Neues Waschbecken montieren | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Waschbecken, Waschtisch, Renovieren

Neues Waschbecken montieren

Der Glanz ist ab, ein Stoß ruiniert es oder man findet das Alte inzwischen schlicht hässlich – Zeit für ein neues Waschbecken und eine neue Armatur. Mit wenigen Handgriffen sind sie ausgetauscht.
 
Altes Waschbecken abschrauben © Chris Lambertsen
Altes Waschbecken abschrauben

Modern soll es sein, komfortabel und schick. Das sind gleich drei Ansprüche, die man gern an sein Badezimmer stellt. Bei neuen Bädern kein Problem, doch was ist mit denen, die schon 15 oder 20 Jahre ihren Dienst tun? Dann ist meist die Wanne noch in Ordnung, doch dem Waschtisch sieht man sein Alter an: Die Glasur ist matt, oft haben Abstürze von Flakons und Tiegeln Schäden hinterlassen, die Armatur ist zerkratzt oder so verkalkt, dass sie kaum instand zu setzen ist.

Hier hilft nur ein kompletter Austausch der Waschgelegenheit, und das ist nicht schwierig! Sie brauchen kein Fachwissen und nur eine Stunde, um alt gegen neu zu tauschen.

Da die Gelegenheit günstig ist, sollten Sie gleich mit überprüfen, ob die Eckventile noch dicht sind und sich von Hand öffnen und schließen lassen. Sind sie nicht mehr zu gebrauchen, dann sollten sie gleich ausgetauscht werden. Wer das nicht dem Profi überlassen möchte, sollte zwei Dinge beachten: Sperren Sie die Wasserzuvor für das Bad ab – möglicherweise müssen sie dafür das ganze Haus wasserlos machen.

Kaufen Sie selbstdichtende Ventile, dann gibt es keine Probleme mit Teflonband- oder Hanfdichtungen und leckenden Anschlüssen. Ist das geklärt, machen Sie sich an den Ausbau des alten Waschtisches.

Altes Waschbecken abmontieren

  1. Wasserzufuhr abschrauben© Chris Lambertsen

    Wasserzufuhr abschrauben

    Im ersten Arbeitsschritt sperren Sie die Wasserzufuhr für die Armatur an den Eckventilen unterm Waschtisch ab. Dann öffnen Sie die Verschraubung der Armaturzuleitungen.
  2. Leitungen abschrauben© Chris Lambertsen

    Leitungen abschrauben

    Jetzt zieht man die Leitungen aus dem Eckventil, wobei ein untergehaltener Lappen austretendes Restwasser auffängt. Leitungen nicht knicken wenn die Armatur wieder montiert werden soll! Dann die Armatur unterm Waschtisch losschrauben.
  3. Ablaufsiphon abbauen© Chris Lambertsen

    Ablaufsiphon abbauen

    Jetzt muss man noch den Ablaufsiphon und bei Weiterverwendung den Abflusseinsatz abbauen

Betagte Armaturen sind meist mit einer Art Ringmutter auf der Unterseite des Waschtischs verschraubt. Durch sie führen die Kalt- und Warmwasserleitung zu den Ventilen. Sie wird mit einem „Standhahnschlüssel“ abgeschraubt, den man für rund 15 Euro bekommt.

Moderne Armaturen sind etwas komplizierter gebaut. Hier muss eine Mutterhülse von einer Gewindestange gedreht – am besten mit einem passenden Maulschlüssel – und dann die halbkreisförmige Unterlegscheibe abgezogen werden, um die Armatur abzunehmen.

Abstand einhalten: Damit man die Waschtischbefestigung des alten Beckens weiter nutzen kann, muss der Abstand der Befestigungsbohrungen identisch sein.

Bei üblichen, 60 cm breiten Waschtischen beträgt er meist 28 cm. Soll aber ein größeres oder kleineres Becken montiert werden, sind neue Bolzen nötig.

© SelbermachenWerkzeug-Tipp Wer es häufiger mit Sechskantschrauben und -muttern zu tun hat, der sollte einen verstellbaren Zangenschlüssel (Knipex) im Werkzeugkoffer haben. Es gibt ihn in zwei Größen ab etwa 42 Euro.

Dämmen, Dichten uns Ausrichten

  1. Dämmstreifen aufkleben© Chris Lambertsen

    Dämmstreifen aufkleben

    Sobald der alte Waschtisch losgeschraubt und von der Wand genommen worden ist bekommt der neue selbstklebende Dämmstreifen auf seine Rückseite. Sie sind aus Silikon oder aus Schaumstoff und sorgen dafür, dass sich kein Schall vom Becken auf die Wand überträgt.
  2. Waschbecken aufsetzen© Chris Lambertsen

    Waschbecken aufsetzen

    Ist der Dämmstreifen mit 3 mm Randabstand angebracht, wird der Waschtisch auf die Haltebolzen geschoben und mit Distanzhülse, Unterlegscheibe und Mutter befestigt. Mutter nur bis zum festen Sitz anziehen – nicht „festknallen“.
  3. Waschtisch ausrichten© Chris Lambertsen

    Waschtisch ausrichten

    Bevor die Befestigungsmuttern ihre letzte halbe Umdrehung bekommen, wird der Waschtisch waagerecht ausgerichtet.
  4. Fuge schließen© Chris Lambertsen

    Fuge schließen

    Hängt das Becken richtig, muss nur noch die Fuge zwischen Wand und Waschtisch mit Silikon geschlossen werden. Hierbei die Seiten nicht vergessen! Dafür verwendet man ein fungizides (pilztötendes) Sanitärsilikon

Mit drei Schrauben zur neuen Armatur

Sobald der Waschtisch fest montiert ist, widmet man sich der Armatur. Bei billigen oder sehr gebrauchten Stücken lohnt die Weiterverwendung meist nicht. Hier sollte man etwas Geld in eine neue Armatur investieren. Die Qualität einer Armatur ist von außen nur sehr schwer zu beurteilen. Relativ sicher bekommen Sie eine gute Armatur, wenn Sie zu einem Markenprodukt greifen. Zweites Indiz für eine gute Armatur ist der Preis.

