Säbelsägen im Test | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Sägen

Säbelsägen im Test

Umbau, Ausbau oder Haussanierung – hier braucht man Werkzeug fürs grobe Arbeiten. Säbelsägen gehören zweifellos dazu. Sie sind bei Bau und Abbruch zu Hause und für grobe Abschnitte in Holz, Metall und Mauerwerk gemacht. Wir haben sieben Geräte für Heimwerker und Profis zum Test in das SELBER MACHEN-Prüflabor geschickt.

 
Säbelsägen © Chris Lambertsen
Säbelsägen

Der Appetit kommt beim Essen, sagt man, und das gilt auch für die etwas exotisch anmutende Werkzeuggattung der Säbelsägen. Denn der durchschnittliche Selbermacher wird sicher nur selten mit so einem Kraftprotz zusammenkommen, es sei denn, er hat große Umbauten im Haus vor sich. Da entwickeln Säbelsägen ihr ganzes Können: Ausschnitte im Holzboden, Abschnitte von Pfosten, Balken und Bohlen sind das Revier dieser Geräte – jedenfalls solange es nicht auf Präzision ankommt.

Natürlich lässt sich das relativ schmale Sägeblatt mit ruhiger Hand auch gerade durchs Holz führen, doch eigentlich liegt den Sägen der rasche Schnitt. Mit entsprechenden Sägeblättern sind auch Metallbolzen und -profile kein Hindernis für die kräftigen Sägen. Fest in die Wand betonierte Bolzen lassen sich dank flexibler Sägeblätter bündig abtrennen. Mauersteine und Mauerwerk können mit hartmetallbestückten Sägeblättern klein gemacht werden.

Voraussetzung dafür sind aber Sägen mit genügend Power. Für Do-it-yourselfer tummeln sich im Bereich Säbelsägen auch sogenannte Fuchschwänze, die den Säbelsägen zwar ähneln, aber sich in Leistung und Anwendung doch deutlich unterscheiden. In diesem Test haben wir zum Vergleich ein Gerät von Bosch aus der „Fuchsschwanzklasse“ mitgetestet, ohne die Leistungswerte einer großen Säbelsäge zu erwarten. Dementsprechend hat das Gerät im Vergleich eher schlecht abgenitten, was aber über die Leistungsfähigkeit als Fuchsschwanz nichts aussagt.

Beim genauen Abschneiden – und hier liegt schon ein wesentlicher Unterschied zur Säbelsäge – von Brettern, Latten und Kanthölzern hat sich das Gerät in der Praxis durchaus bewährt. Ganz gleich, welche Arbeit man vor hat, grundsätzlich gilt: Ein starkes Gerät ist ein gutes Gerät, weil es universeller eingesetzt werden kann. Dabei muss man aber bedenken, dass die großen Zweihandsägen zwischen 3,5 und 4,5 kg wiegen und im Betrieb durch die Pendelbewegung stark vibrieren. Auch wenn die Vibration während der Arbeit weniger spürbar ist, ist die Bedienung von großen Säbelsägen durchaus anstrengend und braucht schlicht Kraft.

Leichter ist der Umgang mit Einhandgeräten wie der Säge von AEG, die tapfer gegen die großen Säbelsägen angetreten ist. Sie kann zwar auch mit entsprechenden Sägeblättern verschiedene Materialien sägen, hat aber einen Motor mit nur etwa zwei Fünftel der Leistungsaufnahme der großen Geräte. So sind die Schnittleistungen geringer, was die Säge aber mit Handlichkeit und „Alltagstauglichkeit“ wieder wett macht. Wer jetzt plant, sich eine Säbelsäge anzuschaffen, sollte prüfen, wofür er sie braucht und Preis und Leistung abwägen. Aber genauso entscheidend für erfolgreiches Arbeiten sind ein langes Anschlusskabel und ein Schnellwechselfutter für die Sägeblätter. Eines haben aber alle „Säbel“ gemeinsam: Es macht einfach Spaß, mit ihnen zu arbeiten!

Warum nicht gleich die Stichsäge nehmen?

