WPC-Terrassen verlegen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Pflegeleichtes Terrassendeck

WPC-Terrassen verlegen

Holzterrassen sind der Traum vieler Hausbesitzer, haben aber ihre Tücken: Holz vergraut, reißt, splittert und verwittert. Das alles gilt nicht für „WPC-Terrassen“ aus Holz-Kunststoff-Gemisch. Das Verlegen ist einfach, die Vorarbeiten auf alten Terrassen sind aber nicht zu unterschätzen.

 
Die WPC-Terrasse in ihrer vollen Pracht - und einfach verlegt! © Selbermachen
Die WPC-Terrasse in ihrer vollen Pracht - und einfach verlegt!

Sie werden gern Barfußdielen genannt, weil sie mit nackten Füßen sehr angenehm zu begehen sind und weil sie bestimmt nicht splittern: Die WPC-Dielen.

Terrasse vorher© Selbermachen

Ihr Geheimnis ist das Material. Statt wertvoller, oft tropischer Massivhölzer werden hier feinste Holzspäne mit einem Kunststoff gebunden und in Form gebracht. Auf Neudeutsch nennt man das Material „Wood- Plastic-Composite“ oder kurz „WPC“. Alle Hersteller dieser Dielen bieten stets ein komplettes System aus Dielen und Unterkonstruktion an.

Das macht die Neuanlage einer Terrasse relativ einfach. Man muss nur bei den Vorarbeiten penibel auf das richtige Gefälle vom Haus weg achten.

Hier wird nur gesteckt und geschraubt

Eine Menge Material liegt im Garten, wenn der Lieferant wieder weg ist. Neben den WPC-Dielen, den massiven Unterkonstruktionsleisten und Glattkantbrettern für den Terrassenabschluss liegen da vor allem jede Menge Schrauben und Dielenklammern.

WPC-Terrassen-Dielen© Selbermachen

Schwieriger wird es, wenn man die neue WPC-Terrasse auf eine alte, teils abgesackte Steinterrasse legen möchte. Wir haben das mit den neuen Bestwood-Dielen aus dem Hause Erfurt gewagt.

Vorweg: Das System ist ausgereift und funktioniert gut. Weniger gut funktioniert es, wenn man aus Zeit- oder Aufwandsgründen auf das Entfernen des alten Terrassenbelags verzichtet. Dann kann man keinen gleichmäßig planen Untergrund anlegen und muss jede Lunke im alten Belag ausgleichen.

Wir haben gleich noch einen draufgesetzt und die Terrasse auf Fußbodenniveau des angrenzenden Wohnzimmers angehoben. Da das WPC-Material deutlich elastischer ist als Massivholz, liegt die Unterkonstruktion auf einem relativ engmaschigen Raster aus Betonplatten.

Perfekt funktioniert haben die zugehörigen Betonschrauben, die die Unterkonstruktion ohne Dübel in den Platten verankern. Auch wenn man zwei volle Wochenenden Bauzeit planen sollte, am Ende erfüllt sich der Traum von einer Terrasse.

Montageanleitung WPC-Terrasse

  1. Skizze der WPC-TerrasseSkizze der WPC-Terrasse© Selbermachen

    Skizze der WPC-Terrasse

    Skizze der WPC-Terrasse
  2. Abdeckvlies verlegenAbdeckvlies verlegen© Selbermachen

    Abdeckvlies verlegen

    In den Fugen des alten Betonpflasters wächst Unkraut prima. Dagegen hilft ein wasserdurchlässiges Abdeckvlies aus dem Gartenbedarf.
  3. Abstand zwischen den AuflagenAbstand zwischen den Auflagen© Selbermachen

    Abstand zwischen den Auflagen

    Zwischen den Auflagen sollen maximal 45 cm Abstand sein. Wir haben zwischen den (selbst zugeschnittenen) Betonplatten 40 cm Platz gelassen
  4. Höhe ausgleichenHöhe ausgleichen© Selbermachen

    Höhe ausgleichen

    Wo die Höhe nicht reicht, wird mit einen Zentimeter dicken Gummi-Pads, die zum System gehören, ausgeglichen.
  5. Abstand der PlattenAbstand der Platten© Selbermachen

