Renovierungs-Tricks

Wie finde ich Stromleitungen in der Wand?

Die Chance, beim Bohren in der Wand eine Leitung zu treffen, ist statistisch gesehen nicht sehr hoch. Doch wenn man eine trifft, ist der Schaden groß. Gut, dass es Möglichkeiten gibt, ein Kabel in der Wand zu lokalisieren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dabei vorgehen.

 
Stromleitungen in der Wand finden © Syda Productions - stock.adobe.com
Vor dem Bohren sollten Sie sicher sein, dass sich an der Stelle keine Leitungen befinden

Wenn beim Löcher bohren eine Strom- oder Wasserleitung getroffen wird, ist dies nicht nur ärgerlich und die Reparatur aufwändig, sondern kann auch lebensgefährlich werden. Vor allem in Mietwohnungen kann es zu einem Problem werden, wenn man nicht über die verlegten Leitungen Bescheid weiß. Am besten informieren Sie sich vorher, wo die Leitungen verlaufen, bevor Sie beispielsweise ein Bild an die Wand hängen. Doch wie findet man die in der Wand versteckten Leitungen?

Achtung: Falls eine Stromleitung beschädigt wurde, sollten Sie unbedingt einen Elektriker informieren, um den Schaden fachgerecht zu beheben.
 

Nach dieser Regel verlaufen Leitungen in der Wand

Wenn Sie keinen Elektroinstallationsplan zur Hand haben, in dem die Leitungen eingezeichnet sind, schauen Sie sich die Wand genau an. Wo sind Steckdosen oder Lichtschalter?

Normalerweise verlaufen Stromleitungen nämlich immer waagrecht oder senkrecht in der Wand. Falls ein Profi die Leitungen verlegt hat, verlaufen sie nach diesem Schema sowie in einem Abstand von 30 Zentimetern zu Decke und Boden. Hier erfahren Sie, wie man Unterputz-Leitungen fachgerecht verlegt.

In einem vorschriftsmäßig gebauten Haus kann man die Lage von Strom- und Wasserleitungen tatsächlich mit einer Wasserwaage finden, indem man von der Entnahmestelle ausgeht und dann Richtung Verteilerdose oder Hauptwasserleitung misst. An diesen horizontalen oder vertikalen Linien sollten Sie also auf keinen Fall bohren!

Eine Garantie dafür, dass sich die Stromleitungen an diesen Stellen befinden, gibt es jedoch nicht. Vor allem in Altbauwohnungen, die noch aus der Zeit vor dem Jahr 1950 stammen, wurden die Kabel teilweise kreuz und quer verlegt. Kabel waren teuer, und Material wurde gespart. Deshalb kann es auch gut sein, dass in diesem Fall eine Unterputz-Stegleitung diagonal und auf kürzestem Weg in der Wand verlegt wurde. Falls Sie also im Altbau wohnen und sich nicht sicher sind, sollten Sie unbedingt auf einen elektronischen Helfer zurückgreifen - den Leitungsfinder bzw. Leitungssucher.
 

Stromleitungen mit dem Leitungssucher finden

Ein Leitungssucher funktioniert ähnlich wie ein Metalldetektor. Wenn Sie mit diesem Gerät über die Wand fahren, erkennen Sie, an welchen Stellen sich Leitungen befinden. Die Ortungsgeräte gibt es schon ab 20 Euro im Baumarkt, Markenprodukte können bis zu 100 Euro kosten, sind damit aber immer noch günstiger als eine fachmännische Reparatur. Hier haben wir verschiedene Leitungssucher für Sie getestet.
 

So funktioniert der Leitungsfinder

In vielen Fällen besitzt der Leitungsfinder nicht nur einen Metalldetektor, sondern weitere Messinstrumente. Ein sogenanntes "Multi-Ortungsgerät" vereint drei Detektoren in sich:

  • Metalldetektor: Ein Induktivsensor wertet Differenzen seiner Spulenspannungen aus, die durch metallische Objekte hervorgerufen werden. Das Metall verändert das magnetische Feld der Spulen.
  • Detektor für nichtleitende Objekte wie Holz oder Kunststoff: Diese ortet der „kapazitive Sensor“, der das ihn umgebende elektrische Feld und dessen Veränderung durch einen Nichtleiter (Dielektrikum) misst.
  • Der Antennensensor spürt elektrische Felder (50/60 Hz) spannungsführender Stromleitungen auf. Der Sensor schlägt nur an, wenn Strom fließt.

 

Video: Kabel unter Putz verlegen

Zeichnung: T. Straszburger
 

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