Holzfußböden | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Parkett, Laminat

Holzfußböden

Billigangebote für Holzböden und deren Imitate kennen Sie wahrscheinlich zur Genüge. Wir möchten Ihnen deshalb einmal das andere Ende der Qualitätsskala zeigen. Die Gründe, warum diese Holzböden so edel und teuer sind, hängen dabei nicht nur mit dem Material zusammen, sondern beispielsweise auch mit den Dielenformaten, der Oberflächenbehandlung oder den versteckten technischen Feinheiten. Eine Übersicht.

 
Pitchpine-Dielen © Selbermachen
Pitchpine-Dielen

Holzboden: Massive Dielen aus Pitchpine

Mann mit Diele© PRDas klassische Bodenholz in Altbauwohnungen ist Pitchpine, eine Kiefernholzart. Durch die hohe Dichte und eine Gesamtdicke von 22 mm ist Pitchpine sehr robust und mehrfach abschleifbar. Die Oberfläche ist stark gemasert und gelblich, allerdings nimmt Pitchpine sehr gut alternative Oberflächenbehandlungen wie Ölen, Laugen und Wachsen auf und kann so auf fast jeden Farbton getrimmt werden. Pitchpine-Dielen werden als vorbehandelte Ware, geölt oder lackiert, geliefert und kosten 78 Euro/qm. Boden: Massivholzdiele aus Pitchpine von Osmo, Telefon (0 25 81) 9 22-100

Verlegetipps für Holzfußböden von SELBER MACHEN

Holzdielen verschrauben© PR

Hobeldielen sind nicht schwimmend verlegbar, sondern sie müssen fest mit dem Unterboden verschraubt werden. Der muss folgerichtig ebenfalls aus Holz sein, entweder als durchgehende Schicht aus einer 22 mm starken Verlegespanplatte oder in Form einzelner Traglatten, die auf dem Estrich oder der Balkenlage verschraubt sind. Bodenbeläge aus Massivholzdielen haben also immer eine sehr hohe Einbauhöhe, was sie für einen nachträglichen Einbau ungeeignet macht. Geschraubt werden solche Dielen immer durch die untere Nutseite (Bild). Wichtig ist, dass Sie die Schrauben voll versenken, damit sich die Feder der nächsten Diele einschieben lässt. Von der ersten Diele schneiden Sie die Feder ab, damit Sie die umlaufende Randfuge von 10 mm einhalten können.

Holzböden: Massive Dielen mit „Schüssel“-Schutz

Massive Dielen© PR

Massivholzdielen neigen stärker zum gefürchteten „Schüsseln“ (Verformen) als Mehrschichtdielen, weil ihnen die stabilisierende Mittelschicht und der Gegenzug fehlen. Mit „Novatek“ bietet Osmo eine massive Diele an, die unterseitig und quer zur Dielenrichtung mehrere Glasfaserstreifen eingearbeitet hat, die die Schwindkräfte des Holzes aufnehmen und so genau dieses Schüsseln verhindern (Bild oben rechts). Ergebnis: Der Bodenbelag bietet auch nach Jahren eine ebene Optik und ist darüber hinaus bei Bedarf auch mehrmals abschleifbar. Der Preis: ab 190 Euro/qm. Boden: Massivholzdiele aus Walnuss von Osmo

Verlegetipps für Holzfußböden von SELBER MACHEN

Holz© Selbermachen

Die Massivholzdielen der „Novatek“- Reihe gehören zu den wenigen Exemplaren, die nicht ineinandergeklickt, sondern klassisch miteinander verleimt werden. Dazu geben Sie jeweils einen Strang wasserfesten Holzleim auf die Oberseite der Feder und schieben die Diele in die vorherige ein. Weil gerade bei den ersten Dielenreihen das Ganze noch sehr instabil ist und durch jedes Einschieben hier und da die Fugen wieder aufgehen, empfehlen wir unbedingt den Einsatz von Spanngurten. Mit denen pressen Sie die ersten vier bis fünf Dielenreihen fugenlos zusammen, bis der Leim abgebunden hat (etwa vier Stunden), dann können Sie die weiteren Dielen problemlos verlegen. Der verlegten Fläche sollten Sie dann etwa 24 Stunden Zeit bis zum vollständigen Abbinden des Leims geben. Spanngurte bekommen Sie meist als Teil eines ganzen Verlegesets beim Fachhändler.

