Bäume richtig fällen | SELBER MACHEN Heimwerkermagazin
Bäume, Sägen

Bäume richtig fällen

Wer den "Sägen-Führerschein" in der Tasche hat und sich sein Brennholz aus dem Wald holen will, sollte gut ausgerüstet sein und die wichtigsten Regeln des Bäumefällens nochmals durchgehen.

 
Bäume für Brennholz fällen © Selbermachen
Bäume für Brennholz fällen

Mit Holz zu heizen ist nicht erst seit Ökosteuer und Ölpreisexplosion wieder stark im Kommen. Neben dem Effekt, günstig und zugleich umweltfreundlich zu heizen, spielt auch der allgemeine Trend zu mehr Naturnähe sicher eine Rolle. Jedenfalls bei all denen, die sich in einem oft zweitägigen Lehrgang an der Motorsäge ausbilden lassen.

Sie wollen in den Wald, um Bäume zu Brennholz zu machen, sich oft ungewohnt schwerer körperlicher Arbeit aussetzen, um ihr eigenes Feuerholz zu machen. Kaufen kann ja jeder!

Schon die Anfangsinvestitionen in eine vernünftige Motorsäge, Helm, Schnittschutzkleidung und die wichtigsten Werkzeuge wie Sappie, Fällheber und Spaltaxt können schnell die 1000-Euro-Grenze erreichen. Da muss man schon wild entschlossen sein, regelmäßig im Herbst sein Brennholz selbst zu werben, wie der Profi es nennt.

Mit dem Lehrgang im Rücken und dem "Sägen-Führerschein" in der Tasche bewirbt man sich spätestens Anfang Oktober bei seiner zuständigen Försterei um einen Selbstwerbeschein, der einen berechtigt, in einem bestimmten Waldabschnitt sein Brennholz zu machen.

Welche Bäume man klein machen darf, sagt einem der Förster. Meist sind sie bereits durch professionelle Waldarbeiter gefällt worden, denn das ist der gefährlichere Teil des Selbstwerbens und kann auch an anderen Bäumen zu großen Schäden führen, was auch den nettesten Förster humorlos werden lässt. Aber die Mühe im Wald wird mit günstigem Brennholz belohnt, auf das man auch ein bisschen stolz sein darf.

Schutzausrüstung zum Bäumefällen

  1. Schutzhelm© Selbermachen

    Schutzhelm

    Der Helm schützt vor herabfallenden Ästen, das Visier vor Spänen und Splittern, der Gehörschutz vor Lärm.
  2. Sicherer Halt an der Säge© Selbermachen

    Sicherer Halt an der Säge

    Handschuhe sollten gut passen und rutschhemmend sein. Nur dann geben sie sicheren Halt an der Säge.
  3. Sicherer Halt an der Säge© Selbermachen

    Sicherer Halt an der Säge

    Schnittschutzschuhe und -hose bringen durch spezielle Fadeneinlagen die Säge bei Kontakt schnell zum Stehen.
  4. STIHL Tasche© Selbermachen

    STIHL Tasche

    Erste-Hilfe-Set hilft bei kleinen Verletzungen mit Desinfektionsspray und Pflaster.
  5. Mobiltelefon© Selbermachen

    Mobiltelefon

    Ein betriebsbereites Mobiltelefon ist die einzige Möglichkeit, im Notfall schnell Hilfe von außen zu bekommen.

Bäume richtig fällen: Material

  1. Spaltaxt© Selbermachen

    Spaltaxt

    Mit einer scharfen Spaltaxt lassen sich selbst Meterstücke schon vor Ort in Scheite teilen.
  2. Reißmaß© Selbermachen

    Reißmaß

    Mit dem Reißmaß werden schnell und einfach Meterabschnitte auf Baumstämmen markiert.
  3. Sapple© Selbermachen

    Sapple

    Der Sappie ist fast ein Universalwerkzeug, wenn es um Drehen, Wenden und Abheben von Baumabschnitten geht.
  4. Packzange© Selbermachen

    Packzange

    Mit der Packzange lassen sich dicke Äste und dünne Stammabschnitte bequem und rückenschonend tragen.
  5. Fällheber© Selbermachen

    Fällheber

    Der Fällheber dient zum Umhebeln dünner Bäume. Mit dem Wendehaken lassen sich Stämme drehen.
  6. Bandmaß© Selbermachen

    Bandmaß

    Das Bandmaß hat einen Dorn am Anfang, der sich ins Holz stecken lässt, wenn man allein messen muss.
  7. Sägekette© Selbermachen

