Baustellenradios

Im Test: sechs Baustellenradios

Robuste Radios für Selbermacher sorgen bei der Arbeit für einen coolen Klangteppich. Auf großen Bauprojekten oder bei der nächsten Party mit den Kumpels drehen sie richtig auf und bringen satte Sounds. Wir haben sechs aktuelle Modelle getestet – wichtig war uns ein robuster Fallschutz!

 
In jedem Fall Musik - Baustellenradio © Selbermachen
In jedem Fall Musik - Baustellenradio

Wenn die Moderatoren des Lieblingssenders morgens ihre gute Laune verbreiten, kann der Arbeitstag in der Werkstatt nicht früh genug beginnen. Auch beim Bau des neuen Gartengeräte-Schuppens oder eines Schwimmteichs geht mit Musik alles besser. Spätestens wenn man abends nach der Arbeit die Bässe aufdreht und den Bierkasten rausholt, kommt mit den Freunden, die geholfen haben, richtige Partystimmung auf.

Als Entscheidungshilfe für Ihren Wunschzettel haben wir von SELBER MACHEN für Sie sechs Baustellenradios in unserem Prüfinstitut PZT getestet. Entscheidend ist nämlich neben den inneren Werten wie Tonqualität und Handhabung auch die robuste Schale des Geräts. Schließlich kann es beim Arbeiten manchmal hoch hergehen: Man zieht am Kabel der Stichsäge, um die Spanplatte ganz hinten durchzusägen, dabei kommt die Kabeltrommel in Schwung und zieht prompt das Radio mit von der Werkbank.

Beim Hantieren mit langen Brettern oder Dachlatten an der Tischkreissäge „fegt“ man mit den Enden gern einmal über die Böden des Wandregals und stößt dabei alles in die Tiefe. Von einem Regenschauer auf der Außenbaustelle ganz abgesehen. Oder der Belastung in der Werkstatt durch feine Stäube vom Sägen und Schleifen ganz zu schweigen. Baustellenradios müssen in ihrem Leben also einiges ertragen und richtig robust sein!

Im Test haben wir die Geräte aus 50 und 80 cm Höhe auf Beton fallen lassen, haben geschaut, wie kippstabil sie sind und wie sich der Schutz bei Beschädigung im Netzbetrieb verhält. Fast alle Kandidaten haben hier gute Noten von 2,0 oder 2,1. Die Geräte von Clatronic und Reflexion schnitten allerdings mit 4,1 beziehungsweise 4,5 weniger gut ab.

Auch bei der Handhabung zeigten sich Schwierigkeiten: Die Sender waren nur mangelhaft einzustellen, den Sendersuchlauf suchte man vergebens. Auch die Lesbarkeit des Anzeigenfelds war nur ausreichend. Bei den anderen vier Testkandidaten wie DeWalt, Makita, Metabo und PerfectPro war sie dagegen gut bis sehr gut.

Noch auffälliger sind die Werte beim Testblock Tonqualität. Aus Punkten wie Empfangsempfindlichkeit, maximaler Lautstärke und subjektiv wahrgenommener Klangqualität ergibt sich für die meisten Radios eine gute Note. Clatronic und Reflexion erreichen nur ein Befriedigend. Das ist sicherlich den günstigen Herstellungskosten geschuldet: Die Geräte kosten zwischen 50 und 60 Euro, also ungefähr ein Fünftel des teuersten Geräts im Test.

Im Internet auf Suchmaschinen wie www.guenstiger.de oder www.idealo.de kann man die Geräte bisweilen sogar zur Hälfte des regulären Ladenpreises erstehen. Wir empfehlen jedoch lieber Geräte, mit denen Sie lange Freude haben. Daher ist das Radio von Makita der Testsieger geworden. Qualität hat ihren Preis, der aber nicht hoch sein muss – wie unser Beispiel zeigt.

Der Sieger bietet bei Ausstattung und Funktion Positives wie Akkubetrieb oder Senderspeicherplätze im UKW- und MW-Bereich. Über den Suchlauf lassen sich leicht die Lieblingssender finden und auf die je fünf Speicherplätze festlegen. Die nächstbesser bewerteten Geräte von DeWalt und Metabo bieten sogar noch mehr Komfort: AC-Ausgänge, also Steckdosen für den Anschluss von Elektrowerkzeugen, oder eine digitale Frequenzanzeige.

Besonders praktisch ist ein integriertes Akku-Ladegerät. Ist die Power bei Stichsäge oder Bohrschrauber aus der gleichen Produktfamilie alle, kann man den Akku während des Netzbetriebs fix wieder aufladen. Des Weiteren bieten DeWalt und Metabo noch ein prima Extra: Über den Gleichspannungsausgang lassen sich MP3- Player oder das iPhone anschließen und wieder aufladen. Ob Klassik oder Discohit – dem Musikgenuss steht nichts mehr im Weg.

Geht nicht auch das alte Küchenradio?

