Im Test: zehn Exzenterschleifer | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Exzenterschleifer

Im Test: zehn Exzenterschleifer

Auf der Suche nach der perfekten Oberfläche standen diesmal zehn Exzenterschleifer auf dem Prüfstand. Welcher schafft die Arbeiten schnell, sauber und effektiv? Unser Test zeigt: Gute Leistung muss nicht unbedingt teuer sein.
 
Exzenterschleifer im Test © Selbermachen
Exzenterschleifer im Test

Wer in seiner Heimwerkstatt raue Holzoberflächen glätten will oder auf Regalen eine schön lackierte Oberfläche entstehen lässt, braucht nur ein Gerät: einen guten Exzenterschleifer.

Im Gegensatz zum Schwingschleifer, bei dem sich die Schleifkörner sehr schnell über ein und dieselbe Stelle bewegen und dabei leicht Rillen in der Oberfläche hinterlassen, arbeitet der Exzenterschleifer effektiver und mit besserem Schleifbild.

Er kombiniert zur üblichen Schwingbewegung noch eine Drehbewegung, indem eine rotierende Schleifscheibe im Zentrum zusätzlich kreisförmig angetrieben wird. So entsteht ein „verwischender“ Schliff mit einem feineren Endergebnis.

Die Testkandidaten

Unser SELBER MACHEN-Prüfinstitut PZT hat diesmal zehn Exzenterschleifer untersucht. Die Testkandidaten – obwohl sehr unterschiedlich im Preis – lagen bei den Ergebnissen erstaunlich nah beieinander.

Abgesehen vom mitgelieferten Zubehör unterschieden sich die Geräte schon allein beim Gewicht: Flex mit nur 1,2 kg stand AEG mit ganzen 2,8 kg gegenüber.

Auch das Umschalten von Fein- auf Grobschliff ist eine praktische Erfindung, beschleunigt den Arbeitsfortschritt. Dabei erhöht sich der Schwingkreis bei AEG und DeWalt von rund 3 mm auf 6 mm.

Als weiteren Pluspunkt bieten Testteilnehmer wie AEG, Black & Decker, Bosch und DeWalt einen zweiten Handgriff an. Dieser ist meist abnehmbar und verstellbar.

Für Arbeiten auf großen Flächen – entfernt vom Körper – ist das sinnvoll: Andruck und saubere Führung des Geräts sind mit zwei Händen einfach leichter möglich, und das Arbeitsergebnis fällt besser aus.

Vorsicht ist bei zu starkem Andruck geboten, dadurch wird der Schleifvorgang nicht besser oder schneller. Im Gegenteil! Presst man zu stark an, dann dreht der Teller nicht mehr, und man erhält das Ergebnis eines Schwingschleifers mit Riefen in der Oberfläche.

Der Praxistest Schleifen

Als wichtigster Bereich ging der Praxistest Schleifen mit 40 % Gewichtung in die Gesamtnote ein. Hier zeigt sich klar, worauf man als Selbermacher unbedingt achten sollte: Ist das Gerät dafür da, eher Masse zu schaffen und große Flächen herunterzuschleifen?

Hier bieten AEG, Black & Decker, DeWalt und Bosch gute Werte mit bis zu 38 g Holzabtrag beim 5-min-Schleiftest mit 40er-Körnung. Makita, Hitachi, Ryobi und Flex bekommen da deutlich weniger Holz von der Fläche. Dafür punkten sie aber bei feinen Arbeiten an Abrundungen, schmalen und senkrechten Flächen.

Schleifen ist mit hoher Staubbelastung verbunden. Für die eigene Gesundheit ist daher die Feinstaubrückhaltung der Geräte ein wichtiger Punkt, wie etwa beim Restaurieren alter Möbel oder beim Aufarbeiten alter Karosserien. AEG, Flex und Makita erreichten hier gute Werte, lassen sich auch an eine externe Absaugung anschließen. Allein Hitachi und Skil haben diese Möglichkeit nicht.

Technische Prüfungen

Im Bereich technische Prüfungen zeigten sich bei der Nachlaufzeit Unterschiede: Beträgt sie nur wenige Sekunden, werden Schleifriefen auf der Oberfläche verhindert.Flex schnitt hier am besten ab, Worx und AEG bildeten das Schlusslicht.

Ein Tipp: Bei feinen Holzarbeiten ohne Lackierung verhilft das Schleifen im Maserungsverlauf zu einem guten Ergebnis.

Für den Komfort beim Bedienen sind zwei weitere Punkte bei der technischen Prüfung wichtig: Die Lautstärke war bei AEG und Skil mit 88 dB(A) und mehr besonders hoch, wogegen Flex und Ryobi angenehm leise arbeiteten.

Der zweite Punkt ist die Belastung durch die Vibration der Geräte. AEG hatte im Test den schlechtesten Wert, gefolgt von Flex und Bosch. Das Gerät von Makita schnitt am besten ab, danach kamen Ryobi und Black & Decker. Wenn Geräte wie bei Ryobi gleichzeitig ruhig und leise laufen, macht auch das Bearbeiten großer Flächen Spaß.

Mit Schleifpapier und Schneideklotz ...

Früher führte an diesen einfachen Mitteln kein Weg vorbei, und für kleine Arbeiten sind sie auch heute noch erste Wahl. Geht es darum, eine kleine Macke an der Holztür auszubessern, muss man hier kein Gerät hervorholen und die nächste Steckdose suchen.

