Bohrhammer-Test: acht Geräte im Check | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin

Bohrhammer Test

Bohrhammer-Test: acht Geräte im Check

Zwei Trends gibt es bei den Elektrowerkzeugen, wenn es darum geht, Löcher in die Wand zu bohren: Zum einen ist der Siegeszug der Akku-Bohrschrauber kaum noch aufzuhalten. Zum anderen verdrängen die Bohrhämmer mehr und mehr die klassischen Schlagbohrmaschinen. Bohrhammer-Test der aktuellen Generation.

 
Bohrhammer-Test © Selbermachen
Bohrhammer im Test

Zwei Marken stehen für das Segment der Bohrhämmer: Bosch und Hilti. Während die Schwaben vor 80 Jahren den elektrischen Bohrhammer erfanden – deswegen steht für viele Heimwerker immer noch der „Boschhammer“ für die ganze Gattung – haben die Schweizer mit dem roten Gehäuse den Profimarkt besetzt. „Die Hilti“ ist von keiner Baustelle wegzudenken; nur in der Hand von Heimwerkern bleibt sie auf Grund ihres Preises ein Exot. Dass in den letzten Jahren mehr und mehr Endverbraucher sich einen Bohrhammer gekauft haben, hat zunächst zwei ganz schlichte Gründe: das Geräusch und die Vibrationen. Denn beide sind bei einem Bohrhammer deutlich angenehmer als bei einer Schlagbohrmaschine. Die technischen Ursachen sind schnell erklärt: während die Schlagbohrmaschine eine Wellenscheibe auf der Achse hat, die den Bohrer bei eingeschaltetem Schlagwerk in hoher Frequenz noch vorne drückt, hat der Bohrhammer ein (meist pneumatisches) Schlagwerk, das den Meißel oder Bohrer aktiv nach vorn schleudert. In der Praxis bedeutet dies, dass Bohrhämmer nur an die Wand gehalten, aber nicht angepresst werden müssen, und deren (Schall- und Vibrations-)Frequenz insgesamt als angenehmer empfunden wird. Bei der Schlagbohrmaschine ist es genau umgekehrt: Nur kräftiges Drücken sichert den Arbeitsfortschritt in hartem Material und das Arbeitsgeräusch ist am Rande des Erträglichen.

Soweit die Theorie: In unserem Bohrhammer-Test reicht die Spanne der Lärmentwicklung von 91,5 bis 96,8 dB(A), auf Deutsch: Der Kress war gefühlt mehr als doppelt so laut wie der Metabo, obwohl dieser einen deutlich größeren und stärkeren Motor hat.

Ein weiteres Argument spricht für den Hammer – die Meißelfunktion: Wenn sich beim Bohrhammer die Drehfunktion ausschalten lässt, können auch leichte Stemm- Aufgaben gelöst werden. Häuser werden Sie mit dieser Kombination nicht abreißen können, einen Kabelkanal anzulegen oder einen alten Fliesenschild zu entfernen, ist aber möglich, solange sich der Kollateralschaden durch die Schläge in Grenzen hält. Wichtig in unserem Test war uns auch die Sicherheits- und Stabilitätsprüfung, denn wo ein Bohrhammer eingesetzt wird, ist es regelmäßig auch staubig und schmutzig. Das Ergebnis hier war in Ordnung, nur drei der Kandidaten zeigten leichte Schwächen. Auch die Ausstattung der Testpakete war in Ordnung, (fast) alle Kandidaten kommen mit einem zusätzlichen, klassischen Bohrfutter für das Drehbohren. Makita und Black&Decker haben sogar Bohrer und Meißel mit im Paket, die sonst mit erheblichen Mehrkosten zu Buche schlagen.

Die Kerndisziplin der Hämmer ist aber das Bohren in Beton. Hier sind sie schlicht unschlagbar, erreichen mit vergleichsweise kleiner Motorleistung großen Arbeitsfortschritt. Deswegen sollen sie auch nie mit eingeschaltetem Hammerwerk in einer porösen Wand eingesetzt werden, der Schaden wäre beträchtlich.

Insgesamt absolvieren die Kandidaten das Testprogramm mit guten Noten, zeigen sich auf hohem Niveau. Zwar können die teureren Geräte oft bessere Ergebnisse erzielen, doch einen echten Verlierer hatten wir diesmal nicht dabei. Und im Vergleich mit einer Schlagbohrmaschine ist selbst ein einfacher Bohrhammer bei der Arbeit in Beton immer ein großer Gewinn.

Kein Borhhammer ohne SDS-Plus!

Gelegentlich findet man immer noch billige Bohrhämmer, die keine SDS-Plus-Aufnahme für das Bohr- oder Meißelwerkzeug haben, sondern statt dessen ausschließlich ein konventionelles Bohrfutter. Ein Schnäppchen? Nicht wirklich! Wer hier spart, zahlt am Ende drauf, denn kleine Meißel oder stabile Hammerbohrer gibt es praktisch nur noch mit der SDS-Aufnahme. Die ist heute Teil des Bohrhammer-Konzepts, gibt sie dem Bohrer doch entlang der Achse etwas Spiel. Günstige Standard-Steinbohrer, im Borfutter fest eingespannt, würden schnell dem Stress zum Opfer fallen. Auch ist das Auswechseln des Zubehörs mit SDSPlus im Handumdrehen erledigt, ein echter Zeit- und Komfortgewinn. Konsequenz: Ein anständiger Bohrhammer braucht leider auch hochwertiges (lies: teures) Zubehör!