Mehrschichtparkett mit Handarbeit

Mehrschichtparkett© PR

Wer nicht jahrzehntelang darauf warten will, dass sein Bodenbelag Patina, Wurmfraß und sonstige Unregelmäßigkeiten zeigt, kann sie sich fachmännisch einarbeiten lassen. Die Handwerker von Hamberger lassen jedes Mehrschichtparkett durch Hobel und Dremel ganz schnell alt aussehen. Die Oberfläche wird, ebenfalls von Hand, geölt. So entstehen immer einzigartige Beläge, was sich auch im Preis niederschlägt: Böden aus der Parkettmanufaktur kosten zwischen 80 und 200 Euro/qm. Boden: Mehrschichtparkett aus Eiche, handgeschroppt, von Parkettmanufaktur by Haro, Telefon (0 80 31) 700 0

Hobeln© PR

Die individuelle Bearbeitung der Dielen hat keinen Einfluss auf die Verlegbarkeit des Bodens. Alle Haro-Mehrschichtparkettböden bieten mit „Lock Connect“ eine leimlose Verriegelungstechnik, was die Verlegung für Sie als Selbermacher zum Kinderspiel werden lässt. Bei stark geschroppten Oberflächen ist das Abschleifen im Falle einer Renovierung aufwendiger, will man alle Kratzer auf der Fläche entfernen. Aber Böden aus der Parkettmanufaktur sind eh nur für Menschen, die genau diese Kratzer wollen und daher nicht renovieren.

Holzfußböden fürs Badezimmer

Holzboden im Badezimmer© PR

Holzböden im Bad waren lange tabu, weil Wasser als natürlicher Feind aller einheimischen Holzarten gilt. Hamberger bietet in seinem Haro-Parkettsortiment nun eine ganze Badserie an, die aus den weitgehend feuchteresistenten Holzarten Eiche (in drei Varianten), Merbau und Jatoba besteht. Durch eine besondere Verlegetechnik (siehe Kasten oben) trotzen sie der zerstörerischen Wasserkraft auch auf Dauer. Trotzdem sollte auch hier stehendes Wasser auf der Holzfläche vermieden werden. Die Preise für das Badparkett bewegen sich zwischen 65 und 90 Euro/qm. Boden: „Haro Spa“, Achateiche, von Parkettmanufaktur by Haro

Verlegetipps für Holzfußböden von SELBER MACHEN

Auch ein noch so feuchteresistentes Holz funktioniert im Bad nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. So müssen Sie die Klickdielen unbedingt vollflächig auf dem Estrich verkleben, damit kein Wasser unter den Boden laufen kann. Aus dem gleichen Grund müssen Sie die obligatorische umlaufende 10-mm- Dehnungsfuge zu den Wänden mit einer speziellen Dichtmasse (ebenfalls von Haro) abdichten. Und schließlich bekommen Sie die „Spa“-Dielen mit zwar geschliffener, aber unbehandelter Oberfläche geliefert. Nach dem Verlegen müssen Sie selbst ran und die Dielen mit einem speziellen Hartwachsöl behandeln.

Alles in allem ist die Verlegung aufwendiger als bei herkömmlichen Böden, aber für Sie als versierten Selbermacher problemlos machbar. Wichtig ist vor allem Sorgfalt bei allen Arbeitsschritten, damit das System funktioniert und das Wasser aus dem Holz hält.

Holzfußboden: Massiv und sehr hart im Nehmen

Wenge-Holz© PR

Wengé ist eine afrikanische Holzart, die sich vor allem durch ihre hohe Dichte und Festigkeit auszeichnet. Die sehr dunkle und strukturreiche Färbung wirkt allerdings nur in großen Räumen wirklich edel, kleine lässt sie je nach Lichteinfall noch kleiner wirken. Als kleinformatige Massivholzdiele wie im Bild ist das Wengéparkett einer der edelsten und teuersten Beläge, den Sie sich legen können. Die umlaufenden Fasen betonen den Dielencharakter. Wer stolzer Besitzer eines solchen Bodens werden möchte, muss mit einem Preis von 280 Euro/qm rechnen. Boden: Massivholzdiele „Trendtime“ aus Wengé von Parador, Telefon (0 25 41) 736 0