Wer umbauen oder sogar etwas abbrechen möchte, wird mit der Stichsäge nicht weit kommen. Schon der geringe Sägeblatthub und die relativ kurzen Sägeblätter werden an dicken Balken und Metallprofilen scheitern. Hier sind Säbelsägen mit ihrem enormen Zubehörangebot im Vorteil. Es gibt spezielle Sägeblätter nicht nur für Holz, Metall, Holz und Metall, sondern auch für Mauersteine aller Art, Hartschaum und Dämmstoffe, Kunststoffe und sogar für Gipsbauplatten. Da kann eine Stichsäge – die sich auch nicht gut freihändig führen lässt – nicht mithalten. Auch bündiges Abschneiden parallel zu einer Wand, ist den „Kurvenspezialisten“ nicht vergönnt.

Den Sägen blieb kaum ein Material erspart

So haben wir getestet

Im SELBER MACHEN-Testlabor bei PZT in Wilhelmshaven mussten die Prüfingenieure wieder mal richtig Hand anlegen. Neben den Labormessungen für Geräuschentwicklung, Sägeblatthub oder Vibration wurden alle Sägen mit Holzpfosten, Latten, Eisenflachprofil, Aluminium-Vierkantprofil und sogar Baumstämmen konfrontiert. Hier hatten alle Sägen ihre Schnittleistung in Minuten und Sekunden mit den Sägeblättern aus dem Lieferzubehör zu beweisen. Dort wo beispielsweise kein Metallsägeblatt mitgeliefert wird, haben die Tester ersatzweise ein Sägblatt eines anderen, markenübergreifenden Herstellers für alle entsprechend unausgestatten Maschinen verwendet. Dabei war es vorteilhaft, dass sich alle Hersteller offenbar auf eine standardisierte Sägeblattaufnahme geeinigt haben, so dass im Zweifel auch Zubehör eines anderen Markenherstellers passt. Zum Test gehörte auch die Überprüfung der Gesamtausstattung wie Lieferumfang, Kabellänge, Gewicht der einzelnen Elektrosäge bis hin zur Frage, ob die Säge mit Pendelhub arbeiten kann oder nicht. Letztlich auch ein Aspekt beim Preisvergleich. Ein ganz wichtiger Prüfaspekt war die Handhabung. So wurde das Wechseln des Sägeblatts beurteilt, wobei ein Schnellspannfutter gegenüber einer Montage mit Werkzeug Pluspunkte brachte. Auch die Verstellbarkeit des Sägeschuhs wurde bewertet. Die Handlichkeit wurde von mehreren Testpersonen beurteilt, wobei die großen, schweren Zweihandgeräte bei den Testern schlechter abschnitten als die leichten kleinen. Doch dies liegt in der Natur der Sache – ein großer Motor braucht halt auch ein großes Gehäuse und bringt mehr Leistung.

Im Test mussten Versprechen gehalten werden

Der Test der Säbelsägen wurde nicht nur im Labor, sondern auch im Freien und in der Werkstatt durchgeführt. Denn unseren Testern war es wichtig, nicht nur die Leistungswerte zu überprüfen, sondern auch den praktischen Einsatz zu beurteilen.

Muss es gleich ein Profigerät sein?

Unser Test-Team bediente sich diesmal sowohl im Profimarkt wie auch bei den Geräten, die eher für den Selbermacher angeboten werden. Dabei konnte sich unter den „Profis“ nur das Gerät von Flex mit der Note „Gut“ abheben. Alle anderen Geräte schafften nur ein „Befriedigend“, wobei es hier um Zehntelpunkte ging.

Da alle Geräte Sägeblätter mit 1/2˝- Universalschaft aufnehmen, verfügen auch alle über ein riesiges Sägeblattangebot. Ausnahme ist die Bosch PMF 500, die als „Multisäge“ Sägeblätter mit einem „M-Schaft“ benötigt. Sie wurde als günstige Alternative mit getestet. Wer also nur mal einen Schuppen zerlegen möchte, dem reicht schon eine günstige Säbelsäge. Wer mehr vor hat, sollte zum teureren „Profigerät“ greifen, dessen Motoren auch Dauerbetrieb und hoher Belastung widerstehen.