Bohrhammer-Test

AEG KH 28 Super XE

AEG KH 28 Super XE© SelbermachenPreis etwa 272 Euro

Positiv: Hammerbohren, Meißelarbeiten, und Holzbohren gut Schnellspannwechselfutter Geringe Aufnahmeleistung beim Hammerbohren Werkzeugwechsel einfach Tiefenanschlag gut zu bedienen

Negativ: Sehr laut, starke Vibration Keine Drehzahlbegr. bei Linkslauf Bedienungsanleitung fast nur mit Bilderläuterung, kaum Text

Gesamturteil: Gut

Black & Decker KD 990

Black & Decker KD 990© SelbermachenPreis etwa 179,95 Euro

Positiv: Drehzahlbegrenzung bei Linkslauf Bohrersatz und zwei Meißel als Zubehör mitgeliefert Einfacher Wechsel von Bohrfutter und Bohrer Seitenhandgriff einfach zu verstellen

Negativ: Schweres Gerät Für Meißelarbeiten weniger geeignet Zum Metallbohren weniger geeignet Kein Schnellspannfutter Laut, Vibrationen

Gesamturteil: Befriedigend

Bosch PBH 2000 SRE

Bosch PBH 2000 SRE© SelbermachenPreis etwa 140 Euro

Positiv: Leicht, robust und handlich Hammberbohren und Holzbohren gut Werkzeugwechsel sehr einfach Geringe Aufnahmeleistung beim Hammerbohren Seitenhandgriff leicht verstellbar

Negativ: Kurze Zuleitung Kein Schnellspannfutter Tiefenanschlag im Test lose Laut, Vibrationen Keine Bohrer mitgeliefert

Gesamturteil: Gut

DeWalt D 25013

DeWalt D 25013© SelbermachenPreis etwa 165 Euro

Positiv: Sehr gut beim Hammerbohren Sehr leicht und handlich Lange Zuleitung Werkzeugwechsel einfach Seitenhandgriff und Tiefeanschlag einfach zu verstellen

Negativ: Nach Falltest Schalter schwergängig und leichter Gehäuseschaden Keine Bohrer mitgeliefert Bohrfutteranschlag, schwierig beim Metallbohren

Gesamturteil: Gut

Kress 800 PSE QuiXS

Kress 800 PSE QuiXS© SelbermachenPreis etwa 296 Euro

Positiv: Hammerbohren und Holzbohren gut Lange, abnehmbare Zuleitung Werkzeugwechsel einfach Robust im Falltest Schnellspannwechselfutter Gute Bedienungsanleitung

Negativ: Relativ schweres Gerät Sehr laut, Vibrationen Tiefenanschlag etwas umständlich Hohe Aufnahmeleistung Keine Drehzahlbegr. bei Linkslauf

Gesamturteil: Gut

Makita HR 2470FT

Makita HR 2470FT© SelbermachenPreis etwa 297 Euro

Positiv: Hammerbohren, Meißeln sehr gut Geringer Bohrfutterschlag Handliches Gerät, guter Griff Einfacher Wechsel von Werkzeug Tiefenanschlag gut zu bedienen Relativ geringe Vibration Lange Zuleitung, Bohrer mitgeliefert

Negativ: Relativ schwer. Sehr laut Keine Drehzahlbegr. bei Linkslauf Koffer nicht mit Zusatzschloss verschließbar Seitenhandgriff umständlich

Gesamturteil: Gut

Metabo UHE 28 Plus

Metabo UHE 28 Plus© SelbermachenPreis etwa 329 Euro

Positiv: Hammerbohren, Meißel gut! Gut geeignet für Holzbohren Geringer Bohrfutterschlag Schnellspannwechselfutter Einfacher Wechsel von Werkzeug Tiefenanschlag gut zu bedienen Lange Zuleitung

Negativ: Gerät nach Falltest defekt Spannhalsdurchmesser unüblich Schwer, laut, Vibrationen Keine Drehzahlbegr. bei Linkslauf

Gesamturteil: Gut

Skil 1758

Skil 1758© SelbermachenPreis etwa 120 Euro

Positiv: Günstig. Gut beim Hammerbohren Lange Zuleitung. Drehzahlbegrenzung bei Linkslauf Robust im Falltest, geringe Vibration Einfacher Wechsel von Werkzeug Seitenhandgriff gut zu verstellen

Negativ: Schweres Gerät Für Meißelarbeiten weniger geeignet Starker Bohrfutterschlag: für genaues Metallbohren weniger geeignet Kein Schnellspannfutter, laut

Gesamturteil: Befriedigend

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