Wandverkleidung mit Kassetten im Landhausstil

Wandverkleidung mit Kassetten im Landhausstil

Ein typisches Element alter Land- und Bauernhäuser kann auch die Stadt­woh­nung behaglich machen: die Kassettentäfelung.

 
Die Kassettentäfelung verleiht dem Wohnraum das richtige Maß an Gemütlichkeit. © Selbermachen
Die Kassettentäfelung verleiht dem Wohnraum das richtige Maß an Gemütlichkeit.

Wer meint, Wohnen im Landhausstil sei nur in einem herrschaftlichen Gebäude draußen vor der Stadt oder in einem teuer umgebauten Bauernhaus möglich, könnte mit dem hier gezeigten Beispiel eines Besseren belehrt werden.

Nicht nur im Eigenheim in der Stadt, auch in der Mietwohnung lässt sich dieser rustikal-behagliche Wohnstil verwirklichen. Die Zutaten dafür gibt es im Baumarkt oder in der Holzhandlung.

Besonders Vorsichtige können die halbhohe Täfelung so montieren, dass sie sich bei einem Auszug ohne Beschädigung der Wände aus der gemieteten Wohnung abnehmen und an anderer Stelle neu anbringen lässt. Denn wer einmal so gemütlich gewohnt hat, wird dies auch in einer neuen Wohnung nicht missen wollen.

Genaues Maßnehmen ist wichtig

Von zwei Faktoren hängt es ab, wie groß die Täfelung und die einzelnen Kassetten werden sollen. Zum einen hängt die Täfelung von der Raumgröße ab, zum andern wird man das Maß der Kassetten auf die Größe der Platten abstimmen, mit denen die Kassetten gefüllt werden: Von den Platten sollte sowenig Verschnitt wie möglich abfallen.

Denn die furnierten Spanplatten (19 mm dick) sind nicht gerade billig. Als erstes werden Spanplatten mit je drei Dübeln und Schrauben pro Längskante an die Wand geschraubt. Auf diesen Platten wird anschließend die Täfelung aufgebaut.

Glattkantbretter mit dem Maß 18 × 94 mm werden als Fußleisten und senkrechte Teilungen (über den Plattenstößen) der Kassetten auf die Trägerplatten geleimt oder gestiftet. In den Ecken werden der Länge nach halbierte Bretter eingesetzt.

Als oberen Abschluss leimt und stiftet man dann genau eingepasste Bretter zwischen die senkrechten Bretter. Unsichtbar bleibt die Befestigung, wenn man die Drahtstifte schräg durch die Brettwangen in die Trägerplatten treibt. Die Köpfe der Stifte werden gut ins Holz versenkt.

Eine Gehrungssäge hilft

Der langwierigste Teil beim Auf- und Einbau einer Kassettentäfelung ist das genaue Ablängen der Profilleisten, mit denen die Kassetten eingerahmt werden. Denn diese Leisten müssen exakt eingepasst werden, damit die Gehrungsfugen möglichst dicht schließen, dass sie sich später, wenn das Holz arbeitet, wieder etwas öffnen, ist eine andere Sache.

Auch wenn vorher die senkrechten und waagerechten Bretter für die Unterteilung der Kassetten genau gesetzt worden sind: Man sollte sich nicht auf das rechnerische Maß für die Profilleisten verlassen, sondern jedes Stück einzeln einmessen.

Und das Zuschneiden wird natürlich auch nicht per Augenmaß oder durch einen mit dem Geodreieck aufgezeichneten 45°-Winkel besorgt: Hier kann nur mit Hilfe einer fest einstellbaren Gehrungssäge exakt genug gearbeitet werden.

Diese Inneneckleisten werden dann in die Kassettenfelder eingeleimt und mit je zwei, drei Drahtstiften fixiert. Die Stifte werden gut versenkt; mit einem Tropfen heißen Wassers kann man das Holz über den Stiften wieder aufquellen lassen und die Löcher nahezu vollkommen schließen.

Den oberen Abschluss der Täfelung bildet dann eine breite Leiste, deren vordere Schmalseite halbrund gefräst sein sollte. An dieser Kante wird man öfter mal anstoßen, und dann macht sich die Rundung weniger schmerzhaft bemerkbar als eine rechtwinklige Kante.

Will man übrigens eine Eckbank mit einer solchen Kassettentäfelung kombinieren, dann genügt es, im Bereich der Eckbank nur eine Reihe Kassetten vorzusehen, in der Höhe bündig mit der übrigen Täfelung rechts und links von der Bank.

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Ein typisches, sehr heimeliges Element ländlichen Wohnstils ist die Kassettentäfelung, die hier mit einer Eckbank kombiniert ist.

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Leisten mit unterschiedlichen Profilen, beidseitig gehobelte Glattkantbretter und furnierte Spanplatten: Daraus entsteht die Täfelung.

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Als erstes werden Spanplatten mit je drei Dübeln und Schrauben pro Längskante an die Wand geschraubt. Auf diesen Platten wird anschließend die Täfelung aufgebaut.

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Glattkantbretter mit dem Maß 18 × 94 mm werden als Fußleisten und senkrechte Teilungen (über den Plattenstößen) der Kassetten auf die Trägerplatten geleimt oder gestiftet.

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In den Ecken werden der Länge nach halbierte Bretter eingesetzt; als oberen Abschluss leimt und stiftet man dann genau eingepasste Bretter zwischen die senkrechten Bretter.

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Unsichtbar bleibt die Befestigung, wenn man die Drahtstifte schräg durch die Brettwangen in die Trägerplatten treibt. Die Köpfe der Stifte werden gut ins Holz versenkt.

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Sockelleisten schließen die Lücke zwischen der Fußleiste der Täfelung und dem Boden­belag (hier stilvollerweise ein Dielenboden). Es genügt, die Leiste nur anzustiften.

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Die Inneneckleisten sind genau auf Gehrung zuzuschneiden und mit ganz dicht schließenden Fugen in die Kassettenfelder einzusetzen. Sie sind der stilvolle Rahmen der Kassetten.

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Den oberen Abschluss bildet eine Kranzleiste mit einer gerundeten Vorderkante. Die Leiste wird mit Leim und Drahstiften befestigt, die gut versenkt werden müssen.

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Sind Einbaumöbel vorgesehen, wie etwa eine Eckbank, kann viel Material gespart werden, wenn nur über der Bank Kassetten angeordnet sind und die Wand darunter leer bleibt.

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Das ist der Aufbau der Täfelung. Auf einer furnierten Spanplatte sind die Bretter, die die Gefache bilden, und die Inneneckleisten befestigt. Eine Profilleiste ist krönender Abschluss.

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Hier werden für die Täfelung 124 × 250 cm große Spanplatten genau in der Mitte geteilt; dabei fällt überhaupt kein Verschnitt an.

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Grobkörniger Putz an der nicht vertäfelten Wandfläche und eine Holzverkleidung an der Decke sind stilvolle Ergänzung der Vertäfelung.

TEXT:Walter Diem; FOTO: Selbermachen Media
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