Leistungsfinder

Im Test: neun Leitungsfinder

Die Chance, beim in die Wand Bohren eine Leitung zu treffen, ist statistisch gesehen nicht sehr hoch. Doch wenn man eine trifft, ist der Schaden groß. Deswegen sollte vorher mit dem Leitungssucher die Bohrposition abgesucht werden. Wie genau die elektronischen Spürnasen sind, mussten neun Geräte aus dem Bau- und Elektronikmarkt beweisen.

 
 
Leistungsfinder Bosch PDO Multi © Selbermachen
Leistungsfinder Bosch PDO Multi

Wasserführende Leitungen kann man auf vielerlei Weise finden. Man könnte einen Wünschelrutengänger beauftragen und glauben, dass er am richtigen Ort fündig wird. Man kann auch Probebohrungen in einem festgelegten Raster machen und wenn es spritzt, dann weiß man, wo die Leitung liegt. Das ist natürlich Unsinn. Die einzige erfolgversprechende Möglichkeit ist das Absuchen der Wand mit einem sogenanten Leitungsfinder – genau genommen ein Ortungsgerät oder Detektor. Diese gibt es schon für rund 10 Euro im Baumarkt, Markengeräte sind meist etwas teurer, aber kosten auch nicht mehr als 100 Euro. Wer in die Profiliga der Ortungsgeräte möchte, kann aber auch mehrere 100 Euro ausgeben.

In diesem Test haben wir uns die Preisklasse bis 100 Euro angesehen und unser Testlabor PZT untersuchen lassen, wie genau die Geräte arbeiten.

Was zeigen diese Geräte, wenn man mal nicht nach einer Stromleitung sucht, sondern eine Unterkonstruktion aus Metall oder gar Holz finden will? Einige Geräte zeigen das an - zumindest, dass da etwas ist. Wie so ein Leitungsfinder eine Leitung oder eine Unterkonstruktion aufspürt, unterscheidet sich grundsätzlich in zwei technische Möglichkeiten. Die einen Geräte detektieren induktiv, die anderen kapazitativ. Das bedeutet, induktive Detektoren reagieren auf Veränderungen von Schwingungen eines Oszillators bei Annährung an Metalle und Wechselstromfelder. Kapazitative Detektoren können auch nichtmagnetische Bauteile in der Wand orten. Sie reagieren auf die Veränderung hochfrequenter elektrischer Felder. Das erfordert jedoch eine relativ aufwendige Elektronik, die dann auch ihren Preis hat. Man findet diese Technik in sogenannten Wandscannern. Doch für den Hausgebrauch lohnen sich diese teuren Geräte kaum. Sie sind ganz klar etwas für Profis, die täglich in fremde Wände bohren.

Bei den günstigeren induktiven Detektoren erkennt das Gerät zwar einen Gegenstand in der Wand, nicht aber das Material oder sogar, ob Wasser hindurch fließt. Ihm ist also völlig egal, ob es eine Holzlatte oder eine Wasserleitung ist, die da in der Wand liegt. Das heißt, man sollte schon ungefähr wissen, was man in der Wand erwartet, um die Anzeige richtig zu interpretieren.

Bietet Ihr Leitungssucher eine Wahl für verschiedene Objekte, sollte er aus Sicherheitsgründen stromführende Leitungen in allen Einstellungen anzeigen so wie unsere Testgeräte. Ist das aber nicht der Fall, sollte die Wand erst im „Strom-Modus“ abgesucht werden, bevor man in festgelegter Reihenfolge nach anderen Objekten sucht. Für alle Leitungssucher gilt: Zu brauchbaren Anzeigen kommt man nur, wenn man Arbeitsweise und richtige Bedienung des Geräts kennt. Hier kommt man also wirklich nicht ums Lesen der Bedienungsanleitung herum.

Zwei Kriterien mussten unsere Test kandidaten mindestens erfüllen: Sie durften nicht teurer als 100 Euro sein, und sie mussten für jeden leicht zu beschaffen sein. Wir haben für diesem Test nur Markengeräte und keine No-Name-Produkte ausgewählt. Bis auf zwei Geräte gibt es alle im entsprechend sortierten Baumarkt zu kaufen.

Einzig das Gerät von Lux (Obi) wird in der getesteten Version künftig nicht mehr im Sortiment sein, war aber im Juli 2010 noch im Handel. Das Ortungsgerät von Laserliner kaufte die Redaktion beim Elektronik- Fachversender (Conrad-Electronic).

Ein Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihrem Gerät eine Batterie beiliegt, damit die Suche gleich losgehen kann.

Leitungen per Wasserwaage finden?

