Unterstand bauen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Unterstand

Unterstand bauen

Mit diesem Unterstand in Fachwerk-Bauweise holen Sie sich ein Stück ländliche Idylle in Ihren Garten. Und ein Stück altes Handwerk dazu.

 
Fachwerkunterstand © Chris Lambertsen
Fachwerkunterstand

© Selbermachen© Selbermachen

Ruhe und Gemütlichkeit

Fachwerkhäuser strahlen Ruhe und Gemütlichkeit aus. Doch echtes Fachwerk ist handwerklich aufwendig herzustellen – es sei denn, Sie arbeiten nach unseren Vorgaben! Denn wir haben bei diesem Bauvorschlag darauf geachtet, dass das Fachwerk wie echt aussieht, jedoch viel leichter herzustellen ist.

Da sind zum Beispiel die Holzverbindungen, die später durch die Fachungen verdeckt werden. Diese haben wir mit Metallwinkeln hergestellt. An den Stellen jedoch, wo man die Holzkonstruktion sehen kann wie etwa bei den oben und unten verlaufenden „Ringbalken“ und den Streben haben wir natürlich eine klassische Überblattung gewählt.

© SelbermachenBei den Fachungen haben Sie die Möglichkeit, entweder selbst zu mauern oder, was leichter, aber auch teurer ist, Backstein-Riemchen auf Hartschaumplatten zu kleben und diese dann in die Fachöffnungen zu setzen. Nach dem Verfugen wird niemand mehr diesen kleinen „Betrug“ erkennen.

Wenn Sie dieses Bauvorhaben ausführen wollen, müssen Sie folgende Ausgaben kalkulieren: Holz 380 Euro, Metallverbinder 50 Euro, Anstrich 55 Euro, Riemchen, Hartschaumplatte, Kalkmörtel und PUKleber für 315 Euro oder Vollsteinziegel und Kalkmörtel für 110 Euro, Sicherheitsglas 60 Euro und 65 Euro für Bitumenschindeln.

  1. Zeichnung des Unterstandes© Tilman Straszburger

    Zeichnung des Unterstandes

    Die Baumaße basieren auf dem Steinformat von 24 cm Länge, 7,1 cm Höhe und 11,5 cm Breite. Sollten Sie andere Steinformate benutzen, so ändern sich auch die Holzmaße.
  2. Grundierung auftragen© Chris Lambertsen

    Grundierung auftragen

    Aus der Zeichnung entnehmen Sie, an welchen Verbindungspunkten entweder Metallwinkel oder, gerade an sichtbaren Stellen, traditionelle Holzverbindungen zum Einsatz kommen. So erhalten der obere und der untere „Ringbalken“ jeweils eine Überblattung. Vor der Montage müssen dann noch alle Teile mit Holzschutzgrundierung gestrichen werden.
  3. Granitbossen ausrichten© Chris Lambertsen

    Granitbossen ausrichten

    Während die Grundierung trocknet, widmen Sie sich dem Fundament aus Granitbossen. Die Steine werden mit der Wasserwaage ausgerichtet, anschließend wird eine Schicht Kalkmörtel aufgetragen.
  4. Mit Schlüsselschrauben verankern© Chris Lambertsen

    Mit Schlüsselschrauben verankern

    In dieses Kalkmörtelbett wird der Balken gelegt und mit durchgesteckten Schlüsselschrauben verankert
  5. Schlitz herstellen© Chris Lambertsen

    Schlitz herstellen

    Den Schlitz stellt man mit Stechbeitel und Hammer, den Zapfen mit der Handsäge her.
  6. Schlitz-Zapfen-Verbindung© Chris Lambertsen

    Schlitz-Zapfen-Verbindung

    Die Schlitz-und-Zapfen-Verbindung finden Sie in den Streben.
  7. Ständer befestigen© Chris Lambertsen

    Ständer befestigen

    Die sechs Ständer werden mit Metallwinkeln und Holzschrauben auf dem Ringbalken befestigt.
  8. Schlitz-Zapfen-Verbindung kleben© Chris Lambertsen

    Schlitz-Zapfen-Verbindung kleben

    Die Schlitz-und-Zapfen-Verbindung wird zusätzlich mit PU-Kleber gesichert.
  9. Riegel einsetzen© Chris Lambertsen

    Riegel einsetzen

    Im nächsten Schritt werden dann die kurzen Riegel eingesetzt.
  10. Ringbalken verschrauben© Chris Lambertsen

    Ringbalken verschrauben

    Der obere überblattete Ringbalken wird mit Schlüsselschrauben in die Ständer geschraubt, ebenso die Dachpfette.
  11. Sparren verschrauben© Chris Lambertsen

