Betttisch selber bauen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Frühstück im Bett

Betttisch selber bauen

Wer schon einmal mit einem Tablett auf dem Schoß im Bett gefrühstückt hat, kennt die Problematik der kippenden Tassen und Gläser. Ein Bett-Tisch ist die sinnvolle Gegenmaßnahme!

 
Frühstück im Bett mit einem selbst gebauten Betttisch © Chris Lambertsen
Frühstück im Bett mit einem selbst gebauten Betttisch

Schließen Sie doch einfach mal die Augen und stellen sich vor: Es ist Sonntag, Sie haben viel Zeit und können heute einmal ganz gemütlich im Bett frühstücken. Steigt Ihnen da jetzt auch der Duft von frischem Kaffee und leckeren Brötchen in die Nase? Herrlich, oder? Sie denken nun: „Aber Moment mal, wo soll denn das Frühstück stehen?“ Machen Sie die Augen wieder auf und schauen sie einmal genau hin.

Betttisch© SelbermachenHier kommt Ihr neuer Frühstückstisch: Individuell angefertigt in Bettbreite, fahrbar auf kleinen Rollen und mit einer ausreichenden Tiefe von 45 cm so bemessen, dass bequem auch das üppigste Morgenmahl darauf Platz findet. Sie zögern noch? Keine Bange, der Betttisch ist so konstruiert, dass Sie ihn ohne großen Werkzeugeinsatz bauen können.

Alles was Sie benötigen, sind Bügeleisen, Bohrmaschine und Handschleifer, denn das Material lassen Sie sich im Baumarkt zuschneiden. Na dann: Der Sonntag ist in Sicht!

Sympathischer Plattenbau: Der Betttisch

Der Sonntag kann starten!© SelbermachenWie bereits auf der vorherigen Seite erklärt, benötigen Sie für diesen Bauvorschlag keine Elektrosäge, denn Sie können sich sämtliches Plattenmaterial im Baumarkt oder im Holzfachhandel zusägen lassen. Selbst die schmalen Streifen der Mittellage sind mit 10 Zentimeter Breite so dimensioniert, dass man sie ohne Probleme an der Plattensäge erhält. Wir benutzten hier eine mit Eichenholz furnierte Tischlerplatte aus dem Holzfachhandel, für die man etwa 35 Euro je Quadratmeter kalkulieren muss.

Ganz so teuer muss es aber nicht sein. Im Baumarkt erhalten Sie Tischlerplatten mit Pappelfurnier für knapp 22 Euro pro Quadratmeter. Diese können Sie dann entsprechend mit einer Beize oder Lasur auf einen Edelholzlook trimmen. Weiterer Pluspunkt für die Baumarktware: Sie zahlen nur das Holz, was Sie auch wirklich benötigen und nehmen nicht den Verschnitt mit. Anders beim Holzfachhändler: Hier müssen Sie ganze Platten abnehmen, bekommen aber den Rest für weitere Projekte mit.

Farb- und Formvarianten

Betttischkante rot© SelbermachenFür diesen Betttisch können Sie natürlich auch jede andere Holzplattenart verwenden wie etwa Multiplex in Birke und Buche oder MDF, das später farbig lackiert wird.

Ebenso lassen sich die Platten in unterschiedlichen Formen zusammensetzen oder die Kanten mit einer Flachleiste aus Aluminiummaterial oder einer anderen Umleimerfarbe verzieren.

Anleitung: Betttisch selber bauen

  1. AufbügelnAufbügeln© Selbermachen

    Aufbügeln

    Die sichtbaren Kanten der Tischlerplatte erhalten einen Echtholzumleimer zum Aufbügeln. Dieser Umleimer ist rückseitig mit einem Schmelzkleber ausgestattet, so dass er mit dem Bügeleisen aufgebracht werden kann.
  2. Überstand abschneidenÜberstand abschneiden© Selbermachen

    Überstand abschneiden

    Ist der Schmelzkleber ausgehärtet und erkaltet, wird der Überstand mit einem Cuttermesser weggeschnitten. Damit der Umleimer nicht ausreißt, hat es sich bewährt, ein separates Stück Spanplatte als seitliche Schneidunterlage zu verwenden.
  3. SchleifenSchleifen© Selbermachen

    Schleifen

    Die Schnittkanten des Umleimers sowie die Flächen werden glatt geschliffen.
  4. PlattenPlatten© Selbermachen

    Platten

    Da die mittlere Lage der Konstruktion aus Gewichts- und Kostengründen nur aus jeweils zwei Plattenstreifen besteht, müssen diese natürlich verschraubt werden. Bohren Sie dazu Löcher für die Schrauben und senken Sie die Löcher so weit an, dass die Schraubenköpfe nicht mehr überstehen.
  5. KlebestreifenKlebestreifen© Selbermachen

    Klebestreifen

    Ein Streifen Klebeband (hier blau) eignet sich erstens, um einen exakten Abstand zum Rand einzuhalten und zweitens, um eventuell austretenden Leim aufzufangen. Denn quillt der Leim aus der Fuge auf die Echtholzoberfläche, so werden an dieser Stelle später beim Lackieren helle Bereiche auftreten. Der Leim verhindert nämlich, dass der Lack ins Holz eindringen kann. Ein separates Brett (hier zur besseren Erkennbarkeit in weiß) in der Dicke der verwendeten Tischlerplatte wird als Anschlag benutzt. So ist sicher, dass später auch die angesetzten Stücke direkt ineinander greifen.
  6. MetallwinkelMetallwinkel© Selbermachen

    Metallwinkel

    Die Metallwinkel zur Verstärkung werden mit 5 x 16-mm-Schrauben und mit Hilfe des Anschlags befestigt.
  7. DeckplattenbefestigungDeckplattenbefestigung© Selbermachen

    Deckplattenbefestigung

    Nun wird die Deckelplatte mit Leim und Schrauben an der Seite befestigt.
  8. KlebenKleben© Selbermachen

    Kleben

    Die dritte Lage der Konstruktion besteht wieder aus einer vollen Tischlerplatte. Sie wird stumpf mit Leim und Schraubzwingen angesetzt. Tipp: Damit das Echtholzfurnier durch die Schraubzwingen nicht zerdrückt wird, sollte man an der sichtbaren Seiten sogenannte Zulagen benutzen. Zulagen können etwa aus Plattenstreifen bestehen oder Vierkanthölzer sein, die zusätzlich auch noch den Druck der Zwinge gut verteilen. Auf der nicht sichtbaren Unterseite kann man auf solche Zulagen durchaus verzichten.
  9. TischbeineTischbeine© Selbermachen

    Tischbeine

    Um die kleinen Einbohrrollen in den Tischbeinen zu befestigen, wird zunächst mit einem Forstnerbohrer ein Loch gebohrt, das so groß und so tief wie die Montageplatte der Rolle ist.
  10. EinbohrrollenEinbohrrollen© Selbermachen

    Einbohrrollen

    Anschließend wird noch ein kleineres Loch gebohrt, in dem später dann die ganze Rolle komplett verschwindet.
  11. LackierenLackieren© Selbermachen

    Lackieren

    Ein lösemittelhaltiger Lack feuert die Eichenholzstruktur noch einmal an und ist obendrein auch sehr strapazierfähig.

 

 

Fotos: 
Chris Lambertsen
Artikel aus selber machen Ausgabe 12/2008. Jetzt abonnieren!
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