Terrassen einfach verschönern | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Sandkasten, Miniteich, Blumenkasten

Terrassen einfach verschönern

Gleich ob Sie sich für unsere Insellösungen entscheiden oder für eine Grundsanierung mit neuem Material und schönen Kanten: Mit unseren Terrassen- Ideen werten Sie im Handumdrehen Ihre in die Jahre gekommene Betonterrasse auf.

 
Sitzbank © Selbermachen
Sitzbank

© SelbermachenDer Sommer ist da, und Sie brauchen eine Veränderung auf der Terrasse, haben aber wenig Zeit? Da können wir helfen. Auf den folgenden acht Seiten haben wir für Sie Ideen zusammengetragen, die so angelegt sind, dass Sie Ihre alte Betonterrasse nicht erst entfernen müssen, sondern sie als Fundament benutzen können beziehungsweise die Betonterrasse so modifizieren, dass sie in einem neuen Bild erscheint. Das spart Zeit und natürlich auch Geld. Aber nun schon zur ersten Idee: Die einfachste Lösung, den Beton-Look zu verbergen, ist die Verlegung von Holzfliesen. Und um das Ganze noch etwas spannender zu gestalten, haben wir ein paar Inseln in Form von Blumenkästen, Wasserbecken und Sitzbank entworfen – alles ganz leicht zum Nachbauen! Sehen Sie selbst.

© SelbermachenAuch zum nachträglichen Einsetzen geeignet: Die Kästen wurden so bemessen, dass sie die Fläche von zwei Holzfliesen einnehmen. So können Sie jederzeit die Kästen versetzen und Ihre Terrasse entsprechend der Jahreszeiten umgestalten beziehungsweise im Winter ganz entfernen.

. . . alles schnell gebaut

Zur Herstellung eines Universalkastens benötigen Sie als Material: Vierkanthölzer der Dimension 3,5 x 3,5 cm, Bretter jeder Art mit Abmessungen von etwa 13 bis 16 cm, einen Konstruktionskleber, ein paar Schrauben, Kunststofffüße und etwas Farbe. Als Materialkosten sollten Sie etwa 25 Euro plus Farbe kalkulieren.

Stapelsystem:

© SelbermachenDie einzelnen Elemente sowie der Deckel werden lose übereinander gestapelt. So bleiben die Objekte stets variabel und lassen sich ohne große Mühen auf der Terrasse neu platzieren.

Den Kasten bauen

  1. Kiste mit Maßen© Selbermachen

    Kiste mit Maßen

    Dieser Konstruktion wurde ein Holzfliesenmaß von 60 x 60 cm zu Grunde gelegt. Wenn Sie andere Fliesenabmessungen verwenden, so sind die Maße entsprechend umzurechnen.
  2. Vierkanthölzer verleimen© Selbermachen

    Vierkanthölzer verleimen

    Mit einem Konstruktionskleber für den Außenbereich und zwei Schraubzwingen werden die Vierkanthölzer stumpf, also ohne jede weitere Verbindung, auf die Seitenbretter geleimt.
  3. Material verleimen© Selbermachen

    Material verleimen

    Die kurzen Seiten sowie das Mittelbrett erhalten zudem noch die Füße aus dem gleichen Holzvierkantmaterial aufgeleimt.
  4. Rohholz grundieren© Selbermachen

    Rohholz grundieren

    Ist der Konstruktionskleber abgebunden, wird das noch rohe Holz grundiert.
  5. Kasten anstreichen© Selbermachen

    Kasten anstreichen

    Nach dem Trocknen erhält der Kasten einen Anstrich mit außentauglichem Buntlack. Ist auch der Buntlack trocken, empfiehlt es sich, eine zweite Buntlackschicht aufzutragen, damit Ihnen das Objekt auch lange Freude bereitet. Dazu sollten vorher die gesamten Holzteile mit Schleifpapier der Körnung 180 kurz übergeschliffen werden. (Vorsicht, den Lack nicht durchschleifen!) Ebenso empfehlen wir, die Grenzen von dunkelrot und hellgrün beim Streichen mit Malerband abzukleben, um eine saubere Farbkante zu erzielen. Ist auch die zweite Buntlackschicht durchgetrocknet, was bei Kunstharzlacken durchaus zwei bis drei Tage dauern kann, werden die Kunststofffüßchen unter die Beine geschraubt. Legen Sie dazu das Füßchen auf, stecken Sie die Schraube hinein und markieren Sie den Sitz der Schraube, indem Sie der Schraube einen nicht zu kräftigen Schlag mit dem Hammer auf den Kopf verpassen. Nun alles wieder abnehmen und mit einem 2-mm-Holzbohrer das Schraubenloch vorbohren, damit Sie das Bein beim Eindrehen der Schraube nicht spalten. Anschließend befestigen Sie die Füße mit Schrauben.
  6. Bauteile verschrauben© Selbermachen

    Bauteile verschrauben

    Zuletzt werden die fünf Bauteile stumpf mit Holzschrauben zusammengeschraubt. Auch hier dürfen Sie das Vorbohren nicht vergessen! Die Schraubverbindungen werden von innen ausgeführt (siehe Bohrlöcher in Bild 5), damit die unschönen Schraubenköpfe von außen nicht zu sehen sind.

© SelbermachenTerrassen-Inseln

Mit den Inselideen lassen sich am schnellsten effektvolle Ergebnisse auf der heimischen Terrasse erzielen. Die einfachste Idee: Nehmen Sie eine Betonplatte hoch und verfüllen Sie das so entstandene Quadrat mit Granitsteinen. Dabei können Sie einheitliche Farbflächen ebenso verlegen wie interessante Muster. Es müssen aber nicht gleichförmige Granitsteine sein. Probieren Sie doch einmal, ein Bodenbild zu gestalten. Gießen Sie dazu das Quadrat mit Beton aus und verlegen Sie im nassen Material farbige Scherben, Muscheln oder Kieselsteine zu einem künstlerischen Objekt. Sie werden sehen, die Terrasse wirkt wie neu!

© SelbermachenMiniteich für Wasserpflanzen

Auch ein Miniteich oder ein kleines Refugium für Wasserpflanzen lassen sich prima aus den Stapelelementen und Kunststoffkästen herstellen. Kästen unterschiedlicher Art gibt’s als Pflanztröge oder als Stauraumkisten im Baumarkt oder im Pflanzencenter. Aber Achtung: UV-stabil und frostfest sollten sie schon sein! Damit alles perfekt passt, wird zunächst der Kunststoffkasten eingesetzt und dann die Mittelwand festgeschraubt.

© SelbermachenBepflanzte Inseln

Wer keine Pflanzkästen mag und Grünes lieber bodennah erleben möchte, der kann die Pflanzen auch direkt ins Erdreich setzen. Nehmen Sie die Betonplatten hoch, graben Sie den alten Verlegesand frei und füllen Sie das entstandene Loch wieder mit Muttererde auf, damit die Pflanzen wieder einen ordentlichen Nährboden bekommen. Die hier gezeigte Terrasse präsentiert, wie man eine bepflanzte Insellösung mit einem nachträglich verlegten Holzdeck kombinieren könnte.

© SelbermachenSandkiste

Sie möchten Ihre Kleinen beim Spielen im Blick haben? Entfernen Sie vier Betonplatten und setzen Sie an diese Stelle eine passgenau gearbeitete Sandkiste. Die Sandkiste wird aus gehobelten Brettern hergestellt, die in den Ecken mit Vierkanthölzern verschraubt sind. Das Sitzbrett wird ebenfalls verschraubt und kann zusätzlich noch mit Holzwinkeln stabilisiert werden.

Terrassen-Material

Wer alte Beton-Terrassenbeläge flink renovieren möchte, dem empfehlen wir, die vorhandenen Platten liegen zu lassen und den neuen Belag einfach oben drauf zu setzen. Das hat den Vorteil, dass man bereits das perfekte Fundament hat und zudem den Boden nicht wieder neu austarieren muss. Nur sollten Sie darauf achten, dass das Regenwasser weiterhin gut ablaufen kann. Als Unterkonstruktion nutzt man generell ein witterungsbeständiges Hartholz.

Der Grund: Die Unterkonstruktion hat einen direkteren Kontakt zum feuchten Boden als die Deckkonstruktion. Man darf also an der Unterkonstruktion nie sparen, denn sollte einmal das Deck erneuert werden, so kann durchaus die Unterkonstruktion bestehen bleiben! Sie denken jetzt, Hartholz sei schwierig zu bekommen? Ein ganz neues Material wird diesen Sommer die Baumärkte und die heimischen Terrassen erobern: Thermo-Buche. Das sehr harte Buchenholz wird thermisch so behandelt, dass es jeder Witterung standhält und ist damit eine super Alternative zu tropischen Harthölzern.

© SelbermachenPlatten

Industriell vorgefertigte Holzfliesen sind für jeden Heimwerker einfach zu handhaben. Sie werden in unterschiedlichen Abmessungen von 50 x 50 cm bis hin zu 90 x 90 cm oder sogar rechteckig in 60 x 120 cm angeboten. Als Unterkonstruktion verwenden Sie einfach Ihre alten Terrassenplatten, denn die Holzfliesen brauchen nicht zwangsläufig in der Fläche verschraubt werden. An den Kanten jedoch empfehlen wir ein rundherum umlaufendes Brett anzuschrauben, um der gesamten Terrasse Halt zu geben. Hersteller solcher Holzfliesen sind etwa: Aicher, Brügmann und Osmo.

