Eine Terrasse wie in Kalifornien | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Holzdeck, Lamellendach

Eine Terrasse wie in Kalifornien

Das Flair eines Strandhauses am Pazifik kann man sich auch vor das eigene Wohnzimmer holen. Mit einem edlen Holzdeck und einem Lamellendach darüber. Wir erklären, wie's geht!

 
Sommerfeeling zu Hause: Terrasse mit Lamellendach © Christian Bordes
Sommerfeeling zu Hause: Terrasse mit Lamellendach

Zugegeben, dieser Atrium-Bungalow bot sich geradezu dafür an, eine überdachte Terrasse in die Nische vor dem bodentief verglasten Wohnzimmer zu bauen. Der Nachteil eines Dachs ist aber, dass der Raum dahinter immer auch etwas Licht verliert – selbst bei strahlend weiß gestrichenen Wänden und Dachflächen.

Die Terrasse vorher - © SelbermachenDie Lösung wäre ein Dach, das lichtdurchlässig ist. Das geht natürlich ganz einfach mit Glas oder Stegplatten aus Makrolon, hat aber den Nachteil, dass sich dort gern Schmutz sammelt und sich im Hochsommer darunter die Hitze stauen kann. Die SELBERMACHEN-Lösung ist ein sogenanntes Lamellendach. Bisher konnte man diese Terrassenbeschatter nur aus Aluminium kaufen, zu Preisen, zu denen man sich auch die Anschaffung eines Kleinwagens erlauben könnte. SELBERMACHEN baut am liebsten mit Holz, und so haben wir ein Lamellendach entwickelt, das weit günstiger ist als jede Kaufvariante, aber genauso variabel Schatten spendet.

Natürlich arbeitet Holz und lässt sich nicht ganz so exakt bearbeiten wie Aluminium, was bedeutet, dass ein absolut regendichtes Lamellendach aus Holz kaum möglich ist. Aber bei einem ausreichenden Gefälle kann darunter schon mal ein kurzer Sommerregen abgewettert werden.

Doch was ist das schönste Dach ohne schöne Terrasse darunter? Wir haben ein Holzdeck aus ölimprägnierten Terrassendielen von Parador gebaut. Das Holz wird unter Druck in heißem Pflanzenöl quasi frittiert und so dimensionsstabil und haltbar gemacht. Hier lohnt sich der etwas höhere Preis für das Material, denn es gibt praktisch keine Maßtoleranzen und alles passt. Die Montage ist kinderleicht.

  1. Mittelloch aufbohren© Christian Bordes

    Mittelloch aufbohren

    Damit das Lamellendach beweglich ist, braucht es einfache Lager. Sie werden aus speziellen Schrauben und simplen Verbinderblechen (40x60 mm) gebaut. Das Mittelloch wird dafür zunächst auf 5,5 mm aufgebohrt.
  2. Montagelöcher ansenken© Christian Bordes

    Montagelöcher ansenken

    Die vier äußeren Montagelöcher werden angesenkt, damit später die Schraubenköpfe bündig sind.
  3. Sacklöcher bohren© Christian Bordes

    Sacklöcher bohren

    Bewegungsraum für die Achsen schaffen Sacklöcher. Hier im Achsabstand von 173 mm, so überlappen sich die Paneele rund 4 cm.
  4. Mitnehmerprofil bohren© Christian Bordes

    Mitnehmerprofil bohren

    Im selben Abstand werden die Mitnehmerprofile aus Alu mit 4,5 mm Durchmesser gebohrt. Dabei liegen die Löcher 6 mm vom Rand entfernt.
  5. Kanten anfasen© Christian Bordes

    Kanten anfasen

    Alle Kanten werden mit 120er Schleifpapier angefast. Das ist für die spätere Lackierung wichtig, damit der Lackfilm an scharfen Ecken nicht reißt.
  6. Holzteile streichen© Christian Bordes

    Holzteile streichen

    Alle Holzteile werden mit Bläueschutz, Isoliergrund (auch bei Nadelholz) und zweimal mit Wetterschutzfarbe gestrichen (Alpina).
  7. Fase anfräsen© Christian Bordes

    Fase anfräsen

    Die Ecken des Stützpfostens bekommen je eine 10-mm-Fase angefräst, dann wirkt er schlanker.
  8. Enden abstechen© Christian Bordes

    Enden abstechen

    Die Enden dieser Fasen werden mit einem Stecheisen gerade abgestochen.
  9. Das Material© Christian Bordes

    Das Material

    Preiswertes Nadelholz, Verbinderbleche für ein paar Euro und Universal schrauben. Hier haben wir aber etwas mehr Geld ausgegeben und zur Marke gegriffen (Spax).

