Baum fällen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
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Baum fällen

Der Griff zur Kettensäge ist die schnellste, doch nicht immer die beste und schon gar nicht die einfachste Lösung - Wir sagen Ihnen, wann Sie einen Baum fällen dürfen, was Sie dabei beachten und wie Sie vorgehen müssen.

 
Baum fällen © Selbermachen
Baum fällen

Ohne Bäume wäre die Welt nicht mal halb so schön. Sie sorgen für saubere, sauerstoffreiche Luft, bieten Vögeln Nahrung und Nistplätze, spenden an heißen Sommertagen begehrten Schatten, liefern mit ihrem Laub eine warme Decke, die den Boden gegen Kälte und Trockenheit schützt. Besonders in dichtbebauten Gebieten haben sie eine enorme ökologische und mikroklimatische Bedeutung. Deshalb haben die meisten Kommunen und Landkreise Baumschutzverordnungen erlassen, in denen geregelt ist, unter welchen Bedingungen ein Baum gefällt werden darf. Größe und damit Alter des Baums spielen eine zentrale Rolle. Da Verstöße gegen die Baumschutzverordnung mit hohen Geldstrafen belegt werden, sollte man sich als allererstes über die örtlichen Vorschriften informieren. Auch in Sachen Baumschutz gilt: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe! Schon lange haben Gerichte entsprechend geurteilt.

Wenn ein Baum alt und morsch ist und beim nächsten Sturm umzustürzen droht, ist das Baum-Fällen die einzige Möglichkeit, Gefahr abzuwenden. Grundstücks-Eigentümer sind dann sogar dazu verpflichtet. Auch wenn der Baum von einer Krankheit befallen ist und möglicherweise andere Bäume schädigt, muss er fallen.

Ein Kronenschnitt kann Alternative zum Baum-Fällen sein

Schwieriger ist es, wenn der Baum einfach zu groß geworden ist und extrem viel Schatten wirft, wenn er zu nah ans Haus gepflanzt wurde und die Wurzeln die Fundamente gefährden oder wenn nur einzelne Äste morsch sind, die bei Sturm abbrechen und Menschen oder Gebäude beschädigen könnten.

Eine gute Möglichkeit kann ein Kronenschnitt sein. Die Baumkrone wird dabei kräftig ausgelichtet, stark verkleinert oder sogar gekappt. Der Baum bleibt dadurch gesund und kräftig, den Baum fällen ist dann nicht nötig. Ein Kronenschnitt ist grundsätzlich Sache von Fachleuten. Nicht nur, weil er große Sachkenntnis erfordert, weil er von oben ausgeführt wird, das heißt dass der Baumpfleger mit der Säge in die Krone steigt und dort arbeitet.

Bei Bäumen, die zu dicht ans Haus gepflanzt wurden und zur vollen Größe herangewachsen Probleme bereiten, kann ebenfalls ein Kronenschnitt helfen. Gefährden die Wurzeln das Fundament, müssen sie gekappt werden. Ob das möglich ist, ohne die Standfestigkeit des Baums zu beeinträchtigen, kann nur ein Fachmann entscheiden.

Beim Sägen kommt es auf die Sicherheit an

Ist der Entschluss zum Baumfällen endgültig getroffen, müssen Sie vor allem alle Sicherheitsvorschriften beachten. Beim Baumfällen beginnt Sicherheit mit einer umsichtigen Vorbereitung: Räumen Sie den Arbeitsbereich frei und sperren Sie ihn ab, damit nicht Kinder, Passanten oder Haustiere in Gefahr geraten. Als Gefahrenbereich sollten Sie die doppelte Länge des Baumes absperren, und zwar rund um dessen Standort. Neben der notwendigen Schutzkleidung gehört auch die Kontrolle des Arbeitsgeräts zu den wichtigen vorbereitenden Maßnahmen: Ist Kettenöl im Tank, steht die Kette im Leerlauf?

© SelbermachenGefahrenzone: Helfende Hände, die beim Fällen des Baumes mit anfassen, sind immer gerne gesehen. Ein respektabler Abstand und freie „Fluchtbahn“ sind jedoch Voraussetzung.

