Geräteschrank für den Garten | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Gerätehaus

Geräteschrank für den Garten

Ein ganzes Gerätehaus ist Ihnen für Ihre paar Gartengeräte einfach zu groß? Kein Problem: Wir zeigen, wie Sie ein Geräteschrank für Harke, Schaufel und Spaten bauen, der an jede Hauswand passt.

 
Der neue Gartenschrank wird gleich genutzt © Chris Lambertsen
Der neue Gartenschrank wird gleich genutzt

Wir haben es uns nicht leicht gemacht: Forderungen, Ideen und Wünsche der Gartenbesitzer in unserer Redaktion für einen Gartenschrank gab es wirklich genug: Er sollte außen klein, aber innen riesig sein, er sollte Platz für lange, kurze und mittellange Geräte bieten und selbstverständlich auch genügend Raum für Blumenerde, Gießkanne und Tontöpfe. Schließlich wäre auch eine ausfahrbare Arbeitsplatte nicht schlecht.

Die Front des Gartenschranks© SelbermachenVoilà, hier ist er! In einen halben Kubikmeter Raum haben wir alles reingesteckt, was ging: Der besondere Pfiff unserer Konstruktion ist, dass die beiden Türen mit einer satten 15-cm-Tiefe alle lang- und kurzstieligen Geräte aufnehmen können und der immerhin noch 45 cm tiefe Restschrank für allerlei Kleines, Rundes und Volumiges übrigbleibt. Den optischen Höhepunkt bildet das kleine Satteldach, das von einem abgekanteten Kupferblech gekrönt wird. Nach einigen Monaten der Bewitterung wird sich das der grünen Schrankfarbe ganz von alleine anpassen.

Alle Platten gibt’s als Zuschnitt beim Holzhandel

Fächer für Kästen© SelbermachenWie es sich für einen „einfachen“ kleinen Gartenschrank gehört, ist er aus Platten gebaut, die fertig zugeschnitten aus dem Baumarkt kommen. Das Material ist das 15 mm starke Gabun in Form von Sperrholz, das für den Außenbereich am besten geeignet ist – einen wetterfesten Anstrich vorausgesetzt. An einigen der Platten müssen Sie allerdings noch einen Gehrungsschnitt selbst durchführen, so zum Beispiel bei den beiden Dachplatten. Also brauchen Sie doch eine Kreissäge – entweder eine Hand- oder eine Tischkreissäge.

Die oberen Borde haben nur die halbe Schranktiefe. Dann können Sie sie nämlich sowohl hinter- als auch übereinander legen. Die Halteleisten müssen dazu natürlich über die ganze Schranktiefe verlaufen.

Der Schrank steht auf dicken Füßen

Aufhängeleiste für Geräte© SelbermachenDie Verbindungen der Plattenstöße sichern Sie mit 40 mm langen Holzschrauben. Ein Vorbohren der jeweiligen Platte ist zwar technisch nicht nötig (Spax lassen sich auch ohne eindrehen), es sorgt aber dafür, dass diese Platte richtig an die Kante herangezogen wird. Bohren Sie im Zweifel mit Schraubendurchmesser vor. Statisch gesehen ist es besser, Sie lassen beim Zusammensetzen die langen Seitenwände an Schrank und Tür durchlaufen und setzen die Böden dazwischen. Rechtwinklig ausgerichtet und ausgesteift werden die Korpusse jeweils erst von der Rückwand, die Sie von hinten auf die Kanten nageln (Nagelabstand 20 cm). Falls Sie es ganz perfekt machen wollen, versenken Sie nach dem Zusammenbau die Schrauben- und Nagelköpfe im Holz und verschließen die Löcher mit einem Lackspachtel für außen. Dann sehen Sie nach dem farbigen Anstrich nichts mehr davon. Auch im Inneren wird alles geschraubt und nichts geklebt. Für die Türen brauchen Sie jeweils drei Messingscharniere (40 x 60 mm).

Die Aufhängeleisten haben wir aus Plattenabschnitten und Holzdübeln hergestellt. Um die Dübel sauber schräg einzubohren, brauchen Sie ein einstellbares Bohrmobil oder eine selbstgefertigte Bohrschablone. Nehmen Sie geriffelte 12-mm- Dübel und verwenden Sie einen wasserfesten Holzleim, um sie zu fixieren. Die Bohrtiefe beträgt mindestens 15 mm.

