Heizen mit Holz

Brennholzlager bauen

Ein gut gefülltes Holzlager ist für Ofenbesitzer ein erwärmender Anblick. Wenn Sie noch keinen guten Lagerplatz haben: Wir haben die Anleitung!

 
Holzlege © Chris Lambertsen
Eine Holzlege schützt das Brennholz und hilft beim Trocknen

Birke? Buche? Eiche? Oder einfach das Nadelholz, das im Forst günstig zu bekommen ist? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Zum Verbrennen im Ofen eignet sich jedes unbehandelte Holz, das weniger als 20% Restfeuchte enthält. Der Heizwert von Harthölzern wie Buche, Eiche oder Birke ist höher und die Hölzer brennen auch ruhiger als Nadelhölzer, die wegen ihres Harzgehalts oft spritzen, doch dafür sind sie meist auch teurer. Ganz umsonst gibt es Holz aus dem Garten, das verbrannt werden kann, wenn es ausreichend durchgetrocknet ist. Äste und Zweige sind bestes Anmachholz, und wenn gelegentlich mal Stämmchen herausgenommen werden müssen, steht damit auch brauchbares Holz zur Verfügung; Flieder zum Beispiel hat eine ähnliche Qualität wie Eiche.

Der Heizwert ist eine theoretische Größe und sagt nicht unbedingt etwas darüber aus, wie viel Heizenergie sich aus dem vorhandenen Brennmaterial tatsächlich herausholen lässt. Das hängt nämlich in erster Linie vom Wassergehalt des Holzes und von der Eignung des Ofens für Holzverbrennung ab. In Kohleöfen verbrennt Holz zwar auch, aber die im Holz steckende Heizenergie wird schlechter genutzt.

Trockenes Holz ist das Geheimnis des wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Heizens. Das beginnt beim Schlagen, Spalten und Lagern: Holz verliert seine Feuchtigkeit durch die Leitungsbahnen, die in Faserrichtung verlaufen. Kurze Stücke, deren Stirnseiten von Luft umweht werden, trocknen also schneller aus als lange. Je nach Holzart und Lagerung dauert es ein bis zwei Jahre, bis aus Frischholz Brennholz geworden ist. Die zunächst in gebrauchsfertige Stücke zersägten und gespaltenen Scheite werden auf luftdurchlässiger Unterlage gestapelt; hinter dem Stapel soll ein Abstand zur Wand 5 bis 10 cm bleiben, damit die Luft zirkulieren kann. Eine Abdeckung schützt das Holz gegen Regen.
 

Holzlager selber bauen: Darauf sollten Sie achten

Rahmenhölzer aus Fichte halten Brennhölzer aus Eiche und Buche. So könnte man diese Lege kurz beschreiben, denn das Mini-Fachwerkhaus ist aus einfachen Fichtenlatten aus dem Baumarkt gebaut. Durch die Konstruktion mit dem hölzernen Kreuz in den beiden Rahmen erreicht die Lege nicht nur eine jederzeit wirksame optische Präsenz, sondern auch die nötige Stabilität, die sie gut ohne Anlehnung an eine Mauer überwintern lässt.

Die 6 x 6 cm dicken Latten sind der Einfachheit halber an Dach und Kreuzen auf 45° geschnitten, die vielen Stöße geben sich mit einer stumpfen Verleimung und einer rostfreien Verschraubung zufrieden. Damit die Lege nicht nach einem Jahr selbst zu Brennholz wird, empfehlen wir dringend einen Anstrich mit einer Wetterschutzfarbe. Das Dach ist mit einer Siebdruckplatte gedeckt, deren Fläche selbst den Niagarafällen trotzen würde – die Kanten müssen Sie trotzdem gegen Feuchtigkeit versiegeln.


Zeichnung: T. Straszburger

Viel höher als 1,4 m sollte die Lege auch bei ihnen nicht werden, denn es kommt durch den Giebel noch einmal die Hälfte dazu. Das führt zu einer Gesamthöhe von 2,1 m, die bis unter den First beladen werden wollen. Die Tiefe liegt bei 40 cm, das entspricht einer guten Scheitlänge. Zum Vergrößern der Skizze hier klicken.
 

Holz spalten – mit Muskeln oder Strom?

Wer viel und oft Holz spalten muss, und das Hacken nicht als Ausgleich zum Büroalltag braucht, sollte sich einen elektrischen Holzspalter anschaffen. Für Privatanwender, die überwiegend Weichholz wie Fichte und Kiefer spalten wollen, reicht eine Spaltkraft von 5 bis 6 Tonnen völlig aus. Für das härtere Buchen- und Eichenholz greift man besser auf die nächststärkeren Varianten mit 7,5 t bis 9 t zurück.

Ob Sie das Holz horizontal oder vertikal spalten, ist Geschmackssache. Die Liegendspalter haben eine kürzere Spaltlänge (meist 50 cm) als Stehendspalter (bis zu 1 m). Für das Spalten per Axt und/oder Spaltkeil ist vor allem der Hackklotz wichtig. Für ein möglichst ergonomisches Arbeiten sollten Sie Klötze mit den Maßen in der nebenstehenden Zeichnung verwenden.

Fotos: 
Chris Lambertsen, Illustrationen: Tillman Straszburger
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