Zum Schneiden wird die Motorsäge übrigens immer im Vollgas angesetzt. Geschnitten wird immer so, dass das Kettenblatt vom Holz nicht eingeklemmt wird. Grundsätzlich darf mit einer Kettensäge nie auf einer Leiter oder gar im Baum gearbeitet werden! Beim Ansetzen des Fällschnitts sollten Sie in einem 45°-Winkel hinter dem Stamm stehen und auch in dieser Richtung zurücktreten, wenn der Baum kippt. Hier sind Sie am sichersten, wenn der Baum nicht ganz genau so fällt, wie Sie es geplant haben. Das kann vor allem bei verrotteten Bäumen geschehen.

Sicherheit beim Baumfällen

© SelbermachenKettensägen sind kraftvolle Werkzeuge, und sie sollten mit dem nötigen Respekt behandelt werden. Eine angemessene Arbeitskleidung ist deshalb dringend empfohlen. Schützen Sie den Kopf mit einem Helm und die Augen mit einer Schutzbrille, besser noch mit einem großen Visier, das auch das Gesicht vor Schaden bewahrt. Auf Grund des enormen Geräuschpegels, den Kettensägen entwickeln, ist auch ein Gehörschutz Pflicht. Helm, Visier und Gehörschutz gibt es auch als feste Einheit zu kaufen, wobei das stabile Visier angenehmer ist als eine Schutzbrille. Stabile Arbeitshandschuhe schützen Ihre Hände. Sie sollten von guter Qualität sein und die richtige Größe haben, um Sie beim Arbeiten nicht zu behindern.

© SelbermachenWer regelmäßig mit der Kettensäge arbeitet, sollte seine Ausrüstung um eine Schnittschutzhose erweitern. Das ist nicht ganz billig (ab etwa 80 Euro), kann aber böse Wunden verhindern. Denn kommt die äußere Schicht der Hose ungewollt mit dem Sägeblatt in Kontakt, werden lange Fäden aus dem Gewebe gerissen. Diese stabilen Fäden verfangen sich unmittelbar im Sägeblatt und führen zum sofortigen Blockieren der Maschine.

© SelbermachenAll diese Sicherheitsmaßnahmen helfen nur wenig, wenn Sie beim Arbeiten keinen sicheren Stand haben. Und das meint nicht nur den stabilen Untergrund, auf dem Sie stehen sollten, sondern schließt auch geeignetes Schuhwerk ein. Feste Schuhe sollten es sein, und zwar mit griffiger Sohle und im Idealfall mit einer Schutzkappe.

Sicherheitsfunktion: Schneidet die Motorsäge in eine Schnittschutzhose, blockieren die ausgerissenen Fäden sofort das Gerät.

Das richtige Werkzeug für alle Fälle

© SelbermachenAuch der trainierteste Karatemeister kann noch keinen Baum per Handkante fällen, ein geeignetes Werkzeug ist also immer vonnöten. Früher genügten dazu ein scharfe Axt und eine große Säge, um auf der einen Seite den Fällkerb und auf der anderen Seite den Fällschnitt anzusetzen.

© SelbermachenHeute ist eine leistungsfähige Kettensäge das Werkzeug erster Wahl. Sie ist, unter Beachtung einiger Sicherheitsregeln, nicht nur bequemer zu handhaben, sondern auch sicherer als der brachiale Umgang mit der Axt. Grundsätzlich sind Motor- Kettensägen leistungsstärker als die strombetriebenen Pendants, allerdings auch lauter und teurer. Weiterer Vorteil: Sie sind durch kein Stromkabel in Ihrem Aktionsradius eingeschränkt, von der Gefahr, sich den Saft selbst abzuschneiden ganz zu schweigen. Bei der Schwertlänge der Säge reichen 35 cm für den normalen Hausgebrauch aus. Längere Schwerter sind nicht unbedingt besser, denn die Sägen werden dadurch auch schwerer und unhandlicher. Einige Modelle bieten die Möglichkeit, verschieden lange Schwerter zu montieren (zum Beispiel Dolmar 111) und sind damit für alle Baumfälle gerüstet. Die Motorleistung dieser Klasse schwankt zwischen 1,3 und 2,6 kW.