Säbelsäge

  1. Säbelsäge von AEG© Chris Lambertsen

    Säbelsäge von AEG

    **AEG** Preis etwa 180 Euro **Positiv:** Leichtes Gerät. Einhandbedienung ist möglich. Der Sägeblattwechsel erfolgt werkzeuglos. Die Maschine vibriert nur wenig. **Negativ:** Nur befriedigende bis ausreichende Sägeleistung wegen geringer Motorleistung und sehr kurzem Hub. Sägeblattschuh ist nicht verstellbar. Ein-/Ausschalter ungeschützt, kann beim Ablegen der Maschine unbeabsichtigt einschalten. Verletzungsgefahr! Kein Pendelhub. **Gesamturteil: Befriedigend**
  2. Säbelsäge von Black und Decker© Chris Lambertsen

    Säbelsäge von Black und Decker

    **Black&Decker** Preis etwa 120 Euro **Positiv:** Der Sägeblattwechsel und die Sägeblattschuhverstellung erfolgen ohne Werkzeug. Zusatzhaltegriff. Gute bis befriedigende Sägeleistung. **Negativ:** Sägeblattschuh ist sehr locker. Bauartbedingt handelt es sich um ein Gerät von großem Gewicht und starker Geräuschentwicklung im Betrieb. Kein Pendelhub verfügbar. **Gesamturteil: Befriedigend**
  3. Säbelsäge von DeWalt© Chris Lambertsen

    Säbelsäge von DeWalt

    **DeWalt** Preis etwa 240 Euro **Positiv:** Sägeblätter sind auch horizontal einsetzbar. Werkzeugloser Sägeblattwechsel. Gute Sägeleistung. **Negativ:** Der Sägeblattschuh ist fest installiert und nicht verstellbar. Kein Pendelhub verfügbar, dadurch nicht so schnell in weichem Material. Nur ein Sägeblatt im Lieferumfang. **Gesamturteil: Befriedigend**
  4. Säbelsäge von Flex© Chris Lambertsen

    Säbelsäge von Flex

    **Flex** Preis etwa 260 Euro **Positiv:** Gute Sägeleistung. Für den Sägeblattwechsel und die Sägeblattschuhverstellung ist kein Werkzeug erforderlich. Pendelhub ist einstellbar. **Negativ:** Das Gerät hat bauart- und leistungsbedingt ein hohes Gewicht. Mit Abstand stärkste im Test gemessene Vibration im Betrieb. Dabei starke Geräuschentwicklung. **Gesamturteil: Gut**
  5. Säbelsäge von Güde© Chris Lambertsen

    Säbelsäge von Güde

    **Güde** Preis etwa 80 Euro **Positiv:** Gute bis befriedigende Sägeleistung. Mit Abstand günstigstes Gerät im Test. **Negativ:** Für den Sägeblattwechsel und die Sägeblattschuhverstellung ist ein Werkzeug erforderlich. Kurze Anschlussleitung. Schweres Gerät, das spürbar vibriert. Starke Geräuschentwicklung. Kein Pendelhub. **Gesamturteil: Befriedigend**
  6. Säbelsäge von Skil© Chris Lambertsen

    Säbelsäge von Skil

    **Skil** Preis etwa 180 Euro **Positiv:** Sägeblattwechsel ohne Werkzeug. Gute bis befriedigende Sägeleistung. Ein Aufnahmefach für kleine Sägeblätter ist vorhanden. Pendelhub ist einstellbar. **Negativ:** Mit 4,6 kg das schwerste Gerät im Test. Für die Sägeblattschuhverstellung ist ein Werkzeug erforderlich. Die Maschine hat große Lüftungsöffnungen – Fremdkörper können dadurch leicht in den Motor gelangen. **Gesamturteil: Befriedigend**
  7. Säbelsäge von Bosch© Chris Lambertsen

    Säbelsäge von Bosch

    **Bosch** Preis etwa 100 Euro **Positiv:** Leichtes, handliches Gerät. Werkzeugloser Sägeblattwechsel. Holz-, Metall- und Kunststoff-Sägeblätter sind erhältlich. Befriedigende Sägeleistung. Geringe Vibration. **Negativ:** Eigene Sägeblattaufnahme Kurzer Hub, geringe Leistung. Sehr kurze Anschlussleitung. Kein Pendelhub verfügbar. Einhandbedienung ist möglich – Verletzungsgefahr! **Gesamturteil: Nicht bewertet**
Artikel aus selber machen Ausgabe 01/2014. Jetzt abonnieren!
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