Verlegetipps von SELBER MACHEN für Holzfußböden

Massivholzdielen sind schon konstruktionsbedingt anfälliger fürs Schwinden und Quellen. Dementsprechend hoch ist der Aufwand der Hersteller, durch eine gute Holzauswahl und sorgfältige Trocknung den Dielen das Arbeiten zu vermiesen. Sogar die Verlegung ist dadurch einfacher geworden, denn es gibt auch die Massivhölzer mit leimloser Klicktechnik.

Aber auch als Verleger und Nutzer dieser sehr exklusiven Böden können Sie etwas für die Formstabilität der Dielen tun. In erster Linie sollten Sie für ausgeglichene klimatische Verhältnisse im Raum sorgen. Die ideale Umgebung für Holzböden ist etwa 18–22° C warm und hat eine relative Luftfeuchte von 55–60 %. Zu erreichen sind diese Werte durch Luftbefeuchter. Vorsicht bei Fußbodenheizungen! Schwimmend verlegte Massivholzböden sind empfindlicher als Fertigparkett. Hersteller nach der Eignung fragen.

Echte Holzdielen im XXL-Format

Holzdielen XXL© PR

Die Firma Boxler hat sich auf die ganz dicken Bretter spezialisiert, sprich auf Bodendielen mit Breiten zwischen 14 und 35 cm und in Längen von 300 bis 800 cm (je nach Holzart). Boxler verarbeitet vor allem einheimische Hölzer wie Fichte, Lärche und Eiche, die durch unterschiedliche Verfahren (farbige Öle, Bürsten, Räuchern) ganz unterschiedliche Färbungen und Strukturen bekommen. Die Quadratmeterpreise beginnen bei etwa 140 Euro, zuzüglich Verlegung. Boden: Landhausdiele „Castellana“, Eiche, gebürstet und geölt, von Boxler, Telefon (0 82 45) 55 0

Verlegetipps für Holzfußböden

Bei derartigen Dielenausmaßen (in der Regel raumlang) ist es klar, dass Sie selbst als versierter Selbermacher die Finger von der Verlegung lassen sollten. Gerade durch ihre enorme Breite sind die Boxler-Landhausdielen sehr schwind- und quellanfällig, was nur durch eine sorgfältige und fachmännische Verlegung dauerhaft verhindert werden kann. Es ist aber nicht nur eine Frage der Ausführung, sondern auch eine des Preises. Der Profiverleger ist natürlich verantwortlich für die fachgerechte Ausführung, im Schadensfall haftet er deshalb auch. Gehen dagegen Ihre Selbstversuche schief, haften nur Sie, und die enorme Investition, die solch ein Boden bedeutet, ist rausgeworfenes Geld. Also: Rechnen Sie zum Quadratmeterpreis gleich den Verlegerlohn hinzu.

Parkett im edlen Fischgrätmuster

Dielen© PR

Konventionelles Fischgrätparkett ist deswegen so teuer, weil es in mühevoller Handarbeit auf dem Boden verklebt und abgeschliffen werden muss. Der Coesfelder Hersteller Parador bietet unter dem Namen „Trendtime 3“ seit einiger Zeit eine leimlos und schwimmend zu verlegende sowie endbehandelte Variante an, die es optisch locker mit dem Vorbild aufnehmen kann. Das Gute: Bei den „Trendtime“- Stäben entstehen durch das Schwinden des Holzes keine echten Fugen, die V-Fugen sind Ergebnis der umlaufende Fase an den Stäben. Preise: von 58 bis 95 Euro/qm. Boden: „Trendtime 3“ aus Eiche, Fischgrät, von Parador

Verlegetipps von SELBER MACHEN

Fischgrät-Muster© PRWährend es bei konventionellen Parkettstäben für die Fischgrätverlegung rechte und linke Stäbe gibt, fällt diese Unterscheidung bei „Trendtime 3“ weg. Es gibt nur noch einen völlig symmetrischen Stab, den Sie in alle Richtungen per Klicktechnik mit den vorherigen verbinden können („Allround-Click“). Das Verlegen ist sehr einfach, allerdings benötigen Sie aufgrund der kleinen Stabflächen und der vielen Zuschnitte mehr Zeit als mit herkömmlichen Dielen. Im Übrigen können Sie die „Trendtime“- Stäbe nicht wie die konventionellen im Schiffsbodenverband verlegen (siehe Zeichnungen), sondern aufgrund der Stabgeometrie tatsächlich nur im Fischgrätmuster. Für die Parallelverlegung mit kleinen Dielen müssen Sie auf andere Produkte aus der „Trendtime“- Linie zurückgreifen.

