Gartenpflege

Ein Ratgeber zum Heckenschnitt

Hecken sind ein idealer Sichtschutz, um die Privatsphäre im eigenen Garten zu bewahren - sie schaffen einen Ort zum Zurückziehen. Allerdings können Hecken auch als dekorative Elemente eingesetzt werden, um dem Garten eine Symmetrie zu verleihen. Sie haben also nicht nur einen funktionalen, sondern auch einen ästhetischen Charakter. Damit die Schönheit der Hecke auf Dauer erhalten bleibt, muss sie regelmäßig geschnitten werden. Häufige Fehler werden beim Schnitt gemacht, denn jede Art benötigt eine andere Technik.

 
Gartenpflege: Ein Ratgeber zum Heckenschnitt © Fotolia
Gartenpflege: Ein Ratgeber zum Heckenschnitt

Gartenbesitzer sollten darauf achten, ihre Hecke nicht zwischen März und September zu verjüngen. "Hecken und Bäume sind geschützte Lebensräume für viele Tiere.", informiert der NABU Niedersachsen. In diesen Monaten suchen viele Singvögel einen Brutplatz. Hecken liefern die optimale Nistgelegenheit für Vögel, da sie den größtmöglichen Schutz bieten. Die Hecke sollte also vor dem Einsetzen der Brutzeit verjüngt werden.

Formschnitte wiederum sind auch während dieser Zeit erlaubt. Sie verhindern einen übermäßigen Zuwachs der Hecke. Der Formschnitt sollte spätestens im August durchgeführt werden - ein späterer Schnitt birgt das Risiko, dass neu austreibende Knospen bis zum Wintereinbruch nicht ausreifen, da der Frost zu einer Schädigung des Austriebs führt.

Blühhecken hingegen sollten erst im späten Frühjahr beschnitten werden, da sonst die Blüten entfernt werden. Voraussetzung für jeden Heckenschnitt ist allerdings eine scharfe Heckenschere, damit die Zweige sauber geschnitten und nicht gerissen werden. Dafür benötigt es je nach Anwendungsgebiet die richtige Heckenscherenart, für die es eine Typenübersicht auf www.heckenschere.de gibt.
 

Grundlagen des Heckenschnitts

  • Hecken müssen an der Basis breiter sein, als an der Spitze
  • Ecken sollten abgerundet werden
  • Eine Schnur kann als Hilfe genutzt werden, damit der Schnitt gerade wird
  • Hecken nur bei bedecktem Wetter schneiden, damit junge Triebe und Blätter nicht verbrennen

Es ist wichtig, dass die Hecke auch im Inneren genügend Licht bekommen. Dadurch können sich die Hecken von Innen heraus verdünnen. Der trapezförmige Schnitt dient dazu, dass das Licht besser in die unteren Bereiche eindringen kann. Wird dieser Aspekt nicht beachtet, kann es zu einem spärlichen Wuchs kommen. Die Hecken verkahlen und das Risiko des Absterbens besteht.
 

Formschnitt

Beim Formschnitt werden nur die Äste herausgenommen, die die Hecke aus der Form gebracht haben. Solche Austriebe können je nach Art bis zu 50 cm lang werden. Werden diese Triebe nicht entfernt, so steckt die Pflanze ihre Energie in die weitere Ausbildung der Triebe, wodurch sie an anderer Stelle sparen muss. Eine mögliche Folge ist die Verkahlung der Hecke.

Formschnitte dienen also nicht nur der Verschönerung, sondern auch der Verdichtung. Austriebe können mehrmals im Jahr, aber noch vor Ende August, abgeschnitten werden. Der Formschnitt kann bei allen Heckenarten angewendet werden.
 

Verjüngungsschnitt

Der Verjüngungsschnitt dient dazu, alte und kräftige Äste zum großen Teil zu entfernen. Dabei werden kranke oder abgestorbene Pflanzenteile entnommen, sodass sich die Hecke regenerieren kann. Wichtig ist hierbei, dass einige alte Äste und junge Triebe stehen bleiben. Für den Verjüngungsschnitt eignen sich Arten, die robuste Eigenschaften mit einem hohen Austriebsvermögen besitzen.

Dazu zählen viele Frühjahrsblüher, darunter der Spierstrauch, die Forsythie und die Deutzie. Alle Sommerblüher vertragen ebenfalls einen radikalen Schnitt. Auch immergrüne Sträucher können so beschnitten werden. Vorsicht ist jedoch bei der Cotoneaster geboten. Alle Nadelgehölze, bis auf die Eibe, sind nicht für den Verjüngungsschnitt geeignet. Schnittfehler bei Nadelgehölzen sind über lange Zeit sichtbar, da sich diese Pflanzen nur langsam erholen.
 

Auslichtungsschnitt

Beim Auslichtungsschnitt werden nur wenige Triebe aus der Hecke entfernt. Diese Schnitttechnik ist dann sinnvoll, wenn die Hecke im Inneren verkahlt. Wenn große Äste herausgenommen werden, bekommen die jungen Triebe wieder genügend Licht. Die Hecke kann sich dann optimal verdichten.

Der Schnitt wird hauptsächlich bei Laubgehölzen angewendet. Die Pflanze behält ihre Wuchskraft und bildet nach dem Schnitt zahlreiche neue Triebe und Blüten aus.
 

7 Tipps für den perfekten Heckenschnitt

  • Wählen Sie die richtige Heckenschere für das zu schneidende Material. So reicht etwa für frisches Grün schon eine kleine Heckenschere für einen leichten Trimmschnitt aus. Eine größere Variante sollten Sie für einen Rückschnitt nehmen.
  • Schneiden Sie je nach Art der Hecke von unten oder auch von oben nach unten. Um ergonomisch arbeiten zu können, empfiehlt sich für Arbeiten bis maximal zur Kopfhöhe eine normale Heckenschere.
  • Bei tiefen und höheren Heckenschnitt-Arbeiten sollten Sie eine ausklappbare Variante oder ein Modell zum Teleskopieren verwenden.
  • Um eine dichte Hecke zu bekommen, sollten Sie mindestens zwei bis dreimal im Jahr einen Trimmschnitt durchführen, damit sich viele Verzweigungen bilden.
  • Grundsätzlich gilt: Schneiden Sie nicht zu nass und nicht zu heiß. Ein leicht bewölkter Tag ist für Mensch und Flora ideal. Dabei sollten Sie immer die Setz- und Brutzeiten der Vögel beachten (hier gibt es kommunale Unterschiede).
  • Der Heckenschnitt sollte nach der Blüte erfolgen. Dabei ist zu beachten, dass manche Arten ein zweites Mal blühen. Vor dem ersten Austrieb im Spätwinter gilt ebenfalls als guter Zeitpunkt für einen Schnitt.
  • Bei benzinbetriebenen Heckenscheren ist ein Gehörschutz Pflicht, eine Schutzbrille ebenso. Des Weiteren gehören leichte Arbeitshandschuhe sowie gegebenenfalls Stahlkappenschuhe und eine lange Arbeitshose zur Ausstattung.
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