    Abstand der Platten

    Dort, wo die Unterkonstruktionslatten aneinanderstoßen, sollen sie einen Zentimeter Abstand haben. Das ist genau die Dicke eines Pads.
  6. Gefälle der UnterkonstruktionGefälle der Unterkonstruktion© Selbermachen

    Gefälle der Unterkonstruktion

    Während die Unterkonstruktion parallel zum Haus waagerecht sein soll, muss sie vom Haus weg ein Gefälle von zwei Prozent aufweisen.
  7. Auflageplatten verlegenAuflageplatten verlegen© Selbermachen

    Auflageplatten verlegen

    Wenn die beiden äußeren Unterkonstruktionen liegen, werden alle Auflageplatten im richtigen Abstand zueinander ausgelegt.
  8. Latten vorbohrenLatten vorbohren© Selbermachen

    Latten vorbohren

    Alle Unterkonstruktionslatten werden an ihren Endpunkten in den Betonplatten verankert. Dafür werden erst die Latten mit acht Millimeter Durchmesser vorgebohrt – am besten mit einem Akkubohrschrauber.
  9. Beton vorbohrenBeton vorbohren© Selbermachen

    Beton vorbohren

    Dann wird durch das Loch in der Latte der Beton vorgebohrt – hier empfiehlt sich ein Bohrhammer. Wenn dicht am Rand gebohrt wird, aber besser das Hammerwerk abschalten.
  10. Schraubloch ansenkenSchraubloch ansenken© Selbermachen

    Schraubloch ansenken

    Das Bohrmehr entfernen (Staubsauger) und mit einem Senker in einem zweiten Akkuschrauber das Schraubloch ansenken, sodass der Schraubenkopf bündig in der Latte verschwindet.
  11. Betonschraube eindrehenBetonschraube eindrehen© Selbermachen

    Betonschraube eindrehen

    Jetzt nur noch die Betonschraube eindrehen.
  12. Gummistreifen verklebenGummistreifen verkleben© Selbermachen

    Gummistreifen verkleben

    Auf die Unterkonstruktionslatten, auf denen die Dielenmitte liegt, werden selbstklebende Gummistreifen geklebt. Sie verhindern, dass die Dielen, bedingt durch Temperaturschwankungen, ins Rutschen kommen können.
  13. Laufrichtung der DieleLaufrichtung der Diele© Selbermachen

    Laufrichtung der Diele

    Beim Verlegen muss man auf die sogenannte Laufrichtung der Dielen achten. Nur dann hat man nachher ein einheitliches Oberflächenbild. Die Laufrichtung ist bei Bestwood durch einen Pfeil in der Seitennut der Dielen gekennzeichnet. Außerdem findet man die Laufrichtung auch auf dem Verpackungsetikett, sodass man schon beim Abladen die Dielen alle „richtig herum“ ablegen kann – das erleichtert dann das Verlegen.
  14. UnterkonstruktionsplattenUnterkonstruktionsplatten© Selbermachen

    Unterkonstruktionsplatten

    Wo die Dielen aneinanderstoßen, werden zwei Unterkonstruktionslatten mit mindestens zwei Zentimeter Abstand zueinander montiert. Die Enden der Dielen dürfen aber nie mehr als fünf Zentimeter über stehen.
  15. Dielen zuschneidenDielen zuschneiden© Selbermachen

    Dielen zuschneiden

    Fast unverzichtbar ist eine Kappsäge mit Zugfunktion, um die Dielen auf die gewünschte Länge zu bringen. Wer sie nicht hat, sollte sie sich im Werkzeugverleih mieten.
  16. Schnittkante anfasenSchnittkante anfasen© Selbermachen

    Schnittkante anfasen

    Nach dem Zuschneiden werden die Schnittkanten angefast. Die Fase sollte etwa 2x2 Millimeter groß sein.
  17. Dielenreihe legenDielenreihe legen© Selbermachen

    Dielenreihe legen

    Beim Legen der ersten zwei Dielenreihen helfen Schraubzwingen, die Dielen parallel zu halten.
  18. Dielen probeweise hinlegenDielen probeweise hinlegen© Selbermachen

    Dielen probeweise hinlegen

    Vorm Befestigen der Dielen legt man sie einmal zur Probe hin, um Abstände und Länge zu kontrollieren – noch kann man korrigieren.
  19. Befestigungselement vorbohrenBefestigungselement vorbohren© Selbermachen