Hinter einem hohen Preis stecken meist hochwertige Materialien und zu einem gewissen Teil Handarbeit für das Oberflächenfinish und die Funktionsprüfung. Im Fachhandel werden immer noch Armaturen verkauft, die Chromrohre und keine Schläuche als Zuleitung vom Eckventil haben. Sie müssen auf die richtige Länge abgesägt und sorgfältig entgratet werden.

Damit sie beim In-Form-Biegen nicht knicken, nimmt man sogenannte Biegefedern mit passendem Durchmesser. Sie werden über das Rohr gesteckt, das sich nun von Hand in die gewünschte Form bringen lässt.

Zum Schluss gönnt man dem neuen Becken auch einen neuen Siphon. Ob Standard- oder Designmodell – heute auch im Baumarkt erhältlich – entscheidet Ihr Geschmack.

Armaturen montieren

  1. Armatur einsetzen© Chris Lambertsen

    Armatur einsetzen

    Die Anschlussleitungen der neuen Armatur durch das Loch in der Armaturenbank stecken.
  2. Dichtungsscheiben aufsetzen© Chris Lambertsen

    Dichtungsscheiben aufsetzen

    Ein Moosgummiring zum Schutz der Keramik, eine Dichtungsscheibe und die halbkreisförmige „Unterlegscheibe“ werden jetzt über die Anschlussschläuche geschoben.
  3. Zulaufleitung verschrauben© Chris Lambertsen

    Zulaufleitung verschrauben

    Die Zulaufleitungen der Armatur mit den Eckventilen verschrauben, dabei auf den richtigen Sitz der Dichtungen achten.
  4. Mutterhülse verschrauben© Chris Lambertsen

    Mutterhülse verschrauben

    Eine Mutterhülse auf der Gewindestange sichert das aufgeschobene Dichtungsset und wird zur Montage der Armatur fest angezogen.
  5. Ablaufstutzen befestigen© Chris Lambertsen

    Ablaufstutzen befestigen

    Wenn die Armatur sitzt, wird zunächst der Ablaufstutzen im Becken befestigt: Der obere Teil wird mit einer Dichtung ins Abflussloch gesetzt und das Gegenstück mit Verschlussmimik von unten gegengeschraubt. Die Mimik zeigt nach hinten und die Verbindung wird fest angezogen.
  6. Siphon in die Wand stecken© Chris Lambertsen

    Siphon in die Wand stecken

    Jetzt wird der vormontierte Siphon in den Abflussstutzen in der Wand gesteckt und unterm Beckenablauf soweit ausgezogen, dass das wandseitige Rohrende nach der Montage waagerecht ist.
  7. Stöpsel einstellen© Chris Lambertsen

    Stöpsel einstellen

    Zum Schluss wird der „Stöpsel“ per Justierschraube so eingestellt, dass er dicht schließt und möglichst weit öffnet – idealer- 6 7 weise ohne seitlich wegzukippen.

Wenn die Waschtischbefestigung nicht mehr passt

© SelbermachenWenn der neue Waschtisch deutlich kleiner (Handwaschbecken) oder größer ausfällt, dann müssen Sie auch die Befestigungsschrauben neu setzen.

Dafür nehmen sie nicht die alten Stockschrauben und Dübel, sondern einen neuen Satz, der manchen Waschtischen sogar beiliegt.

Befestigungsschrauben neu setzen

  1. Loch bohren© Selbermachen

    Loch bohren

    Zeichnen Sie die genauen Bohrpositionen im richtigen Abstand und auf einer waagerechten Linie an. Damit der Bohrer auf den Fliesen nicht verrutscht, klebt man hier einen Streifen Malerband auf die Fliesen. Schlagwerk abschalten!
  2. Dübel einsetzen© Selbermachen

    Dübel einsetzen

    Um einen Waschtisch sicher anzuhängen braucht man Dübel, die auf den jeweiligen Wandbaustoff abgestimmt sind. Für Hochlochziegel oder Leichtbauwände würde dieser Dübel nicht geeignet sein. Hier ziehen mehrere Zentner, wenn man auf den vorderen Beckenrand drückt.
  3. Schraube in Dübel drehen© Selbermachen

    Schraube in Dübel drehen

    Mit zwei gekonterten Muttern wird die Schraube in den Dübel gedreht.
  4. Waschtisch Distanzhülse© Selbermachen

    Waschtisch Distanzhülse

    Der Waschtisch liegt auf einer Distanzhülse – nicht auf der Schraube, die mit einer Mutter angezogen, das Becken hält.

© SelbermachenDas neue Becken sollte beim ersten Betrieb genau auf mögliche Undichtigkeiten inspiziert werden. Wenn alles trocken bleibt, dann wird es wieder für viele Jahre seinen Dienst tun.

Fotos: Chris Lambertsen, Christian Bordes, Michael Holz

Artikel aus selber machen Ausgabe 06/2012. Jetzt abonnieren!
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