Kaufberatung Heißklebepistolen: Darauf müssen Sie achten | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Klebepistole

Kaufberatung Heißklebepistolen: Darauf müssen Sie achten

Bei vielen Klebearbeiten dauert es relativ lange, bis der Kleber anzieht. Mit Heißkleber aus der Pistole lässt sich viel schneller kleben. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie beim Kauf einer Heißklebepistole achten sollten.

 
Heißklebepistole © Selbermachen
Heißklebepistole

Kleber, der durch Aufheizen flüssig wird und beim Abkühlen sofort anzieht, ist das Geheimnis der schnellen Klebepistole. Der Kleber wird in fester Form als Klebestick geliefert. In der Heizpatrone der Klebepistole wird der Klebestick auf zirka 200°C erwärmt. Dadurch wird das Material flüssig und tritt an der Düse aus.

Heizung

Bei Billigklebepistolen, die teilweise schon für weniger als zehn Euro angeboten werden, ist die Heizleistung sehr gering. Es dauert deshalb sehr lange, bis das Gerät betriebsbereit ist. Größere Teile lassen sich damit meist auch nicht verkleben, weil die Pistole mit dem Aufheizen von neuem Kleber nicht nachkommt. Empfehlenswert sind Heißklebepistolen mit einer Heizleistung ab 200 Watt. Die Heizung sollte elektronisch geregelt sein und bei größeren Arbeiten schnell wieder anspringen und nachheizen.

Aufheizstation

© SelbermachenPraktisch sind Heißklebepistolen, die kabelloses Arbeiten ermöglichen. Zum Aufheizen werden sie in eine Aufheizstation gesteckt. Nach etwa fünf Minuten lässt sich mit ihnen etwa ein bis zwei Minuten lang kabellos kleben, bevor sie wieder zurück in die Aufheizstation müssen. Für größere Arbeiten können diese Heizklebepistolen aber auch direkt ans Netz angeschlossen werden. Denken sie aber daran, dass der Kleber schnell abkühlt. Für große Klebeflächen eignet sich die Heißklebetechnik nicht.

Ein Vorteil der Aufheizstation ist, dass die Pistole sicher abgestellt ist und eine Tropfplatte heraustropfende Kleberreste auffängt. Bei anderen Klebepistolen sollte man vor dem Kauf auf die Abstellmöglichkeiten achten und eine hitzefeste Unterlage verwenden, der die Klebertropfen nichts anhaben können.

Vorschubhalter

© SelbermachenBei manchen Billigpistolen muss der Anwender den Klebestick mit dem Daum eindrücken. Komfortabler als dieser Daumenvorschub sind jedoch Geräte mit einem Vorschubschalter. Hier lässt sich die Klebermenge bequemer und vor allem genauer dosieren. Achten Sie darauf, dass der Abzugshebel so geformt ist, dass die Finger nicht nach oben abrutschen und an das Gehäuse der Heizpatrone stoßen. Da besteht bei vielen Geräten Verbrennungsgefahr!

Klebesticks

© SelbermachenBei den meisten Klebepistolen kommen runde Klebesticks mit 12 mm Durchmesser zum Einsatz. Es gibt sie in verschiedenen Längen und Farben. Standard ist der milchigweiße Kleber. Für viele Bastelarbeiten eignet sich transparenter Kleber besser. Beim Kleben von Holz fällt dagegen ein brauner Kleber weniger auf. Nachteil der Schmelzklebetechnik ist die begrenzte Beständigkeit des Klebers gegen Feuchtigkeit. Für Nassräume und im Außenbreich ist diese Klebetechnik deshalb nicht anwendbar. Als Alternative zu den normalen Schmelzklebern bietet Steinel deshalb sein PurGlue-System mit einem speziellen Polyurethan-Klebstoff in Kartuschen an. Dieser Kleber ist nicht nur feuchtigkeitsbeständig, sondern auch wesentlich fester als normaler Schmelzkleber. Allerdings ist eine besondere Klebepistole erforderlich und die angebrochenen Klebekartuschen sind nur begrenzt haltbar. Die üblichen Klebesticks sind dagegen auch in angebrochenem Zustand unbeschränkt lagerfähig.

Düse

© SelbermachenBei vielen Heißklebepistolen gibt es Wechseldüsen für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke. Je nach Hersteller gibt es diese Düsen serienmäßig oder aber als Zubehör. Besonders hilfreich sind lange Düsen. Sie eignen sich zum Beispiel bestens zu dem Zweck, den Kleber in Dübelbohrungen einzubringen.

Kleben & dekorieren

Eine Besondeheit sind Niedertemperatur- Klebepistolen. In ihnen kommen ovale Klebesticks zum Einsatz, die bereits bei zirka 100°C verarbeitet werden können. So lassen sich auch hitzeempfindliche Materialien wie zum Beispiel Styropor und sogar Luftballons verkleben und verzieren. Für das Niedertemperatursystem gibt es außerdem eine Reihe von farbigen Klebsticks und für besondere Deko-Effekte sogar Glitter-Patronen.

Artikel aus selber machen Ausgabe 04/2010. Jetzt abonnieren!
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