Parallel verlegen© PRUngleich verlegen© PR

Msasa – das besondere Holz

Msasa-Boden© PR

Msasa ist der Name dieses Exoten aus Mosambik. Das Hartholz wird von der Firma Tarkett in eine 3,6 mm starke Nutzschicht für einen Schiffsboden umgeformt. Msasa ist sehr hart und sehr nuancenreich in der rötlichbraunen Farbe. Weitere Besonderheit: Anbau, Einschlagen und weitere Verarbeitung von Msasaholz wird von der „Tarkett Msasa Concepts“ unterstützt, die illegalen Raubbau an Tropenhölzern bekämpfen und den Menschen faire Preise bieten will. Apropos Preis: Msasaparkett kostet knapp 70 Euro/qm. Boden: Fertigparkett (Stab) aus Msasa von Tarkett, Telefon (0 62 81) 81 0

Verlegetipps für Holzfußböden

Auch bei den hier gezeigten Schiffsbodendesigns, deren Vielzahl von unterschiedlich gefärbten Lamellen jede Stoßfuge unsichtbar machen, sollten Sie auf einen ausreichenden Versatz der Dielenreihen achten. Versatz heißt hier, dass die kurzen Stöße in jeder Dielenreihe um mindestens 40 cm versetzt zu den Stößen der nächsten Dielenreihe liegen sollten. Das ist gerade bei den leimlosen Verlegesystemen wichtig, um eine ausreichende Stabilität und Steifheit in der Fläche zu erreichen, die sonst der Parkettleim sichergestellt hat. In der Praxis heißt das, dass Sie auch bei eigentlich verschnittarmer wandparalleler Verlegung immer gut 10 % Verschnitt bei Ihrer Bestellmenge einrechnen sollten, weil fast alle Reststücke unter 40 cm Länge Abfall sind.

Eichenholz als Landhausdiele mit V-Fuge

Landhausdielen© PR

Eine Landhausdiele mit den satten Maßen von 220 x 16,2 cm wirkt besonders edel, weil sie aus einem einzigen Stab (statt drei Lamellenreihen wie beim Schiffsboden) besteht. Das bringt Ruhe in die Fläche. Den Dielencharakter unterstreicht die Fugenfase an den Längskanten. Weil die Oberfläche des hier abgebildeten Eichenbodens gebürstet (also leicht aufgeraut) ist, kann die Oberflächenbehandlung nur mit einem in das Holz eindringenden Öl und nicht mit einem schichtbildenden Versiegelungslack durchgeführt werden. Preis: knapp 100 Euro/qm. Boden: Landhausdiele „Java“ aus Eiche, gebürstet, 1-Stab, von Tarkett

Verlegetipps für den Holzfußboden

Holz im Quadrat© PR

Bei Dielen von 2,20 m Länge wird auch die ansonsten unproblematische leimlose Verlegung etwas schwieriger. Das liegt zum einen daran, dass die Dielen nie zu 100 % gerade sind, was das Einschwenken auf dieser Länge zur Fummelei werden lässt. Zum Anderen ist der Reibungswiderstand in der langen Fuge größer, was Sie beim anschließenden Zusammentreiben der kurzen Dielenkanten mit Hammer und Schlagklotz merken werden. Wichtig ist, dass Sie nicht versuchen, etwa durch kräftigeres Schlagen diesen Widerstand zu überwinden, sondern nur durch exaktes Anlegen der kurzen Kanten und viele leichte Schläge. Andernfalls beschädigen Sie nämlich die Profilierung der Dielen, was das Zusammenfügen noch schwieriger macht.

Das schönste Holz im Quadrat

Dass die schönste Form des Holzes nicht immer zwingend die Diele ist, beweist die Firma Boxler mit ihrem „Castellana“- Programm. Hier handelt es sich um kunstvoll gefertigte und verlegefertige Parketttafeln von 80 x 80 cm Größe und 2 cm Dicke. Als Holzarten kommen auch hier überwiegend die heimischen wie Eiche, Ahorn, Kirsche und Fichte zur Verarbeitung, und auf Wunsch können sie auch miteinander kombiniert werden. Das Tafelparkett kostet ab etwa 280 Euro/qm und ist nur über den Fachhandel zu beziehen. Boden: Tafelparkett „Castellana“ von Boxler

Verlegetipps für Holzfußböden

Ebenso wie mit den „Castellana“- Landhausdielen verhält es sich auch mit dem Tafelparkett von Boxler – die Verlegung ist reine Profisache. Die einzelnen Tafeln werden in der Regel vollflächig auf dem Estrich verklebt. Für Laien, aber auch für geübte Selbermacher, ist die Beurteilung des Untergrundes und vor allem die fachmännische Vorbereitung, Grundierung und Kleberwahl einfach nicht zu machen. Das Einlegen der Tafeln in den Kleber ist wesentlich anspruchsvoller als etwa bei kleineren Parkettstäben im Fischgrätmuster. Sind die Parketttafeln verlegt und nach einigen Jahren abgenutzt, ist das Abschleifen und Neuversiegeln für Sie hingegen kein Problem. Die Gesamtstärke des Holzes von 2 cm erlaubt ein mehrmaliges Abschleifen der Fläche, die Lebenserwartung solch hochwertiger Böden beträgt also ohne Übertreibung mehrere Jahrzehnte.

Trittschalldämmung

Trittschalldämmung© Selbermachen

Schöne Holzböden sollen nicht nur edel aussehen, sondern auch so klingen. Bei den schwimmend verlegten Dielen muss dringend eine Trittschalldämmung drunter, damit die teuren Beläge beim Begehen nicht billig klacken. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie beim Dämmen achten müssen.

Fußbodenheizungen

Fußbodenheizung© PR

Fußbodenheizungen bieten unumstritten einen hohen Komfort, weil die Wärmeverteilung günstiger und angenehmer ist. Das führt dazu, dass Sie die Vorlauftemperatur um ein bis zwei Grad Celsius niedriger einstellen können als bei konventionellen Heizkörpern, bei gleichem Wärmeempfinden. Entscheidend für die Wärmewirkung der Heizung ist besonders der sogenannte Wärmedurchlasswiderstand des Fußbodenaufbaus. Je geringer dieser Widerstand ist, desto besser kommt die Wärme vom Estrich in den Raum. Grundsätzlich haben dichtere Materialien einen geringeren Widerstand als porige und dünne Materialien einen geringeren Widerstand als dicke.

Als Grenzwert für den Wärmedurchlasswiderstand des gesamten Fußbodenaufbaus (Trittschalldämmung plus Parkett/Laminat) gelten 0,15 m2K/W (sprich: Quadratmeter mal Kelvin geteilt durch Watt). Da Fertigparkett mit (0,11 m2K/W) und Laminat mit (0,07 m2K/W) relativ konstante Werte aufweisen, müssen Sie bei der Trittschalldämmung genau hinschauen. Wirklich geeignet sind nur die Produkte „SELITAC“ und „SELITFLEX“ (beide Selit), mit denen Sie bei beiden unter dem Grenzwert bleiben. Verwenden Sie zu porige und/oder zu dicke Materialien, wirken die wie eine Wärmedämmung, das heißt, Sie müssen mehr heizen, um die gleiche Wärmewirkung im Raum zu erzielen.

Holzfußboden dämmen: Platte statt Rolle

Mann mit Dämmung© PR

Sicher kennen Sie als Trittschalldämmung die großen und meist unhandlichen Rollen aus dem Baumarkt. Unhandlich sind sie vor allem deshalb, weil Sie sie nach dem Ausrollen flugs mit Klebeband auf dem Boden fixieren müssen, um ein Wiedereinrollen zu verhindern. Die neue Generation Dämmung wird nicht mehr gerollt, sondern entfaltet oder als Platte verlegt. Letztere sind mit 5 mm sehr dick, weisen deshalb eine hohe Wärmedämmung und ein gewisses Maß an Ausgleich auf unebenen Böden auf. Die Dicke macht die 50x80 cm großen Platten allerdings für Böden mit Fußbodenheizung ungeeignet.