    Sparren verschrauben

    Die ausgeklinkten Sparren mit Flacheisen verbinden und mit Winkeln auf die Dachpfette schrauben.
  12. Sperrholzstreifen festnageln© Chris Lambertsen

    Sperrholzstreifen festnageln

    4 mm dicke Sperrholzstreifen erleichtern die Arbeit mit den Fachwerkfüllungen. Wenn Sie mit Ziegeln arbeiten, müssen Sie seitlich nicht so große Schlitze mit Mörtel füllen. Arbeiten Sie mit Riemchen, so benötigen Sie die Streifen nur, wenn die Hartschaumplatten schlecht oder schief zugeschnitten sind.
  13. Holzgrund© Chris Lambertsen

    Holzgrund

    Das Fachwerk wird komplett mit Holzschutzgrundierung gestrichen.
  14. Holzschutzlasur auftragen© Chris Lambertsen

    Holzschutzlasur auftragen

    Anschließend zweifach mit einer Holzschutzlasur.
  15. Fensterkonstruktion© Chris Lambertsen

    Fensterkonstruktion

    Die Fensterkonstruktion besteht aus zwei identischen Rahmen. Erst den äußeren Rahmen einschrauben, dann die Glasscheibe einsetzen und anschießend den zweiten Rahmen montieren.
  16. Geräteträger-Schlepper von Fendt© Chris Lambertsen

    Geräteträger-Schlepper von Fendt

    Stilecht: Zur Fachwerkbauweise des Unterstands passt der originalgetreue Geräteträger- Schlepper der Marke Fendt (Tretauto von BIG).

  1. Anfangsreihe© Chris Lambertsen

    Anfangsreihe

    Die Anfangsreihe der Bitumenschindeln wird genau umgekehrt mit einem Kantenüberstand von 10 mm mittels 16- oder 20-mm- Dachpappnägel aufgenagelt.
  2. Zweite Reihe© Chris Lambertsen

    Zweite Reihe

    Die zweite Reihe der Bitumenschindeln (hier mit einer Biberschwanzform in rot) wird so aufgenagelt, dass die volle Rundung übersteht.
  3. Nächste Bahn© Chris Lambertsen

    Nächste Bahn

    Die nächsten Bahnen versetzt man um je eine halbe Schindel. So werden die Stoßfugen überdeckt. Nägel etwa 2 cm über den Schlitzen einschlagen.
  4. Bitumenschindeln schneiden© Chris Lambertsen

    Bitumenschindeln schneiden

    Bitumenschindeln schneidet man ohne Kraftaufwand von der Rückseite her. Mit einem Messer die Oberfläche einritzen, dann die Schindel brechen.

Steinbaustoffe

© SelbermachenZiegelsteine in riesiger Auswahl kann man im Internet anschauen. Wir verwendeten den Stein „Moorbrand lehm-bunt“ der Firma Röben, die ihre Ziegel als Vollstein und als Riemchen anbietet.

  1. Klebemörtel auftragen© Chris Lambertsen

    Klebemörtel auftragen

    Um etwa die Dicke eines Vollsteins zu erzielen, werden die rund 14 mm dicken Riemchen mit Klebemörtel auf 8 cm dicke Hartschaumplatten geklebt. Halten Sie eine Fuge von ungefähr 1 cm ein.
  2. Riemchen zuschneiden© Chris Lambertsen

    Riemchen zuschneiden

    Die Riemchen kann man sich mit einem Einhandwinkelschleifer und einer Steinscheibe zuschneiden
  3. PU-Kleber spritzen© Chris Lambertsen

    PU-Kleber spritzen

    Ist der Klebemörtel ausgehärtet, werden die fertigen Hartschaumplatten in den Fachungen fixiert und mit einem PU-Kleber festgeklebt.

  1. Nägel einschlagen© Chris Lambertsen

    Nägel einschlagen

    Damit die Steine eine feste Verbindung mit dem Fachwerk haben, werden im Bereich der ersten oder zweiten Fuge Nägel in den Balken geschlagen, ebenso in der siebten oder achten Fuge.
  2. Ersten Stein setzen© Chris Lambertsen

    Ersten Stein setzen

    Im Fachwerkbau wird Kalkmörtel verarbeitet, da dieser eine gewisse Elastizität besitzt und Bewegungen des Holzes mitmacht. Zementmörtel würde hier zerbersten.
  3. Verfugen© Chris Lambertsen

    Verfugen

    Zuletzt wird – wiederum mit Kalkmörtel – verfugt.

 

Artikel aus selber machen Ausgabe 10/2010. Jetzt abonnieren!
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