Kabel richtig unter Putz legen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Unterputzverlegen von Elektrokabeln

Kabel richtig unter Putz legen

Auf der Wand verlegte Kabel und Leitungen sehen unschön aus und können stören. Das Verlegen von Leitungen unter oder im Putz schafft da Abhilfe. Da die Elektro-Installationen hinterher nicht mehr sichtbar sind.  Wir zeigen, wie Sie Kabel fachgerecht unter Putz verlegen.

 
Kabel unter Putz verlegen © Selbermachen
Kabel unter Putz verlegen

 

Beim Unterputzverlegen von Elektrokabeln gibt es drei Standards:

1. Arbeiten mit Hammer und Meißel. Diese Tätigkeit ist mühsam, dreckig und bei losen Mauersteinen können einem schon mal „ein paar Steine entgegen kommen“.

2. Man fräst mit einem Winkelschleifer und entsprechender Stein- oder Diamantscheibe zwei Schlitze in die Wand und entfernt den mittleren Steg mit Hammer und Meißel. Diese Arbeitsweise ist außerordentlich staubig, da es keine Absaugvorrichtung für Winkelschleifer gibt. Es sei denn, Sie fertigen sich selbst eine solche aus einem Abwasser-KG-Rohr und einem Allessauger.

3. Wir empfehlen, eine Mauernutfräse zu benutzen. Ein solches Gerät kann man ab 40 Euro pro Tag ausleihen oder für knapp 60 Euro (plus Frässcheiben) als günstige Kauflösung. Die Mauernutfräse ist mit einer Absaugvorrichtung für einen Industriesauger ausgerüstet, so dass ein weitestgehend staubfreies Arbeiten gewährleistet ist.

Kleines Kabel-Einmaleins: Dreiadrige Kabel (mit Mindestquerschnitt 3 x 1,5 qmm) mit Schutzleiter (grün-gelb), Mittelleiter (blau) und Außenleiter (schwarz) genügen für Steckdosen und einfache Leuchten. Vieradrige Leitungen finden etwa bei Stromabnehmern in Serienschaltung Verwendung.

Massempfehlung für das Verlegen elektrischer Leitungen, Schalter und Steckdosen:

Massempfehlung beim Verlegen von Leitungen© SelbermachenGleich, ob Leitungen auf oder unter Putz verlegt werden sollen, sie werden ausschließlich senkrecht und waagerecht und in bestimmten Abständen zu Wanddecken, Türen und Fenstern verlegt. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: An der Position von Steckdosen und Schaltern kann man auch noch nach Jahren erkennen, beziehungsweise abschätzen, falls man die Kabel nicht selbst verlegt hat, wo die Leitungen unter Putz verlaufen. Wenn Sie den Anschluss von Schaltern und Dosen vorbereiten, sollten Sie für Lichtschalter und Küchensteckdosen eine mittlere Einbauhöhe von 105 cm berücksichtigen. Steckdosen und Verteilerdosen werden etwa 30 cm über dem Boden und 30 cm unter der Decke installiert. Als Leitungsabstände für Türen und Fenster gelten 15 cm.

Schritt für schritt ein Kabel unter Putz legen:

Den Verlauf der Leitungen anzeichnen  und mit einem Leitungssucher die Wand sorgfältig  auf Strom- und Wasserleitungen prüfen.

Den Verlauf der Leitungen anzeichnen und mit einem Leitungssucher die Wand sorgfältig auf Strom- und Wasserleitungen prüfen.

Mit einer Bohrkrone (diamant- oder hartmetallbesetzt) und der Bohrmaschine werden die Löcher für Dosen gebohrt

Mit einer Bohrkrone (diamant- oder hartmetallbesetzt) und der Bohrmaschine werden die Löcher für Dosen gebohrt (Siehe auch Bild 9).

Den Bohrkern mit einem kleinen Meißel und einem Hammer herausklopfen, ohne dass die umliegende Wand dabei beschädigt wird.

Den Bohrkern mit einem kleinen Meißel und einem Hammer herausklopfen, ohne dass die umliegende Wand dabei beschädigt wird.

Die Mauernutfräse wird am Einstellhebel auf  die Frästiefe eingestellt. Die beiden Frässcheiben  laufen dabei ohne Abdeckung.

Die Mauernutfräse wird am Einstellhebel auf die Frästiefe eingestellt. Die beiden Frässcheiben laufen dabei ohne Abdeckung.

Schließen Sie einen Industriesauger an das  Gerät, denn der Frässtaub ist sehr fein und setzt sich  in jede noch so kleine Fuge und Pore.

Schließen Sie einen Industriesauger an das Gerät, denn der Frässtaub ist sehr fein und setzt sich in jede noch so kleine Fuge und Pore.

Der Mauernutfräser muss vorsichtig angesetzt  werden.

Der Mauernutfräser muss vorsichtig angesetzt werden. Besonders bei harten Betonwänden besteht die Gefahr des Rückschlags.

Die Dicke der Wand bestimmt die  maximale Schlitztiefe.

Die Dicke der Wand bestimmt die maximale Schlitztiefe. Sie haben eine Wand mit 175 mm Dicke. Dann dürfen Sie höchstens 10 mm tief in die Wand fräsen. Zusätzlich darf dieser Schlitz auch nicht breiter sein als 10 cm.

Der Mittelsteg zwischen den Schlitzen  wird nun mit einem (hier sehr schmalen) Meißel  und einem Hammer herausgearbeitet.

Der Mittelsteg zwischen den Schlitzen wird nun mit einem (hier sehr schmalen) Meißel und einem Hammer herausgearbeitet.

Verteiler- (links, 82 mm) und Steckdosen  (rechts, 68 mm) haben vorgestanzte Kabellöcher, die  man nach Bedarf herausbrechen kann.

Verteiler- (links, 82 mm) und Steckdosen (rechts, 68 mm) haben vorgestanzte Kabellöcher, die man nach Bedarf herausbrechen kann.

Mit Gips beziehungsweise Elektrikergips wird  die Dose dann in die Wand eingegipst. Nach dem  Trocknen werden die Kabel eingezogen.

Mit Gips beziehungsweise Elektrikergips wird die Dose dann in die Wand eingegipst. Nach dem Trocknen werden die Kabel eingezogen.

Kabelbefestigungsmöglichkeiten.

Kabelbefestigungsmöglichkeit 1: Für runde Kabel nutzen Sie Kabelschellen aus Kunststoff, die es für verschiedene Kabeldicken gibt. Kabelbefestigungsmöglichkeit 2: Für Flachkabel verwenden Sie spezielle Stegleitungsnägel mit einer Kunststoffisolierung am Kopf.

Rundes Kabel mit Kabelschellen befestigen.

Rundes Kabel mit Kabelschellen befestigen.

Flachkabel mit Stegleitungsnagel befestigen.

Flachkabel mit Stegleitungsnagel befestigen

Zuletzt werden die Schlitze samt Kabel und  dessen Befestigungen mit Gips oder Spachtelmasse  verschlossen.

Zuletzt werden die Schlitze samt Kabel und dessen Befestigungen mit Gips oder Spachtelmasse verschlossen.

Artikel aus selber machen Ausgabe 02/2010. Jetzt abonnieren!
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