Sonnenschutz

Sonnensegel nach Maß - selber bauen und befestigen

Auf der Terrasse, im Garten oder am Strand - Schutz vor der Sonne braucht man im Sommer beinahe überall. Mit einem Sonnensegel ist man bestens ausgerüstet: Flexibel kann man es beinahe überall befestigen und sie werfen ihren Schatten oft variabler und preiswerter als manche Markise. Wie Sie ein Sonnensegel nach Maß selbst anfertigen und obendrein fachgerecht befestigen? Lesen Sie selbst!

 
Sonnensegel über Terrasse © Christian Bordes
Ein Sonnensegel über der Terrasse bietet auch im Sommer Schutz für der Sonne

Sonnensegel haben den besonderen Charme des Unregelmäßigen: Sie erinnern eher an einen Zelturlaub als an eine Erweiterung des Wohnraums, wie es eine Markise leicht tut. Sonnensegel sind flexibel in ihrer Form und ihren Einsatzmöglichkeiten. Ob mit ein paar Haltepunkten am Haus fixiert und mit zusätzlichen Stangen im Garten gespannt, wie bei unseren Beispielen weiter unten, oder als mobiler Wetterschutz fürs Picknick mit Freunden: Sonnensegel sind praktisch und vorallem verhältnismäßig günstig in Baumärkten zu erstehen. Wer ein Sonnensegel ganz nach seinen Wünschen gestalten möchte, der kann es aus speziellem Kunststoffgewebe (im online Handel erhältlich) herstellen lassen - oder selbst nähen.

Das richtige Sonnensegel-Material: UV-Schutz, wind- und wasserabweisend?

Bei Sonnensegel-Stoffen unterscheidet man offenporige und geschlossen-porige. Erstere lassen immer etwas Sonne durch. Der UV-Schutz hängt also allein vom Grad der Schattierung ab. Dieser wiederum ist abhängig von Stoffdicke und Färbung: bei dunklen Stoffen ist die Schattierung höher als bei hellen.

Neben offenporigen Stoffen werden auch Sonnensegel-Stoffe mit extra UV-Filter angeboten. Dabei handelt es sich meist um geschlossen porige Materialien und bieten unabhängig von der Färbung extra Schutz vor UV-Strahlung. Ob ein extra Sonnenschutz vorhanden ist, erkennt man an der Zertifizierung: Ausgewiesen werden muss der UV-Schutz nach dem UV-Standard 801 und wird als Lichtschutzfaktor UPF (Ultraviolet Protection Factor) angegeben. Der UPF gibt ein Vielfaches der ungeschützt schadlosen Verweildauer in der Sonne an (5 Minuten). Beispiel: Bei einem UPF von 50 können Sie 5 Minuten x 50 (4 Stunden und 10 Minuten) in der Sonnen verweilen, ohne dass Sie ihre Haut zusätzlich schützen müssen.

Geschlossen porige Sonnensegel sind regenfest, ihre geschlossene Struktur lässt Wasser nicht passieren. Diese extra versiegelten Sonnensegel bieten daher auch bei schlechtem Wetter guten Schutz. Im Gegensatz dazu sind offenporige Stoffe nicht wind- oder regendicht. Das hat den Vorteil, dass ein Teil der Luft durch das Gewebe dringen kann, und sich daher nicht so schnell ein Hitzestau bildet. Bei geschlossenen Segeln kann das schon passieren, da die erhitzte Luft sich unter dem Segel staut und nicht durch das Material entweichen kann. Daher bieten offenporige Sonnensegel bei großer Hitze meist einen besseren Komfort.
 

So fertigen Sie ein maßgeschneidertes Sonnensegel

Sonnensegel zuschneiden
1. Sonnensegel zuschneiden: Dreiecksegel legen sich beim Spannen schnell mal in Falten. Eine so genannte Hohle, die beim Zuschnitt in die Kante eingearbeitet wird, verhindert das. Die Hohle ist ein Bogen, der pro Meter Kantenlänge etwa vier Zentimeter ins Segel hineinragt.
 
 
 

2. Sonnensegel einfassen: Ein Gurtband sorgt für Stabilität. Zum Nähen des Gewebes und als Ausreißschutz muss im Saum ein Gurtband mit der umgeschlagenen Außenkante vernäht, wieder umgeschlagen und nochmals vernäht werden.
 