Eine ganze Altbautür zu restaurieren oder ein Holzregal zu bauen, dafür braucht es definitiv maschinelle Unterstützung.

Deltaschleifer eignen sich für Ecken, aber setzen sich leicht zu. Ein Schwingschleifer ist meist die erste Wahl.

Noch schneller geht es mit einem Bandschleifer – hier erlaubt das umlaufende Schleifmittel einen wesentlich höheren Abtrag und eignet sich gut für grobe Arbeiten. Allerdings ist ein Feinschliff – gerade auf empfindlichen Oberflächen – nicht möglich. Sind diese zudem noch gewölbt, wie zum Beispiel bei Autokarosserien, führt an einem Exzenterschleifer kein Weg vorbei.

SELBER MACHEN-Test im Detail

AEG „EX 150 E“© SelbermachenAEG „EX 150 E“

Preis 149 Euro

Positiv: Lange Gummi-Anschlussleitung. 2 Schwingkreiseinstellungen. Zweithandgriff. Sehr guter Schleifabtrag. Gute Feinstaubaufnahme.

Negativ: Schweres Gerät. Lange Nachlaufzeit. Hoher Vibrationswert. Laut.

Gesamturteil: Gut

-----

Black & Decker „KA 191 EK“© SelbermachenBlack & Decker „KA 191 EK“

Preis 89,99 Euro

Positiv: Sehr guter Schleifabtrag. Niedrige Vibrationswerte. Einhandschleifen möglich. Kurze Nachlaufzeit.

Negativ: PVC-Geräte-Anschlussleitung. Kleiner Schwingkreis. Zweithandgriff nicht abnehmbar. Laut.

Gesamturteil: Gut

Bosch „PEX 400 AE“© SelbermachenBosch „PEX 400 AE“

Preis 129,99 Euro

Positiv: Großer Schwingkreis. Umfangreiches Sonderzubehör. Sehr guter Abtrag beim Schleifen. Kurze Nachlaufzeit.

Negativ: Kurze PVC-Anschlussleitung. Nur ausreichender Feinstaubauffang. Zweithandgriff nicht verstellbar. Hoher Vibrationswert.

Gesamturteil: Gut

DeWalt „D26410“© SelbermachenDeWalt „D26410“

Preis 320 Euro

Positiv: Lange Gummi-Anschlussleitung. 2 Schwingkreiseinstellungen. Zweithandgriff. Textilstaubbeutel mit großer Öffnung zum Entleeren. Sehr guter Schleifabtrag.

Negativ: Hohes Gewicht. Keine Aufbewahrungsmöglichkeit (z.B. Koffer) im Lieferumfang.

Gesamturteil: Gut

Flex „ORE 125-2 Set“© SelbermachenFlex „ORE 125-2 Set“

Preis 272,51 Euro

Positiv: Lange Gummi-Anschlussleitung. Guter Schleifabtrag. Kurze Nachlaufzeit. Sehr handlich. Leichtestes Gerät im Test. Einwegpapierbeutel.

Negativ: Kleiner Schwingkreis (2 mm). Hoher Vibrationswert.

Gesamturteil: Gut

-----

Hitachi „SV 13YA“© SelbermachenHitachi „SV 13YA“

Preis 153,51 Euro

Positiv: Guter Abtrag beim Schleifen. Sehr handlich. Leichtgewichtig.

Negativ: Kurze PVC-Anschlussleitung. Feinstaubaufnahme nur ausreichend. Kein runder Anschluss für externe Absaugeinrichtung.

Gesamturteil: Gut

Makita „BO5031K“© SelbermachenMakita „BO5031K“

Preis 163 Euro

Positiv: Gummi-Anschlussleitung. Guter Schleifabtrag. Kurze Nachlaufzeit. Geringes Gewicht. Einwegpapierbeutel.

Negativ: Kurze Geräte-Anschlussleitung. Hohe Drehzahl des Schleiftellers bei max. Drehzahleinstellung im Leerlauf.

Gesamturteil: Gut

Ryobi „ERO2412VHG“© SelbermachenRyobi „ERO2412VHG“

Preis 59,90 Euro

Positiv: Betriebszustandsanzeige. Guter Schleifabtrag. Handlich. Niedriger Vibrationswert. Wechselseitiger Ein/Aus-Schalter. Gute Schleifteller-Drehhemmung.

Negativ: PVC-Geräte-Anschlussleitung. Für Einhandschleifer relativ schwer.

Gesamturteil: Gut

Skil „7460AA“© SelbermachenSkil „7460AA“

Preis 79,99 Euro

Positiv: Guter Abtrag beim Schleifen. Andruckkontrollanzeige. Durchsichtiger Kunststoffstaubbehälter.

Negativ: Kleiner Schwingkreis. Kein direkter externer Staubabsauganschluss. Laut.

Gesamturteil: Befriedigend

Worx „WX653“© SelbermachenWorx „WX653“

Preis 79,99 Euro

Positiv: 2 Staubsaugeradapter im Lieferumfang.

Negativ: Schlechte Schleifteller- Drehhemmung. Lange Nachlaufzeit. Geringer Schleifabtrag. Feinstaubauffang nur ausreichend.

Gesamturteil: Befriedigend

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren