Fliesen

Alte Fliesen verschönern

Sie sind schäbig, sie sind hässlich, und sie sind schwer runterzukriegen: Alte Fliesen können wirklich ein Dorn im Selbermacher-Auge sein! Wir zeigen Ihnen, wie Sie sie schnell und sauber verschwinden lassen können.

 
 
Alte Fliesen mit Parkett beklebt © Selbermachen
Alte Fliesen mit Parkett beklebt

© SelbermachenFliesen sind schon praktisch. Sie sind ungemein pflegeleicht, enorm hart und vor allem (in der richtigen Ausführung) absolut wasserfest. Letzteres ist natürlich gerade dann wichtig, wenn es um die Materialien geht, mit denen Sie Ihre alten Fliesen kaschieren wollen. Während es in der Küchenzeile relativ einfach ist, den schmalen Fliesenspiegel mit einer passenden Nischenverkleidung verschwinden zu lassen (haben wir zuletzt in SELBERMACHEN 7/2008 gezeigt), wird’s im Bad schon etwas schwieriger.

© SelbermachenIn der Regel sind die gefliesten Flächen rund um Wanne und Waschtisch nämlich größer und naturgemäß einem viel größeren Wasserandrang ausgesetzt, was man in Fachkreisen als „Spritzbereich“ bezeichnet. Die Platten, Folien und Spachtelmassen, die Sie vor die Fliesen setzen, müssen also entweder per se wasserfest sein, oder Sie müssen sie mit einer geeigneten Nachbehandlung dazu machen. Übrigens: Sehr oft ist viel mehr Wandfläche verfliest, als nach dem eigentlichen Spritzbereich überhaupt nötig wäre. Mit Ihren Kaschierungen können Sie also ruhig eine Nummer kleiner werden.

Für die kombinierte Oberfläche im Bild oben brauchen Sie eine Spachtelmasse und ein paar Dielen eines versiegelten Mehrschichtparketts.

Parkett an der Wand

© SelbermachenAls i-Tüpfelchen des Ganzen kann unsere Idee mit einer vorgehängten Platte aus Mehrschichtparkett gelten. Hier müssen Sie gleich zwei Vorsichtsmaßnahmen treffen, um das Holz nicht den Wasserangriffen hilflos auszuliefern: Die Klickkanten der Dielen müssen Sie jeweils mit einem satten Strang wasserfesten Leims versehen, so dass der beim Ineinanderklicken auf ganzer Länge herausquillt. Hier müssen Sie ihn mit einem feuchten Tuch abwischen. Dieser Leim in der Dielenverbindung dichtet die Fugen gegen eindringendes Wasser ab.

Anschließend sollten Sie die ganze Platte einmal mit einem Kunstharzlack versiegeln. Die untere Plattenkante steht mindestens 5 mm über der Wanne und ist auf 45° abgeschrägt – so entsteht eine ideale Tropfkante.

Fliesen mit Parkett kaschieren

  1. © SelbermachenMassivholzdielen schichten
    Unter Massivholzdielen müssen Sie eine Schicht Verlegespanplatte legen, um die Schwingungen des Altbodens aufzufangen und die Dielen schrauben zu können.
  2. © SelbermachenFliesen auf Holz
    **. . .FLIESEN DRAUF** Nicht möglich, da das Wasser des Fliesenklebers das Holz/die HDFPlatte schädigen würde. Es gibt aber sogenannte Entkoppelungsmatten, die auf dem Holzboden verlegt werden, und auf denen man Fliesen verlegen kann. Das ist allerdings nicht zu empfehlen bei schwimmend verlegten Unterböden.
  3. © SelbermachenBohren
    Nach Leimen und Klicken der Dielen drehen Sie die Platte auf die Sichtseite. Leimen und schrauben Sie drei Trageleisten auf. Den beiden äußeren drehen Sie je eine Einschrauböse in die Kante.
  4. © SelbermachenZugeisen fixieren
    Um die massiven Dielen fugendicht zu verlegen, brauchen Sie ein Hebelwerkzeug (Zugeisen) vom Hersteller. Werkzeug im Boden fixieren und
  5. © SelbermachenHolz auf Holz
    **. . .PARKETT/LAMINAT DRAUF** Ist der untere Belag fest auf dem Estrich verklebt und erfüllt die Ebenheitstoleranzen, können Sie den zweiten Belag mit untergelegter Trittschalldämmung darauf verlegen. Nicht möglich ist hingegen die Verlegung eines schwimmenden Bodens auf einem schwimmenden Boden.
  6. © SelbermachenTrageleisten
    Für die Warm- und Kaltwasseranschlüsse bohren Sie zwei 30-mm-Löcher in die Platte. Auf der Sichtseite Kreppband aufkleben, die beiden Bohrpunkte anzeichnen und durchbohren.
  7. © SelbermachenDielen anpressen
    . . . die Dielen durch den Hebel an die bereits verlegten anpressen.
  8. © SelbermachenTeppich auf Holz
    **. . .TEPPICH DRAUF** Im Prinzip möglich, allerdings kann das Holz durch den Teppichkleber respektive durch das doppelseitige Klebeband auf der Oberfläche Schaden nehmen (beim Laminat nicht). In der Regel zeichnen sich mit der Zeit auch die unvermeidlichen Fugen zwischen den Dielen auf der Teppichoberfläche ab.
  9. © SelbermachenKanten bekleben
    Die obere und die beiden seitlichen Kanten bekleben Sie jeweils mit einer Alu-Winkelleiste, die Sie an den Ecken auf Gehrung schneiden.
  10. © SelbermachenSpaxschrauben setzen
    Das Werkzeug am anderen Ende ebenfalls fixieren und die Spaxschrauben mit dem Akkuschrauber durch die Feder der Dielen schräg in die Spanplatte setzen.
  11. © SelbermachenPVC auf Holz
    **. . .PVC DRAUF** Hier gilt das Gleiche wie beim Teppichboden. PVC wirkt zudem wie eine Dampfbremse, der natürliche Feuchtigkeitsausgleich des Holzes würde nicht mehr funktionieren, das Holz könnte über die Zeit Schaden nehmen. Beim dünnerem PVC treten die Fugen des darunterliegenden Bodens überaus deutlich hervor.
  12. © SelbermachenFliesen bohren
    Markieren Sie die beiden Bohrpunkte auf den Fliesen und bohren Sie ohne Schlag. Bohrlöcher aussaugen!
  13. © SelbermachenAufhängen
    Hängen Sie die Platten auf die Haken.
  14. © SelbermachenAlu-Leisten
    Kleben Sie eine weitere Aluleiste in die Ecke.