 
 
 
 
 
 
3. Befestigungsschlaufen einnähen: Eine Schlaufe zum Segelspannen entsteht aus dem umlaufend eingenähten Gurtband, wenn es an den Ecken locker umgelegt wird. So verteilt das Gurtband, das es in 2,5 und 5 cm Breite gibt, den Zug gleichmäßig auf die beiden anschließenden Kanten und verhindert, zumindest bei gleichmäßigen Segelformen, Faltenbildung. Für große Sonnensegel ab ungefähr 20 qm Fläche sollten auf jeden Fall breite Gurte eingenäht werden.

4. Ösen anbringen: Ösen zum Einhaken der Spannseile gibt es in Warenhäusern und Baumärkten zum Selbstverarbeiten. Damit sie halten, wird 5 cm breites Gurtband genommen und auch an den Eckeneingenäht. So lassen sich auch unregelmäßige Sonnensegelformen perfekt verspannen.

 

Die richtige Sonnensegel-Form

Sonnensegel gibt es in verschiedensten Formen. Allen gemein ist die konkave Einwölbung (Hohle) der Segelseiten. Diese spezielle Form gibt Sonnensegeln nicht nur ein dynamisches Aussehen, sondern ermöglicht ein festes und faltenfreies Aufspannen des Sonnensegels.

Ob Dreieck, Viereck oder Vieleck, die Form des Sonnensegels ist von den Befestigungsmöglichkeiten und der Form des gewünschten Schattens abhängig:

  • Sonnensegel mit Dreieck-Form haben den Vorteil, dass man nur drei Punkte zur Befestigung benötigt. Dreieckige Sonnensegel bieten zudem Wind und Wetter weniger Widerstand als viereckige Varianten. Dreiecks-Sonnensegel haben den Nachteil, dass ihr Schatten relativ klein ist, für einen größeren Schatten kann man jedoch mehrere Dreiecke miteinander kombinieren. Besonders für ein Hauseck mit rechtwinklig stehenden Wänden eignet sich ein Dreiecks-Tuch perfekt für eine gemütliche Sitzecke.
  • Vierecks-Sonnensegel werfen im Gegensatz zu dreieckeigen Sonnensegel relativ große Schatten. Die Abspannung, besonders bei großen Segeln, ist relativ komplex: Es dürfen sich keine Falten bilden, zudem muss das Segel leicht geneigt sein, damit Regenwasser ungehindert abfließen kann. Soll das Sonnensegel an einer geraden Hauswand aufgespannt werden, ist idealerweise eine Seite des Segels nicht konkav sondern gerade, damit das Segel zur Wand hin abschließen kann.
  • Trapezförmige Sonnensegel haben den Vorteil, dass zwei Ecken näher beieinander liegen, als bei einem rechtwinkligen Viereck. Das ist praktisch, wenn man relativ wenig Platz hat um das Segel zu befestigen (z.b. nur eine schmale Gartenhauswand) und die Befestigungspunkte nahe nebeneinanderliegen müssen.

Sonnensegel-Aufbau:

Wie man ein Sonnensegel aufspannt, hängt meist davon ab, wieviel Platz Sie zum Befestigen des Sonnensegels Sie haben. Dass ein Sonnensegel nicht immer horizontal aufgespannt werden muss, sieht man an diesen Beispielen:

1. Windschutz über Eck
Ein langer Pfosten aus Gartenholz und zwei dreieckige Segel daran: So schaffen Sie sich ein windgeschütztes Terrassendeck. Die äußeren Ecken der Segel werden einfach mit Heringen im Boden verspannt. Wichtig bei allen hier gezeigten Konstruktionen sind stabile Ösen, die in den Stoff geschlagen werden. Für große Ösen benutzt man einen Ösenstanzer, für die Löcher ein Locheisen. Kleine, rostfreie Ösen bekommen sie in der Kurzwarenabteilung, und zwar gleich als Set komplett mit dem Loch- und Einschlagwerkzeug.