    Sägekette

    Beim Kauf einer Sägekette kommt es auf die Teilung und die Anzahl der Zähne (=Länge) an. Auch die Dicke der Treibglieder, die mit der Nutbreite der Schiene übereinstimmen müssen, ist wichtig. Die Wahl der richtigen Sägekette wird vom Einsatz und von der Schiene bestimmt. Bsp.1 Sägekette mit 3/8-Zoll-Teilung für grobe Forstarbeiten
  8. Hartmetallbestückte Sägekette© Selbermachen

    Hartmetallbestückte Sägekette

    Bsp.2 Hartmetallbestückte Sägekette „Picco Duro“. Sie hat eine bis zu viermal höhere Standzeit, kann aber nur vom Profi nachgeschärft werden.

Bäume kippen

  1. Fällheber© Selbermachen

    Fällheber

    Kleine und dünne Bäume werden zwar genauso gefällt wie große Bäume, nur dass auf Tauchschnitte und Keile verzichtet wird. Hier kommt ein Fällheber zum Einsatz, der in den Fällschnitt gesteckt wird. Dann: Mit geradem Rücken anheben.
  2. Fällheber© Selbermachen

    Fällheber

    Wenn sich der Baum neigt, aus den Armen heraus weiterhebeln.
  3. Fällheber© Selbermachen

    Fällheber

    Zum Schluss mit dem ganzen Körper den Fällheber nach vorn drücken, bis der Baum anfängt von selbst zu fallen, und dann schnell zurückweichen.

Der Baum fällt

  1. Sicherheitsschritt© Selbermachen

    Sicherheitsschritt

    Wer sein Brennholz aus dem Wald holt und dafür selbst Bäume fällen darf, sollte sich mit Durchmessern bis rund 40 cm zufriedengeben. Dafür reicht eine übliche Sägenschienenlänge von 35 bis 40 cm bequem aus. Und so geht man vor: Wenn man den Fällkerb mit einem Dachwinkel von 45 bis 60° gesägt hat, stellt man sich breitbeinig vor den Baum und peilt durch die Beine mit den Zeigefingern den Fällkerb an
  2. Ausfallschritt© Selbermachen

    Ausfallschritt

    Jetzt mit gestreckten Armen aufrichten, und man sieht, wo der Baum hinfallen wird.
  3. Kettensäge mit Sägeschiene© Selbermachen

    Kettensäge mit Sägeschiene

    Komfortabel ist ein aufsteckbarer Laser („Laser 2-in-1“ von Stihl), der die Richtung zeigt, während die Sägeschiene ganz hinten im Schnitt für die Fällkerbsohle steckt.
  4. Baum fällen© Selbermachen

    Baum fällen

    Nach dem Fällkerb die seitlichen Wurzelanläufe weg-, dann den Fällschnitt einsägen. Keile helfen gegen Einklemmen der Schiene.
  5. Baum sägen© Selbermachen

    Baum sägen

    Wer Sägeroutine hat, kann mit dem unteren Viertel (!) der Schienenspitze seitlich einen Tauchschnitt durch den Stamm sägen. So bleibt ein „Halteband“ stehen, das erst zum Schluss durchgesägt wird – der Baum fällt ganz kontrolliert.

Know-how rund ums Bäumefällen

Immer auf Nummer Sicher!

© Gefahrenbereich Der Gefahrenbereich um den fallenden Baum beträgt mindestens die doppelte Baumlänge. Hier darf sich während der Arbeit niemand aufhalten. Fällt der Baum, im 45°-Winkel vom Baum zurückweichen – die Fläche vorher frei räumen, damit man nicht stolpert. Ein zweiter Mann sollte immer in Rufweite, aber außerhalb des Gefahrenbereichs sein.

Die „Baumsprache“

© Baumzeichnung Kaum ein Baum wächst schnurgerade in die Höhe. Steht er am Hang, oder hat er zu einer Seite Übergewicht durch einen schräg gewachsenen Stamm oder eine überhängende Krone? Das muss man einkalkulieren, um die Fallrichtung zu bestimmen, sodass der Baum frei fallen kann. Der Bereich, in den der Baum fallen wird, sollte frei sein.

© Anleitung In jedem Fall sollte man als ungeübter Gelegenheits-Baumfäller vermeiden, dass der Baum in der Krone eines Nachbarbaums hängen bleibt. Genauso ungünstig ist es, wenn der Baum so landet, dass der Stamm unter Spannung liegt.
 

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