Das Kupferdach ist die Krönung

Das Kupferdach© SelbermachenDas Kupferdach glänzt nur die ersten Monate so schön wie auf diesem Bild. Mit der Zeit und der Bewitterung wird die Oberfläche durch die natürliche Oxidation des Metalls grünlich, es passt sich also dem Schrank an. Verhindern können Sie das nur durch eine jährliche Klarlackierung.

Der fertige Schrank© Selbermachen

 

Der Ausschnitt in der Rückwand ist dazu gedacht, den Schrank auch an eine Wand mit Außenwasserhahn stellen zu können. Dann bietet das untere Fach Platz für den Gartenschlauch.

Gartenschrank bauen

  1. Konstruktion für´s Dach aufzeichnenKonstruktion für´s Dach aufzeichnen© Chris Lambertsen

    Konstruktion für´s Dach aufzeichnen

    Ein 1:1-Aufriss erleichtert Ihnen die Konstruktion des Daches und die Ermittlung der genauen Plattenmaße.
  2. Dachplatten auf Gährung sägenDachplatten auf Gährung sägen© Chris Lambertsen

    Dachplatten auf Gährung sägen

    Die beiden Dachplatten und die beiden Aufkantungen am Dach brauchen eine 45°-Gehrung. So stoßen Sie die Platten am First sauber und der Dachkorpus wird an allen Stößen dicht.
  3. Aufkantung für Giebelwände anbringenAufkantung für Giebelwände anbringen© Chris Lambertsen

    Aufkantung für Giebelwände anbringen

    Die beiden Giebelwände brauchen eine Aufkantung, damit der spätere seitliche Dachüberstand nicht dem Aufklappen der Türen im Wege ist. Es reichen 5 bis 6 cm Höhenversatz.
  4. Schrankkorpus und Türen verschraubenSchrankkorpus und Türen verschrauben© Chris Lambertsen

    Schrankkorpus und Türen verschrauben

    Schrankkorpus und die beiden Türen werden auf die gleiche Weise zusammengeschraubt: Seitenwände laufen durch, die Böden setzen Sie dazwischen, von hinten wird die Rückwand aufgenagelt.
  5. Scharniere montierenScharniere montieren© Chris Lambertsen

    Scharniere montieren

    An den Seitenwänden der Türen montieren Sie jeweils drei kräftige Scharniere. Richten Sie die exakt aus und markieren Sie die Schraubpunkte.
  6. Dachplatten anbringenDachplatten anbringen© Chris Lambertsen

    Dachplatten anbringen

    Auch die Dachplatten müssen Sie nur auf die Kanten der Giebelwände verschrauben. Vorher exakt ausrichten und fixieren!
  7. Tragkonsolen aussägenTragkonsolen aussägen© Chris Lambertsen

    Tragkonsolen aussägen

    Aus Resten schneiden Sie mit der Stichsäge die beiden Tragkonsolen für die ausziehbare Arbeitsplatte. Die Ausklinkung brauchen die Konsolen, um nicht an der Halteleiste im Korpus anzustoßen.
  8. Scharniere anbringenScharniere anbringen© Chris Lambertsen

    Scharniere anbringen

    Zwei Scharniere auf der Stirnseite halten die Konsolen am Korpus.
  9. Falz in Seitenwände fräsenFalz in Seitenwände fräsen© Chris Lambertsen

    Falz in Seitenwände fräsen

    Die beiden Seitenwände brauchen an der rückwärtigen Kante jeweils einen Falz, der die Rückwand aufnimmt. Die können Sie auf der Tischkreissäge oder wie wir mit der Oberfräse und einem Längsanschlag herstellen. Die Falztiefe entspricht der Rückwandstärke, die Falzbreite liegt bei 10 bis 12 mm.
  10. Füße festschraubenFüße festschrauben© Chris Lambertsen

    Füße festschrauben

    Die Rückwand muss millimetergenau in die umlaufenden Falze des Korpus passen, um ihre aussteifende Wirkung zu entfalten. Nageln Sie sie alle 20 cm fest.
  11. KupferdachKupferdach© Chris Lambertsen