  1. Plattensand verteilen© Christian Bordes

    Plattensand verteilen

    Ist der Boden fest und tragfähig, wird er auf das nötige Niveau gebracht. Wenn nötig, Plattensand 5 cm hoch verteilen und festrütteln.
  2. Boden abziehen© Christian Bordes

    Boden abziehen

    Mit einem Richtscheit (lange Wasserwaage) den Boden mit 2% Gefälle vom Haus weg (Blase stößt gegen die Markierung der Wasserwaagenlibelle) glatt abziehen; ggf. auffüllen.
  3. Mittelpunkt einmessen© Christian Bordes

    Mittelpunkt einmessen

    Mit einer Latte und einem Zollstock den Mittelpunkt für den Dachpfosten einmessen und …
  4. Loch ausheben© Christian Bordes

    Loch ausheben

    … mit einem Lochspaten 60 cm tief ausheben.
  5. Estrichbeton anmischen© Christian Bordes

    Estrichbeton anmischen

    Wer es nicht hat, sollte sich ein Rührwerk für das Anmischen von Estrichbetonmischung leihen.
  6. Koch füllen© Christian Bordes

    Koch füllen

    Das Loch jetzt in etwa 20 cm hohen Schichten mit Beton füllen.
  7. Schicht verdichten© Christian Bordes

    Schicht verdichten

    Jede Schicht wird durch Stochern mit einer Latte oder Ähnlichem verdichtet.
  8. Pfostenschuh fixieren© Christian Bordes

    Pfostenschuh fixieren

    Zum Schluss den Pfostenschuh (hier ist es ein Winkel) am eingemessenen Punkt einsetzen, mit Latten in der Höhe ausrichten und fixieren.
  9. Schwelle aufschütten© Christian Bordes

    Schwelle aufschütten

    Auf einem Kiesstreifen gegen Frostschäden wird am Haus eine Schwelle aus Estrichbeton geschüttet. Sie dient schon als Auflage für den Terrassenunterbau. Eine Dachlatte dient als Schalung.
  10. Höhe kontrollieren© Christian Bordes

    Höhe kontrollieren

    Beim Bau der Schwelle immer wieder die Höhe kontrollieren, damit später keine Stufe entsteht.

  1. Schalungslatte abnehmen© Christian Bordes

    Schalungslatte abnehmen

    Sobald der Beton fest ist, wird die „Schalungslatte“ abgenommen. Zum Durchhärten sollte man ihm aber mindestens eine Woche Zeit geben.
  2. Unkrautschutz auslegen© Christian Bordes

    Unkrautschutz auslegen

    Um nicht eines Tages Löwenzahn, Distel und Kollegen in den Terrassenfugen zu begrüßen, wird ein Unkrautschutz vollflächig ausgelegt (hier ein „Bändchengewebe“, Alternative: Unkrautvlies).
  3. Hölzer unterfüttern© Christian Bordes

    Hölzer unterfüttern

    Ein Foto, aber mehrere Stunden Arbeit: Die ausgelegten Unterkonstruktionshölzer werden jetzt mit Betonplatten unterfüttert. Dabei muss ein Gefälle von 2% vom Haus weg eingehalten werden, ohne dass Niveauunterschiede zwischen den Latten entstehen. Wer hat, kann hier alte Gehwegplatten für den Unterbau nutzen. Um Staunässe zu verhindern, werden spezielle Gummipads zwischen Beton und Holz gelegt. Bei guter Vorarbeit reichen wenige Millimeter, die man aus 3-mm-Bauschutzmatten schneiden kann.
  4. Unterkonstruktion: Maße© Tillman Straszburger

    Unterkonstruktion: Maße

    Für diese Dielen soll die Unterkonstruktion im Raster 50 x 50 cm angelegt werden.
  5. Hölzer verbinden© Christian Bordes

    Hölzer verbinden

    An der Vorderseite werden die Hölzer mit einer Latte und 120-mm-Schrauben verbunden.
  6. Unterkonstruktion prüfen© Christian Bordes

    Unterkonstruktion prüfen

    Wenn die Unterkonstruktion liegt, prüft man sie ein letztes Mal auf mögliches Federn und Gefälle.
  7. Halteklammern aufschrauben© Christian Bordes

    Halteklammern aufschrauben

    Das Parador-Verlegesystem bietet Halteklammern, die in die seitliche Nut der Diele fassen und auf die Unterkonstruktion geschraubt werden.
  8. Pfosten befestigen© Christian Bordes

    Pfosten befestigen

    Bevor die Dielen an den Pfosten stoßen, wird der erst mal auf dem Stützwinkel befestigt. Eine untergelegte Edelstahlmutter schützt ihn vor Nässe, und drei Montageschrauben (Spax) für Pfostenschuhe halten ihn.
  9. Dielenreihe verschrauben© Christian Bordes

