Ideale Wärmequelle im Bad – Fußbodenheizung

Im Badezimmer kommen alle Vorteile einer Fuß­boden­­­heizung voll zur Geltung – eine gleichmäßige Raumtemperatur und immer warme Füße.

 
Barfuß im Bad unterwegs zu sein, ist dank der Fußbodenheizung eine sehr angenehme Angelegenheit. Zudem wird die Optik des Badezimmers nicht durch Heizkörper gestört. © Selbermachen
Barfuß im Bad unterwegs zu sein, ist dank der Fußbodenheizung eine sehr angenehme Angelegenheit. Zudem wird die Optik des Badezimmers nicht durch Heizkörper gestört.

Die Entscheidung für eine Fußbodenheizung fiel eigentlich sehr leicht. Zusätzliche Heizkörper wären nicht sehr dekorativ. Gerade im Badezimmer können alle Vorteile der Fußbodenheizung genutzt werden. Der Raum soll den ganzen Tag über wohlig warm sein, denn nach dem Sport und schweißtreibender Gartenarbeit geht man gern unter die Dusche.

Der Fußboden wird häufig mit bloßen Füßen betreten, da ist die gleichbleibende Wärme der Fliesen besonders angenehm. Die Fensterfläche ist in diesem Badezimmer nicht sehr groß, so dass man Zugluft nicht befürchten muss. Ein Heizkörper wurde dennoch im Raum installiert. Er dient als Handtuchhalter, denn es gibt nichts Schöneres als warme Handtücher nach einem Bad.

Die Heizung vorher abstellen

Mit dem Belegen des Heizestrichs mit Bodenplatten muss man etwas Geduld haben. Mindestens vier, besser noch sechs Wochen sollte der Estrich alt sein, bevor mit dem Verfliesen begonnen werden kann. Inzwischen können die Wände des Badezimmers verfliest werden.

Die Heizung muss wenigstens einen Tag vorher ausgeschaltet werden. In der Wartezeit kann der Fußboden vermessen, die Hilfslinien können eingezeichnet und die Arbeitsabschnitte eingeteilt werden. An den Fliesenkleber werden besondere Anforderungen gestellt.

Im Badezimmer muss er, besonders am Fußboden, wassersperrend sein. Hinzu kommen die Temperaturschwankungen durch die Fußbodenheizung. Der Kleber, der hier verwendet wurde, besteht aus zwei Komponenten, die in einem Gebinde geliefert werden.

Man kann auch einen normalen Kleber nehmen und eine Emulsion einmischen, die Elastizität und Wasserfestigkeit verbessert. Die beiden Komponenten sind gründlich und knollenfrei zu vermischen, am besten mit einem Rührquirl auf einer Bohrmaschine.

Die flüssige Komponente ersetzt hier das Anmachwasser. Nach einer Reifezeit von ca. 5 bis 10 Minuten wird der Kleber nochmals kräftig durchgemischt.

Die Maßhaltigkeit beachten 

Der Klebemörtel wird auf dem Fußboden mit einer Zahnkelle mit 6 bis 8 mm Zahnung aufgetragen und gut durchgekämmt. Kleberstege müssen gleichmäßig und voll auf der ganzen Fläche sein. Der Bodenbelag im Bad soll eine wassersperrende Wirkung haben, deshalb ist auf ein geschlossenes Kleberbett zu achten.

Es wird immer nur so viel Kleber aufgetragen, wie in der offenen Zeit verlegt und korrigiert werden kann. Die Fliesen schiebend und drückend in das Bett einlegen und mit dem Gummihammer leicht anklopfen. Während der Verlegearbeit immer wieder die Maßhaltigkeit der Oberfläche und der Fliesen zueinander prüfen.

Richtwinkel, Fliesenlegerecken und Richtschnur sind hierbei gute Hilfsmittel. Auch bei Verwendung von Fliesenkreuzen muss nachgemessen werden, denn die Fliesen sind nicht immer 100%ig maßhaltig, und selbst kleine Differenzen können sich summieren.

In den Ecken ist der Fugenverlauf von Wand- zu Bodenfliese zu beachten. Während der Arbeit werden die Mörtelreste auf der Oberfläche gleich entfernt. Um eine gleichmäßige Fugentiefe zu erhalten, werden die Fugen während der Verlegearbeit mit einem Holzspachtel ausgekratzt.

Wassersperrende Oberfläche

Untergründe arbeiten bei thermischen Schwankungen. Das gilt natürlich ganz besonders bei Fußbodenheizungen. Die gleichen hohen Anforderungen, die an den Fliesenkleber gestellt werden, muss natürlich auch der Fugenmörtel erfüllen.

Der hier verwendete Fugenfüller ist wasserundurchlässig und flexibel. Nach drei Tagen kann mit dem Verfugen begonnen werden. Der Fliesenkleber muss gut durchgetrocknet sein.

Vor dem Ausfugen wird geprüft, ob die Fugen vollständig ausgekratzt sind. Eine gleichmäßige Farbe der Fuge wird nur durch gleichmäßiges Austrocknen und einheitliche Fugentiefe erreicht.

Der Mörtel wird in einer gut schlämmbaren Konsistenz angerührt und abschnittweise auf den Fliesen ausgegossen. Diagonal zur Fugenrichtung wird der Mörtel mit dem Gummischieber in die Fugen eingearbeitet. Trockener Fugenmörtel wird danach auf den Fugen verstreut, und nach wenigen Minuten wird der Boden mit dem Gummischieber grob gereinigt.

Der trockene Fugenmörtel kann für den nächsten Arbeitsabschnitt wieder verwendet werden. Bei der Feinreinigung mit einem feuchten Schwammbrett wird der restliche Mörtel in die Fugen gedrückt. Den letzten Schliff erhält die Fläche durch ein Nachpolieren mit einem trockenen Tuch.

Argumente für und wider die Fußbodenheizung

Die Vorteile des Heizestrichs: Die Luftumwälzung ist gering, die Wärmeverteilung ist gleichmäßig, es zieht dadurch nicht. Der Fußboden ist immer warm, man bekommt auch ohne Schuhe keine kalten Füße. Die Raumtemperatur ist konstant.

Keramische Bodenbeläge leiten die Wärme gut. Heizkörper werden nicht be­nötigt, können aber mit der Fuß­bodenheizung kombiniert werden. Aufgrund der niedrigen Betriebstemperatur von 45 °C kann sie mit einer Niedertemperaturheizungsanlage be­trieben werden.

Es gibt leider auch Nachteile: Nachträglicher Einbau ist schwierig und teuer. Der Fußboden wird mindestens 3 cm höher. An großen Fensterflächen kann Zugluft auftreten. Sie ist ungeeignet für Räume, die wenig genutzt werden, weil sie mit niedrigen Temperaturen arbeitet und sehr träge ist. Textile Bodenbeläge er­schweren die Wärmeabgabe. Reparaturen sind aufwendig, weil der Fußboden geöffnet werden muss.

TEXT:Peter-Michael Stange; FOTO: Selbermachen Media
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