© Selbermachen© SelbermachenMit Kettensägen in die Baumkrone zu steigen und den Todgeweihten dort zu entasten, ist äußerst gefährlich und auch verboten. Für solche Arbeiten gibt es die so genannten Hochentaster. Bei diesen Geräten handelt es sich um kleine Kettensägen am Stiel, mit denen man Äste auch in 4 m Höhe noch sicher und bequem abschneiden kann. Wichtig: Sie dürfen natürlich niemals unter dem abzusägenden Ast stehen, sondern nur versetzt in einem Winkel von etwa 60°.

© SelbermachenSpaltkeile benötigen Sie, um beim Baumfällen ein Einklemmen des Sägeblattes zu verhindern. Eingetrieben werden die Stahl-, Alu- oder Kunststoffkeile mit einem Hammer.

  1. Fällkerb© Selbermachen

    Fällkerb

    Die Richtung, in die der Baum fallen soll, wird mit dem Kerbschnitt festgelegt. Dabei handelt es um eine Kerbe von zirka 45°, die nicht mehr als ein Drittel in den Stamm hineinragt. Machen Sie zunächst den schrägen Schnitt, anschließend den waagerechten, um die Kerbe zu vollenden.
  2. Fällschnitt sägen© Selbermachen

    Fällschnitt sägen

    Auf der entgegengesetzten Seite setzen Sie nun den Fällschnitt, und zwar etwa 5 cm oberhalb des waagerechten Schnittes des Fällkerbs.
  3. Äste absägen© Selbermachen

    Äste absägen

    Ist der Baum gefallen, entfernen Sie zunächst die Äste an der Oberseite des Stammes. Die unteren Äste bleiben stehen.
  4. Stamm zerkleinern© Selbermachen

    Stamm zerkleinern

    ...damit der Stamm zum Zerkleinern deutlich über dem Boden bleibt. Ansonsten bestünde die Gefahr, beim Durchtrennen des Stamms in den Boden zu sägen.
  5. Wurzelballen absägen© Selbermachen

    Wurzelballen absägen

    Bleibt der Wurzelballen des Baums im Boden, wird der Stamm möglichst nah oberhalb des Bodens abgesägt. Sollen die Wurzeln hingegen entfernt werden, empfiehlt es sich, einen möglichst langen Rest des Stamms stehenzulassen, um beim Ausgraben die Hebelkraft ausnutzen zu können.
  1. Hydraulik-Holzspalter© Selbermachen

    Hydraulik-Holzspalter

    Hydraulik-Holzspalter mit 230-V-Elektroantrieb erleichtern die Herstellung von Kaminholz erheblich. Damit können Sie innerhalb kurzer Zeit große Mengen Holz verarbeiten – und zwar ohne ins Schwitzen zu kommen.
  2. Holz spalten im Detail© Selbermachen

    Holz spalten im Detail

    Der Spaß hat jedoch seinen Preis und lohnt sich nur, wenn Sie wirklich regelmäßig viel Holz ver arbeiten: Die Maschinen (hier von Dolmar) kosten 1100 Euro und mehr, je nach Leistungsstärke. Einfache Holzspalter entwickeln 3 kW Leistung und einen Druck von 6 Tonnen.
  3. Sägeblock zum einklemmen© Selbermachen

    Sägeblock zum einklemmen

    Wer beim Zerkleinern des Baumstamms auf Nummer sicher gehen will, benutzt einen stabilen Sägebock zum Schneiden des Holzes. Der Vorteil von praktischen Helfern wie dem Smart Holder (Stihl, 127 Euro): Der Stamm wird fest eingeklemmt, beide Hände sind frei und können bleiben, wo sie hingehören, nämlich an der Säge. Der Smart Holder eignet sich für Hölzer zwischen 25 und 230 mm Durchmesser und kann durch einfaches Lösen zweier Flügelmuttern zusammengeklappt werden.
  4. Spezial-Sägeblock© Selbermachen

    Spezial-Sägeblock

    Die einzige Rechtfertigung, eine Kettensäge mit nur einer Hand zu bedienen, ist ein solcher Spezial- Sägebock (zum Beispiel von Westfalia, 140 Euro). In diesem Fall wird nämlich die Säge fest in einen Schwenkarm gespannt. So haben Sie eine Hand zum Führen des Schnittgutes frei.