    Kupferdach

    Das Dach besteht aus einem einzigen Stück Kupferblech, das in der Mitte abgekantet wurde. Tragen Sie bei der Verarbeitung des Bleches am besten Handschuhe, damit es keine dunklen Flecken gibt.
  12. Kupferbleck abkantenKupferbleck abkanten© Chris Lambertsen

    Kupferbleck abkanten

    Um das Kupferblech abzukanten, spannen Sie es zwischen zwei scharfkantigen MDFPlatten. Mit einer dritten Platte knicken Sie das Blech dann vorsichtig nach unten ab.
  13. Halteleiste anschraubenHalteleiste anschrauben© Chris Lambertsen

    Halteleiste anschrauben

    Unterhalb des mittleren Bodens verschrauben Sie jeweils eine Halteleiste (Fichtenholz) an den Seitenwänden. Der Abstand zum Mittelboden ist 1 bis 2 mm größer als die Plattendicke, also in unserem Fall 16 bis 17 mm.
  14. Arbeitsplatte einsetzenArbeitsplatte einsetzen© Chris Lambertsen

    Arbeitsplatte einsetzen

    Die eingeschobene Arbeitsplatte ist 5 mm schmaler als die Schrankbreite, entspricht in der Tiefe aber der Schranktiefe. Durch den leichten Überstand über den Mittelboden haben Sie eine ausreichende Griffkante und Sie brauchen keinen zusätzliche Knauf oder Ausschnitt. Sie sollten alle Kanten an der Platte rundherum großzügig abrunden, damit sie sich problemlos einschieben und ausziehen lässt.
  15. Rückwand festnagelnRückwand festnageln© Chris Lambertsen

    Rückwand festnageln

    Aus 10 x 10-cm-Pfostenabschnitten stellen Sie die vier Füße her. Sie werden einfach durch den Schrankboden verschraubt und zwar mit jeweils vier Holzschrauben. Schraubenköpfe unbedingt versenken.
  16. Zeichnung mit MaßenZeichnung mit Maßen© T. Straszburger

    Zeichnung mit Maßen

    Konstruktionszeichnung mit allen Maßen.

Sperrholz aus Gabun

Sperrholzplatte© SelbermachenAlternativ zum bestens bekannten Birkensperrholz haben wir diesmal auf die Holzart Gabun zurückgegriffen. Technisch ist Gabun ähnlich halt- und bearbeitbar, in der Regel ist es jedoch etwas preiswerter als Birke. Auch beim Gabun müssen Sie insbesondere die Kanten gegen eindringende Feuchtigkeit schützen. Die Gabunplatten bekommen Sie in verschiedenen Stärken bei Fachhändlern, manchmal aber auch in gut sortierten Baumärkten.

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Service!

Was ist Lackspachtel?

Eine gebrauchsfertige, meist lösemittelhaltige Masse, die zum Ausbessern kleiner Schäden in Holz vor dem deckenden Lackieren verwendet wird. Ausgehärtet ist die Spachtelmasse genauso schleifbar und spanend bearbeitbar wie das Holz selbst. Achten Sie darauf, dass der Lackspachtel auch für die Außenanwendung geeignet ist.

Was ist Kupferblech?

Kupfer ist ein Buntmetall, relativ weich und deshalb für Sie als Selbermacher gut verarbeit- und formbar. Die nur wenige Zehntel Millimeter dicken Bleche bekommen Sie am besten im Metall-Fachhandel (auch online), seltener in Baumärkten. Bei den Preisen müssen Sie mit satten 60 bis 70 Euro pro Quadratmeter Blech bei 0,5 mm Stärke rechnen, eventuell zuzüglich Zuschnitt. Bei Fachhändlern kann es sein, dass Sie nur ganze Platten bekommen. Die Stärke von 0,5 mm reicht völlig aus, zumal die dickeren Bleche gleich richtig viel teurer werden.

Wo gibt´s

BESCHLÄGE: GAH Alberts, Telefon (0 23 57) 9 07-0

ELEKTROWERKZEUG: DeWalt Deutschland, Tel. (0 61 26) 21-1

WETTERSCHUTZFARBE: Consolan über Akzo Nobel: Telefon (0 21 03) 20 58 00.

Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2013. Jetzt abonnieren!
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