Abdichten heißt die oberste Devise

© SelbermachenWenn das echte Marmorbad unerschwinglich ist, bietet sich als Ersatz eine Wand mit Marmoreffekt an. Das Beste daran: Statt teurer Spezialprodukte verwenden wir Knauf-„Uniflott“, eine Spachtelmasse, die sonst in den Fugen von Gipskartonwänden zu finden ist. Auf eine spezielle (und damit teurere) Fliesengrundierung sollten Sie nicht verzichten. Herkömmliche Grundierungen können unter Umständen nicht, wie gewollt, haftvermittelnd, sondern sogar als Trennschicht zwischen Fliesen und Spachtelmasse wirken.

Die Abdichtung der aufgezogenen „Uniflott“-Schicht übernehmen zwei Anstriche mit Acryllack: der erste nach dem Trocknen der Spachtelmasse in der gewünschten Farbe, der zweite dann als Klarlack nach dem Abschleifen der Fläche. Durch dieses Schleifen entsteht übrigens überhaupt erst der Marmoreffekt. Dabei werden nämlich die beim Aufziehen der Masse entstandenen Grate entfernt und die weiße Grundfarbe der Spachtelmasse kommt wieder zum Vorschein. Die Übergänge von gespachtelter Wand zur Wannenkeramik müssen Sie trotz allen mediterranen Flairs dauerelastisch abdichten. Verwenden Sie hierfür ein schimmelresistentes Markensilikon.

Fliesen einfach überspachteln

  1. © SelbermachenFugen verschliessen
    Alle Fugen, durch die die Masse weglaufen kann, schließen Sie mit einem Mörtel.
  2. © SelbermachenÜbergänge abkleben
    Die Übergänge zu den angrenzenden Wänden, Boden und Decke kleben Sie mit einem Klebeband ab. Spuren der Spachtelmasse würde man sonst später sehen.
  3. © SelbermachenVorbehandlung
    Die Fliesenfläche samt Fugen behandeln Sie mit einer speziellen Fliesengrundierung vor (den eigentlich transparenten Anstrich haben wir zum besseren Erkennen eingefärbt.
  4. © SelbermachenHolzfläche grundieren
    Alle Holzflächen müssen Sie einmal satt grundieren. Verwenden Sie dazu einen Quast. Nichtsaugende Untergründe dürfen Sie nicht grundieren!
  5. © SelbermachenSpachtelmasse anrühren
    Rühren Sie immer nur so viel von der Spachtelmasse an, wie Sie innerhalb von 60 Minuten auch tatsächlich verarbeiten können. Angesteifte Massen nicht verdünnen und weiterverwenden!
  6. © SelbermachenSpachteln
    Nach dem Trocknen der Grundierung ziehen Sie die angemischte Spachtelmasse von unten nach oben mit der Kelle auf. Die dabei entstehenden Spachtelgrate lassen Sie stehen.
  7. © SelbermachenBewegungsfuge einbauen
    Am Belagsübergang müssen Sie eine Bewegungsfuge einbauen. Kleben Sie dort einfach einen Styroporstreifen auf ein doppelseitiges Klebeband.
  8. © SelbermachenSpachteln
    Mit einer Glättkelle oder einer Gummirakel ziehen Sie die Masse auf. Die Gummirakel nimmt eher die Tapetenstruktur auf, mit dem Glätter wird’s glatter.
  9. © SelbermachenAcryl-Buntlack auftragen
    Mit einem Acryl-Buntlack rollen Sie die gespachtelte Fläche. Achtung: Verwenden Sie keinen Kunstharzlack, der würde die Spachtelmasse nämlich wieder anlösen!
  10. © SelbermachenMasse verteilen
    Bringen Sie die Masse aus, verteilen und entlüften Sie sie mit dem Besen und ziehen Sie sie mit einer Rakel auf etwa 2 cm Höhe ab.
  11. © SelbermachenSchleifen
    Nach dem Trocknen schleifen Sie die Fläche mit einem 80er-Schleifpapier glatt. Die Grate verschwinden und geben die weiße Spachtelmasse frei. Anschließend klar lackieren (Acryllack!).

SELBER MACHEN 08/2010

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