2. Schatten für die Sandkiste
Kinder müssen ganz besonders vor Sonnenbrand geschützt werden. Das dreieckige Segel deckt zwar nur einen Teil der Sandkiste ab, aber sobald die Sonne herumwandert, lässt sich das Tuch auf die andere Seite umschlagen. Bei der Befestigung eines Segeltuchs am Hering haben Sie zwei Möglichkeiten: Besonders einfach geht es mit einem Gummiring, der als Schlaufe durch die Öse gezogen und am Hering eingehakt wird. Oder Sie benutzen eine Nylonschnur mit einem Dreiloch-Schnurspanner vom Zeltbedarf.

3. Sonnensegel für die Terrasse
Zu viel Sonne auf der Terrasse? Die neugierigen Blicke Ihrer Nachbarn stören Sie? Ein Segel an der Terrasse kann gleichzeitig als Wind-, Sonnen und Sichtschutz dienen. Wird es mit einem Haken am Dach beziehungsweise am Sparren befestigt, können Sie es mit wenigen Handgriffen umsetzen. Ein Stab im Hohlsaum macht das Segel in sich stabiler.
 

 

4. Ein Sonnenschutz-Zelt

Ein rechteckiges Segel wird über eine Schnur gespannt, die von zwei Zeltstangen hochgehalten wird. Die Ecken werden mit einfachen Zeltheringen und -spanngummis am Boden befestigt. Unter diesem luftigen Dach bleiben Sie garantiert für sich.
 
 
 
 
 
Wer ein angestammtes Ruheplätzchen im Garten und auch feste Erholungszeiten hat, sucht Schutz vor der Sonne aus einer bestimmten Richtung. Schön ist ein quadratisches Segel für den ganzen Sommer, das sich, an vier Pfosten gehängt, diagonal zu einem Karo dehnt.
 
 
Frei gespannte Sonnensegel
Nicht nur die Terrasse am Haus lässt sich mit einem Sonnensegel in den Schatten stellen, auch die Sitzecke im Garten oder der Liegeplatz auf dem Rasen kann auf diese Weise zur angenehm kühlen Oase werden. Im Gegensatz zu Markisen oder anderen Beschattungssystemen, die immer eine Verankerung in der Hauswand brauchen oder nur kleine Schattenflächen bieten (Schirme), spannen Sie die Segel einfach über zwei oder mehr Aufstellmasten. Je nach Form des Segels wird das Ganze zusätzlich zum Wind-und Sichtschutz.

 

Sonnensegel befestigen

Wind und Wetter können kräftig am Sonnensegel zerren. Daher kommt es bei der Verankerung am Haus aber auch bei freistehenden Systemen auf gute Technik an. So fängt ein Federsystem (Baumarkt) bereits einige Kräfte ab, die sonst direkt auf die Verankerung wirken. Ein Karabinerhaken dient als Bindeglied zwischen Segeltuchöse und Wandhalterung. So lässt sich das Segeltuch auch schnell von der Wand lösen. Karabinerhaken sind nicht nur praktisch, wenn ein Gewitter aufzieht, sondern auch, wenn Sie mit dem Sonnensegel mal schnell in die freie Natur umziehen wollen.

Dieses System funktioniert mit einer Druckfeder. Man kann auch eine Zugfeder verwenden.
Die zwischengespannte Feder verhindert, dass das Sonnensegel bei Windböen reißt.

Freistehende Sonnensegel kann man an Bäumen oder über Stangen befestigen. Dabei ist es wichtig, dass man ausreichen stabile Bäume/Äste auswählt. Sollen extra Stangen oder Holzpfosten im Erdreich befestigt werden, dann muss auch hier auf eine stabile Verankerung geachtet werden. Ein Metallpfosten mit Gegenzugseil in einer Bodenhülse hält das Segel auf der anderen Seite. Ein Holzpfosten in einer Einschlaghülse kann ebenfalls zur Befestigung dienen.

 
Sie sind auf der Suche nach weiteren Ideen zu Sonnenschutz im Garten? Dieser Stoffpavillon bietet guten Schutz vor Sonne, Wind und neugierigen Blicken der Nachbarn - und ist in nur einer Stunde aufgebaut!

Illustrationen: Straszburger, Bilder: Bordes, Holz, Stange
 

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