Thermo-Buche

Blackwood oder Thermo-Buche ist thermisch behandeltes Buchenholz. Und zwar wird das Holz so mit Hitze und Wasserdampf behandelt, dass es zu einem Zellenkollaps kommt. Da nun die Zellen zerstört wurden, bietet das Holz keinen Nährboden mehr für zerstörerische Pilze und Bakterien. Die Folge: eine hohe Lebensdauer von über 20 Jahren. Das neuartige Produkt wird in verschiedenen Oberflächenstrukturen angeboten und ist in Deutschland bundesweit in den I&M-Baumärkten erhältlich. Wo genau, sagt Ihnen der Hersteller SPM, Telefon (0 46 62) 88 22-0

Klick-System

Mit dem Klick-Boden der Firma Sahm lassen sich Bodendielen ohne sichtbare Verschraubungen verlegen. Dazu werden die Kunststoff-Clips auf die Unterkonstruktion oder direkt auf die Fliesen oder den Estriche (für den Innenbereich, Sauna etc.) geschraubt und anschließend die Dielenbretter durch Drücken beziehungsweise leichtes Schlagen mit einem Gummihammer und Zulage eingeklickt. Die Dielenbretter sind jeweils etwa 118 cm lang und 14 cm breit, bei einer Dicke von 2,8 cm. Weitere Informationen gibt’s direkt beim Hersteller Sahm GmbH, Telefon (0 27 77) 60 61.

© SelbermachenStein auf Stein

Eine neue Schicht aus Bodenplatten in Stein oder Beton muss nicht immer im Sandbett verlegt werden. Auch dieser Belag lässt sich einfach und unkompliziert auf Ihre alte Betonterrasse legen. Dafür gibt es kleine runde Gummilager namens Plattenfix, die jeweils unter eine Kreuzfuge montagelos gelegt werden. Die Vorteile: 1. stets gleicher Fugenabstand der Platten untereinander, 2. Platten haben keinen direkten Kontakt zum Boden, so dass Regenwasser gut abfließen kann, 3. Platten können jederzeit einfach entfernt werden. Kaim, Telefon (0 93 82) 998 40.

Terrassen-Kanten

Nicht nur das Material des Terrassendecks selbst sollte genaustens ausgesucht werden. Auch die Terrasseneinfassung spielt eine wichtige optische Rolle. So können etwa Holzumrahmungen farbig abgesetzt werden oder die Steineinfassung in unterschiedlichsten Materialien (Klinker, Pflastersteine, Kiesel) ausgeführt sein. Doch gleich für welches Material Sie sich entscheiden, es sollte stets gewährleistet sein, dass das Regenwasser, das nunmal durch die Zwischenräume von Dielen oder Platten rinnt, immer gut ablaufen kann und es keine Stellen gibt, an denen es sich stauen kann.

Noch ein Tipp, wenn Sie ein Holzdeck mit einer Steinkante einfassen möchten: Ermitteln Sie vor den Holzarbeiten, wie hoch die Unterkonstruktion sein muss, damit Steinkante und Terrasse eine stolperfreie Ebene ergeben. Beispiel: Die gewünschte Steineinfassung ist 6,2 cm hoch (1 DF-Stein von 5,2 cm plus 1 cm Mörtel für die Befestigung) und die Holzdielen 2,8 cm. Dann muss die Unterkonstruktion 3,4 cm hoch sein, damit alles in einer Ebene liegt.

© SelbermachenSchritt 1:

Quer zur Unterkonstruktion, also mit dem Längsverlauf der Dielenbretter, werden die Abschlussbretter schlicht und einfach mit Holzschrauben in die Kanten geschraubt. Hierbei nicht das Vorbohren vergessen.

© SelbermachenSchritt 2:

Parallel zur Unterkonstruktion werden kurze Holzabschnitte als Distanzstücke aufgeschraubt. Das Distanzstück muss so groß sein, dass mindestens 5 mm Luft zwischen Dielen und Abschlussbrett bestehen.

© SelbermachenSchritt 3:

Die Steinkante aus Pflasterklinkern wird mit Mörtelbatzen auf die Betonplatten gesetzt. Rundum darf kein durchgehendes Betonbett entstehen, damit Regenwasser ungehindert ablaufen kann.

Artikel aus selber machen Ausgabe 06/2011. Jetzt abonnieren!
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