    Befestigungselement vorbohren

    Jetzt braucht man mindestens zwei Akkuschrauber! Mit dem ersten wird durch das Befestigungselement vorgebohrt (ø 2 mm, 1 cm tief) ...
  20. Montageelement festschraubenMontageelement festschrauben© Selbermachen

    Montageelement festschrauben

    ... mit dem zweiten wird das Montageelement festgeschraubt – aber nur „handfest“, noch nicht endgültig angezogen (Torx 15 Bit).
  21. Montageelemente festziehenMontageelemente festziehen© Selbermachen

    Montageelemente festziehen

    Wenn eine Diele von beiden Seiten fixiert ist, werden die Montageelemente zwischen den beiden zuletzt verlegten Dielen festgezogen.
  22. Ausschnitte einzeichnenAusschnitte einzeichnen© Selbermachen

    Ausschnitte einzeichnen

    Ausschnitte, hier die Fensterlaibung, immer an Ort und Stelle anzeichnen.
  23. Schnittkante anfasenSchnittkante anfasen© Selbermachen

    Schnittkante anfasen

    Auch die Schnittkanten der Ausschnitte werden angefast.
  24. Aluprofil als AbschlussAluprofil als Abschluss© Selbermachen

    Aluprofil als Abschluss

    Der Anschluss ans Haus soll mit einem passenden Aluprofil einen sauberen Abschluss bekommen. Dabei steckt die Diele etwa zwei Zentimeter im Profil und bekommt eine Hinterfüllschnur aus Schaumstoff als „Bewegungspuffer“.
  25. Glattkantbretter vorbohrenGlattkantbretter vorbohren© Selbermachen

    Glattkantbretter vorbohren

    Seitlich werden Glattkantbretter mit 1-cm-Distanzstücken angeschraubt. Das Vlies dahinter hochziehen und wie bei den Dielen vorbohren.
  26. Bohrloch anreibenBohrloch anreiben© Selbermachen

    Bohrloch anreiben

    Das Bohrloch für die Senkkopfschraube anreiben und dann das Brett festschrauben.
  27. Überstehenden Vlies abschneidenÜberstehenden Vlies abschneiden© Selbermachen

    Überstehenden Vlies abschneiden

    Ganz zum Schluss wird das überstehende Vlies mit einem Cutter bündig abgeschnitten.
  1. Richtscheite mit SchraubzwingenRichtscheite mit Schraubzwingen© Selbermachen

    Richtscheite mit Schraubzwingen

    Schon für die Unterkonstruktion muss das Gefälle von zwei Prozent genau eingemessen werden. Hierfür gibt es oft keine ausreichend langen Richtscheite. Es geht aber genauso gut mit zwei Richtscheiten, die mit zwei leichten Schraubzwingen verbunden werden. Dort, wo sie sich überlappen, müssen sie an der Unterkante bündig aneinanderliegen.
  2. Abstandshalter: ZimmermannsbleistiftAbstandshalter: Zimmermannsbleistift© Selbermachen

    Abstandshalter: Zimmermannsbleistift

    Der Abstand zwischen zwei Dielen soll bei den Bestwood-Dielen mindestens 0,7 cm betragen. Wir haben immer unseren Zimmermannsbleistift mit knapp 1 cm Dicke dazwischengeklemmt.

Weitere Infos zu WPC

Was ist WPC? Die englische Abkürzung heißt schlicht „Wood-Plastic-Composites“, also Holz- Kunststoff-Verbund(werkstoffe). Dieses Material besteht überwiegend aus Holzfasern oder -mehl, die durch ein Polymer gebunden sind.

Die „Gütegemeinschaft Holzwerkstoffe e.V.“ hat ein strenges Prüfverfahren für WPC erarbeitet, dem sich alle namhaften deutschen Hersteller (auch Erfurt) unterwerfen.

So wird neben den physikalischen Eigenschaften (Formstabilität, Witterungsbeständigkeit oder Rutschfestigkeit) auch die Materialbeschaffung (Holz aus nachweislich nachhaltiger Forstwirtschaft, FSC- oder PEFC-zertifiziert, nur frische Kunststoffe, die Dielen recycelbar) vorgeschrieben und jährlich fremdkontrolliert.

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