Bank zum schieben | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Schubkarren-Bank

Bank zum schieben

Die Redaktion von SELBERMACHEN hat sich ihre eigenen Gedanken zum Thema Hybrid-Antrieb gemacht. Heraus kam eine Kreuzung aus Schubkarre und Bank, die Entspannen und sanftes Gleiten durch die Natur vereint…

 
Schubkarren-Bank © Chris Lambertsen
Schubkarren-Bank

Die Zeiten, in denen die Männer ihren Angebeteten mit dicken Autos und Kavalierstarts an den Ampeln imponieren konnten, sind wirklich vorbei. Gefragt sind heute eher die ökologischen Fortbewegungsmittel, die nicht nur von der Liebe des Besitzers zur Natur, sondern auch von seiner Fantasie, Individualität und dem vollen körperlichen Einsatz für seine Liebste künden. Da sind wir mit unserer Schubkarrenbank nun wirklich auf der Höhe der Zeit.

Unsere Erfahrungen bei den Fotoaufnahmen mit der Bank im Hamburger Stadtpark haben gezeigt: Auch wenn die Bank „nur“ herumsteht und ihrer eigentlichen Aufgabe harrt, sorgt sie für strahlende Gesichter und weitreichendes Aufsehen. Dabei sind die eigentlichen Sonderausstattungen unseres Vehikels gar nicht so spektakulär. Ein Holzrad von 50 cm Durchmesser und die beiden extralangen Tragholme sind die einzigen Details, die unsere Schubkarrenbank von einer herkömmlichen Bank unterscheiden.

Schubkarren Bank

  1. StadtparkStadtpark© Chris Lambertsen

    Stadtpark

    **EINE WIE KEINE:** Unsere Schubkarrenbank steht in einer Reihe mit den Klassikern im Hamburger Stadtpark. Sie ist zweifellos genauso gemütlich, aber mehr als schön.
  2. Pärchen mit BankPärchen mit Bank© Chris Lambertsen

    Pärchen mit Bank

    **PLATZ FÜR ZWEI** bietet die Bank von sich aus. Wer der Dame davor und zu Füßen liegen möchte, macht auch nichts verkehrt.
  3. Bank in AktionBank in Aktion© Chris Lambertsen

    Bank in Aktion

    **VORWÄRTS ZUM RUHM:** Redakteur Ulrich Wolf sorgt für entspannte Stimmung bei den Models.

Wie bei Gartenmöbeln aller Art üblich, greifen wir auf die unverwüstliche Lärche als Bauholz zurück. Das hat allerdings einen Haken: Für die langen Beine und die beiden Tragholme sind größere Dimensionen nötig, als es sie im Programm des Lärche-Konstruktionsholzes gab. Also kam zusätzlich das Douglasienholz ins Spiel, denn das ist im Bohlenmaß von 4 x 20 cm zu haben, was für unsere Zwecke ausreichte.

Zwischen Douglasie und Lärche besteht ein leichter Farbunterschied, der sich aber entweder durch die Bewitterung oder durch eine Farbbehandlung nahezu auflöst. Den Rest der Bank konstruierten wir so, dass wir mit den gegebenen Dimensionen im Lärcheprogramm auskamen, ohne nennenswert nachschneiden oder -hobeln zu müssen. Apropos schneiden und hobeln: Die Längenzuschnitte müssen Sie selbst vornehmen, in einigen Fällen wie bei den Lehnensprossen fast als Serienfertigung. Eine gute Kappsäge ist hier also vonnöten, damit nicht unterschiedliche Längen später das Verleimen erschweren.

Bank bauen

  1. Hölzer zusägenHölzer zusägen© Chris Lambertsen

    Hölzer zusägen

    1 Am besten lassen sich die Hölzer auf einer Kapp-und- Gehrungs-Säge auf Länge schneiden. Für die Lehnensprossen Anschlag bauen.
  2. Armlehnen zuschneidenArmlehnen zuschneiden© Chris Lambertsen

    Armlehnen zuschneiden

    2 Die waagerechten Armlehnen müssen am hinteren Ende auf 10 Grad schräg geschnitten werden – auf der Kapp-und-Gehrungs-Säge.
  3. Schablone übertragenSchablone übertragen© Chris Lambertsen

    Schablone übertragen

    3 Nach unserer kleinen Schnittzeichnung oben links schneiden Sie sich eine Schablone für die beiden langen Beine. Die Schablone stellt sicher, dass beide Beine absolut gleich werden – vermessen ausgeschlossen.
  4. Beine herausschneidenBeine herausschneiden© Chris Lambertsen