    Dielenreihe verschrauben

    Die letzte Dielenreihe wird schräg durch die Nut an der Unterkonstruktion verschraubt.
  10. Enden sichern© Christian Bordes

    Enden sichern

    Die profilierten Enden der Dielen brauchen nicht unbedingt einen Unterbau, sollten aber mit einem eingesteckten Halteclip gegen seitliches Arbeiten gesichert werden.
  11. Diele ausklinken© Christian Bordes

    Diele ausklinken

    Am Pfosten werden die Dielen so ausgeklinkt, dass sie ein paar Millimeter Abstand haben.
  12. Randleisten mit Öl behandeln© Christian Bordes

    Randleisten mit Öl behandeln

    Zu diesem Holzdeck gehören 2,5x9 cm große Randleisten mit einer 45°-Längskante, die vor der Montage noch eine Ölbehandlung brauchen.
  13. Randleiste anschrauben© Christian Bordes

    Randleiste anschrauben

    An der Ecke auf Gehrung geschnitten, werden sie an die Unterkonstruktion geschraubt. Dazu vorbohren und ein 10-mm-Sackloch bohren.
  14. Löcher schließen© Christian Bordes

    Löcher schließen

    Mitgelieferte Querholzdübel und ein Tropfen wasserfester Leim schließen die Löcher.
  15. Überstand entfernen© Christian Bordes

    Überstand entfernen

    Was übersteht, wird mit einem scharfen Stecheisen entfernt und nachgeölt.

Für trockene Füße

Aus einer Recycling-Gummimatte haben wir Quadrate geschnitten, die zwischen Betonplatte und Unterkonstruktion liegen. Sie verhindern, dass dort Staunässe entsteht, die auch das beste Holz angreift.

  1. Stirnseite absägen© Christian Bordes

    Stirnseite absägen

    Die seitlichen Dachträger (6 x 12 cm) werden mit wenigstens 10° Gefälle montiert. Dafür die vordere Stirnseite im entsprechenden Winkel absägen, damit sie senkrecht ausgerichtet ist.
  2. Träger befestigen© Christian Bordes

    Träger befestigen

    Befestigt werden die Träger mit je drei 120 mm langen Nageldübeln (Fischer). Damit sie nicht auffallen, malt man sie mit Wetterschutzfarbe weiß über. Dasselbe macht man mit der nachgesägten Hirnholzseite.
  3. Thermax einhämmern© Christian Bordes

    Thermax einhämmern

    Der mittlere Dachträger musste an einer Wand mit Außendämmung befestigt werden. Hier muss eine thermisch getrennte Befestigung her. Mit dem „Thermax“ (Fischer) ist das problemlos möglich. Er hat ein Universalgewinde für einen Nylondübel (wird vorsichtig ins Bohrloch gehämmert) und im isolierenden Kunststoffteil ein metrisches Innengewinde für eine Montageschraube.
  4. Thermax einschrauben© Christian Bordes

    Thermax einschrauben

    Mit einem Maulschlüssel lässt sich der „Thermax“ in die Dämmung schrauben, bis er fast bündig abschließt, den Rest erledigt ein leichter Hammerschlag – dafür muss aber das Bohrloch tief genug gebohrt sein.
  5. Auflagewinkel montieren© Christian Bordes

    Auflagewinkel montieren

    Jetzt den Auflagewinkel für den Dachmittelträger mit einer M8-Maschinenschraube montieren.
  6. Höhe übertragen© Christian Bordes

    Höhe übertragen

    Der Mittelpfosten ist noch 3 m lang und muss auf die richtige Länge gekürzt werden. Dafür müssen Höhe und Winkel von den Seitenträgern mit Richtscheit oder Schlauchwaage und Schmiege übertragen werden. Schnitt anzeichnen und am besten mit einem Fuchsschwanz sägen. Jetzt kann man die Fase an den Pfostenkanten nachfräsen, -stechen und -malen.
  7. Mittelträger montieren© Christian Bordes

    Mittelträger montieren

    Die Enden des Mittelträgers auf Gehrung schneiden. An der Hauswand auf den Tragwinkel legen und von unten mit Edelstahlschrauben montieren. Dabei etwas Luft zur Wand lassen.
  8. Pfosten mit Träger verbinden© Christian Bordes

    Pfosten mit Träger verbinden

    Pfosten und Träger werden mit einer 200-mm-Tellerkopfschraube (Spax „HiForce“) verbunden.
  9. Lagerplatte anschrauben© Christian Bordes

    Lagerplatte anschrauben

    Die gleichen Schrauben, allerdings nur 120 mm lang, werden nun durch das Mittelloch der „Lagerplatten“ gesteckt und mittig in die Stirnkanten der Lamellen geschraubt.
  10. Lamelle verschrauben© Christian Bordes