In einem vorschriftsmäßig gebauten Haus könnte man die Lage von Strom- und Wasserleitungen tatsächlich mit einer Wasserwaage finden, indem man von der Entnahmestelle ausgeht und dann Richtung Verteilerdose oder Hauptwasserleitung misst. Denn Leitungen werden immer senkrecht und waagerecht verlegt. So jedenfalls sollte es sein! Doch schon ein älteres Haus aus den 1950er Jahren oder ein Selbstbauhaus wartet häufig mit Überraschungen wie diagonal gelegten Unterputz-Stegleitungen auf – man sparte halt Material, wo man konnte. Hier ist man mit einem Leitungssucher also gut beraten. Wer die Anschaffungskosten für einen guten Detektor scheut, kann sich mit drei billigen, meist recht ungenauen Geräten behelfen. Dann muss man die Wand dreimal absuchen, um ein annähernd genaues Ergebnis zu erhalten.

SELBERMACHEN-Test

Black&Decker BDS303

Black&Decker BDS303 © SelbermachenPreis 49,95 Euro

Positiv: Zu ortendes Objekt wählbar | Gute Ortungstiefe | Verständliches Display | Einfache Bedienung

Negativ: Ortung von Stromleitungen nicht sehr genau | Display in heller Umgebung schlecht lesbar | Leise, relativ hohe Signaltöne


Bosch PDO Multi

Bosch PDO Multi© SelbermachenPreis 99,99 Euro

Positiv: Zu ortendes Objekt wählbar | Gute Ortungstiefe | Sehr überzeugend im Praxistest | Deutliche Signaltöne | Selbst kalibrierend | Anzeige Objektzentrum

Negativ: Display-Lesbarkeit stark vom Blickwinkel abhängig | Relativ schwer und breit


Düwi Detector TS78

Düwi Detector TS78© SelbermachenPreis 29,99 Euro

Positiv: Objektart wählbar | Deutliche Signaltöne | Deutliche LED-Anzeige

Negativ: Geringe Ortungstiefe | Ungenaue Ortung stromführender Leitungen | Kein Display | Keine Batterieanzeige | Keine Wahl Stahl/nicht Stahl | Batteriewechsel schwierig


Kopp MK-101

Kopp MK-101© SelbermachenPreis 29,95 Euro

Positiv: Gute Ortungstiefe bei Metall und Stromleitungen | Objektart wählbar | Deutliche Signaltöne | Deutliche LED-Anzeige

Negativ: Nicht für Holzobjekte | Batterie nicht im Lieferumfang | Keine Batterieanzeige | Keine Wahl Stahl/nicht Stahl


KWB Saftey-Fixx 0116-00

KWB Saftey-Fixx 0116-00© SelbermachenPreis 18,95 Euro

Positiv: Gute Ortungsgenauigkeit | Deutliche Signaltöne | Deutliche LED-Anzeige | Gute bis zufriedenstellende Ortung im Praxistest

Negativ: Objektart nicht wählbar | Geringe Ortungstiefe bei Metallleitungen | Kein Display | Keine Batterieanzeige | Schlecht lesbare Anleitung


Lux 102945

Lux 102945© SelbermachenPreis 16,99 Euro

Positiv: Deutliche Signaltöne | Deutliche LED-Anzeige | Leicht und gut bedienbar

Negativ: Objektart nicht wählbar | Kein Display | Keine Batterieanzeige | Batterie nicht im Lieferumfang | Schlecht verarbeitet | Keine Wahl Stahl/nicht Stahl


Skil Detector 0550

Skil Detector 0550© SelbermachenPreis 69,99 Euro

Positiv: Hohe Ortungsgenauigkeit | Objektart wählbar | Anzeige Objektzentrum | Deutliche Signaltöne | Deutliche LED-Anzeige für Suche und Ortung | Wahl Stahl/nicht Stahl möglich

Negativ: Relativ schwer und breit | Display-Lesbarkeit stark vom Blickwinkel abhängig


Stanley StudSensor 400

Stanley StudSensor 400© SelbermachenPreis 41,53 Euro

Positiv: Gute Ortungstiefe | Hohe Ortungsgenauigkeit | Anzeige Objektzentrum | Geortete Objektart wird angezeigt | Deutliche Signaltöne

Negativ: Objektart nicht wählbar | Display-Lesbarkeit stark vom Blickwinkel abhängig | Keine Wahl Stahl/nicht Stahl


Laserliner Starfinder

Laserliner Starfinder© SelbermachenPreis 24,95 Euro

Positiv: Hohe Ortungsgenauigkeit | Praxistest überzeugend | Deutliche Signaltöne | Deutliche LED-Anzeige | Leichtes, gut bedienbares Gerät

Negativ: Kein Display | Objektart nicht wählbar | Keine Batterieanzeige | Keine Wahl Stahl/nicht Stahl

Artikel aus SELBERMACHEN Ausgabe 09/2010. Jetzt abonnieren!
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