Himmelbett im Garten | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Urlaub im Garten!

Himmelbett im Garten

Warum gerade dann verreisen, wenn der Garten in voller Blüte steht, die Erdbeeren reif sind und die Sonne lockt? Freie Tage oder Wochen zu Hause bieten die schönsten Möglichkeiten zum Genießen, Feiern, Spielen. Worauf warten Sie noch? Kommen Sie mit auf unser Himmelbett!

 
Kuscheln, ruhen, toben: Unser Garten- Himmelbett ist stabil gebaut und robust und macht klaglos alles mit. © Chris Lambertsen
Kuscheln, ruhen, toben: Unser Garten- Himmelbett ist stabil gebaut und robust und macht klaglos alles mit.

An volle Autobahnen, laute Hotels oder den morgendlichen Kampf um die Liege am Swimmingpool zu denken, macht am meisten Spaß, wenn man es sich gerade im luftigen Himmelbett im Garten bequem gemacht hat. Es ist eine Insel der Ruhe, die ohne anstrengende Anreise jederzeit zu erreichen ist und nur so viel kostet wie das Baumaterial und die eigene Arbeitszeit.

Mit Polstern und Kissen wird es auf der geräumigen Liegefläche gemütlich. Dank der Rückenlehnen an zwei Seiten kann eine Sitzecke für zwei daraus werden und selbst zu dritt oder viert kann man sich bequem einrichten; dann allerdings sind ein paar Beistellhocker als Abstellfläche praktisch. Das Stoffdach spendet Schatten, wenn es zu heiß wird, es lässt sich aber auch ganz leicht zurückschieben. Da der Stoff sehr dünn ist, nimmt er dann am Rand nur wenig Raum ein. Der Sonnenschutz läuft auf zwei Drahtseilen, die leicht ausgehakt werden können, um den Stoff zum Reinigen oder für die Winterpause abzunehmen.

Fehlt nur noch der richtige Platz im Garten. Man findet ihn am besten durch Ausprobieren: Das Himmelbett lässt sich zu zweit mühelos tragen, vor allem, wenn die Konstruktion zwar fertig, die Auflagebretter aber noch nicht aufgeschraubt sind.

Das Himmelbett ist ein wunderbares Wochenend-Projekt für zwei handwerklich durchschnittlich erfahrene Menschen, wenn die Kanthölzer, Bretter und Leisten auf Länge geschnitten bereit liegen und der Stoff für das Sonnendach bereits fertiggenäht ist. Am längsten dauert das Schleifen und Streichen der unbehandelten Hölzer: Die Bretter müssen zwar nur an den Außenflächen und Kanten geschliffen werden, doch um ausreichend gegen Feuchtigkeit geschützt zu sein, brauchen sie einen Anstrich von allen Seiten. Mit Lasur geht das schneller als mit deckender Farbe, weil sie einzieht und weniger Trockenzeit braucht. Dem Schutz gegen Feuchtigkeit, aber vor allem dem sicheren Stand dienen die Granitplatten, auf denen das Himmelbett steht. Sie lassen sich mit Hilfe langer Latten leicht gerade ausgerichten und können, wenn nötig, etwas in den Boden eingelassen werden.

DAS MATERIAL:

Kanthölzer, Leisten und Bretter aus unbehandeltem Holz dazu Granitplatten, die kleiner und schöner sind als Beton-Gehwegplatten.

DIE KONSTRUKTION:

Eckpfosten mit einem Rahmen aus Bohlen sowie Sattelbalken und Querträger bilden das Grundgerüst. Kopfbänder verstärken die Ecken und die Liegefläche gibt Gewicht und Stabilität. Die Leisten der Rückenlehnen sind durch die Pfosten verschraubt.

Anleitung: Himmelbett bauen

  1. © Selbermachen

    Mit der Kappsäge die Bohlen und Pfosten auf die gewünschte Länge zusägen.
  2. © Selbermachen

    Die rauen Oberflächen der Bohlen mit dem Exzenterschleifer abschleifen. Erst mit 40er-, danach mit 120er-Körnung.
  3. © Selbermachen

    Zuerst das Kopfteil des Rahmens mit der Schraubzwinge am Pfosten mit einem Überstand von 3,7 cm (Materialstärke) fixieren und dann mit Schlossschrauben befestigen. Bohrlöcher (10 mm) mit dem Akkuschrauber vorbohren.
  4. © Selbermachen

    Nachdem beide Stirnseiten montiert sind, werden sie mit den Längsbrettern verbunden.
  5. © Selbermachen

    Die Schrauben müssen etwas tiefer sitzen, damit sie nicht auf die bereits eingedrehten treffen.
  6. © Selbermachen

    Zur Lastenverteilung wird ein langes Brett mittig eingesetzt; es hat 1,6 cm Überstand nach oben.
  7. © Selbermachen

    Bevor die Auflagenbretter angebracht werden, an der Innenseite des Bretterrahmens umlaufend Dachlatten mit 1,6 cm Überstand anschrauben.
  8. © Selbermachen

    Das erste und das letzte Auflagebrett ausklinken, damit es über den Pfosten geschoben werden kann. Ein Reststück des Pfostens dient als Schablone.
  9. © Selbermachen

    Die Ecken des Ausschnitts vorbohren, dann mit der Stichsäge arbeiten.
  10. © Selbermachen

    Das zugesägte Brett anpassen.
  11. © Selbermachen

    Abstandshalter von 1,6 cm Breite garantieren gleichmäßige Fugen zwischen den Auflagebrettern. Damit die Schraublöcher in einer Flucht liegen, eine Richtschnur spannen und die Bretter vorbohren.
  12. © Selbermachen

    Auf der Oberseite der Sattelbalken werden die Positionen der Bohrlöcher und der zwischenliegenden Querträger markiert.
  13. © Selbermachen

    Die Bohrungen müssen exakt senkrecht ausgeführt werden. Dabei hilft ein Bohrmobil. Einen extra langen Holzbohrer (6 mm Ø) benutzen.
  14. © Selbermachen

    Die Sattelbalken auf die Pfosten schrauben und ...
  15. © Selbermachen

    ...die Kopfbänder montieren.
  16. © Selbermachen

    Alle Holzteile rundherum mit Holzschutzlasur streichen. Die Auflagebretter werden erst nach dem Streichen endgültig angebracht.

DAS SONNENDACH:

Eine Stoffbahn in Bettbreite säumen und in regelmäßigen Abstanden mit eingenähten Tunneln versehen. Rundholzstäbe mit Schraubösen an den Enden durchschieben und auf die Drahtseile auffädeln, die in Schraubhaken am vorderen und hinteren Querträger befestigt sind. Die Seile sollten 1 bis 2 cm Abstand von den Sattelbalken haben.

Fotos: 
Selbermachen
Artikel aus selber machen Ausgabe 03/2011. Jetzt abonnieren!
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