© Selbermachen© Selbermachen© Selbermachen

Der Fallkerb

Die Fallrichtung wird durch den Fällkerb bestimmt. Zwei Schnitte sind für den Fällkerb notwendig. Der Fällschnitt wird etwa 5 cm über der Fällkerbsohle parallel angesetzt. Die Bruchleiste, die nicht durchtrennt werden darf, wirkt wie ein Scharnier.

Den Baumstamm zersägen

© SelbermachenUm den Baumstamm zu zersägen, müssen Sie ihn deutlich über dem Boden lagern, damit Sie nicht versehentlich in den Boden sägen. Da beim Einsägen in den Stamm das Blatt der Motorkettensäge leicht eingeklemmt wird, müssen zwei Schnitte angebracht werden. Der erste Schnitt ist immer der Entlastungsschnitt. Dazu schneiden Sie zu etwa einem Drittel in den Stamm, und zwar dort, wo das Sägeblatt eingeklemmt werden kann. Der zweite ist der Trennschnitt.

Den Baustumpf roden

© Selbermachen© SelbermachenUm den Baumstumpf zu entfernen, heben Sie etwa 50 bis 80 cm vom Stamm einen Graben aus, und zwar so tief, dass die Wurzeln freiliegen. Diese werden mit Axt oder Handsäge durchtrennt. Lassen Sie den Baumstumpf 2 m hoch stehen, um die Hebelwirkung zu nutzen. Wenn die Kraft Ihrer Helfer trotzdem nicht ausreicht, sind Seilwinde oder ein Trecker nützlich. Aus Sicherheitsgründen darf sich zwischen Winde und Baumstumpf keine Person aufhalten.

Gilt für alle Sägearbeiten: Der Schnitt muss immer so angesetzt werden, dass das Holz die Kette nicht ein klemmen kann.

Recht: Darauf müssen Sie beim Baumfällen achten

Wenn es darum geht, Bäume zu fällen, sind Ärger und Streit oft programmiert. Knifflig ist bereits die Frage, ob Sie überhaupt Eigentümer eines bestimmten Baums sind. Denn nur als solcher sind Sie berechtigt, ihn zu fällen. Einfach ist die Beantwortung, wenn Sie alleiniger Besitzer eines Hauses sind und der Baum auf Ihrem Grundstück steht. Oftmals gibt es jedoch Eigentümergemeinschaften, etwa in Häusern mit Eigentumswohnungen. Wer hier den Garten nutzen darf, ist oftmals nicht Eigentümer des Gartens, sondern hat nur ein Sondernutzungsrecht. In diesem Fall muss eine Mehrheitsentscheidung der Eigentümer herbeigeführt werden. Handelt es sich bei dem zu fällenden Baum gar um einen Grenzbaum, der auf zwei Grundstücken gleichzeitig steht, müssen beide Eigentümer dem Fällen zustimmen.

Selbst wenn die Eigentumsfrage eindeutig ist, dürfen Bäume ab einer gewissen Größe in der Regel nicht einfach gefällt werden. Da stehen die Baumschutzverordnungen vor. Erkundigen Sie sich unbedingt bei Ihrer Gemeinde nach den bestehenden Regelungen. Diese können nämlich von Stadt zu Stadt höchst unterschiedlich sein. Gelten in Hamburg Bäume ab einem Durchmesser von 25 cm in 1,30 m über dem Boden als schutzwürdig, dürfen Kölner Bürger bis zu einem Durchmesser von 32 cm frei fällen, gemessen in 1 m über dem Boden. Doch auch hier gibt es immer wieder Ausnahmen. So existieren oft Sonderregelungen für bestimmte Baumarten, die mancherorts besonders geschützt werden sollen. Und ausgenommen sind in der Regel Obstbäume, oftmals auch Säulenpappeln und Koniferen wie Tanne, Kiefer oder Fichte. All das ist jedoch von Ort zu Ort mehr oder weniger willkürlich festgelegt. Gleichwohl haben Rechtsstreitigkeiten gezeigt, dass die Baumschutzverordnungen weitgehend unantastbar sind. Dagegen anzugehen oder gar zu klagen macht wenig Sinn.