Praktisch veranlagte Menschen recyceln sicher einfach das ausgediente Küchenradio oder die alte Musikanlage, weil stattdessen MP3-Player oder iPhone und die Docking-Station mit klangstarkem Lautsprecher den Sound im Wohnzimmer bringen. Doch die alten Geräte sind häufig nicht lautstark genug, um gegen die Arbeitsgeräusche beim Sägen und Schleifen anzukommen.

Und natürlich hat die Wiederverwertung der Altgeräte einen entscheidenden Nachteil: Sie kommen mit den Mengen an Schmutz, Schleifstaub und feinen Spänen nur schlecht zurecht. Tasten und Regler setzen sich zu, und die Bedienfähigkeit leidet. Spezielle Baustellenradios – auch als Worksite Radios angebo ten – sind da viel härter im Nehmen. Die meisten sind speziell staub geschützt, und auch Spritzwasser kann ihnen nichts anhaben.

So ist also auch ein kleiner Regenschauer beim Aufstellen eines neuen Gartenhauses oder der Grillparty mit Freunden kein Problem. Richtig interessant wird es aber beim Thema Robustheit: Gute Baustellenradios verkraften auch einen kräftigen Aufprall auf dem Betonboden in der Werkstatt ohne Gehirnerschütterung. Umlaufende Tragegriffe und gummierte Außenkanten sorgen für effektiven Schutz.

Und nicht zuletzt bieten einzelne Geräte praktische Gimmicks, die dem Selbermacher das Werkstattleben erleichtern: externe Steckdosen, Aufladung von Akkus innerhalb der Marken familie und eine Weckfunktion, um auf keinen Fall den Sonntagsbraten zu verpassen.

SELBER MACHEN-Test

Clatronic „BR816“© SelbermachenClatronic „BR816“

Preis 59,95 Euro

Positiv:
UKW- und MW-Radio. Batterie- und Netzbetrieb. AUX-Eingang.

Negativ:
Kein Akku-Betrieb möglich. Analoge Senderwahl ohne Stationstasten. Sender sehr schlecht einstellbar. Bei seitlichem Sturz kaum Schutz der Eingangsstecker vor Beschädigung. Starke Verzerrungen bei relativ geringer Lautstärke. Anzeigenfeld schlecht lesbar.

Gesamturteil: Ausreichend

Dewalt© PRDeWalt „DCO13“

Preis 249 Euro

Positiv:
Gute Empfangsempfindlichkeit. Stereobetrieb. Digitale Senderwahl, 10 Speicherplätze. Große Akku-Auswahl. Integriertes Ladegerät. Guter Rundumschutz gegen Beschädigungen. 2 x AC-Ausgang 230 V/16 A. Zwei seitliche Steckdosen und DC-OUT.

Negativ:
Keine Zeitanzeige im Stand-by-Betrieb. Deutlich höchste Leistungsaufnahme im Betrieb. Keine RDS- und Weckfunktion.

Gesamturteil: Gut

Makita© PRMakita „BMR 100“

Preis 135,66 Euro

Positiv:
Sehr gute Empfangsempfindlichkeit. Stereobetrieb. Seitlich angeordnete Lautsprecher, guter Raumklang. Zwei AUX-Eingänge für den Anschluss von externen Audioquellen. Innen liegende Aufbewahrungsbox und Anschluss für externe Audioquelle. Zeitanzeige im Stand-by-Betrieb. Guter Rundumschutz gegen Beschädigungen.

Negativ:
Kein integriertes Akku-Ladegerät. Max. Lautstärke verhältnismäßig gering.

Gesamturteil: Gut

Metabo© PRMetabo „RC 14.4-18“

Preis 201,11 Euro

Positiv:
Gute Empfangsempfindlichkeit. Guter Klang. Integrierte zuschaltbare Akku-Ladestation. Zuschaltbare LED-Lampe. Zwei AUX-Eingänge für den Anschluss von externen Audioquellen. Gleichspannungsausgang. Guter Rundumschutz gegen Beschädigungen. AC-Ausgang 230 V/8 A. Internes Fach für externe Audioquelle.

Negativ:
Nur Monobetrieb. Keine RDS-Funktion.

Gesamturteil: Gut

PerfectPro „Workman“© SelbermachenPerfectPro „Workman“

Preis 119 Euro

Positiv:
Stereobetrieb. Netz- und Batteriebetrieb. Gute Empfangsempfindlichkeit. Guter Klang. RDS-Funktion. Digitale Senderwahl mit 10 Speicherplätzen. Guter Rundumschutz gegen Beschädigungen. Sehr gut lesbare Displayanzeige.

Negativ:
Keine Weckfunktion. Kein Akku-Betrieb.

Gesamturteil: Gut

Reflexion „HRA 5500 B“© SelbermachenReflexion „HRA 5500 B“

Preis 49,95 Euro

Positiv:
Batterie und Netzbetrieb. Kopfhörerausgang.

Negativ:
Schlechte Empfangsempfindlichkeit. Kein Akku-Betrieb möglich. Analoge Senderwahl ohne Stationstasten. Sender sehr schlecht einstellbar. Bei seitlichem Sturz schlechter Schutz der Stecker gegen Beschädigung. Sehr knappe Betriebsanleitung.

Gesamturteil: Ausreichend

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