Die Faltplatte ist dagegen ideal bei Fußbodenheizungen. Es gibt sie mit integriertem Feuchteschutz (Aluminiumkaschierung) und neuerdings auch ohne.

Holzfußböden und Dampfsperre – wozu?

Dampfsperre© PR

Grundsätzlich wird von allen Parkett- und Laminatherstellern empfohlen, auf mineralischen Estrichen, im Neubau und bei nicht unterkellerten Räumen als erstes eine Dampfbremse zu verlegen. Die soll verhindern, dass Feuchtigkeit, die aus der Restbaufeuchte beim Neubau oder aus Dampfdiffusion aus darunterliegenden Räumen entsteht, in die Dämmung und in den Bodenbelag gelangen kann. Feuchtigkeit macht Dämmmaterialien unwirksam und führt im Parkett und Laminat zu unschönen Verfärbungen respektive zu Schimmel. Das Wort Dampfbremse ist bewusst gewählt, weil die aus PE (Polyethylen) bestehenden Folien nicht zu 100 % dicht sind, sondern die Diffusion nur abbremsen, das aber erheblich. Dampfsperrfolien gibt es also im eigentlichen Wortsinne nicht.

Dichtband© PRDie PE-Folien sind nur dann wirksam, wenn auch die Stöße erstens 10 cm überlappt und zweitens mit einem Klebeband sauber zusammengeklebt werden. Lassen Sie Folie am Übergang zu Wänden etwa 10 cm hochstehen und schneiden Sie sie erst nach der Fußleistenmontage mit dem Cutter ab.

Aufkaschierte Dämmung© PRFunktion von Elastilon© PR

Aufkaschierte Dämmung

Dämmatte Elastilon© PR

Bodenbeläge mit aufkaschierter Dämmung bieten einen Vorteil: Die Dämmwirkung ist besser, weil es zwischen Diele und Dämmung keine Luftpolster gibt. Die Materialdicke ist mit 3 mm genauso groß wie bei Rollen- oder Plattenware (Zeichnung links). Eine Besonderheit bietet die Dämmmatte „Elastilon“: Sie wird zwar vorher ausgerollt, die Dielen müssen dann aber auf ihrer beschichteten Oberfläche verklebt werden, so dass ein fester Verbund entsteht. Folge: Die Fugen bleiben dicht, der Raumschall wird vermindert.

Das „Who’s who“ der Dämmung

Umweltschonend© PR

  1. Dämmplatten mit Komfortrillen: 5 mm starker extrudierter Polystyroloder kurz PS-Schaum; hervorragende Dämmwerte, gleicht Unebenheiten bis 3 mm aus. Geeignet für alle mineralischen Estriche.
  2. Polystyrol-Schwerschaum: 2 mm starke Rollenware, sehr gute Dämmwerte und Druckfestigkeit; flammhemmend ausgestattet, für alle Estriche geeignet.
  3. Polyäthylen- oder PE-Schaum: 3 mm stark, 30 kg/cbm; sehr elastischer und komprimierbarer Schaum, sehr preiswert, deshalb vor allem zum Verlegen in weniger frequentierten Räumen geeignet.
  4. Polystyrol mit Dampfsperre: Einseitig mit Aluminium beschichtet, spart so die separate PE-Folie, deshalb sehr gut geeignet auf allen mineralischen Estrichen, im Keller und Neubau, 3 mm stark.
  5. Wellpappe: Spezialwellpappe mit sehr niedrigem Raumgewicht (275 g/qm), 2,5 mm dick, zu 100 % recyclebar, gut geeignet auf Fußbodenheizung.
  6. Naturkork: Rollenkork, nur 2 mm stark, gute Zwischenlage für Holz-auf-Holz-Fußböden. Wegen der geringen Dicke auch gut für Fußbodenheizugen geeignet.

SELBER MACHEN 12/2007

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