Da Bäume häufig Anlass für Streit zwischen Nachbarn sind, haben die meisten Bundesländer im so genannten Nachbarrecht geregelt, welche Rechte und Pflichten mit dem Besitz eines Baumes verbunden sind. Typische Streitpunkte wie Laubbefall auf dem Nachbargrundstück, Schattenwurf oder Abstand eines Baumes zur Grundstücksgrenze sind darin bereits verbindlich geregelt. Nur die Länder Bayern, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern haben kein ausdrückliches Nachbarrecht.

„Niemals von der Leiter!“

© SelbermachenSELBERMACHEN im Gespräch mit Dr. Boris Welcker, Leiter der Lehranstalt Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.

SM: Woran erkennt man einen gefährlichen Baum?

Welcker: Ganz wichtig ist die richtige „Ansprache“ des Baums. Gucken Sie ihn sich vor dem Fällen ganz genau an. Gefährlich wird es immer dann, wenn der Baum unter Spannung steht. Also: Steht er schief? Hat er eine einseitige Krone? Ist viel Totholz in der Krone?

SM: Was sind dann die Risiken?

Welcker: Wenn man die Druck- und Zugzonen im Stamm falsch einschätzt, kann der Baum beim Fällen aufplatzen oder in die falsche Richtung fallen. Beides kann katastrophale Folgen haben. Denken Sie immer daran: Ein professioneller Forstarbeiter braucht drei Jahre Ausbildungszeit für diesen Job.

SM: Sind Laub- oder Nadelbäume gefährlicher?

Welcker: Das kann man so nicht sagen. Nur das Problem von schwerem Totholz in der Krone tritt häufiger bei Laubbäumen auf. Und wenn das dann typischerweise aus großer Höhe herabfällt, wird es extrem gefährlich.

SM: Stichwort „morsche Bäume“?

Welcker: Wenn an einem größeren Baum Fäule, Pilze oder gar Höhlen zu sehen sind, ist allergrößte Vorsicht geboten! Diese Bäume können beim Fällen unkontrolliert bersten, wegbrechen oder in eine ungeplante Richtung stürzen.

SM: Nennen Sie uns die größten Fehler, die man als Amateur beim Bäumefällen machen kann.

Welcker: Zunächst muss man erst einmal die Fälltechnik beherrschen, da tun sich viele Laien schon schwer. Dann: Vorschnelles Handeln und mangelnde Ansprache des Baums. Und zuletzt der Kardinalfehler: das Sägen auf der Leiter! Sägen über Schulterhöhe und von Leitern aus ist aus gutem Grund verboten.

SM: Gibt es einen maximalen Stammdurchmesser, an dem man sich orientieren kann?

Welcker: Da gibt es keine einfache Antwort. Für Anfänger ist die Schienenlänge der Säge ein Anhaltspunkt. Auch Fortgeschrittene sollten sich nicht mehr als die doppelte Schienenlänge minus 20 Prozent an Stammdurchmesser vornehmen. Aber dann müssen die Schnitte schon sitzen.

SM: Und wenn der Baum am Boden liegt, ist die Gefahr gebannt?

Welcker: Mitnichten! Gerade dann kommt es häufig zu Verletzungen. Auch hier müssen die Spannungen im Holz richtig eingeschätzt werden. Äste und Baumteile können bersten oder wegschlagen, die Säge sich im Stamm festsetzen.

SM: Wer hilft, wo lernt man den sicheren Umgang mit Kettensägen?

Welcker: Viele Waldarbeits- und DEULA-Schulen bieten inzwischen Lehrgänge für interessierte Privatleute an. Oft am Wochenende oder komprimiert an einem Tag. Auch wir haben solche Angebote in Bad Segeberg. Fragen Sie die nächste Landwirtschaftskammer oder Ihren zuständigen Förster.

Artikel aus selber machen Ausgabe 01/2010. Jetzt abonnieren!
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