispielsweise aus zwei kleinen Zimmern ein großes zu machen? Fragen Sie vorher Ihren Vermieter. Ohne seine Zustimmung sind Sie zu Schadensersatz verpflichtet.

 

Pflichten des Mieters beim Auszug

Die Frage, ob Vermieter bei Auszug des Mieters diesen dazu verdonnern können, die Wohnung renoviert zu übergeben beziehungsweise sich an den Kosten zu beteiligen, sorgt immer wieder für Streit. Die gute Nachricht – zumindest für Mieter: Damit ist seit kurzem Schluss! Mit dem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom März letzten Jahres sind Formularklauseln, die den Mieter zu Schönheitsreparaturen bei unrenoviert übergebenen Wohnungen verpflichten, ab sofort auch in bereits bestehenden Mietverträgen unwirksam. Das Gleiche gilt für die Quotenabgeltungsklauseln. Demnach konnten dem Mieter bei Auszug anteilig Kosten für Schönheitsreparaturen in Rechnung gestellt werden, selbst, wenn die nach dem festgelegten Fristenplan noch nicht fällig waren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Wohnung bei Mietbeginn in renoviertem oder unrenoviertem Zustand übergeben wurde.

Was heißt besenrein wirklich?
Die Wohnung muss sich in einem „ordnungsgemäßen“, „besenreinen“ Zustand befinden: Der Boden muss gefegt beziehungsweise der Teppichboden gesaugt sein und grobe Verschmutzungen an Böden, Wänden und Decken sind zu entfernen. Auch die Heizkörper, Türen, Fenster und Fensterbretter sowie die Küchen- und Badeinrichtungen sollten tadellos sauber sein – wie man sie selbst vorfinden möchte. 

Was ist mit Verschleiß? 
Abnutzungen durch vertragsgemäßen Gebrauch sind schließlich gemäß § 538 BGB nicht vom Mieter zu vertreten. Für massive Verschlechterungen und Beschädigungen muss der Mieter unter Umständen aufkommen. Rückbaupflicht? Alle eingebrachten Sachen sind zu entfernen – sprich Möbel und alle Umbauten. Ein Recht auf Entschädigung haben Sie natürlich, wenn der Vermieter die Ein/Umbauten behalten möchte, die den Wohnwert gesteigert haben oder sie zwingend erforderlich waren.

Die Pflichten der Vermieter

Streichen, Renovieren oder Teppich verlegen macht nicht jedem Spaß. Lassen sich solche Arbeiten nicht dem Vermieter aufbinden? Wer Miete zahlt, sollte schließlich auch erwarten können, dass die Wohnung top in Schuss ist – oder? Kommt auf den Einzelfall an. Instandhalten „ja“, verbessern „nein“. Auf die kurze Formel ließen sich die Vermieterpflichten gut zusammenfassen: Eine Instandhaltung bessert aus, eine Modernisierung verbessert die Wohnung. 

Instandhaltung der Wohnung 
Das Gesetz verpflichtet den Vermieter, die Wohnung und ihre Nutzbarkeit zu erhalten. Er muss also ausbessern, wenn etwas nicht richtig funktioniert. Beispiele sind etwa eine defekte Heizung, ein durchgelaufener Teppich oder ein heruntergekommenes Bad mit abgesprungenen Fliesen. Gesetzlich gibt es keine genau festgeschriebene Regelung, nach welcher Nutzungsdauer der Mieter die Erneuerung von Boden oder Flächen fordern kann. Sinngemäß steht ihm dies nur zu, wenn diese so abgenutzt sind, dass er sie nicht oder nur beeinträchtigt nutzen kann. Ein gutes Beispiel ist eine in die Jahre gekommene Elektrik, bei der jedes Mal die Sicherung herausspringt, sobald Kaffeemaschine und Geschirrspüler gleichzeitig laufen. Das ist nicht hinnehmbar. Ein Mindeststandard für zeitgemäßes Wohnen steht dem Mieter laut Bundesgerichtshof zu (BGH VIII ZR 343/08; VIII ZR 281/03). Wichtig dabei: Für Schäden, die bereits beim Einzug vorhanden waren, dürfen Sie keine Renovierung fordern. Getreu dem Motto „Gekauft wie gesehen“ haben Sie schließlich den Mietvertrag unterzeichnet. Schauen Sie daher genau hin, und sprechen Sie Mängel und deren Beseitigung vorher direkt an. 

Verbessern der Wohnsituation 
Ein praktischer Türöffner für die Haustür, LAN-Kabel überall, echter Holzboden oder eine Fußbodenheizung im Bad. Das wäre ein Traum. Ein Traum bleibt auch, dass der Vermieter für solche Modernisierungen aufkommt. Und falls doch, wird er eine satte Mieterhöhung fordern. Solche Maßnahme gehen über die Instandhaltung der Wohnung hinaus, sie verbessern Teile oder die gesamte Wohnung. Darauf haben Sie keinen Anspruch.

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Nils Matthiesen
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