    Lamelle verschrauben

    Zuerst werden nur die beiden vorderen Lamellen eingesetzt und verschraubt. Dafür braucht man eine flexible Welle. Jetzt steht der Pfosten stabil da. Die Schrauben der Lamellenlagerbleche sitzen so dicht an den Lamellen, dass man da nur mit einem flexiblen Bithalter drankommt. Den gibt es im Fachhandel und im gut sortierten Baumarkt für rund 10 Euro.
  11. Lamellen einsetzen© Christian Bordes

    Lamellen einsetzen

    Jetzt werden alle Lamellen eingesetzt …
  12. Aluprofil anschrauben© Christian Bordes

    Aluprofil anschrauben

    … und dann senkrecht gestellt, um seitlich die beiden Mitnehmer-Aluprofile anzuschrauben.
  13. Die Montagepositionen© Tillman Straszburger

    Die Montagepositionen

    Hier sieht man noch mal die Beschläge und ihre Montageposition.
  14. Wand verkleiden© Christian Bordes

    Wand verkleiden

    Die Verkleidung der gemauerten Wand mit geklinkert angebrachten, vorgestrichenen Brettern (18 x 100 mm) rundet den Strandhauscharakter des Lamellendachs ab.
  15. Position anzeichnen© Christian Bordes

    Position anzeichnen

    Drei Leisten bilden die Unterkonstruktion. Die mittlere verhindert nur das Nachgeben der Bretter beim Anlehnen. Die Bretter werden an der oberen Kante mit Edelstahlschrauben (3 x 35 mm) so befestigt, dass sie 2 cm überlappen.

Nicht jeder hat zu Hause eine große Nische vor dem Wohnzimmerfenster, um dort ein Dach zwischen die seitlichen Wände zu bauen. Das muss auch gar nicht sein, denn statt der seitlichen Dachträger kann man
auch außen eine Pfosten-Träger-Kombination wie hier in der Mitte bauen. Einen Unterschied gibt es aber bei dieser frei stehenden Version des Lamellendachs: Die vorderen Lamellen müssen starr eingebaut werden, oder – besser – das Dach bekommt eine Blende aus etwa zwölf Zentimeter breiten Brettern, die jeweils von Pfosten zu Pfosten laufen und dort mit je zwei Schrauben montiert werden.

Unsere Lamellen sind knapp 2,70 Meter lang. Bei einer Materialstärke von rund zwei Zentimetern dürfen sie auch nicht länger sein, denn dann würden sie im geschlossenen Zustand zu sehr durchhängen. Viel dicker geht auch nicht, denn dann sind sie zu schwer für eine problemlose Bedienung. Also lieber einen Pfosten mehr als einen zu wenig setzen.

In jedem Fall müssen die Baumaße den Gegebenheiten vor Ort angepasst werden. Das ist zwar ein wenig Rechenarbeit, wird aber mit einem anstandslos beweglichen Schattenspender belohnt.

Ganz gleich, wie Sie Ihre neue Sommeroase bauen, wir garantieren Ihnen, dass Ihr Wohnzimmer im Sommer etliche Quadratmeter größer sein wird.

  1. Blende festschrauben© Christian Bordes

    Blende festschrauben

    Direkt am Haus würden Dachüberstand und Regenfallrohr die Beweglichkeit der Lamellen verhindern. Hier haben wir eine feste Blende auf die Dachträger geschraubt, die …
  2. Blende über den Lamellen© Christian Bordes

    Blende über den Lamellen

    … die Lamellen etwa 4 cm überragt und das Regenfallrohr sauber umschließt.
  3. Schraube eindrehen© Christian Bordes

    Schraube eindrehen

    Zum Verstellen der Lamellen wird je eine kleine Edelstahlschraube (4 x 25 mm) seitlich in die Unterkante der ersten Lamellen geschraubt.
  4. Geschlossene Lamellen© Christian Bordes

    Geschlossene Lamellen

    Im geschlossenen Zustand bietet das Dach noch ein Lichtspiel bei Sonne und etwas Schutz bei einem kurzen Sommerregen.

Die Sache hat einen Haken

Zum Verstellen der Lamellen braucht man einen Stab mit Haken. Dieser Haken ist aus Alu, das sich gut bearbeiten lässt. Die Öffnung wird mit einem 5-mm-Bohrer vorgebohrt und seitlich „ausgefräst“. Das mag der Bohrer zwar nicht, funktioniert aber gut.

Alles auf einen Blick: Die Zeichnung zeigt alle wichtigen Maße der Terrasse und des Dachs. Die Konstruktion ist nicht kompliziert, aber erfordert besonders bei den Lamellen sehr genaues Arbeiten und etwas Geduld für die Trockenzeiten der Anstriche und des Betonsockels.

Fotos: Christian Bordes, Jörn Lindemann; Illustrationen: Tillman Straszburger

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