    Beine herausschneiden

    4 Mit der Handkreissäge schneiden Sie die Bohlen bis möglichst nahe an den Knick heran ein, den Rest erledigen Sie mit der Stichsäge und einem breiten Sägeblatt.
  5. Kreis einzeichnenKreis einzeichnen© Chris Lambertsen

    Kreis einzeichnen

    5 Auf die beiden Tragholme zeichnen Sie per Zirkel einen Kreis mit 10 cm Radius (beziehungsweise halbe Bohlenbreite).
  6. AusklinkenAusklinken© Selbermachen

    Ausklinken

    6 Die hinteren Enden der Armlehnen klinken Sie mit einer Feinsäge aus, um sie später an die Rückenlehne anschließen zu können.
  7. Dübellöcher markierenDübellöcher markieren© Chris Lambertsen

    Dübellöcher markieren

    7 Auf der Unterseite der Armlehnen markieren Sie die Dübellöcher für die Lehnensprossen. Achtung: Die verlaufen versetzt zur Lehnenmittelachse.
  8. Dübellöcher bohrenDübellöcher bohren© Chris Lambertsen

    Dübellöcher bohren

    8 Gebohrt wird mit 10 mm Durchmesser und absolut rechtwinklig
  9. Teile der RückenlehneTeile der Rückenlehne© Chris Lambertsen

    Teile der Rückenlehne

    9 Legen Sie alle Teile der Rückenlehne einmal trocken aus, um die Passgenauigkeit zu überprüfen. Sie sollten sich zwei Bretter unter die Sprossen legen, damit das Einführen in die Dübel leichter wird.
  10. Rückenlehne verleimenRückenlehne verleimen© Chris Lambertsen

    Rückenlehne verleimen

    10 Achtung beim Verleimen: Stecken Sie zunächst den unteren Querholm, die Sprossen und die beiden langen Beine zusammen, bevor Sie den oberen Querholm einschieben.
  11. ZulageholzZulageholz© Chris Lambertsen

    Zulageholz

    11 Wichtig: Verwenden Sie beim Pressen Zulagehölzer, um Eindrücke im Lärchenholz zu vermeiden. Mit den vielen 10-mm-Dübeln und dem Holzleim ist die Stabilität sicher, zusätzliche Schrauben brauchen Sie nicht.
  12. Tragholme zusägenTragholme zusägen© Chris Lambertsen

    Tragholme zusägen

    12 Die beiden Tragholme müssen Sie am anderen Ende noch zu Griffen formen. Fertigen Sie auch eine kleine Schablone und schneiden Sie den Schwung mit der Stichsäge aus…
  13. Kanten abrundenKanten abrunden© Chris Lambertsen

    Kanten abrunden

    13 …und runden Sie die Kanten großzügig ab, entweder mit der Oberfräse oder mit 80er Schleifpapier.
  14. Tragholme verleimenTragholme verleimen© Chris Lambertsen

    Tragholme verleimen

    14 Beide Tragholme verleimen Sie mit zwei Zwischenleisten. Auch hier sind die Verbindungen gedübelt und geleimt, wobei zwei Dübel pro Stoß nötig sind – so können sich die Zwischenleisten nämlich nicht verdrehen. Jetzt ist der Augenblick, an dem Sie diesen „Fahrwerksrahmen“ noch bequem verschleifen können.
  15. BohrmobilBohrmobil© Chris Lambertsen

    Bohrmobil

    Dübellöcher bohren ist so eine Sache: Wenn es darauf ankommt, dass 13 Löcher exakt in einer Reihe und exakt rechtwinklig ins Holz gebohrt werden müssen, lohnt sich die Anschaffung eines Bohrmobils. Darin spannen Sie die Bohrmaschine ein (Spannhals 43 mm). Wenn Sie die beiden Führungsstangen nach unten schieben und an beide Werkstückseiten pressen, ist die Bohrung automatisch mittig. Preis: etwa 22 Euro. kwb Burmeister

Die wirkliche Herausforderung beim Bank-Bau ist weniger das Arbeiten am Holz als vielmehr das Zusammenfügen der Bauteile. Wenn Sie die komplette Rückenlehne mit insgesamt 13 Sprossen verleimen wollen, brauchen Sie Zeit, mindestens vier 80er Knechte und einen Zwei-Meter- Knecht, um den nötigen Druck aufzubauen. Wir empfehlen zusätzlich mindestens einen Helfer, der beim Leimangeben (32 Dübel nebst Löchern!), beim Halten der Zulagen und beim Ausrichten der Zwingen zur Hand geht.

Ist der Leim erst angegeben, muss es nämlich schnell gehen. Unser Tipp: Wischen Sie ausquellenden Leim sofort feucht ab. Wenn Sie ihn erst später per Beitel abstechen, nimmt diese Stelle keine Farbe und kein Öl mehr an.

SELBER MACHEN 09/2009

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